Dienstag, 5. Juli 2022

Wer wissen möchte, ob jemand eine autoritäre oder eine emanzipierte Weltsicht hat, schaut sich am Besten einfach mal an, wer sich für oder gegen körperliche Selbstbestimmung einsetzt.

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Wer wissen möchte, ob jemand eine autoritäre oder eine emanzipierte Weltsicht hat, schaut sich am Besten einfach mal an, wer sich für oder gegen körperliche Selbstbestimmung einsetzt. 
Zu den Themen, bei denen diese Frage auftaucht gehören: Medizinische Zwangsmassnahmen, Sexwork, Abtreibung und Transsexualität. Der Körper ist das Metathema. Vereinfacht kann man folgendes sagen: Wer bei allen Themen ein Problem mit Selbstbestimmung hat, besitzt eine echte autoritäre Weltanschauung (früher nannte man das "rechts"). Wer bei allen Themen das Menschenrecht, also die Rechte des einzelnen Menschen betont und sich für Selbstbestimmung einsetzt, ist egalitär (früher nannte man das "links"). Und wer zwischen den Themen oben unterscheidet und sich mal so mal so positioniert? Der ist gekauft. Hey everything ok with you or not awake yet? What is a rational thinking person? According to Whole Brain® Thinking, those who approach work analytically and experimentally are called " thinkers". Your solutions to problems are logical and cognitive, the basis for your decisions relates to numbers, data and facts. They rely less on gut feeling or intuition. Well that's how I would describe myself, because time is relative, think I've got enough to keep my brain busy! Rational means rational, purposeful thinking and acting. The so-called ratio thus describes how the rational mind works: Not intuitively (from the gut), but - synonymous with - calculating, weighing, analytical, logical, justified. What is the opposite of rational? The opposite of rationality is the irrational, a state or action that is not supported by reasonable reasons (affects, wishful thinking, abnormal mental states, e.g.)! In order to be able to think rationally, you should also free yourself from all prejudices and sympathies. Don't think of the other people involved in the problem as persons, just as factors. So you can think without prejudice. The more important the decisions, the more rational the argumentation. But our feelings have already sent the decisive impulse when the debate is still going on. Neuroresearch has long known what our minds may not even suspect. The news. Economic policy. We hear factual speeches. But in reality, the reports should be something like: "The CEO had a feeling about it and that's why it's going to be done this way, that's it." Why? This is what neuroresearch has found out. The brain researcher Benjamin Libet, for example, discovered that even before we are aware of what we are thinking and how we are acting, our brain has already decided what we are doing. And now it comes: on the basis of feelings. Harvard researchers also found that an emotional response is almost twice as fast as a rational one - 220 milliseconds faster, to be precise. That means: while the rational mind is still working, our gut feeling has already decided. What's more, our brain processes emotions a million times faster than rational arguments. Specifically, the Bremen brain researcher Gerhard Roth determined that our subconscious, which is also responsible for our emotions, processes several million pieces of information per second. However, the consciousness in which the rational mind resides only achieves 0.1 percent of this. Briefly summarized: Our subconscious, which processes our emotions, makes decisions before the rational mind is even aware of it. Or to put it another way: the gut always decides faster than the head. The emotional subconscious is the boss in the head and worlds more powerful than the rational mind. What does that mean in practical terms? Emotions are more persuasive than any rational argument. They only serve to justify the emotional decisions afterwards. This also applies to decisions against or for your brand. Ok, so I interpret it very modestly, but if honestly, who of you has ever thought about it? Best wishes to you, Nikita Noemi

Montag, 4. Juli 2022

Abtreibungsverbote in den USA: Das Bauchgefühl Am 24. Juni kippte das oberste US-Gericht die bundesweite Regelung für das Recht auf Abtreibung.

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Abtreibungsverbote in den USA: Das Bauchgefühl Am 24. Juni kippte das oberste US-Gericht die bundesweite Regelung für das Recht auf Abtreibung. Kurz darauf hatten mehrere US-Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche verboten. Dies alles könnte nur der Anfang sein und bald weitere Rechte auf der Kippe stehen. SIEGESSÄULE-Kolumnistin Michaela Dudley kommentiert Mit seiner Entscheidung zum Fall Dobbs v. Jackson Women’s Health Organization vom 24. Juni 2022 hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten nach fast einem halben Jahrhundert das Recht seiner Bürger*innen auf eine sichere, gesunde Abtreibung gekippt. Der Supreme Court rechtfertigte seine Entscheidung mit dem Hinweis, dass der Anspruch auf einen Schwangerschaftsabbruch in der amerikanischen Verfassung nicht verankert sei. Demzufolge sind die einst wegweisenden Garantien aus dem 1973 verkündeten Grundsatzurteil Roe v. Wade, welche Frauen das Recht zusicherte, selbst über Abbruch oder Fortführung einer Schwangerschaft zu entscheiden, nun Geschichte. Laut Umfragedaten der renommierten Quinnipiac University sind 63 % der US-Amerikaner*innen für den Erhalt des Abtreibungsrechts. Als ich in den 1980er Jahren Jura in den USA studierte, wäre das Verwerfen von Roe v. Wade undenkbar gewesen. Vor dem Hintergrund, dass Donald Trump in seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten drei der Obersten Richter nominierte, die später für das Abtreibungsverbot stimmen sollten, erscheint diese Entwicklung im Rückblick nur folgerichtig. Ein Zugunglück in Zeitlupe. Gefängnisstrafen drohen Doch damit nicht genug: Dobbs v. Jackson hat weitreichende Konsequenzen. Denn nicht weniger als 26 Bundesstaaten hatten sich in den Startlöchern gefunden, als der Supreme Court sich des Falls annahm. Mit deckungsgleichen legislativen Vorlagen und sogenannten Trigger Laws bzw. Auslösegesetzen wollen sie Frauen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche nehmen. Dazu zählen u. a. Texas, South Carolina, West Virginia und Missouri sowie weitere Bundesstaaten aus dem sogenannten „Bible Belt“ im Süden der USA. Dort ansässige Abtreibungswillige und auch diejenigen Schwangeren, die sich zuerst einmal nur über ihre Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs informieren wollen, müssten sich nun heimlich auf den Weg in den Norden oder nach Kalifornien begeben. Denn die Abtreibungskliniken in Dixieland werden geschlossen. Ärzt*innen, Schwangere und ggf. selbst den Taxifahrer*innen, die die Schwangeren in eine Abtreibungsklinik bringen, drohen mehrjährige Gefängnisstrafen. Welle der Solidarität im Internet Zwar breitet sich im Internet eine große Welle der Solidarität mit den bestürzten Befürwörter*innen des Abtreibungsrechtes aus. So werden Gesundheitsberatungen, Transportmöglichkeiten und Reisefinanzierungen für flüchtige Schwangere angeboten. Doch gleichzeitig macht sich auch Angst breit, während Suchmaschinen heiß laufen, weil nach Medikamente wie Mifepriston und Misoprostol gesucht wird, die auch zum Schwangerschaftsabbruch genutzt werden können. Selbst die sonst so selbstbewussten Social-Media-Giganten löschen in den USA Angebote für Abtreibungspillen. Düstere Dystopie Ex-Vizepräsident Mike Pence, der bei Trump in Ungnade fiel und am Dreikönigstag 2021 dem Galgen der Rechtsextremen mit knapper Not entkam, ist wieder da. Pence engagiert sich für ein bundesweites Verbot der Abtreibung. Er und die anderen selbsternannte „Pro-Lifer“ sind außer Rand und Band voller Freude, was ihre Aussichten betrifft. Es sind die gleichen „christlichen“ Fundamentalist*innen, die sich mehrheitlich für die Vollstreckung der Todesstrafe begeistern. Letzte Woche, knapp einen Tag vor Dobbs, erhielten sie ein zusätzliches Geschenk vom Obersten Gerichtshof, der ebenfalls mit einer Zweidrittelmehrheit das Waffenrecht ausweitete. Es klingt wie eine düstere Dystopie, aber in den USA ist es nun raue Realität: Ein 18-jahriger Junge kann ein AR-15-Sturmgewehr (45 Schuss pro Minute) vielerorts innerhalb einer Viertelstunde legal erwerben. Einem 14-jährigen Mädchen, das vergewaltigt und geschwängert wurde und dessen Gesundheit  durch eine Schwangerschaft gefährdet wäre, wird vielerorts eine Abtreibung verwehrt bleiben. LGBTIQ*-Community fürchtet Rückschläge In seinem Urteil in Dobbs stellte Clarence Thomas, Richter am Obersten Gerichtshof, darüber hinaus die rechtliche Grundlage für das Recht auf Verhütungsmittel, gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Ehe für alle in Frage. Kurioserweise machte der Schwarze Thomas, der mit einer Weißen Trump-Fanatikerin verheiratet ist, diesbezüglich einen Bogen um den Fall Loving v. Virginia (1967), der sich mit Ehen zwischen Weißen und Nichtweißen befasst. Auf alle Fälle fürchtet die LGBTIQ*-Community in den Vereinigten Staaten, nun 53 Jahren nach Stonewall, massive Rückschläge. Parallellaufend wird in Deutschland die Streichung von § 219a gefeiert werden, und das ist auch gut so. Denn er führte dazu, dass Ärzt*innen öffentlich keine Informationen über Schwangerschaftsabbrüche anbieten konnten, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen. Abtreibung bleibt in Deutschland jedoch grundsätzlich verboten, auch wenn sie unter bestimmten Voraussetzungen straffrei bleibt. Dass das sogenannte „Werbeverbot" aus der NS-Zeit stammt (Kinder, Kirche, Küche), dürfte nicht verwundern. Zur Erinnerung: Vergewaltigung in der Ehe ist hierzulande erst seit 1997 eine Straftat. Das patriarchale Verfügen über die Körper von Frauen, FLINTA, BIPoC und Queers muss aufhören. Selbst nach jedwedem Schritt nach vorne müssen wir wachsam bleiben. Stets und ständig. Das sagt das Bauchgefühl. Denn Dobbs v. Jackson, das jüngste Schandurteil aus den USA, zeigt wie selbst ein felsenfestes fast ein halbes Jahrhundert lang bestehendes Recht „plötzlich“ gekippt werden kann.

Freitag, 1. Juli 2022

Da Katar die Fußballweltmeisterschaft 2022 ausrichten wird, muss die FIFA für die Sicherheit von LGBT*-Besucher*innen im Land und für LGBT*-Kataris kämpfen, die das Land nach den Spielen nicht verlassen können.



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Da Katar die Fußballweltmeisterschaft 2022 ausrichten wird, muss die FIFA für die Sicherheit von LGBT*-Besucher*innen im Land und für LGBT*-Kataris kämpfen, die das Land nach den Spielen nicht verlassen können. ein paar Monaten wird sich die Aufmerksamkeit der Welt auf mein Heimatland Katar richten, wenn es das größte Fußballturnier der Welt ausrichtet - die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022. 

Für viele wäre das ein Moment des Stolzes. Aber für mich, einen offen schwulen und stolzen Katarer, der aus seiner Heimat fliehen musste, ist es eine Erinnerung an die gefährliche und tödliche LGBT*-Phobie, die in Katar herrscht. Derzeit ist Homosexualität in Katar nach Artikel 296 des Strafgesetzbuchs illegal und wird mit einer Freiheitsstrafe von 3-5 Jahren oder sogar mit dem TOD bestraft. Aufgrund dieser homophoben Gesetze und der täglichen sozialen und rechtlichen Hindernisse, die in der katarischen Gesellschaft bestehen, hatte ich keine andere Wahl, als zu meiner eigenen Sicherheit Asyl in den Vereinigten Staaten zu beantragen. Indem ich meine Geschichte erzählte, konnte ich die Gefahren für LGBT* Kataris aufzeigen. Aber jetzt, wo bald Zehntausende von Fußballfans nach Katar reisen werden, habe ich Angst davor, was passieren wird, wenn das Rampenlicht verschwunden ist. Die katarische Regierung rät LGBT*-Besucher*innen, öffentliche Zuneigungsbekundungen zu vermeiden und sich nicht zu zeigen, wie sie wirklich sind. Der Hauptorganisator der Veranstaltung, Hassan Al Thawadi, schlug vor, dass LGBT*-Besucher*innen die homophobe Kultur Katars respektieren und sich "einfach eine Auszeit" vom LGBT*-Sein nehmen sollten. Die FIFA schadet ihrem Ruf, für Gerechtigkeit zu sorgen, indem sie ein Land auswählt, das sich strikt gegen LGBT* ausspricht, um die Fußballweltmeisterschaft 2022 auszurichten. Da die Kameras der Welt auf Katar gerichtet sind, haben wir die Möglichkeit, Druck auf die FIFA und die katarische Regierung auszuüben, um sicherzustellen, dass LGBT*-Rechte sowohl während der Weltmeisterschaft als auch nach dem Abschalten der Kameras und der Heimreise der Fans geschützt werden. Jetzt ist deine Chance, deine Stimme zu erheben. Unsere heutigen Aktionen haben das Potenzial, die globale Bewegung für LGBT*-Rechte zu beeinflussen. Wir müssen den Druck erhöhen und fordern, dass die FIFA und Katar die Diskriminierung von LGBT* Menschen beenden. Ich will eine Weltmeisterschaft und ein Katar, in dem alle Menschen - auch LGBT* Menschen - respektiert, willkommen geheißen und geschützt werden. Wirst du den Pridemonat feiern, indem du LGBT* Menschen in Katar unterstützt - Menschen wie mich?

Donnerstag, 30. Juni 2022

Was kaum Beachtung in Medien findet, jedoch nach sehr langer Zeit, Leid für viele brachte, hat ein ende!


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Bislang mussten transgeschlechtliche, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen ein langwieriges, entwürdigendes Verfahren durchlaufen, um in ihrem Ausweis Geschlecht und Vornamen ändern zu dürfen. Das will die Ampelkoalition ändern. Denn: "Anspruch auf Würde hat jeder einzelne Mensch." Jeder Mensch in Deutschland soll sein Geschlecht und seinen Vornamen künftig selbst festlegen und in einem einfachen Verfahren beim Standesamt ändern können. Das sieht ein in Berlin vorgestelltes Konzept der Bundesministerien für Justiz und Familie für ein neues Selbstbestimmungsgesetz vor. Es soll das Transsexuellengesetz (TSG) ersetzen, das von vielen Menschen als unzeitgemäß und diskriminierend empfunden wird. Wenn die Neuregelung so wie geplant umgesetzt wird, ist bei der Frage des Geschlechtseintrags und der Vornamen künftig unerheblich, ob es sich um einen transgeschlechtlichen, nicht-binären oder intergeschlechtlichen Menschen handelt. Gutachten zur sexuellen Identität oder ein ärztliches Attest sollen als Voraussetzung für eine Änderung nicht verlangt werden. Inter-Menschen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht nicht der medizinischen Norm von männlichen oder weiblichen Körpern zugeordnet werden kann, sondern sich in einem Spektrum dazwischen bewegt. Als nicht-binär bezeichnet man Menschen, die weder eine männliche noch eine weibliche Geschlechtsidentität haben. Transmenschen fühlen sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig. Für Minderjährige bis 14 Jahre sollen die Sorgeberechtigten die Änderungserklärung beim Standesamt abgeben. Jugendliche ab 14 Jahren sollen die Erklärung selbst abgeben können, allerdings mit Zustimmung der Eltern. Zu möglichen strittigen Fällen für die Gruppe der Minderjährigen ab 14 Jahre heißt es in dem von den beiden Ministerien formulierten Eckpunkte-Papier: "Um die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen zu wahren, kann das Familiengericht in den Fällen, in denen die Sorgeberechtigten nicht zustimmen, orientiert am Kindeswohl - wie auch in anderen Konstellationen im Familienrecht - die Entscheidung der Eltern auf Antrag des Minderjährigen ersetzen." Betroffene dürfen nicht gegen ihren Willen geoutet werden Bisher ist vorgeschrieben, dass Betroffene für eine Änderung des Geschlechts- oder Vornamenseintrags zwei psychologische Gutachten einreichen müssen. Am Ende entscheidet dann das zuständige Amtsgericht. Das Verfahren ist langwierig und teuer und wird von Betroffenen als entwürdigend kritisiert. Bundesjustizminister Marco Buschmann und Familienministerin Lisa Paus wiesen ausdrücklich darauf hin, dass ihr geplantes Gesetz keine Festlegung zu der Frage etwaiger körperlicher geschlechtsangleichender Maßnahmen enthalten werde. Solche Maßnahmen würden weiterhin auf Grundlage fachmedizinischer Regelungen entschieden. Das TSG sei "pathologisierend", weil es Transgeschlechtlichkeit wie eine Krankheit behandle, und atme "den Geist der 70er-Jahre", sagte Paus. Selbstbestimmt leben zu können, sei "fundamental für alle Menschen". Die Eckpunkte sehen auch ein "bußgeldbewehrtes Offenbarungsverbot" vor, wie die Grünen-Politikerin ausführte. Damit soll es untersagt werden, Angaben über die frühere Geschlechtsidentität oder den früheren Vornamen eines Menschen zu veröffentlichen, wenn dieser das nicht will. Es gehe darum, ein "Zwangs-Coming-out" zu verhindern. Buschmann betonte, Transsexualität sei "nicht der statistische Normalfall, aber es ist normal". Daher sei auch die Zahl der Betroffenen letztlich unerheblich: "Anspruch auf Würde hat jeder einzelne Mensch." Der FDP-Politiker sagte über das TSG aus dem Jahr 1980: "Das geltende Recht behandelt die betreffenden Personen wie Kranke. Dafür gibt es keine Rechtfertigung."

Homo- und Transfeindlichkeit ist keine Meinung – sondern Menschenfeindlichkeit /// There are complete idiots who still don't get it, homophobia and transphobia is not an opinion - but misanthropy


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Homo- und Transfeindlichkeit ist keine Meinung – sondern Menschenfeindlichkeit

In der WELT erschien ein Gastbeitrag, in dem fünf Autor*innen vor einer vermeintlichen „Sexualisierung und Umerziehung“ von Kindern durch ARD und ZDF warnen. Hier schreibt der Queer-Beauftragte der Bundesregierung eine Erwiderung: Der Text sei „nicht fundiert“ und „infam“.

Der Juni ist traditionell „Pride Month“. Ein Monat, der an die brutale Unterdrückung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen – kurz: queeren – Menschen (LGBTIQ*) erinnert. Und vor allem an ihr Aufbegehren in New York im Jahre 1969. An ihren Stolz, ihre Würde, ihre Emanzipation und ihren Kampf für Akzeptanz.


Ausgerechnet zu Beginn dieses Monats veröffentlicht die WELT mit dem Gastbeitrag von fünf Autor*innen einen Frontalangriff gegen LGBTIQ*. Inklusive reißerischer Aufmachung und umgedrehter Regenbogen-Flagge. Mehr Abwertung geht nicht. Dass am selben Tag die Regenbogen-Flagge vor dem Springer-Konzern in Berlin gehisst wurde, ist mindestens bigott.


Seitdem hagelt es Kritik. In der Öffentlichkeit, aus der queeren Community und selbst aus den Redaktionen des Springer-Verlags. Als Queer-Beauftragter der Bundesregierung ist mir wichtig, deutlich zu machen: Diese Empörung ist nicht nur berechtigt. Sie ist auch notwendig. Denn das Pamphlet trieft vor Homo- und Transfeindlichkeit, ist wissenschaftlich nicht fundiert und arbeitet mit Fake News.

Ich habe überlegt, ob eine Reaktion den Beitrag nicht noch aufwertet, was er nicht verdient hat. Da er aber stellvertretend für eine immer aggressivere Hetze vor allem gegen trans Menschen steht, entgegne ich an dieser Stelle stellvertretend für alle, die diese Möglichkeit nicht haben.


Erstens: Renommierte Formate wie die „Sendung mit der Maus“ oder „Quarks“ berichten über gesellschaftliche Vielfalt und damit auch die Existenz von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit. Für jeden jungen Menschen sind das gute Nachrichten. Denn sie wachsen durch solche Beiträge in einem Klima auf, in dem sie über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt als Teil der real existierenden Gesellschaft aufgeklärt werden und in dem sie keine Angst haben müssen, so zu sein, wie sie sind.


Jahrzehntelang kamen diese Themen entweder in Verbindung mit Verbrechen oder Krankheiten vor – oder wurden komplett verschwiegen. In der Folge haben mitunter sogar queere Menschen selber eine Homo- und Transfeindlichkeit „internalisiert“ – also übernommen, was Gesellschaft und Staat an Abwertung gegen sie gerichtet haben. Das Ergebnis ist bis heute eine deutlich erhöhte Tendenz zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Ängsten oder sogar Suizidalität. Aufklärungsformate wie das der Maus sind also ein Beitrag zu mehr Sichtbarkeit und auch zu mehr Gesundheit. Wer dies als „Umerziehung“ oder „Sexualisierung“ diffamiert, handelt infam.

Zweitens: Die Autor*innen sprechen in ihrem Text von einer „bestätigte(n) wissenschaftlichen Erkenntnis der Zweigeschlechtlichkeit“. Spätestens hier kann man den Text eigentlich weglegen und als quasi-kreationistisches Erzeugnis ignorieren.


Ich mache mir trotzdem die Mühe, dem zu entgegnen: Intergeschlechtlichkeit existiert! Transgeschlechtlichkeit existiert! Schon immer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Transgeschlechtlichkeit vor einigen Jahren auch endlich aus der Liste der Erkrankungen gestrichen. Transgeschlechtlichkeit ist ebenso wie Intergeschlechtlichkeit oder Nicht-Binarität eine Variante der geschlechtlichen Entwicklung.


Und wer auch das in Zweifel zieht, der sollte wenigstens auf unser Bundesverfassungsgericht hören, das 2017 ein wegweisendes Urteil gesprochen und geschlechtliche Identität als einen zu schützenden Kernbereich der eigenen Persönlichkeit gestärkt hat. Seitdem ist es für Staat und Gesellschaft begründungsbedürftig, wenn sie trans, inter oder nicht-binäre Menschen nicht aktiv und positiv anerkennen.

Drittens: Der in dem Pamphlet verwendete Anwurf, Transgeschlechtlichkeit sei ein „Trend-Thema“, ist transfeindlich. Kaum etwas ist fundamentaler als die Aufteilung der Menschheit in Mann und Frau. Das beginnt sogar bereits vor der Geburt eines Kindes. Wer nicht in diese Schubladen passt, hat in dieser binär geprägten Gesellschaft ein Problem. Trans Menschen etwa sind jeden Tag Ziel von verbalen oder körperlichen Attacken, Ausgrenzung und Mobbing.


Wer glaubt allen Ernstes, dass sich Menschen den Wechsel ihres Geschlechtseintrags oder sogar körperliche Veränderungen aus Jux und Dollerei antun? Es ist ein beschwerlicher Weg der Anerkennung des eigenen Ichs. Dabei brauchen Menschen Respekt, Akzeptanz und Unterstützung – keine Belehrungen von außen, wer sie eigentlich zu sein haben.


Viertens: Auch gegenüber der Politik der Bundesregierung verbreitet das Pamphlet Falschbehauptungen. Wie etwa, dass künftig 14-Jährige „gegen den Willen ihrer Eltern über eine hormonelle und operative Anpassung entscheiden können“ sollen. Nein, das ist nicht geplant. Das war es auch nie.

Körperliche Anpassungen sind nicht gesetzlich geregelt, darüber entscheiden die Betroffenen zusammen mit Ärzt*innen entlang fachmedizinischer Leitlinien. Was die Bundesregierung derzeit vorbereitet, ist ein Ende des entwürdigenden Transsexuellengesetzes nach über 40 Jahren. Aktuell werden verschiedene Zwangsgutachten verlangt, wenn ein Mensch seinen Geschlechtseintrag im Ausweisdokument ändern möchte. Diese Verfahren sind langwierig, teuer und mit intimsten Fragen nach Unterwäsche oder Masturbationsverhalten entwürdigend.


Die Ampelkoalition wird diese Gutachtenpflicht abschaffen und damit die Würde und Selbstbestimmung von Menschen stärken, die viel zu lange fremdbestimmt wurden.


Ich schreibe diese Entgegnung nicht nur als Regierungsbeauftragter. Ich schreibe sie auch als schwuler Mann und als jemand, der solidarisch mit allen Minderheiten ist, die wegen ihres So-Seins diskriminiert werden. Immer, wenn uns gesagt wird, wir sollten mal „nicht so empfindlich“ sein, schrillen bei mir alle Alarmglocken. Wir sind nicht empfindlich. Wir sind es einfach leid!

Wir sind es leid, dass unsere Existenz überhaupt verhandelt wird. Wir sind es leid, dass Feindlichkeit gegenüber LGBTIQ* überhaupt als legitime „Meinung“ dargestellt wird und nicht als das, was sie ist: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Und wir sind es leid, dass viele von uns täglich beleidigt oder angegriffen werden, nur weil wir sind, wie wir sind, und weil wir lieben, wie wir lieben. Es gibt ein Recht auf freie Meinungsäußerung – selbstverständlich. Aber es gibt kein Recht darauf, dass diese unwidersprochen bleibt.

Die gute Nachricht ist, dass Pamphleten wie dem der Fünf laut und deutlich widersprochen wird. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir uns nicht mehr alles gefallen lassen, aus Angst, an den Rand gedrängt zu werden. Wir gehören dazu. Wir sind überall – in Regierungen und Unternehmensvorständen, Redaktionen, Sportvereinen, Schulen, Baufirmen, an der Supermarktkasse, in Schützenvereinen. Sichtbarer denn je. Und das ist auch gut so.


Spanien, erste Erfolge oder Umfassendes Gesetzpakt will Rechte für LGBTI stärken! /// And the US could learn something, because in Spain Comprehensive legislative package aims to strengthen rights for LGBTI*



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Umfassendes Gesetzpaket will Rechte für LGBTI* stärken 

Die spanische Regierung hat gestern grünes Licht für das neue Selbstbestimmungsgesetz gegeben, dass es künftig Kindern ab 12 Jahren erlauben wird, ohne medizinische oder psychologische Gutachten ihr Geschlecht frei wählen und bestimmen zu können. 

Am Vorabend des heutigen Internationalen Tag des Pride unterzeichnete Irene Montero, Ministerin für Gleichstellung, den Gesetzentwurf. 
Ziel sei es, trans-Personen zu “entpathologisieren“, so eine Sprecherin der spanischen Regierung, die zudem betonte, wie wichtig das kommende Gesetz sei. Ministerin Montero hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass das neue Gesetz Spanien im Kampf um die Rechte für LGBTI*-Menschen europaweit an die Spitze befördern werde und bekräftigte gestern erneut, dass es sich um einen historischen Tag handeln würde. 

Ministerpräsident Pedro Sánchez, der zusammen mit einem Bündnis von Sozialdemokraten und Linken das Gesetz umsetzen kann, begrüßte den heutigen Schritt ebenso. 
Die Sprecherin der Exekutive, Isabel Rodríguez, erklärte: "Es ist ein sehr wichtiges Gesetz, das die Aufgabe und die Arbeit fortsetzt, die dieses Land 2005 mit dem Gesetz von Präsident Zapatero zur gleichgeschlechtlichen Ehe begonnen hat." Ähnlich wie bisher in Deutschland auch mussten trans-Personen in Spanien für eine Geschlechtsanpassung ein medizinisches Gutachten vorlegen und nachweisen, dass sie seit zwei Jahren bereits Geschlechtshormone einnehmen. 

Diese Regelungen entfallen nun ganz. 

Das neue Gesetz sieht vor, dass Personen, die ihren Namen und ihr Geschlecht ändern wollen, ein doppeltes Verfahren durchlaufen müssen. Zunächst müssen sie einen schriftlichen Antrag persönlich vor Ort beim Standesamt einreichen, in dem sie ihre Ablehnung des bisherigen Geschlechts und den Änderungswunsch zum Ausdruck bringen. 

Im Zuge dessen erhalten die Antragsteller dann ausführliche Informationen über die rechtlichen Folgen. Im zweiten Schritt, der innerhalb von drei Monaten erfolgen muss, bestätigt der Antragsteller seinen Antrag erneut und bekräftigt damit das Festhalten an seiner Entscheidung, sein Geschlecht ändern zu wollen. 

Innerhalb eines Monats nach diesem zweiten persönlichen Erscheinen erlässt das Standesamt dann die Entscheidung zur Geschlechtsanpassung. Kinder ab 12 Jahren dürfen künftig mit Einwilligung der Eltern eine Personenstandsänderung beantragen, ab dem 16. Lebensjahr können Jugendliche eigenverantwortlich darüber entscheiden. 

In allen Fällen sind medizinische oder psychologische Gutachten nicht mehr nötig. Zeitgleich präsentierte Ministerin Montero einen neuen Gesetzentwurf, die lesbischen, bisexuellen und/oder alleinstehenden Frauen den Zugang zu menschlichen Fortpflanzungstechniken deutlich erleichtern wird. 

Zudem will die Ministerin binnen der nächsten sechs Monate diese neue Richtlinie auch auf trans-Menschen mit Schwangerschaftsfähigkeit ausweiten. Ebenso werden Konversionstherapien verboten, die darauf abzielen, die sexuelle Identität oder die Geschlechtsidentität von Menschen verändern zu wollen, unabhängig davon, ob diese dafür ihr Einverständnis gegeben haben. 

Weitere Aspekte des Gesetzentwurfes sind eine bessere Gesundheitsversorgung von trans- und LGBTI*-Personen sowie eine Ergänzung des Lehrplans an den Schulen in puncto LGBTI*. 

Der Gesetzestext, der nun vom Kongress verabschiedet werden soll, sieht unter anderem vor, dass die Achtung der sexuellen, geschlechtlichen und familiären Vielfalt als Ziel in die Lehrpläne aller Schulstufen aufgenommen wird und dass alle Lehrer in diesem Bereich geschult werden müssen.

Mittwoch, 29. Juni 2022

Die Amerikas sollten sich in einem Block der Ehegleichheit vereinen /// "Countries with marriage equality cannot rest on their laurels; instead, their governments and officials should continue to promote the principles of equality and non-discrimination for LGBT people through public statements and education campaigns."


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Die Amerikas sollten sich in einem Block der Ehegleichheit vereinen

Dieser derzeitige Mangel an Einheitlichkeit in Bezug auf die Grundsätze der Privatsphäre, Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung in der Region führt zu einer Dichotomie von Pro- und Anti-LGBT-Ländern, die sich auf gleichgeschlechtliche Paare auswirken. Einige können möglicherweise in ihrem Heimatland heiraten, ihre Ehe wird jedoch nicht anerkannt, wenn sie ins Ausland reisen. Andere können möglicherweise nicht zu Hause heiraten und können dies möglicherweise nur tun, wenn sie sich für die Auswanderung entscheiden. Für ein stärker harmonisiertes Amerika sollten sich die Regierungen um ihre regionalen Errungenschaften scharen, die die Menschenrechte erweitern und das Potenzial haben, die Messlatte für die Gleichstellung der Ehe in der Welt zu setzen.

Länder mit Gleichberechtigung in der Ehe können eine wichtige Rolle als Verfechter des Problems spielen, und einige haben sich der Herausforderung bereits gestellt. Argentinien ist derzeit Co-Vorsitzender der LGBTI-Kerngruppe der Vereinten Nationen und der Gleichberechtigungskoalition . Beide Gruppen zielen darauf ab, die Rechte von sexuellen und geschlechtsspezifischen Minderheiten auf der ganzen Welt zu erweitern. Die lateinamerikanischen Länder haben auch eine bedeutende Rolle bei der Förderung verschiedener LGBT-Resolutionen der Vereinten Nationen gespielt, darunter führende Aufrufe zur Schaffung eines unabhängigen Experten zum Schutz vor Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Die Vereinigten Staaten und Kanada haben Schritte unternommen, um die Rechte von LGBT durch ihre Außenpolitik zu fördern.

Unabhängig von der Initiative sollten die Regierungen die Gleichstellung der Ehe als Schlüsselelement der Nichtdiskriminierung in den Mittelpunkt stellen; Sie sollten Informationen und bewährte Verfahren zu politischen und rechtlichen Strategien mit ihren Kollegen austauschen, die sich in ihren Ländern für die Gleichstellung der Ehe einsetzen.   

Fünfmal so viele Menschen in Amerika genießen die Ehegleichstellung als diejenigen, denen dieser grundlegende Schutz fehlt. Aber für 165 Millionen Menschen in Ländern, in denen Diskriminierung und unterschiedliche Behandlung gesetzlich verankert oder gesetzlich vorgeschrieben ist, dient der wachsende Block zur Unterstützung der Gleichbehandlung nach dem Gesetz als Modell für den Rest der Region und für die Welt.

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...