Montag, 17. September 2018

All zu oft kommt diese Einstellung zu Spät! Ich will mein Geschlecht zurück

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Es wird immer schwerer, Hass und Unwahrheiten wie Diskriminierung  zu entgehen. In Zeiten von Fake News, Social Bots und Hate-Speech glauben wir mehr denn je daran, dass Seiten wie https://trans-weib.blogspot.com/eine wichtige Rolle spielen.

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Ich will mein Geschlecht zurück

Immer häufiger bereuen Transgender die Geschlechtsumwandlung und entscheiden sich für eine Operation zu ihrem biologischen Geschlecht. Ein Beitrag von RT erzählt das Schicksal von drei ganz unterschiedlichen Männern, die von Hormonen und Operationen abraten.

Transgender können sich oftmals schon als Kind nicht mit ihrem Geschlecht identifizieren. Innerlich zerrissen zwischen den gesellschaftlichen Normen und dem Bestreben das Leben des anderen Geschlechts zu führen, sind sie Außenseiter der Gesellschaft. Selbstmord ist daher nicht selten.

Mit Hormontherapie und operativer Geschlechtsumwandlung verspricht die moderne Medizin das Identitätsproblem dieser Menschen zu lösen. Miroslav Djordjevic, ein führender Spezialist auf dem Gebiet von Transgender-Operationen in Belgrad, Serbien, operiert in seiner Alltagspraxis jedoch auch immer häufiger Menschen, die ihre Geschlechtsumwandlung operativ wieder rückgängig machen wollen.
Ein Beitrag von RT erzählt das Schicksal dreier Männer, die eine Geschlechtsumwandlung durchführten und ihre Entscheidung später bereuten.

Es geht mir jetzt nicht besser als früher

Rene Jax, eine Autorin, die als Mann geboren wurde, kleidete sich seit ihrem 19. Lebensjahr als Frau. Mit 30 Jahren unterzog sie sich einer Geschlechtsumwandlung. „Nach der Operation wusste ich, es war falsch mein Glied abschneiden zu lassen“, so Jax, die ihren Penis von Kind auf hasste.

„Nach 40 Jahren Hormontherapie, Brustimplantation und sogar Geschlechtsumwandlung geht es mir jetzt auch nicht besser als früher“, so ihr Fazit. Vor ihrer endgültigen Operation zur Frau sei sie öfter von Männern geschlagen worden, wenn diese herausfanden, dass sie keine richtige Frau war.
Auch nach der Operation wurde es nicht besser: „Ich konnte niemals Geschlechtsverkehr haben. Die Vagina ist nur kosmetisch und viel zu klein. Jedes Mal, wenn ich das versucht hatte, hatte ich Schmerzen“, so Jax. Und dennoch sieht sie nach so vielen Jahren keinen Bedarf mehr, sich nochmal unters Messer zu legen und ein Leben als Mann zu beginnen.

Vielmehr will sie mit ihren Erfahrungen junge Menschen aufklären, die überlegen, diesen Weg einzuschlagen. Ihre Wandlung zum anderen Geschlecht ähnelt einer Sucht: „Ich dachte, wenn ich diese Hormone bekomme, wird mein Leben perfekt sein. Dann denkst du, wenn ich nur eine höhere Stimme bekomme, werde ich glücklich sein. Und schließlich will man Brustimplantate, es ist einfach nie genug.“
„Die Ärzte waren ehrlich zu mir, sie sagten, die ,Geschlechtsidentitätsstörung‘ wird immer da sein. Das ist einfach darauf zurückzuführen, dass man sich selbst nicht mag“, resümiert Jax. Die Autorin beschreibt ihre Kindheitserlebnisse als traumatisch. Mit einem alkoholkranken Vater und einer psychisch kranken Mutter sei es kein Wunder, dass sie nicht zu einem gesunden Erwachsenen herangereift sei.

Geschlechtsumwandlung rückgängig gemacht

Walt Heyer, ein älterer Mann entschied sich vor 25 Jahren dazu, die Geschlechtsumwandlung operativ wieder rückgängig zu machen. Seit nunmehr 21 Jahren ist er verheiratet und lebt mit seiner Frau in Arizona. Geoutet werden will er nicht, denn ihm ist sein Werdegang rückblickend einfach nur peinlich.

Für ihn leiden Transgender-Personen eindeutig an einer psychischen Krankheit:  „Keiner kann sein Geschlecht ändern; das ist unmöglich und eine Illusion.“ Wenn ein Junge sich Kleider anziehe, sei es am besten, wenn sich das Kind einer Psychotherapie unterziehe und keiner Hormontherapie und Operation. 40 Prozent der Transgender, die versuchen würden Selbstmord zu begehen, seien diejenigen, die es bereuen, ihr Geschlecht umwandeln haben zu lassen.

Heyer selbst trug als Junge gern Kleider und änderte mit 13 Jahre seinen Namen heimlich in Christel. Ende 20 begann er dann mit der Hormontherapie und unterzog sich 1983 einer Geschlechtsumwandlung und lebte danach als Laura Jensen. Erst nach  der Rückoperation zu seinem biologischen Geschlecht wurde ihm klar, wie wichtig es war, diesen Schritt zu gehen, um psychologisch, emotional ein gesunder Mensch zu werden.
Nach der Operation hatte er während eines Gebets eine Vision von Jesus Christus.  „Ich konnte ihn greifen, so wie ich auch andere Menschen greifen kann. Er reichte mir seine Hand, hob mich hoch und sprach, du wirst jetzt für ewig sicher sein“, so Heyer. In diesem Moment habe sich sein Leben komplett gewandelt.
„Ich bin gesund, lebe und bin seit 21 Jahren verheiratet. Viele andere, die durch so etwas wie ich gegangen sind, sind tot. Sie sind Alkoholiker oder hadern noch mit ihrer Identität“, so Heyer. Um anderen, die ihre Geschlechtsumwandlung ebenfalls bereuen, bei ihrer Rückwandlung zu ihrem biologischen Geschlecht zu helfen, gründete er die Webseite mit dem Namen „SexChangeRegret.com“.

Mit der Hilfe Gottes wieder ein Mann geworden

Billiy Burleigh aus Lampoc Kalifornien beschreibt sich als schüchterneres Kind, dem es schwer fiel auch nur ein paar Worte herauszubringen. Als Kind wurde er von seinem Tauchlehrer sexuell belästigt und wünschte sich immer wie seine Schwestern zu sein. Nach der Geschlechtsumwandlung freute er sich anfänglich über sein neues Leben, stellte jedoch bald fest, dass er nicht weniger sondern mehr Probleme als früher hatte.

Er achtete ständig darauf, sich richtig zu schminken, zu schauen und zu bewegen, damit er nicht als Transgender auffiel. Bereits fünf Jahre nach der Geschlechtsumwandlung dachte er an eine Rückumwandlung. „Ich bereue, dass ich so viel Zeit meines Lebens für diese ganze Sache eingesetzt habe.“
Die zweite Operation war für ihn noch schrecklicher als die erste: „Mit der Hilfe Gottes bin ich wieder ein Mann geworden“, so Burleigh, der seitdem täglich 4 Uhr morgens aufsteht, um in der Bibel zu lesen.  Über seinen Glauben lernte er auch seine jetzige Frau Rachel Burger Kruse und ihre Tochter kennen, mit denen er glücklich zusammenlebt.  „Ich bin so glücklich. Ich bin einfach so wie ich bin und das, obwohl ich Probleme habe. Ich kann die Probleme als Bürde empfinden oder einfach nur jeden Tag als einen schönen Tag sehen und genießen.“



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Sonntag, 16. September 2018

Beleidigt, bespuckt, verprügelt . Darum haben Lesben und Schwule noch immer Angst auf deutschen Straßen


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Beleidigt, bespuckt, verprügelt – darum haben Lesben und Schwule noch immer Angst auf deutschen Straßen

Wenn du glaubst, mit der „Ehe für alle“ ist für LGBT*s alles in Ordnung, dann lies diesen Text.
„Bist du die Transe von eben?” Als Max E. diese Worte hört, ahnt er, dass der Tag nicht gut enden wird. Es ist ein später Abend im Frühling, Max E. hat eine Travestieshow auf einer Firmenfeier gespielt. Dort hat er sich bei einem Mann auf den Schoß gesetzt, als scherzhafter Teil der Einlage – und direkt gesehen, dass das nicht gut ankommt. Dieser Mann steht jetzt vor ihm, groß, muskulös, vermutlich Ende zwanzig.

„Ich bin die Person, die eben die Travestieshow gespielt hat“, antwortet Max. Er ist abgeschminkt, will gerade das Gebäude durch den Künstlerausgang verlassen, zum Parkplatz, es ist schon dunkel. Der Mann pfeift, zwei Freunde kommen dazu und halten Max am Oberkörper fest. Dann schlägt ihn der Mann in den Unterbauch, immer wieder, tritt in die Genitalien, bespuckt ihn, Max’ Nase bricht und eine Rippe.

Max E. ist 1,93 groß, ein kräftiger Mann, aber er wehrt sich nicht. „Ich dachte nur: Lass es vorbeigehen und wehr' dich nicht. Das spornt sie nur an“, erzählt Max BuzzFeed News Deutschland am Telefon. Wenige Minuten später lassen die Männer von ihm ab und verschwinden. Im Krankenhaus wird neben den Verletzungen eine Gehirnerschütterung festgestellt. Max erzählt dem Arzt, er sei die Treppe hinunter gefallen. Das erzählt er später auch seinen Freunden und seiner Familie. Aus Scham und aus Angst. „Ich habe das einfach verdrängt. Mir wurde erst viele Jahre später richtig bewusst, was da passiert ist.“ Heute hält er es für einen Fehler, nicht zur Polizei gegangen zu sein. Obwohl der Vorfall lange zurückliegt will Max E. nicht, dass der Angriff auf ihn zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Deshalb nennt BuzzFeed News seinen Nachnamen nicht.

Es dauert lange, bis Max E. sich wieder traut, eine Show zu spielen. Dabei ist das schon lange seine große Leidenschaft. Als Kind hat er bei Schulaufführungen mitgespielt. „Ich liebe die Bühne seit ich klein bin“, sagt er. Wenn er jetzt zur Arbeit fährt, steckt er die Hände in die Hosentaschen, damit niemand seine künstlichen, bunten Fingernägel sieht. Als kürzlich in einem Berufsseminar die Frage aufkam, ob man in der Berufskleidung zur Arbeit fahren könne, rief Max E. „Nein“.

Erst vor wenigen Jahren hat Max erstmals einer guten Freundin von dem Vorfall erzählt. Der Vorfall bei der Firmenfeier liegt jetzt neun Jahre zurück, Max lebt inzwischen in Magdeburg und arbeitet als Travestiekünstler unter dem Künstlernamen Lady Maxime und als Theaterpädagoge. Er ist ein fröhlicher Mensch, denkt nicht häufig daran zurück. „Aber wenn ich auf Facebook oder Instagram andere Schicksale lese, die oftmals viel Schlimmer sind als meines, kommt das wieder hoch. Dann denke ich: Verdammt, du hattest echt Glück.“
Angriffe auf Grund der sexuellen Orientierung gibt es in Deutschland jedes Jahr dutzende. Doch die Dunkelziffer der Menschen, die wie Max E. nicht in der Polizeistatistik auftauchen, liegt laut Schätzungen bei 90 Prozent.

Die offiziellen Zahlen sind irreführend. 313 Straftaten bundesweit meldete das Bundesinnenministerium für 2017. Ahnlich viele meldete das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo– allerdings nur für Berlin.

Im Vergleich: In den USA werden 20 Prozent aller Hassdelikte auf Grund der sexuellen Orientierung verübt. Das zeigt ein Bericht des FBI von 2014. In England und Wales sind LGBT*s laut Kriminalstatistik die am zweithäufigsten von Hassverbrechen betroffene Gruppe. Für das Jahr 2016/2017 wurden dort 9.157 Personen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen. Glaubt man der offiziellen Statistik, sollen es in Deutschland im gleichen Zeitraum nur etwa 300 gewesen sein.

Polizeibehörden ignorieren die Probleme in einigen Bundesländern vollkommen, nur wenigen Länder geben Geld für konkrete Präventionsprojekte, aktuelle Zahlen außer denen des Bundesinnenministeriums gibt es zu dem Thema nicht. Der letzte umfangreiche Report für Deutschland stammt von einer NGO und liegt zehn Jahre zurück. In einem nationalen Aktionsplan gegen Hassgewalt vom Sommer 2017 schlug die Bundesregierung keine konkreten Maßnahmen zum Schutz sexueller Minderheiten vor.

Deshalb will BuzzFeed News Deutschland herausfinden, wie viele Übergriffe LGBT*s tatsächlich erleben. Dafür haben wir mit allen 16 Landespolizeibehörden und zahlreichen Expertinnen und Betroffenen gesprochen. Zudem haben wir im Sommer 2018 eine Umfrage zur Gewalt gegen queere Menschen gestartet – die mittlerweile mehr als 650 Personen beantwortet haben. Unsere Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber ein Hinweis darauf, wie groß das Problem wirklich ist.

So gaben mehr als 400 Befragte an, im letzten Jahr Opfer von verbalen Übergriffen geworden zu sein. Mehr als 130 Personen seien körperlich angegriffen worden. Jede vierte teilnehmende Person erklärte, sie wurde im vergangenen Jahr körperlich attackiert.




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Freitag, 14. September 2018

Ein Prozent der Kinder im Alter von 9-10 Jahren identifizieren sich als schwul oder transgender /// Über Nacht entdeckten aufmerksame Beobachter, was viele befürchteten: Die Trump-Regierung gab das erste Zeichen, dass sie in der US-Politik der "Geschlechtsbestimmung" einen großen Schritt zurück macht.


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Trump State Department machte gerade einen unheilvollen Passwechsel für Transgender-Amerikaner

Über Nacht entdeckten aufmerksame Beobachter, was viele befürchteten: Die Trump-Regierung gab das erste Zeichen, dass sie in der US-Politik der "Geschlechtsbestimmung" einen großen Schritt zurück macht.

Die ganze Zeit, dass die Trump-Administration Transgender-Rechteangreift, die Schul-Toiletten-Führung abschafft und versucht, Leute aus dem Militär zu vertreiben , haben LGBT- Befürworter nervös eine bestimmte Webseite des Außenministeriums beobachtet.

Diese Seite - jetzt nur über ein Internet-Archiv zugänglich - zeigte Transgender-Amerikanern, wie sie die Gender-Marker auf ihren US-Pässen aktualisieren können . Unter Secretary Hillary Clinton begann das Außenministerium 2010, Transgender-Personen zu erlauben, ein "M" zu einem "F" oder umgekehrt zu wechseln, ohne eineGeschlechtsumwandlung vorzunehmen , vorausgesetzt, sie hatten einen Brief eines Arztes, der besagt, dass sie "angemessen" waren klinische Behandlung für den Geschlechtswechsel. "
Es schien, als würde die Trump-Regierung mit ihrer wachsendenErfolgsbilanz bei Anti-LGBT-Aktionen diese Website irgendwann bemerken - und tatsächlich, am späten Mittwochabend bemerkte dasNationale Zentrum für Transgender-Gleichheit, dass die URL nun tot war.

An seine Stelle tritt eine neue Website mit dem Titel "Sex Designation Change", die den überholten Begriff "sex change" anstelle von "gender transition" verwendet, um den Ausschluss nicht-binärer Menschenhervorzuheben und Links zu entfernen wichtige medizinische Vereinigungen, die die gesundheitsbezogene Gesundheitsversorgung unterstützen .

Was sich scheinbar nicht geändert hat, ist der Inhalt der Richtlinie: Transgender-Personen können die Gender-Marker in ihren Pässen immer noch ohne Operation ändern. Was die Frage aufwirft: Warum mit der Website herumhauen?

"Obwohl dieser Schritt letztlich sinnlos ist, scheint er dazu gedacht, Transgender zu erschrecken, sie davon abzuhalten, ihre vollen Rechte unter der aktuellen Politik auszuüben - die gleiche Politik, für die wir 2010 gekämpft und gewonnen haben", sagte Mara Keisling, Executive Director des National Center für Transgender Equality, in einerPressemitteilung . "Transgender-Leute können und sollten weiterhin ihre Pässe aktualisieren und erneuern. Das ist unser Recht und das sollte immer unser Recht sein. "

Das State Department reagierte nicht sofort auf die Bitte von The Daily Beast um Kommentare zu den Änderungen auf der Website. Erst am 1. Juli reagierte das State Department jedoch auf eine Presseanfrage von The Daily Beast, in der es die frühere Formulierung "Gender-Übergang" statt "Geschlechtsumwandlung" verwendete.

In diesem Sommer, als es anekdotische Berichte von Transgender-Frauen gab, die bürokratischen Herausforderungen mit Passverlängerung gegenüberstanden, fragte The Daily Beast das State Department, ob sich die Politik geändert habe oder nicht, worauf ein Sprecher antwortete: "Wenn ein Passbewerber eine Bescheinigung von einem Arzt vorlegt Der Arzt, der angibt, dass der Antragsteller eine angemessene klinische Behandlung für die Geschlechtsumwandlung durchlaufen hat oder erhält, erhält einen neuen Pass mit einem aktualisierten Gender-Marker. "Dies war im Wesentlichen eine Wiederholung der Politik von 2010.
Jetzt heißt es auf der Website des State Departments "sex change" - ein Begriff, den Medien heute vermeiden, weil er als archaisch und unsensibel gilt - anstelle von "gender transition" und "sex marker" statt "gender marker". Tatsächlich die neue Seite erkennt kaum an, dass das Geschlecht über das Geschlecht hinausgehen kann, dem man bei der Geburt zugewiesen wurde - und wenn es tut, scheut es nicht die Hoffnungen nicht-binärer Amerikaner, die hofften, dass sie bald ein "X" bekommen könnten Pässe wie ihre kanadischen Nachbarn.

Die alte Version der Website des Außenministeriums behandelte dieses Thema im FAQ-Abschnitt unter der Überschrift: "Wenn ich mich weder als männlich noch weiblich identifiziere, kann ich einen Ausweis mit einem anderen Geschlecht bekommen?" Die Antwort auf diese Frage war nicht die Ein nicht-binäres Volk würde es wollen, aber es schloss die Tür zu dem Thema nicht ganz ab: "Nein, die einzigen verfügbaren Geschlechter für einen Pass sind männlich und weiblich."

Heute hat das State Department unter dieser Überschrift einen Paragraphen hinzugefügt, der die Möglichkeit ausschließt, dass die Agentur nicht-binäre Geschlechter anerkennt: "In einem US-Pass ist die Geschlechtsidentität des Inhabers nicht aufgeführt. Der Sexmarker in Ihrem US-Pass basiert auf Ihrem Nachweis der US-Staatsbürgerschaft und -Identität, einschließlich einer ärztlichen Bestätigung der Geschlechtsumwandlung. Der Geschlechtsmarker stimmt möglicherweise nicht mit dem Geschlecht überein, in dem Sie sich identifizieren. "

In seiner Pressemitteilung bezeichnete der NCTE diesen Absatz als "unnötig". In der Tat scheint er lediglich hinzugefügt worden zu sein, um erneut zu betonen, dass das Außenministerium sich mehr für die Genitalien einer Person interessiert als für die Kernidentität und das äußere Erscheinungsbild einer Person.
Eine der wenigen anderen Änderungen an der Website ist subtil, aber immer noch aussagekräftig: Die alte Version verlinkt mit den Websites der World Professional Association für Transgender Health und derAmerican Medical Association . Es wurde auch angemerkt, dass WPATH von der AMA "als Autorität in diesem Bereich anerkannt" wird.

Jetzt verlinkt die Webseite nicht mehr auf WPATH und die AMA - und es heißt einfach, dass WPATH von der AMA "anerkannt" wird und die Beschreibung von WPATH, dem weltweit führenden Gremium für Transgender-Medizin, als "Autorität in diesem Bereich" löscht. "Basierend auf diesen beiden Versionen der gleichen Website scheint es, als ob das Außenministerium die Gültigkeit der Übergangspflege immer noch anerkennen würde - aber es mag widerstrebend sein, dies so laut wie unter der Obama-Regierung zu tun .
NCTE stellte fest, dass die Änderungen "wahrscheinlich Verwirrung stiften", obwohl "die zugrundeliegende Politik unverändert bleibt", und riet den Transgender-Amerikanern stattdessen, die Online-Version des Handbuchs für Auswärtige Angelegenheiten des Departments zu konsultieren, um die Passwörter zu ändern.
In diesem Handbuch wird immer noch der Begriff "Gender-Übergang" verwendet. WPATH wird "als Autorität in diesem Bereich anerkannt" und stellt sogar fest, dass "das Geschlecht eines Individuums ein wesentlicher Bestandteil der Identität dieser Person ist". Wenn die Trump-Administration dies versucht Löschen Sie alle Transgender-Affirming-Sprache von State Department Websites, es scheint, als ob man unversehrt entkommen - für jetzt.

Update 9/13/18 12:30 PM ET: Nachdem diese Geschichte veröffentlicht wurde, reagierte das Büro für konsularische Angelegenheiten des Außenministeriums auf die Bitte des Daily Beast um Kommentare, entschuldigte sich für die Verwendung des Begriffs "Geschlechtsumwandlung" und bemerkte, dass die Die neue Pass-Website für Transgender-Personen, die ihren Pass erneuern oder beantragen möchten, "wird aktualisiert, während wir sprechen und sollte in Kürze live sein."

Kurz darauf erhielt The Daily Beast eine neue URL 
.
"Wir möchten unmissverständlich erklären, dass es keine Änderung in der Politik oder in der Art und Weise gegeben hat, wie wir Pässe für Transgender-Antragsteller richten", sagte ein Beamter des Außenministeriums in einer Erklärung. "Das Außenministerium verpflichtet sich, alle Passbewerber mit Würde und Respekt zu behandeln."

Was den Wechsel von "Geschlecht" zu "Sex" in der Terminologie der Website anbelangt, so sagte der Beamte: "Wir haben eine Sprache hinzugefügt, um die Verwendung von Begriffen konsistent und genau zu machen und Verwirrung zu vermeiden, die Kunden im Zusammenhang mit dem Passantragsverfahren haben könnten." unter Hinweis darauf, dass US-Pässe "immer den Begriff" Sexmarker "verwendet haben."
Natürlich führte der Wechsel von "Geschlecht" zu "Sex" dazu, dass der archaische Begriff "Geschlechtsumwandlung" kurz auf einer Webseite des Bundes veröffentlicht wurde. Der Beamte des Außenministeriums sagte: "Wir entschuldigen uns dafür, versehentlich eine Sprache eingefügt zu haben, die als beleidigend angesehen wird die Website, um es zu entfernen. "

Der Beamte sagte auch, dass die Links zu WPATH und AMA "versehentlich während des Website-Aktualisierungsprozesses entfernt wurden und wieder hinzugefügt werden".
Die neueste Version der Website, auf die hier zugegriffen werden kann, entfernt den Begriff "Geschlechtsumwandlung" und stellt die Links zu WPATH und AMA wieder her, obwohl der Verweis auf WPATH noch immer "die Autorität in diesem Bereich" ist.

Außerdem ist der lange Absatz über nicht-binäre Bewerber verschwunden, den das NCTE für "unnötig" hielt. Nun, diese FAQ-Frage sagt einfach: "Nein, die einzigen Sex-Marker für einen US-Pass sind männlich und weiblich."


Ein Prozent der Kinder im Alter von 9-10 Jahren identifizieren sich als schwul oder transgender

Der Selbstmord eines neunjährigen schwulen Jungen sorgte in der letzten Zeit weltweit für Schlagzeilen

Ein Prozent der 9-10-jährigen Kinder sagen, dass sie laut einer neuen Studie schwul oder transsexuell sind.
Die ABCD-Studie (Adolescent Brain Cognitive Development) untersuchte Kinder in den USA. Forscher der San Diego State University führten die Forschung durch. Die Ergebnisse erscheinen in der Zeitschrift JAMA Pediatrics .

Die meisten Experten akzeptieren, dass einige Kinder sich als ziemlich jung identifizieren. Viele früher dachte Menschen fangen jedoch an, ihre Sexualität in ihren frühen bis mittleren Teenagerjahren selbst zu identifizieren.

Die Studie von Jerel P. Calzo und Aaron J. Blashill zeigt, dass sich eine signifikante Anzahl von Personen in jüngerem Alter als schwul identifiziert.

Die Umfrage kommt zu einer passenden Zeit. Im vergangenen Monat machte der Tod eines Neunjährigen Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Jamel Myles aus Denver, Colorado, erzählte seiner Mutter, dass er schwul sei. Er informierte die Klassenkameraden, berichtete aber, dass er gemobbt wurde. Vier Tage nachdem er in der Schule war, hat er sich umgebracht.

Studie fragte Kinder nach ihrer Sexualität

Etwas über 4.500 Kinder nahmen an der ABCD-Studie teil.

Die Forscher fragten die Kinder: "Bist du schwul oder bisexuell?"
"Ja" war die Antwort von 0,2%, während 0,7% "Vielleicht" sagten. Die Autoren nahmen dies als Hinweis auf "wahrscheinliche sexuelle Orientierung". Einer von vier sagte, sie hätten die Frage nicht verstanden. Die restlichen Kinder sagten, sie seien nicht schwul oder bisexuell,

Im Gegensatz dazu gaben ihre Eltern unterschiedliche Antworten auf die Frage nach der Sexualität ihres Kindes. Nur ein Elternteil sagte "Ja", wenn er gefragt wurde, ob sein Kind schwul / bisexuell war, während 331 (7,3%) "vielleicht / weiß nicht" antworteten. Die meisten Eltern sagten "Nein", während 0,7% sich weigerten zu antworten.

Auf die Frage "Sind Sie Transgender" sagten 0,1% der Kinder "Ja" und 0,4% sagten "Vielleicht". Im Gegensatz dazu gaben zwei Eltern (0%) an, dass ihre Kinder Transgender sind, und 1,1% sagten "vielleicht / weiß nicht".

"Beginn starke Gefühle zu erleben"

"Dies ist eine so wichtige Etappe, biologisch und sozial. Mit 9 und 10 Jahren beginnen Jugendliche - sei es durch Gleichaltrige, Medien oder Eltern - mehr Informationen über Beziehungen und Interaktionen in der Welt zu erfahren. Sogar über Sex ", sagte Hauptautor Calzo.

"Sie sehen das vielleicht nicht als sexuell, aber sie beginnen starke Gefühle zu empfinden."
"Ein Prozent ist ziemlich groß, da sie so jung sind", sagte Co-Autor Blashill.

"So lange haben Sozialwissenschaftler angenommen, dass es keinen Sinn macht, Kinder in diesem Alter nach ihrer sexuellen Orientierung zu fragen, weil sie glauben, sie hätten nicht die kognitive Fähigkeit zu verstehen.
"Dies ist die erste Studie, die Kinder so jung zu ihrer sexuellen Orientierung befragt. Es ist wichtig, eine Basis zu haben, um zu verstehen, wie sich die Sexualität entwickelt und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern kann. "

Forschung Hilfe planen Unterstützungsmaßnahmen 

Die Autoren weisen darauf hin, dass junge LGBTI-Personen sehr viel häufiger psychische Probleme aufgrund von Vorurteilen und Diskriminierung erfahren.Allerdings gaben die Kinder in dieser Studie mit überwältigender Mehrheit an, dass sie zu Hause oder in der Schule keine Probleme bei der Identifizierung als schwul oder bisexuell erlebt hatten.

Dies legt nahe, dass Kinder in einer unterstützenden häuslichen Umgebung in der Lage sind, herauszukommen, wenn sie jünger sind, oder dass solche Probleme in den Teenagerjahren ein größeres Problem darstellen.

Calzo sagte, dass die Studie, im Vergleich zu anderen, absichtlich jüngere Kinder nach ihrer Sexualität fragte.
"Wenn wir die Identitätsentwicklung früher verstehen und die Entwicklung anhand großer Datensätze verfolgen können, können wir damit beginnen, die Forschung und Prävention um Risiko- und Schutzfaktoren zu verbessern", sagte er.

"Vielleicht" schwul als Prädikator für Sexualität

GSN fragte Calzo, warum eine "vielleicht" Antwort von Kindern auf ihre Sexualität "wahrscheinliche sexuelle Minderheitenidentität" anzeigt. Könnten einige Kinder "vielleicht" antworten, weil sie es einfach nicht wissen?
"Es gab wenige, wenn überhaupt Studien, die Kinder in einem so jungen Alter über ihre Identität als sexuelle Orientierung befragt haben", antwortete er.

"Sexuelle Orientierung ist ein Entwicklungsprozess, und obwohl diese Studie eine Frage in Bezug auf Identität analysiert, ist es möglich, dass einige Jugendliche" vielleicht "geantwortet haben, weil sie über andere Aspekte ihrer sich entwickelnden Sinne von Geschlecht und Sexualität nachdachten ... Einige der" vielleicht "Antworten könnten darauf zurückzuführen sein, dass die Teilnehmer Attraktionen erleben, sich aber noch nicht sicher sind, ob sie sich als schwul oder bisexuell identifizieren.

"Vielleicht" Antworten könnten auch damit verbunden sein, wie Kinder ihren Geschlechtsausdruck in Bezug auf Gleichaltrige interpretieren. Kinder, die eher geschlechtskonform sind, wie Jungen, die mit Puppen spielen oder weniger an Sport interessiert sind, könnten von Gleichaltrigen gemobbt oder als "schwul" bezeichnet werden.

Andere Forscher haben herausgefunden, dass Jugendliche und Erwachsene mit sexueller Minderheit oft angeben, als Jugendliche nicht geschlechtskonform zu sein, dass sexuelle Minderheiten eher geschlechtskonform sind und dass sogar geschlechtskonforme Jugendliche sich eher als lesbisch, schwul oder bisexuell identifizieren Jugend.'

Schulen müssen mehr tun, um diese Kinder zu unterstützen

Auf die Frage, ob er glaube, dass Schulen mehr über Sexualität und Geschlechtsidentität lehren sollten, war Calzo unmissverständlich.

'Ja. Ich glaube, dass mehr Schulen Informationen über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität für Kinder in dieser Altersgruppe enthalten sollten.

"Selbst wenn sich Jugendliche nicht selbst als sexuelle oder geschlechtsspezifische Minderheit identifizieren, entwickelt jeder eine sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, und das aktuelle soziopolitische und kulturelle Klima setzt Kinder schon in jungen Jahren unterschiedlichen Botschaften über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität aus."

"Sie können keine Altersgrenze für die Identität festlegen!"

In Elder Barnes, dem Gründer von Educate & Celebrate, ist bereits jemand involviert, der Schulkinder über solche Probleme in Großbritannien aufklärt. Die Organisation geht in Schulen, um mit Kindern in Fragen der Vielfalt und Identität zu arbeiten. Sie begrüßte die Studie. Von ihrer eigenen Arbeit mit Kindern sagte sie, dass die Ergebnisse sie nicht überrascht hätten.

"Tatsächlich dachte ich, dass es ein höherer Prozentsatz gewesen sein könnte. LGBT + Inclusive-Arbeit wird nun von Lehrern im Primärsektor leichter eingeführt, mit Aktivitäten wie der Verwendung von Bilderbüchern, die queere Familien darstellen, Identität und Gegenwart #loveislove.
"Dies gewährleistet die Repräsentation unserer Gemeinschaft und zeigt das reale Leben im Gegensatz zu den heteronormativen Büchern der Vergangenheit, die nur stereotype Vorstellungen von der Familieneinheit, Geschlechterrollen und Karrieren aufweisen.

"Gott sei Dank gehen wir davon weg und wir sehen eine Verschiebung zu jungen Leuten, die endlich selbstbewusst genug sind, um sie selbst zu sein - man kann keine Altersgrenze für die Identität setzen!"






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Samstag, 8. September 2018

Bundesregierung verschleppt Reform des Transsexuellengesetzes, heißt diese Minderheit ist zweitrangig, die können warten! /// Federal government abducts reform of transsexual law, means this minority is secondary, they can wait!

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Transsexuellengesetz

Transsexuellengesetz: Bundesregierung will weiter mit Reform warten, keine Eile, das in großen Teilen völlig veraltete Transsexuellengesetz zu reformieren.
Bundesregierung verschleppt Reform des Transsexuellengesetzes, heißt diese Minderheit ist zweitrangig, die können warten!


Das deutsche Transsexuellengesetz wurde im Jahre 1980 mit Wirkung ab 1. Januar 1981 unter dem Titel Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen verabschiedet. 

Inkrafttreten der letzten Änderung1. Oktober 2017; (Art. 3 G vom 20. Juli 2017)
Letzte Änderung durchArt. 2 Abs. 3 G vom 20. Juli 2017 (BGBl. I S. 2787)
AbkürzungTSG
Inkrafttreten am1. Januar 1981
Erlassen am10. September 1980; (BGBl. I S. 1654)



Ende des Stillstands?
Bei einer Tagung des Bundesfamilienministeriums wurden konkrete und massive Gesetzesänderungen gefordert.
Im Rahmen eines "Fachaustauschs zu geschlechtlicher Vielfalt" hat das Bundesfamilienministerum am Donnerstag zwei Gutachten vorgestellt, die dringende Reformen der Politik im gesetzlichen und medizinischen Umgang mit Transsexuellen, Transgendern und Intersexuellen einfordern.

Das von der Humboldt-Universität zu Berlin erstellte Gutachten "Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen" (PDF) untersucht die Notwendigkeit, das inzwischen vom Bundesverfassungsgericht ins sechs verschiedenen Bereichen für verfassungswidrig erklärte Transsexuellengesetz zu reformieren beziehungsweise durch ein modernes Gesetz zu ersetzen.

Das Gutachten evaluiert die Anwendung des Gesetzes in der Praxis, führt einen internationalen Rechtsvergleich durch und unterbreitet rechtliche Regelungsvorschläge. Nach Jahrzehnten des Stillstands der Politik sind diese so umfangreich, dass sie sich hier kaum zusammenfassen lassen – ein Studium des PDFs lohnt.

Massive Kritik an unpassendem Gesetz

Wie veraltet das Gesetz inzwischen ist, zeige bereits, dass Bedingungen wie Operationszwang und Ehelosigkeit für eine Personenstandsänderung im historischen Zusammenhang mit dem Paragrafen 175 zu sehen seien, so das Gutachten der Humboldt-Universität.

Selbst die heute noch verbleibenden Bedingungen, etwa ein Zwang zu einer oft schikanösen bis übergriffigen Begutachtung, verstießen gegen Grund und Menschenrechte. Das Gutachten fordert zudem u.a. eine bessere Aufklärung an Schulen und im Gesundheitssystem.

Auch das vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) erstellte Gutachten "Geschlechtervielfalt im Recht: Status Quo und Entwicklung von Regelungsmodellen zur Anerkennung und zum Schutz von Geschlechtervielfalt" (PDF) kommt zu ähnlichen Schlüssen und befasst sich u.a. näher mit der Rechtsanwendung des im Personenstandsgesetz (§ 22 PStG) geregelten offenen Geschlechtseintrages: Kann ein Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstand ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen. Außerdem stellt das Gutachten im internationalen Rechtsvergleich die Frage, ob ein drittes festgelegtes Geschlecht im Personenstandsgesetz benötigt wird.

Breite Debatte ohne Folgen?

Der Fachaustausch war der letzte von insgesamt vieren in dieser Legislaturperiode, an denen Vertreter aus Praxis, Wissenschaft, Recht, Verbänden der Community und internationalen Organisationen teilnahmen. Eine Dokumentation der Debatte über die Gutachten soll im zweiten Quartal 2017 veröffentlicht werden, heißt es auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums.

Das lässt vermuten, dass mit einem gesetzgeberischen Handeln wohl bis zur Wahl nicht mehr zu rechnen ist – der Ministeriumsbericht vom Donnerstag enthält keinerlei Festlegung auf eine Gesetzesiniative. Immerhin gibt es mit den Gutachten eine Grundlage und für die Betroffenen und Verbände ein Druckmittel.
"Geschlechtliche Vielfalt ist eine gesellschaftliche Tatsache und eine gesellschaftspolitische Querschnittsaufgabe", sagte Caren Marks (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, zur Vorstellung der Gutachten. "Beide kommen zu der Empfehlung, dass unser Recht geändert werden muss, um die geschlechtliche Vielfalt unserer Gesellschaft und das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen zu schützen. Es ist notwendig, die Freiheit der Geschlechtsidentität als Menschenrecht zu schützen, Stigmatisierungen abzubauen und starre Rollenbilder aufzubrechen."

Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck forderte in einer Pressemitteilung noch ein Handeln in dieser Legislaturperiode: "Anerkennung selbstbestimmter Geschlechtsidentität ist ein Menschenrecht. Wenn der Staat darauf besteht, das Geschlecht seiner Bürger*innen zu registrieren, dann sollen sie frei und unkompliziert darüber bestimmen dürfen. Das muss endlich auch in ein vernünftiges Gesetz gegossen werden." Andere Länder in Europa seien längst weiter, so Beck, der einen eigenen Gesetzesentwurf seiner Fraktion noch vor der Wahl ankündigte.

Derweil geht bei Aktivisten und Betroffenen die Debatte weiter: Während weitgehend Einigkeit über den Reformbedarf und viele Änderungsvorschläge vorhanden ist, gibt es dennoch teils sehr unterschiedliche Ansichten über konkrete Maßnahmen und speziell über Bezeichnungen. Manche empfinden bestimmte Begriffe, Diagnosen und ihre Auswirkungen als fremdbestimmt, diskriminierend und stigmatisierend, manche wiederum die Gegenvorschläge. Auch der von den Gutachten verwendete Überbegriff "Transgeschlechtlich(keit)" findet nicht bei allen Zustimmung.


Einsatz für Transsexuellengesetz
Familienministerin Anne Spiegel setzt sich dafür ein, dass das bislang geltende Transsexuellengesetz aufgehoben und durch ein modernes neues Gesetz zur Anerkennung der Geschlechtsidentität und zum Schutz der Selbstbestimmung ersetzt wird.

Der Ministerrat beschloss heute, in der kommenden Bundesratssitzung am 12. Mai einen entsprechenden Entschließungsantrag einzubringen.

„Derzeit müssen transidente Menschen zwei unabhängige Gutachten vorlegen, bevor sie ihren Vornamen so ändern dürfen, dass er ihrem empfundenen Geschlecht entspricht. Wir möchten diese Begutachtungspflicht abschaffen, da sie für die betroffenen Menschen oft zum Spießrutenlauf wird, den sie als entwürdigend erleben. Ein neues Transsexuellengesetz sollte stattdessen den Willen der transidenten Person in den Mittelpunkt stellen“, fordert Anne Spiegel. In der Praxis bestätigen die Gutachten in 99 Prozent der Fälle die Transidentität. Auch dies belege, so Spiegel, dass diese Hürde  eine unnötige Erschwernis ist.

Bislang sind die Voraussetzungen für eine Änderung des Vornamens sowie ggf. auch für eine äußere Geschlechtsumwandlung im Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 geregelt. „Das Transsexuellengesetz wurde seit seinem Inkrafttreten nicht reformiert, obwohl  das Bundesverfassungsgericht weite Teile mittlerweile außer Kraft gesetzt hat. Hier muss die Bundesregierung endlich aktiv werden“, erklärte Ministerin Spiegel. Auch für die Verbesserung der Lebenssituation von intersexuellen Menschen sieht das Familienministerium Handlungsbedarf. „Noch immer werden medizinisch nicht indizierte Operationen an intersexuellen Kindern durchgeführt, obwohl der Deutsche Ethikrat dies bereits 2012 kritisiert hat“, so Ministerin Spiegel.

Transsexualität, Transgender oder Transidentität bezeichnet, wenn sich jemand nicht  oder nicht ausschließlich dem biologisch angeborenen Geschlecht oder der Geschlechterrolle zugehörig fühlt, also z.B. mit einem männlichen Körper geboren wurde und sich als Mädchen bzw. Frau fühlt oder umgekehrt.   


Bundesländer wollen Homo- und Transsexuellen-Rechte im Grundgesetz
Mit einer Änderung des Grundgesetzes wollen fünf Bundesländer die Rechte von homo- und transsexuellen Menschen stärken.
Berlin - Mit einer Änderung des Grundgesetzes wollen fünf Bundesländer die Rechte von homo- und transsexuellen Menschen stärken. Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Thüringen leiteten eine entsprechende Initiative dem Bundesrat zu, wie die Länderkammer am Mittwoch twitterte.

Reform des Diskriminierungsverbots

Demnach soll das Grundgesetz durch ein Diskriminierungsverbot „wegen der sexuellen und geschlechtlichen Identität“ ergänzt werden. Dies soll in Artikel 3, Absatz 3 geschehen, in dem bisher steht: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Besserer Schutz gegen „menschenfeindliche Tendenzen“

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen seien trotz Verbesserungen ihrer Lebenssituation auch heute noch Anfeindungen, gewaltsamen Übergriffen und Benachteiligungen ausgesetzt, heißt es in der Begründung für den Vorstoß. Ein Diskriminierungsverbot im Grundgesetz könne sie noch besser vor menschenfeindlichen Tendenzen schützen.

Hinter der Initiative stehen Länder mit Regierungsbeteiligung von SPD, Linken, Grünen und FDP. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg hatten schon 2009 versucht, das Verbot der Diskriminierung von Homosexuellen im Grundgesetz festzuschreiben, dafür aber keine Mehrheit gefunden.


Die Weltgesundheitsorganisation will Transsexualität nicht mehr als Krankheit einstufen. Diese Reform nehmen Linke und Grüne als Anlass, für einen deutschen Neubeginn beim Transsexuellenrecht zu trommeln.
Im Bundestag wollen Linksfraktion und Grüne ihren Kampf für die Abschaffung des Transsexuellenrechts und der Einführung eines Gesetzes zur geschlechtlichen Selbstbestimmung verstärken. Anlass ist die Ankündigung der Weltgesundheitsorganisation vom Montag, nach der Überarbeitung des Krankheitenkatalogs ICD Transsexualität nicht mehr als geistige Krankheit zu kategorisieren.

"Wir fordern die Bundesregierung auf, aus der Entscheidung der WHO Konsequenzen zu ziehen und die notwendige Reform des Personenstandsrechts für eine umfassende gesetzliche Regelung zu nutzen, die geschlechtliche Selbstbestimmung für alle Menschen ermöglicht", erklärte Doris Achelwilm, die queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, die die WHO-Entscheidung als "riesigen Erfolg" bezeichnete.

Das Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 müsse abgeschafft und "ein unkompliziertes, selbstbestimmtes Verfahren für den Eintrag und die Änderung des rechtlichen Geschlechts" möglich werden, forderte die Abgeordnete aus Bremen. "Und zwar sowohl für inter*- als auch für trans*-Personen. Medizinisch nicht notwendige geschlechtsangleichende Operationen an Säuglingen und Kindern müssen verboten werden", so die Linkspolitikerin mit Blick auf den Streit um die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Reform des Intersexuellenrechts.

Das von Horst Seehofer (CSU) kontrollierte Bundesinnenministerium will das Urteil aber nur als Minimallösung umsetzen, so dass etwa das Transsexuellenrecht unangetastet bleibt und Operationen an Kindern weiter möglich sind.

Gegen "psychologische Zwangsgutachten"

Sven Lehmann, der grüne Sprecher für Queerpolitik, schloss sich dem Lob für die WHO an und erklärte, die Neueinstufung von Transsexualität sei ein "Meilenstein für die Menschenrechte". Der 38-Jährige kritisierte, dass transgeschlechtliche Personen in Deutschland bislang dazu gezwungen würden, "sich als psychisch krank diagnostizieren zu lassen, um ihren Personenstand zu ändern". Dieser Vorgang müsse aber eine "freie und selbstbestimmte Entscheidung" sein. "Wir brauchen einfache Verfahren zur Änderung des Personenstandes und Vornamens ohne psychologische Zwangsgutachten. Ebenso brauchen wir ein Verbot von geschlechtszuweisenden Operationen und Hormonbehandlungen an Säuglingen ohne medizinische Indikation", so Lehmann weiter.

Auch er forderte Innenminister Seehofer auf, beim Intersexuellenrecht mehr zu tun: "Leider ist aus dem Hause Seehofer bisher nur ein Schmalspur-Gesetz bekannt, das die großen Fragen geschlechtlicher Selbstbestimmung ignoriert. Wir werden gemeinsam mit den Verbänden weiter Druck machen", versprach der Politiker aus Nordrhein-Westfalen.
 




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Bundesregierung verschleppt Reform des Transsexuellengesetzes ! Die Bundesregierung hat offenbar keine Eile, das in großen Teilen völlig veraltete Transsexuellengesetz zu reformieren.

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
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Die Bundesregierung hat offenbar keine Eile, das in großen Teilen völlig veraltete Transsexuellengesetz zu reformieren.
3. September 2018, 16:40h
In dieser Legislaturperiode will die Bundesregierung das Recht für Transpersonen nicht grundlegend reformieren. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünenfraktion hervor, die queer.de vorliegt.

Die Grünen hatten gefragt, warum noch immer zwei (für die Betroffenen teure) psychologische Zwangsgutachten als Voraussetzung für die Änderung des Vornamens und der Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit notwendig seien, seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juni ankündigte, Transsexualität nicht mehr als Krankheit einzustufen (queer.de berichtete). Das vom Familienministerium verfasste Papier erklärt zwar, dass Justiz- und Innenministerium "zeitnah" einen gemeinsamen Gesetzentwurf zum Vornamens- und Personenstandswechsel vorlegen würden; es verweist jedoch darauf, dass die WHO die neue Kodierung erst ab Mitte 2022 offiziell verwenden will. Außerdem würde eine komplette Anpassung "mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen".
Grüne: Bundesregierung "verursacht unnötiges Leid"
"Die Bundesregierung kann die Frage nicht beantworten, warum weiterhin ärztliche Gutachten verlangt werden, um den eigenen Geschlechtseintrag beim Personenstand zu ändern", so resümierte Sven Lehmann, Sprecher für Queerpolitik der Grünen im Deutschen Bundestag, die Antwort. Der Kölner Bundestagsabgeordnete forderte die Regierung auf, die Entscheidung der WHO zum Anlass zu nehmen, das bereits in mehreren Punkten für verfassungswidrig erklärte Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 abzuschaffen und durch ein Gesetz zur Selbstbestimmung und Anerkennung der Geschlechtervielfalt zu ersetzen. "Andere europäische Länder wie Schweden, Dänemark oder Irland zeigen, dass dies ohne Probleme geht", so Lehmann. "Die Regierung darf damit nicht bis 2022 warten, denn das Transsexuellengesetz ist schon jetzt nicht mehr im Einklang mit den Normen der WHO und verursacht unnötiges Leid."

Die Bundesregierung war bereits von LGBTI-Organisationen scharf kritisiert worden, weil sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Intersexualitätnicht zum Anlass genommen hat, das Transsexuellenrecht umfassend zu reformieren (queer.de berichtete). Zudem fordert sie vor der Eintragung einer Person als "divers" das Vorlegen eines medizinischen Attests, was von LGBTI-Aktivisten scharf kritisiert worden war. 

Dabei verweist die Antwort der Bundesregierung selbst auf Gutachten der Humboldt-Universität und des Deutschen Instituts für Menschenrechte, in denen entsprechende Reformen angemahnt wurden (queer.de berichtete). Die Regierung bekennt sich außerdem dazu, "geschlechtliche Vielfalt zu respektieren, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit zu verurteilen und jeder Diskriminierung entgegenzuwirken". Allerdings schränkte die Antwort auch das Engagement auf das minimal Notwendige ein: "Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts hierzu sollen umgesetzt werden."

Bundesregierung verschleppt Reform des Transsexuellengesetzes
Transsexualität als psychische Krankheit? Darauf basiert in Deutschland die Rechtslage, noch. Doch nach SPIEGEL-Informationen lässt sich die Große Koalition sehr viel Zeit bei der Änderung - Deutschland hinkt international hinterher.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Transsexualität aus dem Katalog der psychischen Krankheiten gestrichen. Es wird nun in einem neu geschaffenen Kapitel zu sexueller Gesundheit zu finden sein und unter dem Stichwort "Geschlechts-Inkongruenz" aufgeführt.

Laut dem Transsexuellengesetz in Deutschland müssen betroffene Personen bislang zwei Gutachten einholen, um ihren Vornamen ändern zu lassen. Diese Regelung basiere auf der veralteten Annahme, das Transsexualität eine psychische Krankheit sei, monieren Kritiker. Ändern will die Bundesregierung das Gesetz aber vorerst nicht.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünenhervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Da die Änderungen der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) erst ab 2022 zur Kodierung verwendet werden sollen, strebt die Bundesregierung eine entsprechende Anpassung auch erst zu diesem Zeitpunkt an. Die komplette Anpassung würde mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen, heißt es in dem Papier.

Einzelne Kabinettsmitglieder sprechen sich für eine Reform aus, unter anderem Justizministerin Katarina Barley und Familienministerin Franziska Giffey (beideSPD).

Regierung will Gesetzentwurf für "Dritte Option" für Transpersonen angleichen

Aus dem Papier geht zudem hervor, dass das bisher diskutierte Gesetz zur "Dritten Option" möglicherweise auch für transsexuelle Personen in einer ähnlichen Form gelten wird. Eine Möglichkeit zur "Dritten Option" muss laut dem Bundesverfassungsgericht bis Ende des Jahres geregelt werden. Bislang gilt der Entwurf nur für intersexuelle Menschen - also jene, die ohne ein eindeutig bestimmbares biologisches Geschlecht auf die Welt kommen.

In dem Papier heißt es nun: "Die Bundesregierung beabsichtigt, zeitnah einen Gesetzesentwurf (...) vorzulegen, der Regelungen zum Vornamens- und Personenstandswechsel sowohl für inter- als auch für transsexuelle Personen vorsehen und damit einen weitgehenden Gleichklang der Verfahren für beide Gruppen erreichen soll." Bei dem jetzigen Entwurf zur "Dritten Option" braucht es weiterhin eine ärztliche Bescheinigung, um vorzuweisen, dass eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" vorliege.
Das kritisieren die Grünen. Der LGBT-politische Sprecher Sven Lehman sagte dem SPIEGEL, die Bundesregierung könne die Frage nicht beantworten, warum weiter ärztliche Gutachten verlangt würden. "LGBT" steht für lesbisch, schwul, bi- und transsexuell.

"Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung einer "Dritten Option" beim Geschlechtseintrag schreibt die Bevormundung und Pathologisierung von intergeschlechtlichen Menschen leider weiter fort", sagte Lehmann. Und weiter: "Wenn die Bundesregierung nun ankündigt, diese Verfahren auf transgeschlechtliche Menschen zu übertragen, ist das inakzeptabel."






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