Donnerstag, 9. September 2021

Duschen mit biologischen Männern: Sexueller Missbrauch durch "Trans"-Gefangene in USA und GB /// Showering with Biological Men: Sexual Abuse by "Trans" Prisoners in the US and UK


 Duschen mit biologischen Männern: Sexueller Missbrauch durch "Trans"-Gefangene in USA und GB

Frauen aus den USA und Großbritannien, die gezwungen wurden, zusammen mit biologischen Männern im Gefängnis zu leben, erzählten RT, dass die politischen Maßnahmen, die die Rechte von Transgendern schützen sollten, zu Gewalt und sexuellen Übergriffen gegen Insassinnen führten.

Showering with Biological Men: Sexual Abuse by "Trans" Prisoners in the US and UK

US and UK women forced to live in prison with biological men told RT that policies designed to protect transgender people's rights resulted in violence and sexual assault against inmates.

Tomieka Johnson wurde 2012 durch ein kalifornisches Gericht zu 50 Jahren Haft verurteilt, nachdem sie ihren gewalttätigen Mann bei einer körperlichen Auseinandersetzung getötet hatte. Johnson, vormals bei der Autobahnpolizei, erzählte RT, dass sie die Zelle mit einem Transgender-Gefangenen teilte, der "sehr gewalttätig und sehr vulgär war". Der Gefangene zwang ihrer Aussage nach Frauen in dem Gefängnis, das Bad zu reinigen und den Boden zu putzen, was zu Interaktionen führte, die Johnson an die häusliche Gewalt erinnerten, unter der sie gelitten hatte.

Und obwohl besagte Gefangene sich als Frau identifizierte, hatte der biologische Mann angeblich eine Freundin, die er regelmäßig "schlug" und "würgte". Laut Johnson wurde der betreffende Gefangene gelegentlich gewalttätig, wenn seine "Freundin" seine sexuellen Annäherungen zurückwies.

"Das lief so, sie wollte nicht romantisch werden, und er wurde wütend und griff sie an … Sie hat das nie berichtet", sagte Johnson zu RT.

Sie glaubt, dass sie als Zellengenossin des Transgenders ausgewählt wurden, weil die Gefängniswachen es für einen guten "Witz" hielten, eine ehemalige Polizistin sich die Zelle mit einem biologischen Mann teilen zu lassen.

"Ich fühlte mich hoffnungslos. In einer Falle", sagte sie zu dieser Erfahrung.

Anfang dieses Jahres hatte Kalifornien ein Gesetz verabschiedet, das es Trans-Gefangenen erlaubt, die Überstellung in Haftanstalten zu beantragen, die zu ihrer Geschlechtsidentität passen. Seitdem wurden etwa 300 solche Gesuche eingereicht, und bis Juni wurde kein einziges davon abgelehnt.

Diese Politik war vermutlich das Ergebnis davon, dass Politiker Lippenbekenntnisse zur LGBT-Gemeinde ablegen, die es geschafft hat, "Ressourcen zu sammeln", um im Staat politischen Druck auszuüben, sagte Johnson. Sie betonte, dass zwar einige Beamte zweifellos eine Politik verfolgten, die jedem Sicherheit bieten solle, aber die Behörden klar im Dunkeln gelassen würden, was diese Politik für die weiblichen Gefangenen bedeute.

In Großbritannien hörte RT von einer ähnlichen Geschichte. Eine ehemalige weibliche Gefangene dort sagte, sie sei von einer Transgender-Insassin sexuell bedrängt worden, die zuvor als Mann wegen sexueller Übergriffe gegen Frauen in Haft gewesen war.

"Du bist ständig auf Hab-Acht. Du weißt, dass sie keine Frauen sind. Sie sind körperlich bedrohlich und aggressiv", sagte sie zu RT.

"Ich wurde sexuell belästigt, und ich bin nicht die einzige Frau, der das passiert ist. Sie hatten keine Operation, und sie entblößen sich."

Einem der biologischen Männer, die mit ihr im Gefängnis waren, wurde gesagt, er könne nicht zur gleichen Zeit duschen wie die anderen Insassen. Das wurde geändert, nachdem er eine förmliche Beschwerde eingereicht und der Anstalt vorgeworfen hatte, seine Menschenrechte würden verletzt.

"Jetzt darf er mit uns duschen. Und weil er jetzt dieses Recht hat, haben die anderen Männer ebenfalls dieses Recht", sagte sie.

In Frauengefängnissen in England und Wales werden auch Transgender-Frauen inhaftiert, die ein Geschlechtsanerkennungszertifikat haben, aber immer noch männliche Genitalien haben können.

Ein höheres Gericht in England und Wales hat diese Politik jüngst bestätigt. Der Richter entschied, dass die Rechte von Transgender-Gefangenen berücksichtigt werden müssen, auch wenn sich weibliche Gefangene von biologischen Männern bedroht fühlten.

Kate Coleman, eine britische Aktivistin, die sich dafür einsetzt, Gefängnisse "eingeschlechtlich" zu halten, sagte zu RT, dass das Gesetz geändert werden muss, wenn es sich als inakzeptabel erweist, Frauen und biologische Männer in derselben Haftanstalt unterzubringen.

Quelltext: https://de.rt.com/international/123337-duschen-mit-biologischen-maennern-sexueller-missbrauch-durch-trans-gefangene/

Mit welchen Schwierigkeiten werden Transgender-Jugendliche in ihrem psychosozialen Umfeld konfrontiert und wie wirken sich diese psychisch aus? /// What difficulties are transgender young people confronted with in their psychosocial environment and what are their psychological effects?


 

Mit welchen Schwierigkeiten werden Transgender-Jugendliche in ihrem psychosozialen Umfeld konfrontiert und wie wirken sich diese psychisch aus?

1. Einleitung

2. Definition Trans-Kids / Tianscienclei-Jiiciendliche

3. Hauptteil
3.1 Geschlechtsspezifische Dysphorie
3.2 Physischer. sexueller und verbaler Missbrauch
3.3 Obdachlosigkeit und dem Uberleben dienender Prostitution
3.4 Fehlender Zugang zur Gesundheitsversorgung
3.5 Bestehende Optionen im Gesundheitswesen
3.6 Mobbing
3.7 Suizidalitat bei Trans-Kids
3.8 Erfahrungen vor Gericht
3.9 Haftanstalten und Gefangnisse

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn man auf die Geschichte der Menschheit zuriickblickt, dann wird bewusst, dass Weltbilder selbst bei einer relativen Allgemeingiiltigkeit stets im Wandel waren, wobei die Akzeptanz von abweichenden Individuen, welche nicht normativen Mustern entsprachen, meist herab gesetzt war, Individualitaten in Ablehnung oder sogar Verfolgung resultierten. Erst im Laufe der letzten Jahrzehnte begann die Manifestierung von Menschenrechtsschutzssystemen eine gewisse Gleichstellung in das aktuelle Weltbild vieler Menschen zu implementieren, und gerade die letzten Jahre waren Jahre des Wandels, in denen die Stimmen der Unterstiitzung von Benachteiligten und abweichenden Lebenskonzepten und Wahrnehmungen lauter, politisch maGgebliche Anderungen vollzogen wurden. Dennoch scheinen diese Abanderungen zumindest partiell nur theoretischen Charakters zu sein, die alltagliche Realitat der Betroffenen ist nach wie vor mit Entbehrungen und Benachteiligungen verbunden, eine tatsachliche Gleichstellung reine Illusion.

Die vorliegende Arbeit soil deshalb darstellen, mit welchen Problemen Trans-Kids, die zu der Gruppe jener gehoren, die in einem Weltbild, das durch tradierte Werte strukturiert ist, nicht der Norm entsprechen, konfrontiert werden. Im Umkehrschluss kann dies innerhalb der praktischen Sozial-Arbeit genutzt werden, urn entgegen zu wirken und Trans-Kids dabei zu helfen, ein gesiinderes und gleichgestellteres Leben zu fiihren.

Dazu wird vorab eine theoretische Definition geschaffen, bevor im Hauptteil in Form von diversen Unterpunkten die Probleme von Transgender-Jugendlichen innerhalb ihres psychosozialen Umfeldes und den damit verbundenen psychischen Auswirkungen aufgeschliisselt werden. AbschlieGend wird im Fazit zusammengefasst, resiimiert, reflektiert und ein Ausblick geschaffen.

2. Definition Trans-Kids / Transgender-Jugendliche

Transgender-Jugendliche werden als Kinder oder Jugendliche definiert, die sich nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Da Transgender-Jugendliche in der Regel auf ihre Eltern angewiesen sind, was Pflege, Unterkunft, finanzielle Unterstiitzung und andere Bediirfnisse betrifft, wobei die korpereigene Wahrnehmung oftmals von diesen weder toleriert noch unterstiitzt wird, und von arztlicher Sicht oftmals Bedenken gezeigt werden, hormonelle Behandlungen bei Minderjahrigen zu vollziehen, sehen sich Transgender-Jugendliche mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Die entsprechende auf das Geschlecht bezogene kontrare Wahrnehmung manifestiert sich zu unterschiedlichen Zeiten im Leben der Betroffenen. In den meisten Fallen von Geschlechterdysphorie tritt diese bereits in einer friihkindlichen Phase zu Tage, wenn ein solches Kind in seiner Verhaltensweise offenbart, dass mit dem ihm zugewiesenen Geschlecht nicht iibereinstimmt. Viele dieser Kinder erfahren jedoch aufgrund ihrer individuellen Abweichung vermehrt Ablehnung und versuchen in Folge dessen, den Kontrast innerhalb ihrer Wahrnehmung zu verdrangen. Diese Verdrangung kann die Ursache fur von Dysphorie und den daraus kausal resultierenden Depressionen sein (vgl. Travers 2019: 16ff.)•

3. Hauptteil

Im Folgenden wird auf die unterschiedlichsten Bereiche eingegangen, in welchen Trans-Kids mit Problemen konfrontiert werden sowie auf die jeweiligen psychischen Auswirkungen, eingeleitet wird dies mit einer Erklarung einer moglicher Weise auf Grund der abweichenden Wahrnehmung beziigliche des Geschlechterempfindens auftretenden Dysphorie.

3.1 Geschlechtsspezifische Dysphorie

Geschlechterdysphorie wird als ein starkes, iiber einen langeren Zeitraum anhaltendes Unbehagen und Leiden beziiglich des eigenen Geschlechts, der Anatomie, des Geburtsgeschlechts und sogar der gesellschaftlichen Einstellung zu der geschlechtsspezifischen Varianz bezeichnet (vgl. Stein 2012: 480-500). Transgender-Jugendliche, die an einer Geschlechterdysphorie leiden, sind sich ihres Korpers in hohem MaEe bewusst; Die zentrovertierte Reflexion ihres Aussehens, Gewicht sowie die Meinung Dritter iiber ihr auGeres Erscheinungsbild konnen eine hohe Relevanz einnehmen. In einer Studie wurde die Korperwahrnehmung mehrerer Trans-Kids gemessen, wobei in Form von 3 unterschiedlichen Kategorien differenziert wurde: Personliche Zufriedenheit mit dem allgemeinen eigenen Aussehen, personliche Zufriedenheit mit dem eigenen Gewicht und die wahrgenommene Zufriedenheit anderer mit dem eigenen Erscheinungsbild. Es zeigte sich, dass die Trans-Kids, welche weniger personliche Zufriedenheit beziiglich ihres Gewichts angaben, sowie die, welche allgemeine Zufriedenheit anderer mit ihrem Korper wahrnahmen, eher autoaggressive Verhaltensweisen praktizierten als diejenigen, die mit ihrem Gewicht zufriedener waren und vermuteten, dass andere ihren Korper in der Regel positiv bewerten (vgl. Grossman/D'Augelli 2007: 527-537). Die Geschlechterdysphorie unterscheidet sich dabei eindeutig von der Genderinkongruenz, welche eine menschenverachtende eindimensionale Differenzierung von Identitat und Korper impliziert. Man kann jedoch davon ausgehen, dass eine Dysphorie erst durch solch eine strikte Trennung verursacht wird, in welcher das abweichende korperliche Empfinden nicht akzeptiert und der damit verbundene mentale und identitare Zustand isoliert wird. Es ist an dieser Stelle noch wichtig zu erwahnen, dass nicht alle Transgender eine Geschlechtsdysphorie aufweisen, diese aber auch auf Grund der nach wie vor riickstandigen gesellschaftlichen Umstande uberdurchschnittlich haufig auftritt.

3.2 Physischer, sexueller und verbaler Missbrauch

Eine der folgeschwersten Erfahrungen im Leben von Transgender-Jugendliche ist Missbrauch innerhalb des psychosozialen Umfeldes. Trans-Kids sind einem erhohten Risiko fur physischen, verbalen und sexuellen Missbrauch ausgesetzt, welcher oftmals aus fehlender Akzeptanz resultiert. Im Umkehrschluss wird bei solchen Kindern und Jugendlichen, die physischen, verbalen und sexuellen Missbrauch erleben, haufig die Diagnose der Geschlechterdysphorie gestellt. Trotz dieser Korrelation ist nicht klar, ob Missbrauch kausal die Abweichung der sexuellen Identitat beeinflusst, oder ob der Missbrauch kausal durch die abweichende Wahrnehmung des Kindes entsteht. Es zeigt sich jedoch unabhangig davon ein signifikanter Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und abweichender geschlechtlicher Identitat der Missbrauchten. Ca. 75% aller Transgender-Jugendlichen sollen laut Grossman/D'Augelli (2007) von ihren Eltern oder Betreuern verbal missbraucht und etwa 35% korperlich missbraucht worden sein (vgl. 527-537). "Mein ganzes Leben lang wurde ich von Verwandten innerhalb meiner Familie korperlich und geistig missbraucht. Ich trage Spuren an meinem Korper." [Aussage eines Transgender-Jugendlichen mit missbrauchlichen Erfahrungen] (Grossman/D'augelli 2006: 115). Oftmals werden Transgender-Jugendliche neben dem korperlichen Missbrauch audi von ihren Eltern dazu veranlasst, den gemeinsamen Wohnraum dauerhaft zu verlassen. In anderen Fallen Ziehen sie eine Flucht aus dem Elternhaus personlich vor, was unabhangig von der urspriinglichen Ursache der Entscheidung eine hochst traumatische Erfahrung darstellen kann. Mangelnde Unterstiitzung zu Hause und standige Belastigung in der Schule konnen zudem zu akademischen Schwierigkeiten fur die Jugendlichen fiihren, die im Vergleich zu ihrer cisgeschlechtlichen Peergroup eine viel hohere Abbruchquote aufweisen (vgl. Grossman/D'augelli 2006: lllff.). Es lasst sich also feststellen, dass Jugendliche, die eine elterliche Unterstiitzung ihrer atypischen Geschlechterdarstellung erfahren, beziiglich samtlicher Risiken resilienter sind.

3.3 Obdachlosigkeit und dem Uberleben dienender Prostitution

Wie bereits erwahnt wurde, gehen missbrauchliche Erfahrungen oftmals einher mit dem Verlust der Wohnung. In den USA weist nach Angaben des National Healthcare for the Homeless Council jeder fiinfte LGBT-Jugendliche eine unbestandige Wohnsituation oder gar keine Wohnung auf. Die Griinde, warum LGBT-Jugendliche iiber keinen festen Wohnsitz verfiigen, liegen in der Ablehnung durch die Familie und Schwierigkeiten in Institutionen wie der Schule oder den Betreuungs- und Pflegeheimsystemen. Selbst wenn LGBT-Jugendliche einen Plate in den eh schon pauschal kontraproduktiven Bedingungen eines Obdachlosenheims zur Verfiigung gestellt bekommen, erfahren sie auch dort Benachteiligung, sodass sie im Vergleich zu ihren heterosexuellen und cis-geschlechtlichen Altersgenossen, welche sich denen ihnen zur Verfiigung gestellten geschlechtsspezifischen Unterkiinfte anpassen und keine zusatelichen Dienstleistungen bei der Unterbringung in den Heimen benotigen, zu unverhaltnismaGig hohen Raten ihre Platee wieder verlieren (vgl. „Serving transgender youth: Challenges, dilemmas, and clinical examples": Correction to Tishelman et al. (2015). 2015: 249).

Urn diesem Dilemma zu entkommen, werden Trans-Kids deshalb oftmals in die Prostitution gefiihrt, da sie diese als einzige Moglichkeit betrachten, urn schlicht weg zu iiberlegen. Sogenannter Survival-Sex wird als ein Akt der sexuellen Aktivitat mit einer dritten Person definiert, welcher dem Ziel dient, grundlegenden Bediirfnisse des Uberlebens zu befriedigen (vgl. Shapiro 2016). Eine Studie in mehreren amerikanischen Stadten hat ergeben, dass etwa jeder vierte obdachlose Jugendliche bereits Survival-Sex praktiziert hat (vgl. Halcon/Lifson 2004: 7). Diese Transaktionsformen fiihren in der Regel dazu, dass der Jugendliche einen Geldwert erhalt, konnen aber auch dazu genutzt werden, ein Bett fur die Nacht, eine Mahlzeit oder Kleidung zu bekommen. Zwar ist man sich der moglichen Gefahren im Zusammenhang mit Survival-Sex bewusst, doch wird oft berichtet, dass ein Gefiihl des Stolzes darauf, finanziell autonom agieren zu konnen, drastische negative Begleiterscheinungen zumindest temporar iiberdeckt. Durch diese Form des Verdienens ihres Lebensunterhaltes, steigtbei den betroffenen Transgender-Jugendlichen das Risiko enorm, an einer STI/STD (sexuell ubertragbare Infektion/Krankheit) zu erkranken (vgl. Shapiro 2016).

3.4 Fehlender Zugang zur Gesundheitsversorgung

In der Vergangenheit sahen sich transsexuelle Jugendliche zudem bei der medizinischen Behandlung der Ursachen der Geschlechterdysphorie mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Die mangelnde adaquate Versorgung ist haufig darauf zuriickzufiihren, dass Arzte sich weigern, Jugendliche hormonell zu behandeln, oder dass Jugendliche negative Reaktionen von Gesundheitsdienstleistern im Allgemeinen befiirchten, unter anderem auch durch den Aspekt der Offenbarung. Psychiater, Endokrinologen und Hausarzte haben jedoch mittlerweile klare Richtlinien fur die Versorgung von Transgender-Jugendlichen in der friihen Pubertal bis zu deren Abschluss vereinbart. Diese kommen in weiten Teilen Europas und Nordamerika zum Tragen (vgl. Hembree et al. 2017: 3869ff.). Viele Jugendliche, die Hormone zur Entwicklung erwiinschter sekundarer mannlicher oder weiblicher Geschlechtsmerkmale einsetzen, erhalten diese illegal, vor allem wenn es sich urn Burger von Landern handelt, in denen nach wie vor eine problematische rechtliche Situation vorliegt. Dies kann potenziell gefahrlich sein und zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen bei den Jugendlichen fiihren, darunter ein inadaquates durch die Pubertal bedingtes Wachstum oder die Erkrankung an dem HIV durch kontaminierte Nadeln (vgl. Grossman/D'augelli 2006: 111-128). Jiingste Uberarbeitungen der Standards fur die Versorgung der Gesundheit von Transsexuellen, Transgendern und geschlechtsspezifisch nicht konformen Menschen beriicksichtigen jedoch vermehrt die Bediirfnisse von Transgender-Jugendlichen, ein positiver Trend ist dementsprechend beobachtbar.

3.5 Bestehende Optionen im Gesundheitswesen

Wenn eine Person von Frau zu Mann (FTM) oder von Mann zu Frau (MTF) transformiert, gibt es mehrere Moglichkeiten der Umsetzung (vgl. Home - The Transgender Center o. J.), die zur Verfiigung stehen, abhangig von finanziellen Moglichkeiten, der Zustimmung der Versicherung zur Kosteniibernahme und dem personlichen Wunsch, diese Moglichkeiten zu nutzen, Minderjahrige haben aber auf einige der Optionen, je nach Land und rechtlichen Bestimmungen, keinen Zugriff. Eine der verfiigbaren Optionen fur Minderjahrige, ist die Verwendung von sogennanten Pubertatsblockern, die 2013 auf der Jahrestagung der Endocrine Society 95 in San Francisco offiziell als nicht schadlich fur die Knochengesundheit erklart wurden (vgl. Medical intervention in transgender adolescents appears to be safe and effective 2013). In der Pubertal wird erhebliche Knochenmasse aufgebaut, weshalb dieser Befund von groEer Bedeutung ist, urn Trans-Kids die Moglichkeit zu geben, psychologischen Schaden zu vermeiden, die ihren Korper in der Pubertal, welche nicht mit ihrer geschlechtlichen Identitat iibereinstimmt, begleiten konnen. Es wird angenommen, dass Pubertatsblocker die genetisch pradisponierte Abfolge der Pubertal unterbrechen und Veranderungen reversibel sein konnen. Typischerweise werden Pubertatsblocker im Alter von 12-14 Jahren verabreicht (ebd.). In den Niederlanden diirfen Transgender-Jugendliche im Alter von 16 Jahren mit der Einnahme von Kreuzungshormonen beginnen. Medizinische Interventionen in Form von Hormontherapie und Geschlechtsumwandlungsoperationen (SRS) sind im Fall der Schadensminderung bei vorpubertaren Kindern mit schwerer Geschlechtsdysphorie gerechtfertigt, da diese schwerwiegende und sich dauerhaft manifestierende psychische Leiden verhindern konnen (vgl. Fausto-Sterling 2012: 420).

Norman Spack, ein Endokrinologe, der vor allem mit Intersex-Patienten gearbeitet hat, war ein Vorreiter bei der Unterstiitzung junger Menschen bei der Bewaltigung des Ubergangsprozesses und der Ausbildung anderer. Seine Arbeit wird von dem Wunsch geleitet, Selbstmordraten unter unbehandelten Transgender-Personen zu senken und die Jugend vor psychologischen Traumata zu bewahren, die mit der Pubertal einhergehen konnen. Spack lasst sich dabei von der Forschung inspirieren, die in den Niederlanden in Bezug auf die Verwendung von Pubertatsblockern durchgefiihrt wurde. Wenn entsprechende Verf ahren mit Pubertatsblockern und der anschlieEenden Einnahme von Kreuzungshormonen angewendet werden, kann nach dem 18. Lebensjahr eine Umwandlungsoperation durchgefiihrt werden (vgl. Spack o. J.).

Quelltext und zum Bestellen :https://www.grin.com/document/903504 

Mittwoch, 8. September 2021

Ich war ein schwuler Junge, der versuchte, mich umzubringen. Jetzt weiß ich, dass es nicht meine Schuld war. /// I was a gay boy who tried to kill me. Now I know it wasn't my fault.


 Ich war ein schwuler Junge, der versuchte, mich umzubringen. Jetzt weiß ich, dass es nicht meine Schuld war.

„Ich dachte lange, ich sei das Problem. Ich weiß jetzt, dass das Problem nie ich war.“

Ich war 10 Jahre alt, als ich zum ersten Mal einen Suizidversuch unternommen habe. Zum Glück ist es mir nicht gelungen. Aber in den folgenden Jahren versuchte ich noch mindestens ein halbes Dutzend Mal, mein Leben zu beenden. 


Ich war nicht allein. Jüngste Ergebnisse des Trevor-Projekts zeigen, dass 42% der LGBTQ+-Jugendlichen im vergangenen Jahr ernsthaft über einen Selbstmordversuch nachgedacht haben, darunter mehr als die Hälfte der Transgender- und nichtbinären Jugendlichen.


Für Erwachsene wird es nicht viel besser. In einer Community-Bewertung im Jahr 2018, die ich an der Dell Medical School der UT Austin in Zusammenarbeit mit der Qwell Community Foundation durchgeführt habe, haben wir festgestellt, dass 26 % der LGBTQ+-Erwachsenen in der Vorwoche an Selbstmord gedacht hatten.


Lange dachte ich, ich sei das Problem. Ich weiß jetzt, dass das Problem nie ich war. Das Problem war meine Umgebung.


Die Forschung zeigt, dass das Aufwachsen in einem stressigen oder herausfordernden Haushalt schlimme und lang anhaltende Folgen für die Gesundheit von Erwachsenen haben kann. In ihrer bahnbrechenden Arbeit im Jahr 1998 zeigten Dr. Vincent Felitti und Kollegen , dass die Exposition gegenüber Kindesmissbrauch und -vernachlässigung sowie Herausforderungen im Haushalt wie häusliche Gewalt (Ereignisse, die als negative Kindheitserfahrungen oder  ACEs bezeichnet werden )  das Risiko für alle Arten von Gesundheit dramatisch erhöht Probleme, einschließlich einer schlechten psychischen Verfassung.


Mehr als zwei Jahrzehnte später beginnen wir zu verstehen, warum. Die Exposition gegenüber anhaltenden traumatischen oder stressigen Ereignissen während der Schlüsselpunkte der menschlichen Entwicklung kann Gehirnstrukturen und Nervenbahnen verändern. Diese Verschiebung der neuronalen Entwicklung erhöht das Risiko für Probleme mit der Impulskontrolle oder emotionalen Regulation, was wiederum zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen im Erwachsenenalter führen kann.


LGBTQ+ -Erwachsene berichten häufiger von Erfahrungen mit ACEs als heterosexuelle Cisgender-Erwachsene. In ähnlicher Weise legen neuere Forschungen nahe, dass negative Gemeinschaftserfahrungen für die Gehirnentwicklung genauso wichtig sind wie negative Kindheitserfahrungen – und dass wiederum marginalisierte Jugendliche eher exponiert sind.

Meine eigene Erfahrung bestätigt dies. Mein Familienleben war in vielerlei Hinsicht herausfordernd. Aber auch Erfahrungen außerhalb des Hauses, bei denen ich mich schämte, schwul zu sein. Einige meiner frühesten Erinnerungen betrafen Kirchenführer, die predigten, dass Homosexualität unmoralisch sei, ein Gräuel, dass Gott Schwule nicht liebe. Wie war es möglich, dass mich jemand liebte, wenn es ein „allliebender“ Gott nicht könnte?


1998, im selben Jahr, in dem Dr. Felitti und Kollegen ihre Ergebnisse zu ACEs veröffentlichten, wurde Matthew Shepard als schwul, geschlagen, an einen Zaun gefesselt und dem Tod überlassen. Als 15-Jähriger wurde mir klar, dass ich nicht nur nicht liebenswert bin; Ich war entbehrlich. Gott war nicht der einzige, der mich hasste. Ich würde diese Schande jahrzehntelang tragen.


In der Youth Risk Behaviour Survey 2019 gab ein Drittel der LGBTQ+-Jugendlichen an, auf dem Schulgelände gemobbt worden zu sein. In einem kürzlich durchgeführten Kooperationsprojekt namens „ Stärkung der Farben des Stolzes“ haben wir festgestellt, dass mehr als 40 % der Erwachsenen mit LGBTQ+ angaben, in Kirchen oder Religionsgemeinschaften Heterosexismus oder Transphobie erlebt zu haben, und fast 2 von 3 gaben an, von einer anderen LGBTQ+-Person gehört oder gesehen zu haben, die zuvor körperlich geschädigt wurde Erwachsensein.

Anti-LGBTQ+-Richtlinien und inakzeptierende Umgebungen wirken sich frühzeitig auf unsere Biologie aus, Veränderungen, die sich nur verschlimmern, wenn wir als Erwachsene mit mehr Hass und Intoleranz konfrontiert werden. Die Wissenschaft dahinter, wie sich heterosexistische und transphobe Umgebungen im frühen Leben auf die Gesundheit von Erwachsenen auswirken könnten, wird jetzt klar. Die Forschung legt nahe, dass es einem ähnlichen neurobiologischen Weg folgen kann wie die Exposition gegenüber ACEs.


Während keine wissenschaftliche Studie der Exposition gegenüber heterosexism direkt studiert hat und Neurobiologie, Forschung hat immer wieder gezeigt , dass LGBTQ + Menschen in stigmatisieren Umgebungen, wie Staaten mit anti-LGBTQ + Politik leben hatte, höhere Konzentrationen von Cortisol, ein Stresshormon das kann Auswirkungen Entwicklung des Gehirns , einschließlich der Hippocampus, der Emotionen reguliert .


Wir können buchstäblich den Schaden von Transphobie und Heterosexismus in unserem Gehirn sehen. Ein internationales Wissenschaftlerteam fand kürzlich heraus, dass schwule Männer im Vergleich zu heterosexuellen Männern ein geringeres Volumen der grauen Substanz in der Thalamusregion des Gehirns aufweisen, die unter extremer Belastung  verkümmern kann. Das Team fand auch heraus, dass ein verringertes Volumen der grauen Substanz in dieser Region, die für die Verarbeitung externer Reize verantwortlich ist, mit einer erhöhten Impulsivität verbunden war.


Einige mögen glauben, dass der Grund, warum LGBTQ+-Personen eher durch Selbstmord sterben oder psychische Probleme haben, darin besteht, dass Homosexualität „unnatürlich“ ist oder eine psychiatrische Erkrankung ist. Diese Ansicht ist schmerzlich veraltet.


Die American Psychiatric Association entfernte Homosexualität 1973 aus dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Fast 50 Jahre später hat jede angesehene professionelle medizinische Organisation , einschließlich der American Medical Association, erklärt, dass LGBTQ+ nicht das Problem ist. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie LGBTQ+-Menschen behandelt werden und die feindliche Umgebung, in der sie leben, die zu diesen Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit beitragen.


Ich denke nicht mehr daran, durch Selbstmord zu sterben, aber ich denke an das, was meine Recherchen zeigen: Wenn mein Umfeld akzeptierender wäre, hätte ich vielleicht nie daran gedacht, mich umzubringen. Ich habe vielleicht bessere Entscheidungen getroffen. Vielleicht hatte ich ein anderes Leben. Ich weiß, dass ich diese Schande, schwul zu sein, drei Jahrzehnte lang nicht getragen hätte.


Ich weiß auch, dass ich zu den Glücklichen gehöre und ein Leben führe, für das ich jeden Tag dankbar bin. LGBTQ+-Menschen bringen sich selbst um, weil sie glauben, dass sie nicht liebenswert und inakzeptabel sind, ein direktes Ergebnis feindseliger Umgebungen, die wir weiterhin zulassen und sogar fördern.


Es waren sie noch nie. Du warst es schon immer. Wir können es besser.


Phillip W. Schnarrs, Ph.D., ist Associate Professor in der Division of Community Engagement and Health Equity, Dell Medical School, The University of Texas at Austin und 2021 Public Voices Fellow des Op-Ed-Projekts.


Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, Hilfe braucht, rufen Sie 1-800-273-8255 für die  National Suicide Prevention Lifeline an . Sie können auch eine SMS an HOME an 741-741 senden, um einen kostenlosen  24-Stunden-Support von der  Crisis Text Line zu erhalten . Außerhalb der USA finden Sie   eine Datenbank  mit Ressourcen bei der  International Association for Suicide Prevention .


Quelltext: https://www.huffpost.com/entry/gay-suicide-prevention_n_6137732de4b0aac9c01c11c3?d_id=2586891&ncid_tag=fcbklnkushpmg00000050&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&utm_campaign=us_queer_voices&fbclid=IwAR3teYBbqfLRs1t-PhkVlG-hk6s0FgoIBSHbEMPCKWZMhhEqAoJbq2diMtw


Das Verbot der Konversionstherapie im US-Bundesstaat Washington wurde in einem mächtigen Urteil bestätigt. /// Washington State's ban on conversion therapy was upheld in a powerful ruling.


Das Verbot der Konversionstherapie im US-Bundesstaat Washington wurde in einem mächtigen Urteil bestätigt.

Ein Bundesrichter hat den Versuch eines christlichen Therapeuten, das Verbot der Konversionstherapie im Bundesstaat Washington aufzuheben, mit einem großen Sieg für LGBTQ+-Jugendliche abgelehnt.

In einem Urteil vom Montag wies Richter Robert J. Bryan vom US-Bezirksgericht für den Westbezirk von Washington Klagen des Ehe- und Familientherapeuten Brian Tingley zurück, wonach das staatliche Verbot der Konversionstherapie verfassungswidrig sei. Bryan zitierte in seinem 18-seitigen Urteil Beweise dafür, dass Bemühungen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von LGBTQ+-Jugendlichen zu ändern, „emotionalen, psychischen und körperlichen Schaden“ zufügen.

Tingley, der seine Klage im Mai eingereicht hat, wird von der Alliance Defending Freedom (ADF) vertreten, einer rechtsextremen Anti-LGBTQ+-Rechtsorganisation, die vom Southern Poverty Law Center (SPLC) als „Hassgruppe“ bezeichnet wird. In der Klage bezeichnete ADF das Verbot der Konversionstherapie in Washington als „Beratungszensurgesetz“ und beschuldigte den Staat, versucht zu haben, „sich in die Privatsphäre des Beratungszimmers des Klägers einzufügen und seine Diskussion und Erforschung bestimmter Ideen mit seinen jungen Klienten zu zensieren“.

„Das Gesetz droht mit schweren Sanktionen – einschließlich erheblicher Geldstrafen, Suspendierung von der Praxis und sogar dem Verlust seiner Lizenz und seines Lebensunterhalts – wenn der Kläger Ideen äußert und seine Klienten bei der Erreichung von Zielen unterstützt, die der Staat missbilligt“, heißt es in der Klage.

Washingtons Verbot der Konversionstherapie, das 2018 von Gouverneur Jay Inslee in Kraft gesetzt wurde, gilt nicht für Minderjährige, die sich einer nicht lizenzierten Beratung unterziehen, die von Glaubensführern oder religiösen Gruppen durchgeführt wird. Obwohl diese Lücke es ermöglichen könnte, Praktiken wie das „Wegbeten der Schwulen“ fortzusetzen, behauptete ADF, die Ausnahme sei eine „Scheinung“, da sie Therapeuten wie Tingley angeblich immer noch daran hindere, ihre religiösen Überzeugungen auszuüben.

Bryan hat die Behauptungen der ADF in seinem Urteil energisch zurückgedrängt. Obwohl Tingley tatsächlich ein Christ ist, stellte der Richter fest, dass er „nicht unter solchen Schirmherrschaften praktiziert“ und fügte hinzu, dass er gemäß dem Konversionstherapiegesetz immer noch „frei ist, seine religiösen Überzeugungen auszudrücken und auszuüben“.

„[Er] ist es lediglich untersagt, sich als Berater auf eine bestimmte Art von Verhalten einzulassen“, fügte Bryan hinzu.

Das Urteil wies auch Vorwürfe zurück, wonach das Verbot der Konversionstherapie das Recht der Therapeuten auf freie Meinungsäußerung im ersten Verfassungszusatz zensiert. „Obwohl professionelles Verhalten Anspruch auf ein gewisses Maß an verfassungsmäßigem Schutz hat, hat es nicht denselben Schutz wie Rede“, schrieb Bryan.

LGBTQ+-Befürworter lobten die Entscheidung des Gerichts. Shannon Minter, Rechtsdirektorin des National Center for Lesbian Rights (NCLR), sagte in einer Erklärung, dass das Urteil „zu Recht feststellte, dass der Neunte Bezirk diese Angelegenheit bereits vor sieben Jahren entschieden hat“. In diesem früheren Urteil aus dem Jahr 2014 stellte Minter fest, dass die Gerichte „eine praktisch identische Anfechtung des kalifornischen Gesetzes zur Konversionstherapie ablehnten“, das auch wegen angeblicher Unterdrückung glaubensbasierter Sprache verklagt wurde.

„Lizenzierte Anbieter von psychischen Gesundheitsdiensten haben kein verfassungsmäßiges Recht, minderjährigen Patienten Schaden zuzufügen“, sagte Minter, „genauso wenig wie Ärzte das Recht haben, Medikamente zu verschreiben, die unwirksam und unsicher sind.“

Auch Washingtons Generalstaatsanwalt Bob Ferguson feierte das Urteil auf Twitter und nannte die Entscheidung „einen Sieg für LGBTQ+-Rechte“.

„Die Forschung ist klar: Konversionstherapie funktioniert nicht und kann für Minderjährige besonders schädlich sein“, fügte Ferguson in einer Erklärung gegenüber dem Seattle NBC-Nachrichtenpartner KING-TV hinzu . „Ich bin stolz darauf, dass mein Anwaltsteam dieses wichtige Gesetz verteidigt.“ ."

Konversionstherapie ist derzeit in 20 Staaten verboten und Organisationen wie die American Counseling Association (ACA) und die American Psychological Association (APA) haben die Praxis als schädlich und ineffektiv verurteilt. LGBTQ+-Jugendliche, die eine Konversionstherapie überleben, haben laut der nationalen Jugend-Suizidpräventionsgruppe The Trevor Project mehr als doppelt so häufig einen Suizidversuch Transgender und nicht-binäre Jugendliche gaben an, Konversionstherapie mehr als doppelt so häufig erlebt zu haben wie andere queere Jugendliche.

Die ADF gibt jedoch in ihrem Widerstand gegen das Verbot der tödlichen Praxis nicht nach. Die Gruppe sagte, sie plane, gegen die Entscheidung des Gerichts in Washington Berufung einzulegen, und versprach, „die Freiheit aller Amerikaner zu verteidigen, friedlich nach ihren tief verwurzelten Überzeugungen zu leben, zu arbeiten und zu sprechen, ohne Angst vor Bestrafung zu haben“, wie KING-TV berichtete.


Freitag, 3. September 2021

Bunte Welterklärung /// Colorful declaration of the world


 Bunte Welterklärung

Vom Wichtigsten im Leben und anderen Abstraktionen. Was die LGBT- und andere Identitäten bewegt !

Das staatlich versprochene Recht auf Selbstverwirklichung nimmt die queere Bewegung beim Wort. Was der Mainstream in heterosexuellen Bindungen samt Kindersegen sucht und gegen die Zwänge des Gelderwerbs als den eigentlichen Lohn festhalten will, nämlich so etwas wie das Lebensglück, beanspruchen sie auf ihre Weise.

Dabei soll auch ihnen die Reputation und Sittlichkeit mit der gleichen Selbstverständlichkeit zugestanden werden, wie das bei den Heteros der Fall ist. "Queere Vielfalt im Bildungsbereich sichtbar machen" und ihn "diskriminierungsfreier gestalten" ist für die bunte GEW deshalb dasselbe, wie dies zum "Pflichtthema im Studium" und zum "festen Bestandteil der Bildungspläne" zu erklären sowie in "Unterrichtsmaterialien auch queere Lebenswelten abzubilden".


"Warum nicht eine Matheaufgabe, in der zwei verheiratete Frauen die Finanzplanung ihres Hauses kalkulieren?" Das passt zur Eigentumsordnung, zum Institut der Ehe und zur üblichen Notengebung.


Wer an seinem Queer-Sein nur festhalten will, dass es genauso "selbstverständlich wie andere Lebensrealitäten" sei, für den erübrigt sich deren Kritik. Oder sie besteht darin, den Spieß umzudrehen und die Normalität des Normalen in Zweifel zu ziehen, um sie auch für die eigene Identität zu reklamieren.


Wenn die Mitbürger ihre Freiheitsrechte als Gelegenheiten verstehen, "das Wichtigste im Leben", nämlich ihre ganz eigene Subjektivität zu realisieren, dann möchte das Regenbogen-Spektrum dem nicht nachstehen.


Dass ihm diese alternative Entfaltung in vielen Fällen nicht einfach eingeräumt wird, sondern zu verfechten ist, kann die Bedeutung stärken, um die sich die identitäre Persönlichkeit dann maßgeblich dreht. Das zeigt sich beispielsweise, wenn aus der eigenen Intimität ein öffentliches Aufheben gemacht wird.


Die jeweiligen Inhalte des Lebenssinns mögen für LGBT-Leute anders ausfallen als für Aktivisten der Persons of Color (PoC) oder des Frauseins. Wie bei den Normalos auch, wenn sie das Ausleben ihrer Individualität für das Wesentliche und Bestimmende halten, gerät ihnen gemeinsam aus dem Blick, welche Instanzen des Geldes und der Macht die individuellen Lebensläufe stattdessen und tatsächlich bestimmen.


Die Resultate davon, die für die Mehrheit erfahrungsgemäß unbefriedigend ausfallen, bestärken bürgerliche Individuen aller Couleur dann darin, ihre Beheimatung in der widrigen Welt auf diversen Wegen zu fordern und anzustreben. Seitens der Identitätsbewegungen geht das mit einigen Implikationen und Fortgängen einher.


Konkurrenzgesellschaft

Um mit dem Politökonomischen zu beginnen: Die Klage über Diskriminierung am Arbeits- oder Wohnungsmarkt neigt dazu, zu übersehen, dass es sich hier vor allem um Märkte handelt. Der Gender Pay Gap etwa beruht darauf, dass Unternehmen Arbeitskräfte aller Art gegen einen Lohn einkaufen, der ihre Gewinne vermehrt.


Zu denen steht er im Gegensatz, weswegen er sehr kostenbewusst gezahlt wird. Wenn also manche Frauenarbeit mit Abschlag entlohnt werden kann, folgt dies derselben marktwirtschaftlichen Logik, die auch für die Billiglöhne osteuropäischer Paketzusteller verantwortlich ist.


Wo es die Umstände hergeben, dürfen einheimische Frauen sogar deutsche Männer unterbieten oder werden ihrerseits durch preiswertere Fremdarbeiter ersetzt. Falls eine Person of Color eine Premiummiete bezahlen kann, steht ihr der Markt offen, auf dem sie gegebenenfalls hellhäutigere Mitbewerber verdrängt.


Wo sie mit Weißen in Wohnungsnot auf einem sog. Angebotsmarkt konkurrieren muss, kann die Hautfarbe von Nachteil sein. Grundlage ist aber die Angewiesenheit aller Mieter auf ein Wirtschaftsgut, das sie nur behaust, wenn sie es vermehren. Was entsprechend auch für Arbeitnehmer gilt


Dieses ökonomisch Bestimmende begründet also eher eine Gemeinsamkeit zwischen weiblichen und männlichen Lohnabhängigen oder zwischen schwarzen und weißen Wohnungssuchenden, als dass es sie trennt.


Wer allerdings die Konkurrenz, in die er gestellt ist, nicht als feindlich nimmt, sondern sich in ihr bewähren will, sieht sich durch Leute benachteiligt, denen es im Prinzip so ergeht wie ihm. Die vorhandenen Diskriminierungen könnten zwar etwas anderes lehren.


Trotzdem verlassen die Einwände dagegen selten oder nie die Ebene der Konkurrenz, beklagen vielmehr, dass sie nicht richtig dazugehören dürfen.


Eine junge britische Aktivistin kennt "unendlich viele Belege dafür, dass die Chancen in deinem Leben eingeschränkt und verzögert werden, wenn du in Großbritannien mit schwarzer Hautfarbe auf die Welt kommst", was "nicht das Resultat eines Mangels an schwarzer Exzellenz, Begabung, Bildung, harter Arbeit oder Kreativität" sei (Reni Eddo-Lodge).


Sie teilt damit nicht nur die verbreitete Auffassung, dass jeder seines Glückes Schmied ist, wenn man ihn lässt, und verkennt, wie sehr die Lebensläufe der Erwerbsbürger von ihrer Billigkeit und Verfügbarkeit für die kapitalistischen Zwecke abhängen. Sie vereinnahmt für die People of Color auch das, was jeder Unzufriedene als Grund seiner Lage anführen kann, dass es nämlich an Gerechtigkeit fehle.


Als läge nur im beschränkten Zugang zur Konkurrenz der Schaden und in der Öffnung schon der Nutzen, spricht die Aktivistin allen Ernstes von einem "Versagen der Leistungsgesellschaft" - und geht noch einen Schritt weiter.


"Farbenblindheit" derart, dass die Hautfarbe keine Rolle spielen solle, wie gutmeinende Weiße fordern, sei der falsche Weg. Fällig sei dagegen eine positive Diskriminierung von Schwarzen, eine Voraussetzung, die "die Vorstellungen von gleichen Fähigkeiten unabhängig der Hautfarbe erst herausstellt".


Ein Princeton-Professor für Altertumswissenschaften liefert ein Beispiel, wie das funktionieren könnte: "Weiße Männer werden das Privileg aufgeben müssen, dass ihre Worte gedruckt und verbreitet werden. Sie müssten endlich in den Hintergrund treten, damit Persons of Color, zu denen auch farbige Frauen und 'gender-nonconforming scholars' zähl(en), ihre Arbeiten in einer angesehenen Zeitschrift veröffentlichen können." (Dan-el Padilla Peralta, FAZ, 26.11.20)


Kritiker werfen einer Bevorzugung dieser Art natürlich Intoleranz und Niveauverlust vor, als sei freie Konkurrenz ein Qualitätsgarant. Das ändert aber nichts daran, dass sich der Antirassismus, der dabei sein und mitmachen will, hier auf ein Feld begibt, das er ansonsten als Racism zurückweist.


Unter dem Begriff "Klassismus" registriert die Gender-Bewegung zwar die Phänomene eigentumsloser Abhängigkeit und Prekarität, liegt aber auch hier nicht richtig. Vor allem deshalb nicht, weil ihr der Klassismus als ein Unterfall von Diskriminierung schlechthin gilt, zu der er so gleichrangig zählt wie die Benachteiligung von Frauen, Schwarzen, Schwulen, Alten oder Behinderten.


Es trifft ja zu, dass die kapitalistische Konkurrenzgesellschaft Angehörige dieser Gruppen in unterschiedlicher Weise zu ihren Betroffenen macht. Wo es geht, schlägt sie aus ihnen wirtschaftlichen Nutzen, wo nicht, zählen sie als finanzielle Last. Unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit beargwöhnen die Konkurrenzbürger Andersartige wie Ihresgleichen, mehr zu kriegen, als ihnen zusteht.


Und bezüglich der Sittlichkeit bescheinigen sie sich und bezweifeln bei anderen, dass sich alle den Gewohnheiten beugen, zu denen Wirtschaft und Staat sie angehalten haben. Wenn die Gender-Bewegung aber den allgemeinen Grund der intersektionalen -Ismen nur als eine der Folgen einer unbestimmten Diskriminierung betrachtet, dann verbuchen sie ihn unter ferner liefen.


White Privilege

Das zeigt sich auch in den Kollektiven, die die identitär Bewegten um den Preis der Abstraktion an die Stelle der gesellschaftlichen Klassen setzen. People of Color eint von der Putzfrau bis zum Professor und vom Obdachlosen bis zur Vorstandsvorsitzenden die Hautfarbe samt der gleichen Opfererfahrungen, die ihr angeblich anhaften.


Frauen aller Schichten trifft eine vergleichbare Kollektivierung, die auch für das Gender-Spektrum jenseits der heterosexuellen cis-Männer gilt. Diesen konstruierten Identitäten werden Kollektive desselben Verallgemeinerungsgrads gegenübergestellt. Demnach soll sich ein klassenübergreifendes Patriarchat zusammengefunden haben, um über die Weiblichkeit zu herrschen.


Und Weiße aller Schichten verbindet angeblich, dass ihnen die PoC-Erfahrungen abgehen und sie ihr pures Weißsein gegenüber dunkleren Hautfarben privilegiert. Das kleine Paradox, dass Weiße auch weiblich und Patriarchen auch farbig sein können, löst sich gegebenenfalls auf in einer Schnittmenge namens "Suprematie der weißen cis-Männer".


Theorien, die solche Abstraktionen fortsetzen, haben mit Überlegungen zur politischen Ökonomie des Rassismus oder der Frauenfrage nichts zu tun.


Ihre Bestimmungen bleiben oft eigentümlich negativ bzw. unbestimmt: "Wie soll ich White Privilege definieren? Es ist so schwierig, eine Leerstelle zu beschreiben, etwas, das abwesend ist. Und White Privilege ist die Abwesenheit der negativen Folgen von Rassismus." (Eddo-Lodge, s.o.)


Ein pro-feministischer Blog meint: "Es ist ein Privileg von weißen Menschen, sich nicht mit Rassismus beschäftigen zu müssen."


Logisch gesehen handelt es sich hier um Tautologien: Ein Vorteil ergebe sich aus der Abwesenheit des Nachteils und umgekehrt. Darin wird der Grund einer grundlosen Vorherrschaft gesehen, die sogar dann funktioniert, wenn die Profiteure und Bewahrer es nicht merken: "Wesentlich am White Privilege ist, dass seine Träger es in der Regel nicht unwillkürlich selbst sehen." (Eddo-Lodge)


Ein US-Professor mit asiatischer Familiengeschichte bestätigt das so: Die gesellschaftliche Mehrheit sei geprägt von "Vorurteilen, Stereotypen und Ansichten (…) außerhalb ihrer Bewusstseinsebene". Beispiel: "Die Macht der Mikroaggressionen liegt in ihrer Unsichtbarkeit für den Täter". (Derald Wing Sue).


Eine weiße Vorherrschaft, die von sich nichts wissen soll, ist zwar eine erneute Herausforderung der Logik, verträgt sich aber mit der Vorstellung eines Oben und Unten, dessen inhaltsloser Zweck der Selbsterhalt ist. Rassismus sei die "Überlebensstrategie systemischer Macht", "ein soziales Konstrukt" aus "Vorurteil plus Macht" (Eddo-Lodge).


Das will die Aktivistin dann ausgerechtet auch dadurch belegen, dass "es einfach nicht genügend Schwarze in Machtpositionen (gibt), um sich in dem großen Ausmaß rassistisch gegenüber Weißen zu verhalten". Das klingt ein wenig nach Schweinehund als Conditio humana - ist aber "strukturell" gemeint.


Quelltext: https://www.heise.de/tp/features/Bunte-Welterklaerung-6181113.html?fbclid=IwAR1HPf34EimW9_RE1ptnyvxcwUcl6-tUUyn02PUE4Sj7EpJZ6zcRd94rJcA

Unterm Regenbogen /// Under the rainbow


 Unterm Regenbogen

Was die LGBT- und andere Identitäten bewegt 

Die politischen Bewegungen, denen es um Identitäten geht, verstehen sich nicht nur als Repräsentanz der in der charakteristischen Buchstabenreihe benannten geschlechtlichen Orientierungen. Ihr Regenbogen will vielmehr, von den USA ausgehend, Gender, Race und Class überspannen, also die wesentlichen gesellschaftlichen Bereiche, in denen ihrer Wahrnehmung nach Diskriminierung stattfindet.

Dabei können die Betroffenen und Fürsprecher aus den Reihen von Feministinnen, Homosexuellen, People of Color (PoC), Transpersonen und weiteren Gruppen auf Erfolge zurückblicken. In Deutschland z.B., und davon wird hauptsächlich die Rede sein, erleichterte das Grundgesetz einer gesellschaftlichen Veränderung den Weg, indem es Gleichberechtigung und freie Entfaltung der Persönlichkeit als bindendes Recht setzte sowie Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Rasse, Herkunft, Weltanschauung oder Behinderung untersagte.


Die in diesem Sinne geforderte Gleichstellung der Frau, der später noch Quotenregelungen folgten, die Streichung des Schwulenparagrafen, eine Ehe für alle oder die Geschlechtsangabe "divers" sind hinzugekommen. Inzwischen wollen im kulturellen Überbau schriftliche und mündliche Sprachregelungen dem Gender-Spektrum Rechnung tragen.


IKEA hat am UN-Verhaltenskodex gegenüber LGBT-Personen mitgearbeitet, den auch Lufthansa, Deutsche Bank, Adidas u.a. unterzeichnet haben. Die Paralympics finden viel mediales Interesse. Und neulich bei der Fußball-EM dachte der bayerische Ministerpräsident sogar daran, die Regenbogenfarben gegen seinen homophoben ungarischen Amtskollegen in Stellung zu bringen, der sich der EU nicht im erwünschten Maß unterordnet.


Zivilisierung

Dieser Fortschritt hat seine Gründe. Was die rechtliche Diskriminierung von Frauen, Eigentumslosen, sexuell Abweichenden oder auch Vorbehalte gegen Andersfarbige und Zugewanderte betrifft, alles einst gängige Praktiken in Staat und Volk, so vertragen die sich schlecht mit einer modernen Konkurrenzgesellschaft.


In der sollen die Bürger und Erwerbspersonen sozialfriedlich ihre Interessen nach Geldeinkommen verfolgen und sich so für den nationalen Wirtschaftserfolg nützlich machen. Was näher LGBT angeht, so hat der Staat seine schlechte Meinung über die Betroffenen revidiert. Ihre Abweichung von der Heteronormalität deutete und bestrafte er lange Zeit als Absage an eine Sittlichkeit, die die staatlich geregelte Familie als natürliche Heimat der Individuen und Geschlechter sowie als die Keimzelle der Nation verstand.


Während die Sanktionen dieses sittliche Empfinden der Mehrheit bestärkten, traten sie in Konfrontation zu den Neigungen einer Minderheit guter Bürger, die sich ganz zu Unrecht aus dem Gemeinwesen ausgegrenzt sahen und dagegen Protest anmeldeten. Als dieser zunehmend Verständnis aus den Reihen der Mehrheitsgesellschaft erfuhr, ließ sich der Gesetzgeber zögernd beeindrucken, um zu bemerken, dass auch nicht-binäre Geschlechtsbeziehungen, unbesehen der Fortpflanzung, den erwünschten Family Values nicht entgegenstehen.


Auch LGBT-Paare sind "füreinander da", können dafür wechselseitig in die Pflicht genommen werden, leisten ihren Teil für die Reproduktion eines produktiven Volks und finden auch in der normabweichenden Entfaltung ihrer bürgerlichen Individualität das Weiß-Warum für ein konstruktives Mitmachen.


Dass die Bundeswehr mit einer Trans-Frau im Offiziersrang prahlt , steht am Ende dieser Zivilisierung der Geschlechterfrage.


Ressentiments

Andererseits sind die Identitäts-Bewegungen weder zufriedengestellt noch verstummt. Im weiteren Eintreten gegen Sexismus, Rassismus oder Klassismus, dem sich unter dem Stichwort "Intersektionalität" noch Anglizismen wie Ableism oder Ageism hinzugesellen, führen sie ihren Kampf gegen die Bandbreite gesellschaftlicher Diskriminierungen weiter.


Diese haben sich trotz ihrer Eindämmung durch Grundrechte und geänderte Sitten offenbar nicht einfach überlebt. Dass Frauen Nachteile erfahren oder Farbige und Leute aus der Unterschicht schlechter eine Wohnung oder eine Arbeitsstelle bekommen und dass diese Gruppen bei Beförderungen und Karrieren hintanstehen, ist zwar nicht einfach rechtsförmig.


De facto liegt es aber in der Verfügungsmacht derer, die mit Arbeitsplätzen und Immobilien ihr exklusives Eigentum vermehren oder Behörden vorstehen und darüber Wege finden, auch Ressentiments und Vorurteile, so vorhanden, gültig zu machen.


Weitere Benachteiligungen und Herabsetzungen weisen darauf hin, dass die ehemalige vom Staatshandeln bestärkte Sittlichkeit und Normsetzung in der Mehrheitsgesellschaft ihre Nachwirkungen haben bzw. die ‚Liberalisierung‘ auf Widerwillen stößt.


Das beginnt bei bodenständigen Heteros, die Normalität und Anstand für ihre DNA halten und bei denen gegenderte Substantive, Männer in Frauenkleidern oder die Neubenennung von "Negerkuss" und "Zigeunerschnitzel" wahlweise krachlederne Witze oder theatralische Empörung auslösen.


"Schwule Sau" taugt noch drei Jahrzehnte nach dem Ende von § 175 als Beleidigung auf dem Schulhof und anderswo, frauenfeindliche Sprüche haben ihr Publikum. Wenn Sigmar Gabriel moniert, "die SPD habe sich zu sehr mit Fragen der Gleichstellung von Homosexuellen beschäftigt statt mit den Arbeitern", bringt er den Misserfolg seiner Partei populistisch in einen Zusammenhang, der nicht der wirkliche ist, ihm aber wählerwirksam erscheint.


Es gibt Zeitgenossen, die die sogenannte Flüchtlingskrise oder die Pandemie-Maßnahmen auf eine vermeintliche Vorherrschaft des Weiblichen in der Politik zurückführen und nach Merkel nun vor Baerbock warnen.


Andere idealisieren die Zeiten, in denen der Staat den tradierten Sitten noch Recht gab und so den vermeintlichen Feinden von Familie und Nation Einhalt gebot. Gegen ein "Gender-Gaga mitten in Deutschland" (Alice Weidel), das "gegen die Natur des Menschen gerichtet" sei und an den Unis hochgezüchtet werde, versucht nicht nur die AfD, die im Volk noch virulenten Vorbehalte zu mobilisieren.


Auch die Mainstream-Partei von Alexander Dobrindt, Freund des farbenfreudigen Ministerpräsidenten, beherrscht den Rekurs auf die Vergangenheit: "1968 haben linke Aktivisten sich Schlüsselpositionen gesichert. (… Sie) wollen diese Welt ideologisch in Gender-Welten umdefinieren und Staatsinstitutionen familiäre Kompetenzen zuweisen. (…) Für den Konservativen ist die Familie kein soziales Konstrukt. Sie ist Herzenssache und Wiege der Gemeinschaft."


Die Gefährdung von Heimat und Familie durch "Gender-Gaga" und "linke Aktivisten" ist einerseits natürlich ein Pappkamerad, der aber ein Krisenbewusstsein verrät, mit dem Staaten im Osten Europas z.B. ziemlich ernst machen.


Auch der Sexismus in Teilen der Bundeswehr oder das Racial Profiling bei der deutschen Polizei zeigen, dass etliche Grundlagen des regenbogenfarbnen Protests nicht aus der Welt sind.


Über die Gegenwehr zu Diskriminierungen genannter Art reichen diese Bewegungen allerdings weit hinaus. Ihr Kampf um Rechte ist weitgehend erfolgreich ausgetragen, sie müssen sich nicht mehr darum kümmern, wählen, studieren und in Paarbeziehung leben zu dürfen oder in ihren Neigungen straffrei zu bleiben.


Dass sie ihre Privatheit weitgehend ungestört leben können, ist vielen Betroffenen sogar genug. Die Bewegten aber wollen in großer Mehrheit den verbliebenen Misslichkeiten mit einem Kampf um Anerkennung und Respekt begegnen, der auf anderen und neuen Feldern stattfindet.


Quelltext: https://www.heise.de/tp/features/Unterm-Regenbogen-6180620.html

Berlin reformiert Strafvollzug Verbesserung von Haftbedingungen für trans und inter Personen /// Berlin reforms prison system Improvement of prison conditions for trans and inter people


 

Berlin reformiert Strafvollzug Verbesserung von Haftbedingungen für trans und inter Personen

In Berlin sind zukünftig Einzelfallentscheidungen bei der Einteilung in männlich und weiblich möglich. Das soll vor allem queeren Personen zugute kommen.

Die Haftbedingungen von trans und intergeschlechtlichen Personen in Berlin sollen verbessert werden. Das entschied das Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag. Das Gesetz zur Änderung von Berliner Justizvollzugsgesetzen sieht unter anderem vor, dass der sogenannte Trennungsgrundsatz angepasst wird und künftig Einzelfallentscheidungen möglich sind.

Dadurch sollen vor allem trans, intergeschlechtliche und nicht binäre Personen die Möglichkeit haben, selber mitzubestimmen, ob sie in die Haftanstalten für Männer oder für Frauen kommen.

Trans Frauen können zukünftig auch dann in ein Frauengefängnis, wenn sie ihren Geschlechtseintrag oder Namen noch nicht offiziell geändert haben. In dem Gesetz heißt es, dass „von dem Grundsatz der getrennten Unterbringung“ im Einzelfall „unter Berücksichtigung der Persönlichkeit und der Bedürfnisse der Gefangenen, der Erreichung des Vollzugziels und der Sicherheit oder Ordnung der Anstalt“ abgewichen werden könne.

Insbesondere, dann, „wenn sich Gefangene aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität nicht dem in ihrem amtlichen Personenstandseintrag angegebenen, sondern einem anderen Geschlecht oder dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht als zugehörig empfinden.“

Damit ist Berlin das erste Bundesland, das eine solche Regelung eingeführt hat. Justizsenator Dirk Behrendt bezeichnete das Gesetz als „Voraussetzung für einen zeitgemäßen Umgang mit Transpersonen im Gefängnis.“

"Ein wichtiger Schritt, um Gewalt und Diskriminierung vorzubeugen"

Zuvor hatte der Gesetzentwurf sich über ein Jahr lang im Beratungsprozess befunden und war schließlich mit einer Änderung an das Plenum zurückverwiesen worden. Dabei war die Ergänzung hinzugekommen, dass bei der Einzelfallregelung auch die „Bedürfnisse der übrigen Gefangenen“ berücksichtigt werden sollten. Dieser Aspekt wird nicht weiter ausgeführt, sodass unklar ist, wie er in der Praxis umgesetzt werden soll.

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Kalle Hümpfner vom Bundesverband Trans* hebt die Bedeutung des verabschiedeten Gesetzentwurfes hervor: „Trans*, inter* und nicht-binäre Gefangene befinden sich in einer vulnerablen Position und sind besonders stark gefährdet Gewalt zu erfahren. Hier mehr Mitbestimmung bei der Unterbringung zu geben, wenn der Geschlechtseintrag von der geschlechtlichen Identität abweicht oder ein offener bzw. diverser Geschlechtseintrag vorliegt, ist ein wichtiger Schritt, um Gewalt und Diskriminierung vorzubeugen.“ Weitere Schritte wie eine Verbesserung des Zugangs zu Hormontherapien oder geschlechtsangleichenden Operationen seien ebenfalls wichtig.

Diskriminierende Vorfälle in der Vergangenheit

In der Vergangenheit erfuhren trans und intergeschlechtliche Personen aufgrund der bisherigen Regelung immer wieder Diskriminierung. So musste etwa die trans Frau Diana O. im Jahr 2019 mehrere Monate im Männergefängnis von München-Stadelheim verbringen, mit der Begründung, dass ihre geschlechtsangleichende Operation nicht vollzogen sei.

Die Grünen-Politikerin Tessa Ganserer hatte das als „nicht hinnehmbare Diskriminierung“ kritisiert. Wie queer.de berichtet sollen außerdem zwei trans Aktivist*innen aus der Besetzung des Hambacher Forstes ihre Haftzeit im falschen Gefängnis verbracht und dabei diskriminierende Erfahrungen gemacht haben.

Der Bundesverband Trans* begrüßt die Entscheidung, Diskriminierung gegenüber trans, inter und nicht binären Gefangenen abzubauen. „Es ist positiv, dass diese Gefangenen so erstmalig berücksichtigt wurden und das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ernstgenommen wird“, sagt Hümpfner.

Mit Sorge würde der Verband allerdings die Ergänzung im Gesetzestext sehen, die eine Abweichung vom Grundsatz der Geschlechtertrennung nur dann vorsieht, wenn es auch den Bedürfnissen der übrigen Gefangenen entspricht. „Hier gibt es das Potential, dass das Gesetz ausgehöhlt wird und es zu keiner Verbesserung in der Praxis kommt.“


Quelltext: https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/berlin-reformiert-strafvollzug-verbesserung-von-haftbedingungen-fuer-trans-und-inter-personen/27577352.html?fbclid=IwAR1V8t8158bYY3G-pPyz_jNmiWDerOKSyRRcFjtq7LI-sLmezyjFUE6pg_4

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