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Rothenbächer 2012
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Die Antwort auf das
Nichtstun der Bundesregierung
Vor kurzem hat die Bundesregierung versucht, mit einem Werbetext,
der scheinbar das Nichtstun in Sachen "Abschaffung der
Transsexuellen-Zwangsgutachten" verschleiern soll, bei den Vereinten
Nationen zu punkten.
Nun hat das CEDAW-Komitee, das bereits 2009
deutliche Worte besprochen hat, neuen Lesestoff. Der "Alternative
Report Follow-up Germany 2011", der von
Frauenrechtsorganisationen, intersexuellen Menschen und transsexuellen Menschen
gemeinsam verfasst wurde, entlarvt, dass die Regierung bezogen auf
Transsexualität viel weniger von dem getan hat, was die Vereinten Nationen in
Genf vor zwei Jahren forderten: Die Bundesregierung tat nichts.
Die Bundesregierung hatte vor dem CEDAW-Ausschuss in Genf
versprochen, sie wolle mit Menschenrechtsorganisationen transsexueller Menschen
in den Dialog treten.
Die Aktion
Transsexualität und Menschenrecht e.V. hatte diese Absicht damals begrüsst,
konnte bis heute aber keine wirklichen Bemühungen sehen, sich mit den Gruppen
an einen Tisch zu setzen um an einer Reform des Transsexuellengesetzes bzw.
dessen Abschaffung zu arbeiten.
Öffentliche Gespräche gab es dazu bis heute
nicht. So müssen sich beispielsweise transsexuelle Frauen immer noch zu "identitätsgestörten Männern" erklären lassen, um als Frau anerkannt zu werden. Die
Vereinten Nationen hatten bereits vor zwei Jahren den Stopp dieser Praxis
gefordert. Das Gutachterverfahren des sogenannten
"Transsexuellengesetzes" existiert aber noch heute.
Fehldarstellungen,
in denen transsexuelle Frauen als "Männer" beschrieben werden, haben
in Deutschland in den letzten Jahren sogar noch zugenommen.
Mit dem Schriftstück das den Titel "Informationen über die von der Bundesrepublik Deutschland
durchgeführten Maßnahmen zur Umsetzung der in den Abschnitten 40 und 62
enthaltenen Empfehlungen der abschließenden Bemerkungen des Ausschusses der
Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau vom
10. Februar 2009" trägt, hatte die Bundesregierung versucht, von den
eigentlichen Forderungen der Menschenrechtsgruppen transsexueller Menschen
abzulenken. ATME hält das Schriftstück bezogen auf Transsexualität für
nicht mehr als ein Werbeprospekt, welches die Untätigkeit
der Bundesregierung vor den
UN verschleiern soll.
Wir fordern die Bundesregierung erneut dazu auf, damit aufzuhören,
die Vereinten Nationen anzulügen und damit zu beginnen, die Menschenrechte
transsexueller Menschen anzuerkennen.
ADS-Bericht
fördert Diskriminierung durch die Hintertür
Im Dezember veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle
des Bundes die Expertise „Diskriminierung von Trans*Personen, insbesondere im
Arbeitsleben“. Laut Einschätzung von Aktion Transsexualität und Menschenrecht
handelt es sich bei dem Papier um eine "Diskriminierung transsexueller
Menschen durch die Hintertür". Hauptsächlich zu krtisieren sind einerseits
die fehlenden Daten über die Situation in Deutschland, faktische Fehler und vor
allem die ideologische Färbung des Berichts, der Transsexualität wieder einmal
als Wunsch nach Geschlechtswechsel vermarktet."Wer die in der Realität per
se existierende geschlechtliche Vielfalt anerkennt, kann nicht gleichzeitig
behaupten, es ginge bei Transsexualität um Geschlechtswechseleien.
Transsexualität hat nichts mit Wünschen zu tun", so Kim
Schicklang, erste Vorsitzende der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.
"Wenn in einem Bericht wieder einmal behauptet wird, transsexuelle
Menschen wären diejenigen welchen, die mittels geschlechtsangleichender
Operation ihr Geschlecht komplett wechseln und diejenigen, die diese
Operationen nicht durchführen liessen als Zwischengeschlechter definiert
werden, wird eine sehr genitalfixierte Geschlechtervorstellung propagiert. Der
Bericht gibt sich vielfaltsliebend, trägt aber ein stereotypes Geschlechterbild
weiter, das für Menschen mit geschlechtlichen Abweichungen ja gerade erst das
Problem darstellt".
So werden Menschenrechtsverletzungen an Menschen mit
Geschlechtsabweichungen häufig damit gerechtfertigt, dass es sich bei den
Äusserungen der von diesen Abweichungen betroffenen Personen lediglich um den
Ausdruck von Wünschen handele. "Die Ursache der Diskriminierung homosexueller,
intersexueller und transsexueller Menschen ist also dort zu finden, wo in der
Realität existierende Geschlechtervielfalt abgestritten und die
Emanzipationsbewegungen der jeweiligen Menschen als Einsatz für einen
künstlichen, neu-geschaffenenen, nicht-biologischen Zustand vermarktet
wird", so Kim Schicklang weiter. "Es geht nicht um das Werden,
sondern um das Ist, das jede Akzeptanz verdient hätte". Der Bericht
verbreite eine ideologisch besetzten Geschlechterideologie, die auch Basis für
die Diskriminerung von transsexuellen Menschen bedeutet, statt diese Ideologie
zu kritisieren.
Die "Expertise" „Diskriminierung von Trans*Personen,
insbesondere im Arbeitsleben“ wurde von TRIQ (Trans-Inter-Queer Berlin) im
Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes angefertigt.
Laut Christina Schieferdecker von ATME handelt es sich
wahrscheinlich um eine Alibi-Studie, die angefertigt wurde, um sagen zu können,
man
hätte die "Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im
Arbeitsleben" untersucht, wie es u.a. das Ministerkomitee des Europarates
letztes Jahr forderte. Die Verfasser der Expertise führten im Bericht
selbst an, dass in Deutschland keine empirischen Daten zur Diskriminierung von
Trans*Personen vorlägen, was aber, so Christina Schieferdecker weiter, ja "die eigentliche Aufgabe der Expertise gewesen wäre,
diese Daten zu liefern".
"Es ist wichtig, einen so einseitigen und stereotypen
Bericht, der sich einen bunten Anstrich gibt, zu kristisieren. Schon in
Vergangenheit waren an vielen menschenrechtlich bedenklichen Regelungen im
Zusammenhang mit geschlechtlichen Abweichungen, Menschen mitbeteiligt, die
selbst diese Abweichungen mitbrachten", erklärt Kim Schicklang, warum der
Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht sich hier so kritisch zu dem Papier
der Antidiskriminierungsstelle des Bundes positioniert. "So
wurde eine Chance verspielt."

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