Dienstag, 8. August 2023

Sexuality and Catholicism /// Die ultrakonservative Position von Monsignore Munilla zur Sexualmoral der Kirche kollidiert mit der von Papst Franziskus, der gestern in Lissabon und vor Tausenden jungen Menschen verteidigte, dass in der katholischen Gemeinschaft Platz sei „für alle, wiederholen Sie es nach mir.“ jeder, alles!

When people tell me I'm strong, I say I'm strong because I've overcome fear." I like sentimental people who don't separate reason from heart. Who feels and thinks at the same time. Without separating the head from the body, nor the emotions from reason. "Shunning responsibilities that are everyone's responsibility, refraining from self-criticism, and denying accomplished mistakes by blaming others for their own failures is the prelude to greater disasters, for only by accepting the mistakes made can later ones Setbacks are avoided."
"Wenn Dir jemand erzählt, daß die Seele mit dem Körper zusammen vergeht, und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt, so sage ihm: "Die Blume geht zugrunde, aber der Samen bleibt zurück und liegt vor uns, geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens."
Sexualität und Katholizismus Die ultrakonservative Position von Monsignore Munilla zur Sexualmoral der Kirche kollidiert mit der von Papst Franziskus, der gestern in Lissabon und vor Tausenden jungen Menschen verteidigte, dass in der katholischen Gemeinschaft Platz sei „für alle, wiederholen Sie es nach mir.“ jeder, alles Gestern habe ich beim Weltjugendtag (WJT), der in Lissabon gefeiert wird, den Katechismus des Bischofs von Orihuela-Alicante, José Ignacio Munilla, gelesen. In Bezug auf Transsexuelle erklärte er: „Gott hat uns gut geschaffen, Gott hat nicht Unrecht, niemand wird im falschen Körper geboren.“ Und als er sich mit dem befasste, was er eine „integrale Ökologie“ nannte, prangerte er den Umweltschutz an, der „Transgene anprangert, aber gleichzeitig den Transgender unterstützt“, dass man sich plötzlich von einem Mann in eine Frau verwandeln kann. Es handelt sich um eine Katechese, die wenige Stunden bevor Papst Franziskus bei seinem ersten Massenbad mit Jugendlichen verkündete, gehalten wurde: „In der Kirche ist Platz für alle, wiederhole es nach mir, für alle, alle, alle.“ Und kurz zuvor drang eine Gruppe von zehn Personen mit Kruzifixen in die Pfarrei Nossa Senhora da Encarnação in Ameixoeira ein, mit der Absicht, die Feier einer Eucharistie mit LGBT-Katholiken zu boykottieren. Im Lichte dieser drei Tatsachen ist es offensichtlich, dass sich im Pontifikat von Papst Franziskus die Melone der Sexualmoral in der katholischen Welt geöffnet hat. Und auch, dass es über die üblichen Philien und Phobien hinaus möglich ist, sich mit dem gesunden Menschenverstand und der Konsequenz (rational und theologisch) in diese Rezension der Sexualmoral zu vertiefen, die ich beispielsweise beim Bischof von Orihuela-Alicante nicht wahrnehme Glücklicherweise schätze ich den Deutschen Synodalen Weg (gemeinsam gehen), den Bischöfe, Priester, Ordensmänner und -frauen, Laienmänner und -frauen eingeschlagen haben, bis zu einem neuen Treffen im Jahr 2026. Diese Kirche ist eingetreten – als Folge der entsprechenden Bericht über die kirchliche Pädophilie vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Jahr 2014 – in einem Rückblick auf die Sexualmoral. Diese drei Überlegungen, theologisch-moralische und wissenschaftliche, beziehe ich aus einem der verschiedenen diesbezüglich im März letzten Jahres verabschiedeten Texte. Dem ersten Satz zufolge behaupten die deutschen Katholiken, dass „jeder Mensch, weil er nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde, eine unveräußerliche Würde besitzt, die alle Menschen gleichberechtigt macht, unabhängig von ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität.“ , ihr Alter oder ihre sentimentale Situation ». Aus diesem Grund, so bekräftigen sie, sei es an der Zeit, die Seite umzublättern und zu beginnen, die Sexualität als das zu leben und zu verstehen, was sie wirklich ist: als ein Geschenk und eine Lebenskraft, die Gott gegeben hat und die „im Wesentlichen positiv und wesentlich im Lebensprojekt von ...“ ist „jeder Einzelne“ – muss „verantwortungsvoll“, also frei und einvernehmlich, gehandhabt und geplant werden. Der zweiten Überlegung zufolge versteht die deutsche Kirche, dass die Sexualmoral von der Einzigartigkeit der christlichen Liebe bestimmt sein muss, die als „Agape“, „Eros“ und „Philia“ gelebt und verstanden wird. Dank der „Agape“ (unvoreingenommene Nächstenliebe) widmet sich der Mensch ganz dem Wohl des anderen. Dank „Eros“ (Verlangen) sucht der Liebende nach seiner eigenen Erfüllung und seinem Glück. Und dank der „philia“ ist die Liebe eine Beziehung, die vom Dialog, der Vereinbarung, der Begegnung und der Gemeinschaft geprägt ist. Wenn „Agape“, „Eros“ und „Philia“ artikuliert werden, ist die Beziehung oder sexuelle Begegnung ein Blick auf die Ewigkeit, der, gerade weil er so ist, als eine Erfahrung der Vorwegnahme oder des Flüsterns Gottes gelebt und interpretiert werden kann, denn „ Gott ist Liebe". Und gemäß der dritten Überlegung muss Sexualität nicht nur im Lichte der besten jüdisch-christlichen Tradition, sondern auch unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Daten gelebt und verstanden werden. Indem sie sich mit diesem Terrain befassen, erinnern sie an die Existenz nicht nur der Heterosexualität, sondern auch der Homosexualität, Bisexualität und Asexualität. „Sie sind das Ergebnis eines komplexen Entwicklungsprozesses, in dem somatische, biopsychische und soziokulturelle Faktoren wirken.“ Und sie fügen hinzu: „Wissenschaftliche Erkenntnisse beim Menschen deuten auf die Existenz weiterer Varianten hin: Menschen gelten als intergeschlechtlich, wenn ihre biologischen Geschlechtsmerkmale (...) keine binäre Zuordnung zu männlich oder weiblich zulassen.“ Als Transgender gilt eine Person, wenn ihre biopsychosoziale Entwicklung zu einem tiefen Zugehörigkeitsgefühl zu einem Geschlecht geführt hat, das nicht dem bei der Geburt, meist aufgrund der äußeren Genitalien, zugewiesenen Geschlecht entspricht. Auch Menschen, egal ob Inter- oder Transgender, weisen vielfältige individuelle Merkmale auf. Die Schlussfolgerung ist unmittelbar: „Als Kirche müssen wir die Art und Weise respektieren, in der jeder seine Geschlechtsidentität als unantastbaren Teil seines Seins als Ebenbild Gottes auf unantastbare Weise begreift.“

Samstag, 5. August 2023

Das EU-Parlament hat Anti-LGBTIQ-Rhetorik in Italien verurteilt und das Land mit Ungarn und Polen verglichen. // Ungarns Regierung geht hart gegen Homosexuelle und Transmenschen vor. Für sie geht es nicht nur um Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

"Wenn man mir sagt, ich sei eine starke Persönlichkeit, sage ich: Ich bin deshalb stark, weil ich es überwunden habe, Angst zu haben." Ich mag sentimentale Menschen, die Vernunft nicht vom Herzen trennen. Der gleichzeitig fühlt und denkt. Ohne den Kopf vom Körper zu trennen, noch die Emotionen von der Vernunft. " Verantwortungen zu meiden, die in der Verantwortung jedes Einzelnen liegen, keine Selbstkritik zu üben und vollendete Fehler zu leugnen, indem man andere für ihr eigenes Versagen verantwortlich macht, ist der Auftakt zu größeren Katastrophen, denn nur durch die Akzeptanz der begangenen Fehler können spätere Rückschläge vermieden werden."
Das EU-Parlament hat Anti-LGBTIQ-Rhetorik in Italien verurteilt und das Land mit Ungarn und Polen verglichen. Die Opposition fühlt sich bestätigt, die Regierung missverstanden. Am Donnerstag hat das EU-Parlament einen Entschluss angenommen, der die Verbreitung von „Anti-Recht-, Anti-Gender- und Anti-LGBTIQ-Rhetorik“ durch einige einflussreiche politische Persönlichkeiten und Regierungen in der Europäischen Union, darunter Italien, Ungarn und Polen, verurteilt. „Das Parlament bringt seine Besorgnis über die gegenwärtigen rhetorischen Bewegungen zum Ausdruck, die weltweit gegen Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung und LGBTIQ gerichtet sind und von einigen politischen und religiösen Persönlichkeiten auf der ganzen Welt, auch in der EU, angeheizt werden“, heißt es im Text. Darüber hinaus heißt es, dass „solche Bewegungen die Bemühungen um eine allgemeine Entkriminalisierung von Homosexualität und Transgender-Identität erheblich behindern, da sie die Rhetorik legitimieren, dass LGBTIQ-Personen eine Ideologie und keine menschlichen Wesen sind.“ „Die jüngsten Ereignisse in Uganda und die diskriminierenden Gesetze, die sogar die Todesstrafe auf LGBT-Rechte vorsehen, zu bagatellisieren und zu instrumentalisieren, indem man Italien in die Mitte stellt und mit einem autokratischen Land vergleicht, ist ein schweres Vergehen für ein demokratisches und zivilisiertes Land wie das unsere“, sagte die Europaabgeordnete Patrizia Marrocco von der Regierungspartei Forza Italia gegenüber EURACTIV. „Die Mitte-Rechts-Regierung wird kein Zentimeter von den LGBT-Rechten abrücken, noch wird sie jemals jemanden aufgrund seiner sexuellen Neigung diskriminieren. Genug der sterilen Rhetorik: Bei solch sensiblen Themen wird nicht gespielt oder Propaganda gemacht“, so die Abgeordnete, die auch Mitglied des Ausschusses für soziale Angelegenheiten in der italienischen Abgeordnetenkammer ist. Bei der Opposition weist jedoch die Demokratische Partei (PD/Sozialisten & Demokraten) seit langem auf das „gefährliche Abdriften“ der italienischen Rechten in Richtung von Regierungsmodellen wie denen des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und seines polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki hin. „Das Europäische Parlament bestätigt, was wir in Italien bereits sehr gut wissen: Aufgrund der bösen Entscheidungen der Regierung in Bezug auf die Rechte, und nicht nur das, nähern wir uns immer mehr den Positionen der Visegrad-Gruppe an“, erklärte Senatorin Cecilia D’Elia (PD/S&D) gegenüber EURACTIV. „Ein Gründungsstaat der Europäischen Union kann sich dieses Abdriften nicht leisten, dem wir uns weiterhin mit aller Kraft widersetzen werden“, fügte sie hinzu.
Ungarns Regierung geht hart gegen Homosexuelle und Transmenschen vor. Für sie geht es nicht nur um Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Diese Meldung war schrecklich: Ungarn hat die rechtliche Anerkennung von Trans-Personen und intersexuellen Menschen abgeschafft. Das hat das ungarische Parlament am heutigen Dienstag trotz internationalen Protests entschieden. Warum immer mehr trans Menschen Ungarn verlassen Ungarn beschneidet zunehmend die Rechte von trans Menschen. Adél verließ deshalb das Land – Erik will bleiben, um andere trans Personen zu unterstützen.
Adél Onodi spricht mit festem Blick und sanfter Stimme. Bevor sie eine bestellt, fragt sie nach, wie "Apfelschorle" ausgesprochen wird, und schreibt ihren Namen in das Kontaktformular in einem Berliner Café in der Nähe des Sonntagsclubs, eines LGBTQIA+-Zentrums, mit dem Adél an einem Theaterprojekt arbeitet. Die 24-Jährige ist Schauspielerin, Sängerin und trans Aktivistin. Geboren wurde sie im südungarischen Baja, später lebte sie einige Jahre in Budapest. Ihre Gestik verhärtet sich, sobald es um Ungarn geht. Als sie sich mit 19 Jahren an der Schauspielakademie bewarb, sagte ihr eine Dozentin, sie solle sich im Theater eher nach Tätigkeiten hinter den Kulissen umsehen. "Meine Existenz als trans Frau ist in diesem Land nicht vorgesehen, sie soll nicht gezeigt werden. Ich habe keine Chancen, in Ungarn Karriere zu machen." Und das, obwohl es schon immer ihr größter Traum war, zu schauspielen. Ich habe mich dagegen entschieden, immer weiter für mein Recht, zu existieren, in Ungarn zu kämpfen. Adél Onodi Ihre Lehrer*innen legten ihr nahe, das Land zu verlassen: "Wenn du wirklich schauspielen willst, musst du ins Ausland gehen", sagten sie. "Ich habe mich dagegen entschieden, immer weiter für mein Recht, zu existieren, in Ungarn zu kämpfen", sagt Adél heute. "Es war so anstrengend, so frustrierend. Ich konnte nicht arbeiten. Ich konnte nicht ich sein. Deshalb bin ich weggezogen." Mit 20 erhielt sie ein Stipendium und reiste seitdem immer wieder für Schauspielprojekte nach Berlin – 2019 zog sie schließlich endgültig um. Adél Onodi ist eine von vielen jungen Menschen, die das Land verlassen haben oder darüber nachdenken. Schätzungen aus dem Jahr 2019 zufolge leben um die 800.000 Ungar*innen im Ausland, die Mehrheit davon in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Die meisten gehen aus ökonomischen Gründen, weil sie bessere Zukunftschancen für sich im Ausland sehen. Immer mehr queere und trans Menschen verlassen Ungarn hingegen aus politischen Gründen. Seit Jahren hetzt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán gegen Geflüchtete und Migrant*innen, Rom*nja, Jüdinnen*Juden, Menschenrechtsaktivist*innen und nun verstärkt auch gegen queere und trans Personen. Rechte Hetze gegen queere und trans Personen Dávid Vig, der Direktor von Amnesty International Ungarn, vermutet, "dass die Regierung gerade austestet, ob sich Menschen aus der LGBTQIA+-Community als neues Feindbild eignen". Vig ist selbst Aktivist für queere Rechte. Aus seinem Bekanntenkreis sei mindestens ein Dutzend queerer Personen nach Berlin gezogen. Er selbst hat mehrere Jahre dort gelebt und ist dann wieder zurück nach Ungarn gezogen. "Viele ungarische Queer- oder Menschenrechtsaktivist*innen sind in Berlin, weil die Stadt als so frei und progressiv gilt. Aber ich musste zurück. Ich kann nicht mit ansehen, wie so ein tolles Land wie Ungarn immer autoritärer wird. Ich will die Gesellschaft aktiv mitverändern." Dávid Vig beobachtet eine immer offener queerfeindliche Sprache. Der ungarische Parlamentspräsident László Kövér verglich etwa eine Ehe zwischen zwei Männern, die ein Kind adoptieren wollen, mit "Pädophilie". Dóra Dúró, Abgeordnete der rechtsradikalen Mi-Hazánk-Partei, schredderte im September 2020 auf einer Pressekonferenz ein Kinderbuch mit der Begründung, es "fördere Homosexualität". Die ungarische Gesellschaft sei geduldig und tolerant, was das Thema angehe, sagte Orbán im staatlichen Rundfunk. "Aber lasst unsere Kinder in Ruhe!" Queere Veranstaltungen wie das Budapest Pride wurden von uniformierten Anhänger*innen von Mi Hazánk ("Unsere Heimat") attackiert. Die Polizei unternähme nicht alles, "was in ihrer Macht steht, um uns zu schützen", sagt Dávid Vig. Als Mitglieder einer gewaltbereiten selbst ernannten "Selbstverteidigungs"-Gruppe auf einem Filmscreening auftauchten, um die Veranstaltung zu stören, sei fast eine Stunde vergangen, bis die Polizei auftauchte – obwohl die Wache gleich um die Ecke gewesen sei. Ein genereller Anstieg der Gewalt auch, aber nicht nur, gegen queere Personen, sei spürbar. "Aber Hassverbrechen gegen LGBTQIA+ oder Romn*ja werden in den offiziellen Statistiken nicht als solche anerkannt", sagt Vig. Der Paragraf 33 Erik Erdős organisierte den allerersten trans Pride in Ungarn vergangenes Jahr mit. Der Aktivist lebt in Budapest. Im Gespräch über Zoom erinnert er sich an die Angriffe, die er dabei erlebt hat. "Es ist total traumatisierend, wenn auf einmal schwarz unifomierte Männer mit ungarischen Flaggen überall auftauchen und dich bedrohen und anbrüllen, du seist krank." Erik ist 24 Jahre alt wie Adél Onodi. Er arbeitet als Stylist, normalerweise. Zurzeit sei es hart. Wegen der Pandemie könne er nicht arbeiten. Kurzzeitig schien auch für ihn ein Leben in Ungarn keine Option mehr. Am 31. März 2020, ausgerechnet am Internationalen Tag für trans Sichtbarkeit, legte das ungarische Parlament das sogenannte salata törvény vor, ein Omnibusgesetz. Teil davon ist der Paragraf 33, der festlegt, dass das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht auf der Geburtsurkunde nicht mehr änderbar ist. Trans und inter Personen haben also kein Recht darauf, ihr Geschlecht auf den Dokumenten angleichen zu lassen.
"Als der Paragraf 33 durchkam, war es, als würde alles in mir zusammenbrechen. Ich habe darüber nachgedacht, zu gehen – ich wusste aber einfach nicht, wohin", sagt Erik. Er hat in Ungarn Eltern und Freund*innen, die ihn lieben und akzeptieren. "Ich möchte hierbleiben, um den anderen zu helfen, die dieses Glück nicht haben. Ich will einfach nicht, dass irgendjemand diskriminiert wird – weder wegen der Religion, rassifizierter Zuschreibungen oder des Geschlechts", sagt er. Keine Geschlechtsangleichung, keine Namensänderungen Wie viele Menschen von dem transfeindlichen Gesetz betroffen sind, lässt sich schwer abschätzen, weil die allermeisten trans Menschen in Ungarn nicht geoutet sind. Dávid Vig erwähnt die Schätzungen einer örtlichen trans Organisation, laut der mehrere Hundert bis Tausend Personen betroffen seien. Da das Gesetz im Mai erst verabschiedet wurde – einen Tag nach dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkei –, ist noch nicht absehbar, wie viele Menschen darunter leiden und leiden werden. Erik Erdős ist einer von ihnen. Im Jahr 2018, als er sein trans Sein "herausfand", wie er sagt, wurde das Verfahren zur rechtlichen Anerkennung des Geschlechts de facto schon ausgesetzt. Erik hat unter den jetzigen Bedingungen keine Chance darauf, den Namen, den er seit seinem Outing trägt, jemals auf seinen Dokumenten lesen zu können. "Das Schlimmste wäre für mich, wenn die Situation so bleibt, wie sie jetzt ist", sagt er und zuckt mit den Schultern. "Vor gut einem Jahr habe ich meine Hormontherapie begonnen und jetzt habe ich solche Angst, nie einen Ausweis mit meinem Namen darauf zu haben." Neben einem Verbot, das Geschlechts auf den Dokumenten anzugleichen, ist es in Ungarn auch nicht legal, einen Namen zu wählen, der sich nicht mit dem eingetragenen Geschlecht deckt. Das heißt für Erik, dass er als trans Mann, der bereits die Hormonersatztherapie begonnen hat, keinen männlich gelesenen Namen eintragen lassen kann. Jeder Ärzt*innenbesuch und jede Fahrkartenkontrolle bedeuten also immer ein Zwangsouting und mögliche Probleme. "Einmal hat die Schaffnerin im vollen Zug meinen Namen laut vorgelesen, weil sie so verwirrt war. Und alle haben es mitbekommen", sagt er. Ob beim Öffnen eines Bankkontos, um einen Wagen zu mieten oder beim Kontakt mit der Polizei: "Wenn dein Auftreten nicht mit den Informationen auf deinem Ausweis übereinstimmt, giltst du als unglaubwürdig, als Betrüger*in", sagt Dávid Vig von Amnesty International. "Das heißt, trans Personen können dann eventuell kein Konto eröffnen." Amnesty International teilte eine Petition gegen das neue Gesetz mit der Begründung, es sei verfassungswidrig. In Ungarn unterzeichneten laut Vig 15.000 Menschen, in Europa 105.000. Unter dem Hashtag töröljeka33ast – also "Streicht Paragraf 33" – organisierten sich Aktivist*innen online und offline, um gegen den Gesetzesentwurf zu protestieren – bislang ohne Erfolg. Der neue Feind der Rechten: "Genderideologien" "Die ungarische Regierung bedient schon seit Jahren eine Hassideologie, die sich gegen feministische Konzepte von Geschlecht und Gender richtet", sagt Anna Zsubori, die als Medienwissenschaftlerin an der University of Leicester zur Wahrnehmung von Geschlecht bei Kindern forscht und lehrt. Als sie 2018 einen englischsprachigen Artikel veröffentlichte, der das Verbot der Genderstudies und die antifeministischen Aussagen verschiedener ungarischer Regierungsmitglieder kritisierte, wurde sie von regierungstreuen Medien als "Verräterin" attackiert. "Gerade weil das Wort 'Gender' ein englisches ist, ist es leicht, es als eine ausländische Ideologie darzustellen", sagt sie. Bei einem EU-Gipfel im Oktober 2020 diskutierte Orbán etwa fast 45 Minuten mit den anderen Staats- und Regierungschef*innen über den Begriff. "Das benutzen wir in Ungarn nicht", sagte er. Ziel seiner Partei sei, Geschlecht als biologische Einheit zu verteidigen, die anhand der Zuschreibung bei der Geburt durch Ärzt*innen erfolgt, so Zsubori. "Gender" gelte Orbáns Fidesz-Partei als Ideologie. Im Mai weigerte sich das ungarische Parlament, die Istanbul-Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen anzuerkennen, da sie "destruktive Genderideologien" sowie "illegale Einwanderung" unterstütze. László Kövér, der schwule Männer mit Pädophilen verglich, bezeichnete im Jahr 2018 "Genderismus" als "geistige Grundlage eines menschlichen Experiments, das nicht besser ist als beispielsweise die Eugenik in der Nazizeit". "Ihr seid nicht allein" Diese queer- und transfeindliche Rhetorik hat Folgen. Vor einer Woche hat Nagykáta als erste Stadt "LGBTQ-Propaganda" in kommunalen Einrichtungen verboten. Das betrifft etwa Infomaterial, Beratungsstellen und Veranstaltungen. Das Verbot ist vergleichbar mit den LGBT-freien Zonen in Polen. Diesen Dezember entscheidet das Parlament über einen Entwurf zur Verfassungsänderung. In dem Änderungsantrag der Justizministerin heißt es: "Ungarn schützt das Recht der Kinder, sich als das Geschlecht zu identifizieren, mit dem sie geboren wurden, und stellt ihre Erziehung auf der Grundlage unserer nationalen Selbstidentifikation und christlichen Kultur sicher." Was mit Paragraf 33 schon beschlossen wurde, nämlich dass das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht auf der Geburtsurkunde nicht mehr änderbar ist, würde somit in die Verfassung eingeschrieben werden – da Orbáns Fidesz-Partei mit einer Zweidrittelmehrheit regiert, wird das vermutlich auch passieren. Ich fühle mich dort nicht sicher. Als Frau nicht, und als trans Frau schon gar nicht. Adél Onodi Die Verfassung sieht bislang bereits vor, dass nur heterosexuelle Paare heiraten können. Der Änderungsantrag schreibt jetzt zusätzlich fest, dass in einer Eltern-Kind-Beziehung "die Mutter eine Frau und der Vater ein Mann" zu sein hat. Konkret bedeutet das, dass in Ungarn künftig nur verheiratete heterosexuelle cis Menschen Kinder adoptieren können. Bisher war es möglich, dass einzelne Elternteile den Antrag auf Adoption stellten. Als er von der geplanten Verfassungsänderung hört, schreibt Erik Erdős in einer Facebook-Nachricht: "Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich dazu noch sagen kann. Ich fühle mich so hilflos. Nun wurden auch die Corona-Maßnahmen verschärft und es ist nicht möglich, sich zu versammeln." Was Erik beschreibt, gibt die Grundstimmung vieler queerer und trans Personen aus Ungarn wieder. Fassungslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit. Auch Adél Onodi in Berlin hat keine Worte mehr. Manchmal fehlt ihr Ungarn, zurück will sie aber auf keinen Fall. Zu groß ist der Schmerz. Wenn sie hinfährt, dann nur, um etwas zu erledigen und nicht, um Urlaub zu machen. "Ich fühle mich dort nicht sicher. Als Frau nicht, und als trans Frau schon gar nicht." Do you like the article? Then support our work by sharing our independent journalism on Facebook or Google, because it is precisely these that prevent the spread of the help and truths! Your sharing can save lives! Dir gefällt der Artikel?  Dann unterstütze doch unsere Arbeit, indem Du unseren unabhängigen Journalismus mit dem Teilen auf Facebook oder Google,  denn gerade diese Verhindern die Verbreitung somit die Hilfestellung und Wahrheiten! Dein Teilen kann Lebenretten! Vielen lieben Dank für Deine "Solidarität!" Mfg Nikita Noemi Rothenbächer

The tolerance paradox comes into play when a tolerant power, because of its tolerance, allows or enables intolerant forces to limit or abolish its own tolerance. /// Das Toleranz-Paradoxon wird wirksam, wenn eine tolerante Macht aufgrund ihrer Toleranz intoleranten Kräften erlaubt oder ermöglicht, die eigene Toleranz einzuschränken oder abzuschaffen.

Si realmente quieres estar orgulloso de tu propia gente, deberías convertirte en apicultor. Todos los demás caminos conducen al odio en lugar de a la miel.
Das Toleranz-Paradoxon wird wirksam, wenn eine tolerante Macht aufgrund ihrer Toleranz intoleranten Kräften erlaubt oder ermöglicht, die eigene Toleranz einzuschränken oder abzuschaffen. Der Philosoph Karl Popper beschrieb das Paradoxon zuerst 1945 in seinem Buch Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1. Als intolerant definierte Popper einen Menschen oder eine Gruppe nach folgenden Eigenschaften: Verweigerung eines rationalen Diskurses. Aufruf zur und Anwendung von Gewalt gegen Andersdenkende und Anhänger anderer Ideologien. Bei intoleranten Menschen unterschied Popper zwei Kategorien: Intoleranz des ersten Grades: intolerant gegenüber den Sitten und Gebräuchen eines Menschen, weil sie fremd sind. Intoleranz des zweiten Grades: intolerant gegenüber den Sitten und Gebräuchen eines Menschen, weil diese intolerant und gefährlich sind. Eine universelle Toleranz lehnte Popper daher ab: „Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ Da wir als Menschen jedoch nicht fähig seien, die wahren Motive unserer Gegenüber zu kennen, stelle sich nun ein fundamentales, unauflösbares Problem: Einem Außenstehenden sei es schwer möglich zu unterscheiden, ob ein Mensch, der sich intolerant äußert, zum ersten oder zweiten Grad gehört. Die Anwendung von Intoleranz im Namen der Toleranz sollte entsprechend vorsichtig und nur als Ultima Ratio stattfinden. „Damit möchte ich nicht sagen, dass wir z. B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken, denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen; sie können ihren Anhängern verbieten, auf rationale Argumente – die sie ein Täuschungsmanöver nennen – zu hören, und sie werden ihnen vielleicht den Rat geben, Argumente mit Fäusten und Pistolen zu beantworten. Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon Karl Popper (* 28. Juli 1902 in Wien; † 17. September 1994 in London) war ein österreichisch-britischer Philosoph, der mit seinen Arbeiten zur Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, zur Sozial- und Geschichtsphilosophie sowie zur politischen Philosophie den Kritischen Rationalismus begründete. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper
The tolerance paradox comes into play when a tolerant power, because of its tolerance, allows or enables intolerant forces to limit or abolish its own tolerance. The philosopher Karl Popper first described the paradox in his 1945 book The Open Society and Its Enemies, Volume 1. Popper defined a person or group as intolerant according to the following characteristics: Denial of a rational discourse. Inciting and using violence against dissidents and adherents of other ideologies. In the case of intolerant people, Popper distinguished two categories: First Degree Intolerance: Intolerant of a person's manners and customs because they are alien. Second Degree Intolerance: Intolerant of a person's manners and customs because they are intolerant and dangerous. Popper therefore rejected universal tolerance: “Less known is the paradox of tolerance: unrestricted tolerance necessarily leads to the disappearance of tolerance. Because if we extend unlimited tolerance even to the intolerant, if we are not prepared to defend a tolerant society against the attacks of intolerance, then the tolerant will be destroyed and tolerance with them.” However, since we as humans are not capable of knowing the true motives of our counterparts, a fundamental, insoluble problem now arises: It is difficult for an outsider to distinguish whether a person who expresses intolerantness belongs to the first or second degree . The use of intolerance in the name of tolerance should therefore be used with caution and only as a last resort. "I don't mean to say that we B. Intolerant philosophies should by all means be violently suppressed; as long as we can get at them through rational arguments and as long as we can restrain them with public opinion, their suppression would surely be most unreasonable. But we should claim the right to suppress them by force if necessary, because their representatives can easily turn out to be unwilling to meet with us on the level of rational discussion and start arguing as to discard such; they can forbid their followers to listen to rational arguments - what they call a ruse - and they may advise them to answer arguments with fists and pistols. We should therefore, in the name of tolerance, claim the right not to tolerate the intolerable. We should assert that any movement that preaches intolerance is outside the law, and we should treat incitement to intolerance and persecution as criminal as incitement to murder, robbery, or reinstate the slave trade.” https://de.wikipedia.org/wiki/Tolerance-Paradox Karl Popper (born July 28, 1902 in Vienna; † September 17, 1994 in London) was an Austro-British philosopher who founded critical rationalism with his work on epistemology and philosophy of science, social and historical philosophy and political philosophy. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper Denke ein guter Beitrag, da auf der gesamten Welt Unruhen bestehen! Mfg Nikita Noemi Rothenbächer

Mittwoch, 2. August 2023

Wer nicht nach den Regeln spielt, darf gehen! If you don't play by the rules, you can leave! Putin bans online anonymity from Russia In future, anyone who wants to use an online platform in Russia will have to go through a state-approved verification process.

Nachdem Russland ohnehin nicht gerade bekannt für seine Offenheit gegenüber der freien Meinungsäußerung war, könnten einige jüngst von Präsident Putin unterzeichnete Gesetzesänderungen diesen Umstand weiter verschärfen. So müssen Onlineplattformen einem Bericht von Torrentfreak zufolge in Zukunft die Identität ihrer russischen Nutzer überprüfen, bevor sie ihnen Zugang zu ihren Diensten gewähren. Diese Prüfungen seien obendrein ausschließlich über staatlich genehmigte Verifizierungsmechanismen durchzuführen. Ein einfacher Bestätigungslink, wie er auch hierzulande gängig ist, reiche für eine Registrierung nicht mehr aus. Ebenso soll eine Registrierung über bestehende Benutzerkonten ausländischer Konzerne wie Google oder Apple verboten sein. Durch die staatliche Verifizierung sei es daraufhin ein Leichtes, alles, was ein Nutzer im Internet von sich gibt, bis zu seiner Privatadresse zurückzuverfolgen. Neue Verpflichtungen für Hosting-Provider Die Verwendung von VPN-Diensten sei zwar in Russland nach wie vor nicht verboten, jedoch seien dort ohnehin nur noch konforme VPN-Anbieter aktiv. Wer im Internet Ratschläge zur Umgehung von Gesetzen, beispielsweise durch VPNs oder das Tor-Netzwerk gebe, müsse jedoch mit einer Strafe rechnen. Darüber hinaus sollen sich künftig auch Hosting-Provider staatlich registrieren müssen. Zusätzlich gehen die Gesetzesänderungen mit neuen Verpflichtungen für Hosting-Anbieter einher. Dazu gehöre etwa, dass "autorisierte Staatsorgane", die Untersuchungstätigkeiten durchführen, beispielsweise im Zusammenhang mit der "Sicherheit Russlands", die Nutzung von "Rechenleistung" verlangen können. Eine Offenlegung derartiger Aktivitäten sei den Hosting-Unternehmen aber untersagt. Wer nicht nach den Regeln spielt, darf gehen Sobald Hosting-Provider oder andere Onlinedienste in das Register der russischen Regierung eingetragen sind und eine Betriebserlaubnis haben, erhalten die jeweiligen Unternehmen eine Liste von Aktivitäten, Inhaltstypen und bestimmten Verhaltensweisen, die vom Staat verboten sind. Anschließend sind sie verpflichtet, Maßnahmen zur "Beseitigung der festgestellten Verstöße" zu ergreifen und die Ergebnisse den Behörden zu melden. Tun sie dies nicht, so ist eine Entfernung aus dem Register und infolgedessen auch ein Geschäftsverbot die Folge.

Dienstag, 1. August 2023

Chinas Homosexuelle im Visier der Regierung /// 》"China's homosexuals targeted by the government《 Conservatives and right-wing populists shoot at gays, lesbians and trans people.

Chinas Homosexuelle im Visier der Regierung 》"China's homosexuals targeted by the government《 Conservatives and right-wing populists shoot at gays, lesbians and trans people. Die zunehmende Repression bekommen auch Gruppen zu spüren, die sich nicht gegen die Regierung, sondern für einen gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Xiao Hai ist die Frustration sichtlich anzumerken. Er heisst in Wirklichkeit anders, doch vor dem Interview hat er darum gebeten, anonym zu bleiben.  Zusammen mit anderen Studierenden betrieb er einen Wechat-Kanal; eine Online-Chatgruppe, in der sich Homo- oder Bisexuelle und Transgender beraten lassen konnten. Die Universität habe davon gewusst und habe dies auch erlaubt. Umso überraschter war er als die Gruppe vor rund zwei Wochen plötzlich gelöscht wurde. Wechat löschte aufs Mal gleich Dutzende solcher Kanäle von studentischen LGBT-Organisationen im ganzen Land. «Zensur ist unberechenbar» Immer wieder mit Zensur zu kämpfen hatte auch der schwule chinesische Filmemacher Fan Popo, auch er ist frustriert: «Als Filmemacher bist Du nutzlos, wenn Du Deine Filme nicht einem Publikum zeigen kannst.» Fan Popo hat China inzwischen verlassen, er wohnt seit einigen Jahren in Berlin. Von der aktuellen Zensur der LGBT-Online-Gruppen in seinem Heimatland zeigt auch er sich schockiert.
Dabei sah es eine Weile so aus, als würde sich China hier öffnen. Die Regierung schaffte Ende der 1990er-Jahre ein Gesetz ab, mit dem zuvor Homosexuelle verfolgt wurden. Und ab 2001 galt Homosexualität in China offiziell nicht mehr als psychische Erkrankung. Shanghai-Pride abgesagt Bis Mitte der 2010er Jahre gab es sogar Web-Serien mit schwulen und lesbischen Charakteren, die ein Millionenpublikum erreichten – heute undenkbar. Die jährliche Shanghai-Pride – bereits zuvor äusserst unauffällig durchgeführt – darf seit letztem Jahr nicht mehr stattfinden. Weshalb dieser Trend zu mehr Repression? Aktivist Xiao Hai vermutet, dass die Behörden Angst hätten vor gesellschaftlichen Umwälzungen. «Sie wollen nicht, dass sich zum Beispiel Studierende organisieren, sich Gruppen bilden, die lautstark ihre Rechte einfordern.» Feministische Organisationen unter Druck Diese staatliche Repression bekommen auch feministische Organisationen zu spüren. Zum Beispiel die Gruppe von Xiao Huang, auch sie heisst in Wirklichkeit nicht so. Die eigene Wechat-Gruppe sei schon vor einiger Zeit gelöscht worden, sagt sie. Womöglich gehe es den Behörden um die Stabilität der Gesellschaft. Auch machten sie sich um die tiefe Geburtenrate des Landes Sorgen. «Dazu kommt die nationalistische Grundstimmung in China derzeit», sagt Xiao Huang. Alles, was nicht zu den traditionellen Werten passe, werde als Bedrohung wahrgenommen. Der Vorwurf an Gruppen wie jene von Xiao Huang lautet, sie könnten vom Westen beeinflusst sein, ja gar finanziert und beeinflusst werden. Auch Xiao Hai musste sich diesen Vorwurf schon anhören. Er schüttelt den Kopf. Wie es für seine Gruppe weitergeht, kann er nicht sagen. Die Repression, sagt Xiao Hai, wird auf absehbare Zeit wohl eher zunehmen.

Wokeness is dying”: LGBTQ becomes a political battlefield Conservatives and right-wing populists shoot at gays, lesbians and trans people. /// US-Bundesstaaten gehen gegen «Modeerscheinung» LGBTQ vor

Wokeness is dying”: LGBTQ becomes a political battlefield Conservatives and right-wing populists shoot at gays, lesbians and trans people. /// US-Bundesstaaten gehen gegen «Modeerscheinung» LGBTQ vor In den USA werden die Rechte von Menschen aus der LGBTQ-Community vermehrt eingeschränkt. So hat der Bundesstaat Tennessee Drag-Shows im öffentlichen Raum und Hormonbehandlungen bei Minderjährigen verboten. Der republikanische Abgeordnete Chris Todd, der die Gesetzgebung auf den Weg brachte, bezeichnete Drag-Shows in der Vergangenheit als Kindesmissbrauch. «Es geht hier um gesunden Menschenverstand, Kinder müssen geschützt werden», begründete Todd seinen Vorstoss. Doch woher kommt der Fokus der Politik auf queere Menschen? «Das ist etwas, das generell nicht nur in den USA passiert, sondern in der ganzen westlichen Welt und darüber hinaus», sagt Sabrina Mittermeier, Historikerin mit dem Fachgebiet Geschichte Nordamerikas an der Universität Kassel.
Der Mechanismus ist für die Historikerin immer derselbe: Die Gruppe mit ihren Geschlechter- und Sexualitätsbezeichnungen wird als Modeerscheinung abgetan. «Dabei gab es schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Menschen schon immer, auch wenn sie nicht immer so bezeichnet wurden.» Das Label «LGBTQ» mache es aber einfacher, das Thema zu instrumentalisieren und Hass zu schüren, sagt Mittermeier. Wir werden niemals vor dem woken Mob kapitulieren. In den USA stammen die meisten der Gesetze aus der Feder von Republikanern. In Florida kämpft Gouverneur Ron DeSantis gegen die «liberale Indoktrination der Demokraten» an. Im «Sunshine State» gilt schon länger ein Gesetz, das Lehrpersonen verbietet, an Grundschulen über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen. «Wir werden niemals vor dem woken Mob kapitulieren», verkündete DeSantis zuletzt nach seiner Bestätigung im Amt. Und schob nach: «In Florida wird die Wokeness sterben!» US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Gesetzgebung in Florida als «hasserfüllt»: Bei Historikerin Mittermeier weckt die Entwicklung in den USA dunkle Erinnerungen. «Die Gesetze und die Rhetorik von DeSantis und anderen Vertretern kann ich nur noch als Faschismus bezeichnen. Denn sie nutzen die gleichen Mechanismen.» Amerikanische Rechtspopulisten würden im Gefolge von Donald Trump zunehmend versuchen, Hass gegen Minderheiten zu schüren und diese zum Feind hochzustilisieren. «Die Menschen werden zum Sinnbild einer angeblichen Mainstream-Gesellschaft, die einem etwas wegnehmen will.» «Klare Anzeichen von Faschismus» Der Vorwurf, eine faschistische Politik zu betreiben, wiegt schwer. Parallelen sieht Mittermeier darin, dass Amerikas Rechte aktiv versuche, die Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte im Land einzuschränken. «Dass dies mit Hetze gegenüber Minderheiten verbunden wird, sind für mich klare Anzeichen von Faschismus.» Angesichts der Menschheitsverbrechen der Nazis ist die Historikerin zwar vorsichtig mit direkten Vergleichen. «Der Vergleich passt aber leider insofern, als eine der ersten Gruppen, die die SS in Nazideutschland verfolgte, Queer- und Transpersonen waren.» Mittermeier erinnert daran, dass bei den Bücherverbrennungen von 1933 auch die Werke des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld vernichtet wurden. In den USA rückt nun auch verstärkt die weibliche Sexualität in den Fokus. Abtreibungsverbote wühlten zuletzt diverse Bundesstaaten auf, in Florida wollen Republikaner verbieten, Schülerinnen über die weibliche Menstruation aufzuklären. «Die Entwicklung ist so gefährlich, weil es immer weiter eskaliert», warnt Mittermeier.

Sexuelle Identität des Menschen ist fließend

Sexuelle Identität des Menschen ist fließend Die sexuelle Identität des Menschen ist überraschend fluid und unterliegt bei Jugendlichen und Senioren einem nahezu gleichen Wandel.   Lancaster (England). Der Der Begriff sexuelle Identität bezieht sich laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) auf lesbische, schwule, bisexuelle, heterosexuelle, aber auch asexuelle oder pansexuelle Personen. Obwohl er oft als Synonym für die sexuelle Orientierung einer Person verwendet wird, macht die sexuelle Identität auch deutlich, dass die Sexualität zum Selbstverständnisses einer Person gehört und nicht bloß die sexuelle Beziehung zu einer anderen Person umfasst. Eine Studie der Lancaster University liefert nun neue Erkenntnisse über die Fluidität der sexuellen Identität, also das Verschieben und Bestehenbleiben der selbst identifizierten sexuellen Orientierung. Laut der Publikation im Fachmagazin Demography haben die Autoren dazu Daten von 22.673 Personen ab 16 Jahren aus der UK Household Longitudinal Study (UKHLS) aus den Zeiträumen 2011 bis 2013 und 2017 bis 2019 analysiert. 6,6 Prozent der Probanden änderten in diesem Zeitraum ihre gemeldete sexuelle Orientierung.
Sexuelle Identität war kaum erforscht Wie Professor Yang Hu erklärt, wurde die sexuelle Identität in Großbritannien zuvor kaum untersucht. Die nun publizierte Studie ermöglicht einen umfassenden Einblick. „Die Idee, dass sexuelle Identität fließend ist, ist nicht neu, aber bisher wissen wir relativ wenig darüber, wie fließend sie in der Bevölkerung ist und wie die Fluidität in verschiedenen demografischen Gruppen variiert.“ Die sexuelle Identität ist besonders fluid bei jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren (7,9 %) und älteren Erwachsenen ab 65 Jahren (7,4 %). Bei Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren ist sie weniger fließend (5,0 - 6,2 %). Die Fluidität der sexuellen Identität ist bei Männern weniger wahrscheinlich (5,7 %) als bei Frauen (6,3 %). Die Fluidität der sexuellen Identität ist bei Individuen nicht-weißer ethnischer Minderheiten dreimal so wahrscheinlich (15,5 %) als bei weißen Menschen (5,0 %). „Die relativ hohe Mobilitätsrate bei älteren Menschen wird hauptsächlich durch ihre erhöhte Wahrscheinlichkeit angetrieben, eine heterosexuelle Identität anzunehmen und die Unwilligkeit aufzugeben, ihre sexuelle Identität preiszugeben.“ Personen, die eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingehen, sind etwa 7-mal (43,3 % gegenüber 5,9 %) wahrscheinlicher, ihre sexuelle Identität zu ändern und zu berichten, dass sie schwul oder lesbisch sind, als diejenigen, die keine solchen Beziehungsänderungen erlebt haben. Bildung beeinflusst sexuelle Identität Die Fluidität der sexuellen Identität ist wahrscheinlicher bei Personen mit geringerer Bildung. Die Fluidität der sexuellen Identität ist ausgeprägter bei Personen, die sich als bisexuell identifizieren, andere sexuelle Identitäten haben und es vorziehen, ihre Identität nicht preiszugeben, im Vergleich zu denen, die sich als heterosexuell, schwul oder lesbisch identifizieren. „Es gibt immer mehr soziale Maßnahmen, öffentliche Gesundheits- und Wohlfahrtsprogramme, die darauf abzielen, Gleichberechtigung und Wohlergehen von sexuellen Minderheiten zu unterstützen. Unsere Erkenntnisse zeigen, dass die Bevölkerung der sexuellen Minderheiten nicht statisch ist und dass Identitäten und Partnerschaftspraktiken sich im Laufe des Lebens der Menschen ändern können.“

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

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