Montag, 5. Oktober 2015

What is actually a woman? And what man? // Was ist überhaupt eine Frau? Und was ein Mann?

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2015
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Was ist überhaupt eine Frau? Und was ein Mann?
Blöde Frage wirst Du dir denken, aber tatsächlich ist dies gar nicht mal so leicht zu beantworten.

Es gibt natürlich, streng biologisch betrachtet, Menschen, die mit zwei X-Geschlechtschromosomen geboren werden – biologische Frauen, wenn man so will. Doch stimmt es, dass durch unsere angeboren Geschlechtsmerkmale schon alles vorherbestimmt ist?

Nur weil ein Mensch einen Penis oder eine Vagina hat versuchen wir meist bestimmte Verhaltensweisen mit ihm oder ihr zu verbinden. Werden diese dann nicht erfüllt sind wir in der Regel irritiert und sagen, dass diese Person sich untypisch verhält. Stimmt das denn wirklich? Verhält sich eine Frau untypisch wenn sie schnelle Autos mag? Oder ist das Verhalten eines Mannes feminin nur weil er sich für Mode interessiert? Wer hat denn überhaupt festgelegt was männlich und was weiblich ist?

Laut Simone de Beauvoir, einer Pariser Philosophin und Feministin, sind Frauen das „zweite Geschlecht“. Das bedeutet Frauen sind keine Männer, aber Männer haben definiert, was es heißt Mensch zu sein. Frauen müssen sich also dieser Definition stellen und sich gegenüber den Männern behaupten. De Beauvoir wie auch Jean-Paul Sartre waren der Überzeugung, dass sich Menschen allein durch ihr Handeln definieren. Das heißt eigentlich haben wir alle die Möglichkeit uns frei zu entscheiden was wir tun, wie wir etwas tun, mit wem, weshalb und so weiter. Obwohl wir diese Freiheit von Natur aus haben, nutzen wir Sie nur selten.Ich nehme mich da nicht aus.

Als „biologischer Mann“ verhalte ich mich oft so wie es eben von mir erwartet wird. Gerade bei Menschen, die ich gerade neu kennen lerne neige ich dazu, mich stereotypisch wie ein Mann aufzuführen. Ja, ich hasse mich dafür. Denn gerade da habe ich die Chance von Anfang an solche falschen Erwartungen an mich auszuräumen doch ich forciere genau das Gegenteil. Warum tue ich das? Naja, es ist einfacher. Wenn ich jedem neuen Menschen auf die Nase binde, dass ein großer Teil meiner Psyche eher weiblich tickt und ich mich wahnsinnig für Mode und Make-Up interessiere, komme ich vielleicht in die Verlegenheit mich erklären zu müssen oder schlimmer noch, ich werde komplett gemieden. Bevor ich mich nun aber in Gedanken verliere bringe ich jetzt mal meine These auf den Punkt:

Es gibt von Natur aus keine sozialen Geschlechter!
Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass es nicht Dinge gibt, die man vermehrt bei Männern oder Frauen beobachten kann. Aber es ist nicht die Natur, die einem Verhalten ein Geschlecht gibt, sondern wir. Wir denken, dass kleine Jungs lieber mit Autos spielen und Mädchen lieber mit Puppen. Hör dich mal in deinem Freundeskreis um. Ich bin mir sicher es haben mehrere deiner männlichen Freunde mit Puppen gespielt als du dir vorstellst. Und können wir dann denn immer noch behauten, dass dies typisch Mädchen ist, wenn wir doch wissen, dass es auch so viele Jungs tun?

Ich gebe zu, dass es schwer ist dieses Schubladendenken abzustellen. Aber wenn es dir und mir gelingt einen Menschen so hinzunehmen wie er ist und nur die Erwartung an ihn haben, dass dieser ehrlich, aufrichtig und freundlich ist, egal was da zwischen den Beinen sein mag, egal was dieser Mensch für Kleidung trägt, egal was seine Sexualität ist, dann wird diese Welt ein noch besserer Ort!

Geschlechtsreich – binäre Geschlechter gibt es nur im Lehrbuch!
Ich grübel schon sehr lange darüber wie ich Dir und allen anderen „meine“ Idee vom Geschlecht nahe bringen soll. Mann und Frau kennt jeder und wenn man so will ist es die Grundlage unseres Denkens, die fundamentalen Säulen unseres Verständnisses eines Menschen. Doch ich finde das reicht bei weitem nicht aus und  ist viel zu grob!

Ich gehöre sicher nicht zu den Leuten, die alles labeln müssen, jedem Zustand einen Namen geben müssen, aber ich gehöre zu denen, die Verallgemeinerungen ablehnen. So etwas hat immer etwas faules, unachtsames, ja eigentlich schon etwas ignorantes. Bevor ich mich wieder im texten verliere beginne ich einfach mal mit der Definition einiger Begriffe.

Geschlecht, Geschlechterrolle und Sexuelle Orientierung

Diese drei wirken so ähnlich und sind doch so unterschiedlich. Ich möchte mit der sexuellen Orientierung bzw. Sexualität anfangen, denn diese ist leicht zu greifen und durch viel Aufklärung in den letzten Jahren auch fast jedem schon ein Begriff. Die Sexualität ist das sexuelle Begehren. Es drückt unsere sexuellen Sehnsüchte aus, was uns erregt. Heterosexuell, homosexuell oder auch bisexuell sind Begriffe, die heute schon jeder wenigstens gehört hat. Aber auch hier gibt es noch feinere Linien. Pansexualität, oder auch Omnisexualität genannt, ist nur eine von vielen weiteren Kategorien. Aber wie eingangs erwähnt möchte ich dich hier nicht mit einer Welle aus verschiedenen Etiketten/Labeln bombardieren. Ich binge es also kurz um auf den Punkt:

Sexuelle Orientierung erfasst die nachhaltigen Interessen einer Person bezüglich des Geschlechts eines potentiellen Partners auf der Basis von Reproduktionsinteresse, Emotion, romantischer Liebe, Sexualität und Zuneigung. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Orientierung)
Nun wird es schon komplizierter. Zunächst widme ich mich dem Geschlecht. Und dabei hat dies wirklich gar nichts mit den Genitalien zu tun, denn das Geschlecht ist nicht zwischen deinen Beinen, sondern zwischen deinen Ohren! Völlig unabhängig ob wir nun einen Penis oder eine Vagina haben, XX- oder XY-Chromosomen. Das Empfinden ob wir Mann, Frau oder irgendetwas dazwischen sind spielt sich in unserem Gehirn ab. In vielen Fällen geht das Empfinden Hand in Hand mit den biologischen Merkmalen. Es ist ein absolutes Selbstverständnis, dass das als was man von Geburt an bezeichnet wird auch das ist, als was man sich fühlt.

Doch was wenn unsere biologischen Merkmale nicht mit dem übereinstimmen wie wir uns fühlen? In diesem Fall kann es sein, dass eine Störung der Geschlechtsidentität auftritt, u.a. Transsexualität. Doch zwingend ist das nicht! Ich gehe später näher drauf ein. Zunächst möchte ich mit den Definitionen abschließen.

Die letzte im Bunde ist die Definition der Geschlechterrolle. Es gibt leider bestimmte Rollenbilder und Zuschreibungen, die wir an die Geschlechter koppeln. So gehen wir davon aus, dass Jungs gut in Mathe und Mädchen gut bei Sprachen sind, Frauen begeistern sich leicht für Mode und Männer eher für Autos. Diese Klischees sind nicht falsch, denn wie es nun mal so ist, kommen sie ja auch von irgendwoher. Aber je mehr wir an diese glauben, desto schwieriger wird es für uns, wenn jemand sich also nicht „konform“ zu seinem Geschlecht verhält. Wenn da nun also auf einmal eine Frau ist, die als Mechatronikerin arbeitet und gern Fußball schaut.

Klar, solche „Ausbrüche“ aus dem Klischee sind keine Seltenheit mehr, aber so wirklich normal und angekommen in der Gesellschaft sind sie leider auch noch nicht. Ein kleines Beispiel von mir. Ich hatte vor kurzem mit meinem privaten Account einen MakeUp Post einer Drogerie kommentiert. Ein paar Tage später sprach mich ein Freund (bin leider bei ihm noch nicht geoutet) darauf an. „Ich hatte schon gedacht du nimmst sowas… bla bla.“ Oh ja, hehe, was wäre da nur los, was? Naja, wie auch immer.

Wir wissen nun immerhin, dass es Unterschiede gibt zwischen der Wahl unseres Partners, unseres Selbstempfindens und wie wir uns nach außen geben möchten.

Aber warum gibt es da solche Unterschiede?

Eine Frage, die sich Genetiker, Biologen, Ärzte und natürlich die Menschen, die damit leben müssen, sich stellen. Ein Grund wird im Mutterleib vermutet. Transsexualität wie auch Homosexualität, so Forscher, sollen Ihren Ursprung schon pränatal haben. Durch die Hormone im Mutterleib werden wir bereits früh programmiert. Unsere Sexualität und unser Geschlecht bekommen hier schon einen Schlenker in eine bestimmte Richtung. Das ist recht spät wenn man sich überlegt, dass unsere Geschlechtschromosomen zu diesem Zeitpunkt schon lange feststehen.

Bereits bei der Befruchtung weiß der Organismus eigentlich, was er werden soll. Die Eizelle bringt ein X und das Spermium ein X oder Y hinzu. Männlein und Weiblein. Und dennoch entwickeln sich Embryonen bis zum dritten Monat identisch. Das ist auch der Grund weswegen Männer Brustwarzen haben, also nur falls du dir diese Frage schon mal gestellt hast :D

Wir wissen nun also, dass nur weil sich ein Körper männlich oder weiblich entwickelt, es nicht heißt, dass Sexualität und Selbstwahrnehmung dadurch fix wären.

Doch es gibt noch weitere Ursachen. Genetiker wissen eben längst, dass ein bloßes schauen nach den Geschlechtschromosomen keinen wirklichen Aufschluss bringt. Ich bringe an dieser Stelle mal die Abkürzung DSD mit rein. Nein, nicht DSDS, hier such niemand einen Superstar.  DSD steht für „disorders of sexual development“ oder besser bekannt als Intersexuallität.  An dieser Stelle bediene ich mich nochmal der Wikipedia:

Mit Intersexualität bezeichnet die Medizin Menschen, die genetisch (aufgrund der Geschlechtschromosomen) und/oder anatomisch (aufgrund der Geschlechtsorgane) und hormonell (aufgrund des Mengenverhältnisses der Geschlechtshormone) nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Die Intersexualität wird den sogenannten Sexualdifferenzierungsstörungen (engl. disorders of sex development, DSD) zugerechnet. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualität)
Gendefekte wie bspw. das Klinefelter-Syndrom, bei dem ein Mensch mit den Chromosomen XXY geboren wird, sind relativ selten. Aber es gibt nicht nur genetische Ursachen. So kann es auch immer wieder zu Mutationen kommen, die keines erblichen Auslösers bedürfen. So wurde bei einer 47 Jährigen Frau, die gerade mit ihrem dritten Kind schwanger war, festgestellt, dass sie sowahl weibliche (XX) als auch männliche (XY) Zellen hat. Es wird vermutet, dass die Frau als Embryo mit einem männlichen Zwillingsembryo verwachsen sei und diesen quasi absorbierte. Andersherum sah es bei einem 70 jährigen Mann, in dem man eine Gebärmutter fand.

In der Natur sieht man immer wieder Beispiele für nicht binäre Geschlechter. Clownfische wechseln nach der ersten Befruchtung ihr Geschlecht, bei Seepferdchen trägt der Mann die Kinder aus. Klar kann man jetzt sagen „Wir sind aber keine Fische!“ und schlussfolgern, dass die Natur ab und an mal „Fehler“ macht, einen „Defekt“ einbaut oder eine „Störung“ hat. Man kann aber auch andersherum fragen, warum wir diese Eindeutigkeit von Mann und Frau unbedingt brauchen? Warum fällt es uns schwer zu akzeptieren, dass es mehr als Männlein und Weiblein gibt? Nun das liegt wohl daran, dass Genitalien die Stützpfeiler unseres Rollenverständnisses sind – bildlich gesprochen natürlich :P

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass ein Mensch mit einem Penis ein Mann ist. Nach der Geburt wird der kleine Mensch Klaus genannt, bekommt einen LKW aus Holz und später dann Interesse an Wirtschaft und Technik. Die kleine Gabi hingegen bekommt Puppen in die Hand. Denn wenn sie mal Kinder hat, sollte sie vorbereitet sein. Und was wenn Gabi später mal an der Börse spekuliert und Dieter zu Hause in einem Kleid die Bude fegt? Oder noch besser! Beide spekulieren in Frankfurt den DAX hoch und runter und beide tragen ein Kleid! Das wäre der perfekte Mischmasch, der Otto Normal aus dem Takt bringt.

Warum zieht der Mann ein Kleid an? Und dann steht er trotzdem noch auf die Gabi? Wie die arbeitet auch? Dann haben die getauscht? Nein auch nicht…. TILT!
Wäre das nicht schön wenn diese ganze Sache nicht mal ein Nachdenken Wert wäre? Wenn jeder sich einfach geben dürfte wie man sich fühlt? Als Mensch! Woran liegt, dass es nicht geht? Dass wir noch immer diese Unterscheidungen brauchen? Gibt es uns Sicherheit? Womöglich. Doch alles in allem habe ich keine Antwort! Nein, wirklich nicht. Denn selbst ich sehne mich manchmal nach einer ruhigen Schublade. Mann oder Frau… aber welche Kommode hat auch nur zwei Schubladen? :)


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