Dienstag, 25. Juni 2019

Island verabschiedet ein Ausweisungsgesetz, das langwierige medizinische Verfahren für Transsexuelle abweist

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

Es wird immer schwerer, Hass und Unwahrheiten wie Diskriminierung  zu entgehen In Zeiten von Fake News, Social Bots und Hate-Speech glauben wir mehr denn je daran, dass Seiten wie https://trans-weib.blogspot.com/eine wichtige Rolle spielen.

It is becoming increasingly difficult to escape hatred and falsehoods such as discrimination  In times of fake news, social bots and hate speech, we believe more than ever that sites like https://trans-weib.blogspot.com/ play an important role.


Island verabschiedet ein Ausweisungsgesetz, das langwierige medizinische Verfahren für Transsexuelle abweist
Island hat am Dienstag (18. Juni) ein Gesetz verabschiedet, das es Transgender und Nicht-Binären erleichtert , ihre persönliche Identität zu ändern .
Das isländische Parlament hat das Gesetz zur Geschlechterautonomie verabschiedet. Dies ermöglicht es Menschen, ihr Geschlecht zu ändern und bietet eine nicht-binäre 'x'-Option.
Vor diesem Gesetz mussten sich Transgender und Nicht-Binäre einem langwierigen Diagnoseprozess unterziehen. Sie mussten sich auch verschiedenen medizinischen Behandlungen unterziehen.
Menschen können nun ihr Geschlecht in der offiziellen Registrierung basierend auf ihrer eigenen Autonomie und Identität ändern.
Die Gesetzesvorlage ermöglicht es auch Personen unter 18 Jahren, mit Zustimmung der Eltern ihren Namen und ihr Geschlecht offiziell zu ändern. Wenn keine Einwilligung der Eltern vorliegt, kann ein Minderjähriger die Änderung mit Zustimmung eines Expertengremiums vornehmen.
"Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, die Selbstbestimmung jedes Einzelnen zu respektieren und zu stärken, da sein eigenes Verständnis der Geschlechtsidentität die Grundlage für die Entscheidungsfindung in Bezug auf seine öffentliche Registrierung ist, da andere hierfür nicht besser geeignet sind", erklärte eine Regierung Pressemitteilung .
"Das Gesetz soll auch das Recht des Einzelnen auf körperliche Autonomie schützen, und es wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um den rechtlichen Status von Kindern mit atypischen Geschlechtsmerkmalen zu gewährleisten."
Auch Ministerpräsident Katrín Jakobsdóttir lobte das Gesetz.
"Um die Rechte der Menschen wirklich zu verbessern, sind politischer Mut und politischer Wille erforderlich", sagte sie. "Mit der Verabschiedung dieser Gesetze nimmt Island international eine Vorreiterrolle ein."

Noch ein Weg, um die intersexuellen Rechte in Island voranzutreiben

Die Transrechtsaktivistin Ugla Stefanía Kristjönudóttir Jónsdóttir war an der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligt. Ursprünglich hatte es eine Sprache, die intersexuelle Kinder schützte und unnötige Operationen verbot.
Dies wurde aus dem endgültigen Gesetzentwurf herausgenommen und in ein Komitee eingebracht, das weiter geprüft werden sollte.
„Obwohl dieses Gesetz viele Rechte garantiert hat, wurden einige Dinge aus dem Gesetz gestrichen. Der vielleicht enttäuschendste Teil war, dass erzwungene und unaufhörliche Interventionen gegen intersexuelle Säuglinge nicht verboten wurden, aber die Angelegenheit wurde in ein Komitee verlegt, das die Angelegenheit weiter untersucht und innerhalb einiger Jahre zu einer Lösung kommt “, schrieb Jónsdóttir auf Facebook .
„Es ist auf jeden Fall gut, dass es nicht vollständig beseitigt wurde, aber es ist meiner Meinung nach eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, dies weiter zu diskutieren, da die körperliche Unversehrtheit der Menschen so schnell wie möglich sichergestellt werden muss.
"Ich hoffe daher, dass das Komitee das weiter diskutieren wird", fuhr Jónsdóttir fort. "Diese Interventionen können nicht fortgesetzt werden."

Quelltext: https://www.gaystarnews.com/article/iceland-identification-law/#gs.lih10o

Gesundheitliche Diskriminierung von Menschen außerhalb des binären Geschlechtersystems

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Gesundheitliche Diskriminierung von Menschen außerhalb des binären Geschlechtersystems


Am heutigen Welttag für psychische Gesundheit, veröffentlicht Transgender Europe (TGEU) einen richtungsweisenden Bericht über die Erfahrungen von Trans*Menschen in der Gesundheitsversorgung. Der sich auf fünf europäische Länder konzentrierende Bericht bestätigt erneut, dass Trans*Menschen im Gesundheitswesen regelmäßig diskriminiert werden und nicht genug für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen getan wird. Der Bericht zeigt zudem, dass die zur Trans*Gemeinschaft zählenden Nicht-Binären beim Zugang zu Gesundheitsleistungen vor besonders hohen Hürden stehen und dass aus ihren Angaben zu ihrer physischen und psychischen Gesundheit zu entnehmen ist, dass es ihnen am schlechtesten von allen geht.

Aus vorhergehenden Studien war bereits hervorgegangen, dass Trans*Menschen unter den LSBT innerhalb der Europäischen Union zu denjenigen gehören, die im Gesundheitswesen am häufigsten mit Diskriminierung konfrontiert sind, wobei jeder fünfte Transgender bereits persönlich Diskriminierung erfahren hat und 70 Prozent aller Transgender über negative Erfahrungen im Gesundheitswesen berichteten.
In den Jahren 2016 und 2017 führte die TGEU, Europas größter Transgender-Dachverband, Studien in Georgien, Polen, Serbien, Spanien und Schweden durch, um die Erfahrungen von Trans*Menschen im Gesundheitswesen weiter zu erforschen. Insgesamt wurden in allen Ländern 885 die Gesundheitsdienste nutzende Transgender und 888 Gesundheitsdienstleister befragt. Mehr als ein Viertel (230) der befragten Nutzer der Gesundheitssysteme identifizierten sich als Nicht-Binäre. 

Selbstbericht zur Gesundheit

In zahlreichen Studien wurde bereits herausgestellt, dass Trans*Menschen besonders anfällig für einen schlechten physischen und psychischen Gesundheitszustand und Suizidgedanken sind. Die Gesundheitsstudie der TGEU ergab, dass 78% der Befragten schon über Selbstmord nachgedacht und 25% bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen hatten. Unter der weitergefassten Gruppe der Trans*Menschen ist es bei den Nicht-Binären erschreckenderweise doppelt so häufig, dass sie ihren Gesundheitszustand als schlecht bezeichnen. Sie waren auch die Gruppe mit dem höchsten Risiko von schlechter psychischer Gesundheit, einschließlich schlechter Stimmung oder Depressionen. In Schweden sagten über die Hälfte der Nicht-Binären, dass ihr Gesundheitszustand schlecht sei, was sie zu der Gruppe mit dem schlechtesten selbstberichteten Gesundheitszustand machte. Spanien und Schweden gehören beispielsweise zu den Ländern, in denen es am unwahrscheinlichsten ist, dass Nicht-Binäre ihrer Geschlechtsidentität entsprechend leben können. In Schweden wird 85% der Nicht-Binären dauerhaft das falsche Geschlecht zugewiesen, auch in der Gesundheitsversorgung. Diese beiden Phänomene können sich weiter negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Nicht-Binären auswirken.

Diskriminierung im allgemeinen Gesundheitswesen

Trans*Menschen werden im allgemeinen Gesundheitswesen, d.h. wenn sie zu ihrem Allgemeinmediziner, Zahnarzt oder anderen Ärzten gehen, regelmäßig in hohem Maße diskriminiert. Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte stellte fest, dass jeder fünfte Trans*Mensch im Gesundheitswesen diskriminiert wird. Der TGEU-Bericht offenbart, dass Trans*Menschen bei Gesundheitsdienstleistern häufig auf mangelndes Fachwissen über Transgender-Anliegen treffen, ihnen unangebrachte Fragen gestellt werden, ihr Geschlecht immer wieder falsch gedeutet wird, sie nicht ernst genommen und beschimpft werden oder ihnen gar die Behandlung verweigert wird. Daher überrascht es vielleicht nicht, dass etwa die Hälfte aller Trans*Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität den Gang zum Arzt vor sich herschieben. Die Frage nach dem Aufschieben des Arztbesuches wurde am zweithäufigsten von Nicht-Binären bejaht. Im Vergleich zu anderen Trans*Menschen waren diese auch in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität den Ärzten gegenüber weniger offen – in Spanien outeten sie sich am seltensten. In Schweden hatten die meisten das Gefühl, dass die Gesundheitsdienstleister ihre Geschlechtsidentität nicht verstehen wollten. Bei den Nicht-Binären war es am wahrscheinlichsten, dass sie keine transgender-freundlichen Ärzte kannten; 80% von ihnen kannten keinen Arzt, an den sie sich ohne Angst vor Diskriminierung wenden konnten.

Diskriminierung bei transgender-spezifischen Gesundheitsdiensten

Zu den transgender-spezifischen Gesundheitsdiensten gehören beispielsweise Arztbesuche für Hormonblocker- oder Hormonbehandlungen oder verschiedene chirurgische Eingriffe sowie die Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsdienste für Tests oder Diagnosen. Der Bericht stellt fest, dass Ärzte immer wieder als Torwächter zwischen Trans*Menschen und der von diesen gewünschten Behandlung fungieren: Die Ärzte glauben im Allgemeinen, dass die Entscheidung ihnen und nicht der betroffenen Trans*Person selbst obliegt, ob sie sich einer Hormonbehandlung oder chirurgischen Eingriffen unterziehen darf. Nicht-Binäre konsultieren transgender-spezifische medizinische oder psychologische Dienste seltener als Transgender, was nicht heißt, dass sie sie nicht beanspruchen wollen. Es liegt vielmehr daran, dass sie Angst vor Vorurteilen und kein Vertrauen in diese Dienste haben. In Serbien werden Nicht-Binären grundsätzlich keine Hormone verschrieben, was häufig dazu führt, dass sie sich „illegal“ Hormone kaufen und sie ohne ärztliche Kontrolle einnehmen, was wiederum ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Die Befragten gaben an, dass sie ihre Ärzte anlügen und behaupten mussten, sie seien tatsächlich binär. In einigen Ländern müssen Trans*Menschen ihre Ärzte über Jahre aufsuchen, bevor diese ihnen eine Hormonbehandlung oder chirurgische Eingriffe gewähren. Nicht-Binäre aus allen an der TGEU-Studie beteiligten Ländern berichteten, dass sie beweisen mussten, in ausreichendem Maße Transgender zu sein oder in das binäre Muster zu passen. In Polen gaben beispielsweise 95% der Trans*Menschen an, sie hätten beweisen müssen, „ausreichend trans“ zu sein, und 92% sagten, dass sie sich für den Zugang zu Gesundheitsdiensten in das binäre Schema hätten pressen lassen müssen. Von den beteiligten Ländern ist Schweden das einzige, in dem es medizinische Richtlinien gibt, die Nicht-Binären ausdrücklich Zugang zu transgender-spezifischen Gesundheitsdiensten gewähren und in denen es heißt, dass diese Leistungen auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden sollten. Allerdings ist die Befolgung dieser Richtlinien nicht obligatorisch.

Rechtliche Anerkennung des Geschlechts

In vielen europäischen Ländern müssen Trans*Menschen sich für diese Anerkennung gegen ihren Willen einer Sterilisation, einer psychiatrischen Diagnose, einer Hormonbehandlung sowie medizinischen Untersuchungen unterziehen und/oder sich scheiden lassen. In Malta, Irland und Dänemark ist jetzt auch eine rechtliche Anerkennung des Geschlechts auf der Grundlage von Selbstbestimmung auch ohne jegliche intrusive medizinische Maßnahmen möglich. Weltweit gibt es allerdings nur eine Handvoll Länder, in denen die Geschlechtsidentität von Menschen anerkannt wird, die außerhalb des binären Geschlechtersystems stehen. In Malta wurde vor einigen Wochen mit „X“ eine dritte Möglichkeit des Geschlechtseintrags in Personalausweisen und Reisepässen eingeführt. In Deutschland konnte eine nicht-binäre Person unlängst die Forderung nach Streichung des Geschlechtseintrags aus seinem/ihrem Personalausweis gerichtlich durchsetzen. Keins der fünf an der Studie beteiligten Länder bietet andere Möglichkeiten des Geschlechtseintrags als männlich oder weiblich. Somit können Nicht-Binäre keinen Ausweis haben, der ihrer Identität entspricht, da es kein entsprechendes Feld zum Ankreuzen gibt. In Spanien können Nicht-Binäre nicht einmal nach der Erfüllung der für Transgender geltenden Voraussetzungen, die eine Diagnose und zwei Jahre Behandlung umfassen, eine Anerkennung ihres Geschlechts bekommen. Verständlicherweise sprach sich die große Mehrheit der Nicht-Binären dafür aus, dass die rechtliche Anerkennung des Geschlechts ohne jegliche medizinische Voraussetzungen erfolgen sollte (98%) und dass es viele verschiedene Optionen des Geschlechtseintrags im Personalausweis geben sollte (93%).

Nicht-Binäre dürfen nicht außen vor gelassen werden

Es ist wichtig, dass Staaten und Gesundheitsdienstleister sich der Hürden bewusst werden, die Nicht-Binäre überwinden müssen, um Zugang zu allgemeinen und transgender-spezifischen Gesundheitsleistungen zu bekommen oder eine rechtliche Anerkennung ihres Geschlechts zu erwirken. Ebenso wichtig ist, dass Nicht-Binäre in Programme miteinbezogen werden, die auf eine Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit von Trans*Menschen abzielen. Zudem müssen alle transgender-spezifischen Gesundheitsdienste auf die individuellen Bedürfnissen zugeschnitten und auch die der Nicht-Binären berücksichtigt werden. Es ist unerlässlich, dass in der Ausbildung von Gesundheitsdienstleistern ausdrücklich auf die Bedürfnisse von nicht-binären Nutzern des Gesundheitswesens eingegangen wird. Es ist zwar lobenswert, dass immer mehr europäische Länder eine rechtliche Anerkennung des Geschlechts auf der Basis der Selbstbestimmung akzeptieren wollen, aber sie müssen letztlich auch daran denken, dass es für Nicht-Binäre möglicherweise kein Kästchen zum Ankreuzen gibt. Eine einfache und effektive Art und Weise, hier Abhilfe zu schaffen, wäre eine Vielzahl von Optionen für die Geschlechtsidentität und dazu jedem/jeder die Möglichkeit zu bieten, ganz auf einen Geschlechtseintrag im Personalausweis zu verzichten.


Transgender genießen in Deutschland viele Rechte, doch auch Unverständnis und Diskriminierung sind in ihrem Leben steter Begleiter // Los transexuales disfrutan de muchos derechos en Alemania, pero incluso la incomprensión y la discriminación son compañeros constantes en sus vidas. /// Transgenderes enjoy many rights in Germany, but even incomprehension and discrimination are constant companions in their lives

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

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Eine Verwandlung, die nicht nur Freiheit bedeutet

Transgender genießen in Deutschland viele Rechte, doch auch Unverständnis und Diskriminierung sind in ihrem Leben steter Begleiter


Die 29-Jährige Transgender Naomi hatte schon immer das Gefühl, das etwas mit ihr nicht stimme: »Mit 18 Jahren dachte ich, ich sei homosexuell. Ich war wütend, weil ich die von der Gesellschaft und von der Familie erwartete soziale Rolle nicht erfüllen konnte«, berichtet sie. Erst mit 25 Jahren und nach reichlich Recherche stellte sie fest, dass sie weder homosexuell noch ein Mann sei. »Die Situation hatte absolut nichts mit meinen sexuellen Präferenzen, sondern mit meiner sexuellen Identität zu tun.« Wie Naomi geht es vielen Transgendern. Und obwohl sie in Deutschland viele Rechte genießen, ist das Leben hierzulande keineswegs einfach.
So steht es Transgendern seit 1980 gesetzlich zu, ihren Vornamen und die Geschlechtsangabe in ihrem Personalausweis zu ändern. Hinzu kommt, dass im Jahre 2011 das Gesetz abgeschafft wurde, das Unfruchtbarkeit zur Voraussetzung für die Änderung des Geschlechtseintrages machte.
Für Naomi waren das aber nicht die drängendsten Fragen. Entscheidend war es für sie, den Unterschied zwischen Geschlechtsidentität, Präferenzen und sexueller Orientierung zu erkennen. Das erste gibt an, wer man ist – Mann, Frau oder ein drittes Geschlecht. Das Zweite zeigt, zu welchem Geschlecht man sich sexuell angezogen fühlt. Und die Orientierung beschreibt die Art der Beziehung. »Die Geschlechtsidentität zeigt lediglich, wie man sich fühlt und sich selbst kennen lernt«, so Naomi.

Wenn aus Mutter ein Mann wird

Henry, der früher eine Frau war, erlebte es anders: »Ich wusste von klein auf, dass ich ein Junge bin. Ich spielte lieber mit Jungs, verstand sie besser als Mädchen. Aber ich konnte nichts tun. Ich spielte die Rolle, die von der Gesellschaft erwartet wurde«, sagt der 42-Jährige Transgender. »Ich lebte das Leben einer Frau, heiratete und bekam Kinder. Die ganze Zeit versuchte ich eine gute Frau, Ehefrau und Mutter zu sein. Doch ich litt in meiner Ehe. Ich versuchte das Gefühl, ein Mann zu sein, zu ignorieren, dachte ich sei paranoid. Erst mit 39 Jahren verstand ich, wer ich wirklich bin.«
Naomis und Henrys Familien taten sich schwer mit dieser Erkenntnis. So brach Naomis konservativer Bruder jeglichen Kontakt zu ihr ab. Und ihre Mutter besteht noch heute darauf, sie mit ihrem alten Namen anzusprechen. Nur ihre Schwester und ihr Vater gewöhnten sich mit der Zeit langsam daran, sind verständnisvoller und akzeptieren es.
Naomis Leiden begann schon, nachdem sie bekannt gab, homosexuell zu sein, da ihre Familie zu Beginn selbst das nicht akzeptierte. Henrys Sorge galt seiner Tochter, die erst 14 Jahre alt war, als er seine wahre Identität preisgab. Das Mädchen fürchtete damals, keine Mutter mehr zu haben. In Gesprächen mit Psychiatern erfuhr sie jedoch, dass diese Situation normal sei, öfters vorkomme und dass alles gut werden würde. So verteidigte Henrys Tochter schließlich sogar ihre Mutter, die zu einem Mann wurde, vor ihren Großeltern.

Bloß nicht auffallen

In der Schulzeit war an solches Verständnis nicht zu denken. Ihre Mitschüler akzeptierten Naomis und Henrys Anderssein nicht. Oft wurde Naomi, damals noch ein schüchterner Junge, deswegen geächtet. Sie widmete sich dem Gedichteschreiben, machte Musik. Henry, damals noch ein Mädchen, wurde als Teenager sogar geschlagen – und das nicht nur einmal. »Heute widerspricht mir wegen meines maskulinen Aussehens keiner mehr«, sagt er.
Doch Naomi leidet noch heute. Ihre Stimme ist tiefer, daher begleitet Henry sie stets. Sie trägt ausschließlich neutrale Kleidung, keine Schminke, um die Leute nicht zu verärgern. Zudem möchte sie nicht, dass sie die Verwandlung mitbekommen, damit sie sie nicht verletzen.
In Naomis Beruf blieb nichts, wie es war: Sie ist Journalistin, alles lief gut, bis sie im Büro von ihrer Verwandlung erzählte. Naomi wurde gekündigt, allerdings mit einer anderen Begründung. Mitten in ihrer Transformation wechselte sie die Agentur. Zu Beginn lief alles gut. Alle dachten, sie sei ein homosexueller Mann. Nach ihrer Verwandlung änderte ihr Arbeitgeber sogar ihren Namen, ihre Email-Adresse, erlaubte ihr die Damentoilette zu benutzen – alles lief auf offizieller Ebene. Doch inoffiziell wurde ein Mangel an Wertschätzung von Seiten der Kollegen und des Vorgesetzten offensichtlich. »Sie nahmen mich nicht mehr Ernst und ignorierten meine Themenvorschläge für Artikel. Zum Schluss bekam ich nicht mal mein Geld«, sagt sie. Im neuen Job laufe dagegen alles besser, dort stellte sich Naomi als transformierte Frau vor.

Kündigung bei Transformation

Henrys Arbeitgeber war von Anfang sehr direkt, sagte, dass er nicht bleiben könne, da er bei der Geschlechtsumwandlung viel Testosteron einnehmen und dadurch nervöser und aggressiver sein werde. Aus diesem Grund wurde er gekündigt.
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon abgesehen hat, Homosexualität als physische Krankheit zu klassifizieren, stuft sie eine Geschlechtsumwandlung noch immer als Geisteskrankheit ein. Das sorgte dafür, dass viele Transgender die Transformationsprozedur verweigerten – sie erfordert die Erlaubnis zweier Psychiater.
Henry und Naomi sagen, sie haben Verständnis für die Angst vieler Menschen vor der LGBTQ-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Queer). Sie verstünden die Ursachen dieser Phobie. So sehen Transgender anders aus als nicht transformierte Menschen, denn oft bleibt die Form des Gesichts oder das äußere Erscheinungsbild eine Mischung aus Männlich- und Weiblichkeit. »Die Leute erschrecken sich vor mir, wenn ich anfange zu sprechen und sie herausfinden, dass ich eine tiefe Stimme habe, die eher einer Männerstimme ähnelt«, sagt Naomi.
Bei Angst und Unverständnis bleibt es jedoch auch in der freien Welt nicht immer. Laut Statistiken von Transgender Europe wurden zwischen dem 1. Oktober 2016 und dem 30. November 2017 insgesamt 325 Transpersonen getötet. Dabei steht Brasilien an oberster Stelle, gefolgt von Mexiko und den USA. Die Studie bestätigt auch, dass Transgender nicht nur unter Gewalt leiden, sondern auch unter unterschiedlichen Arten der Unterdrückung wie Rassismus, allgemeine Diskriminierung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Fremdenfeindlichkeit sowie Hass auf Sexarbeiter. In Frankreich, Italien, Portugal und Spanien waren 69 Prozent der Getöteten Migranten, kamen hauptsächlich aus Afrika, Zentral- und Südasien. In den USA sind unter den Opfern hauptsächlich Schwarze Menschen und Indigene.

Wie die Mikrodosierung von Testosteron mein Leben verändert hat //// Cómo la microdosificación de testosterona ha cambiado mi vida.

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Wie die Mikrodosierung von Testosteron mein Leben verändert hat

Ich wusste, dass ich nicht binär bin, aber ich hatte Angst, meinem Arzt zu sagen, dass ich nicht vollständig von weiblich zu männlich wechseln wollte. Ich dachte, ein Zwischenziel zu finden, wäre nicht erlaubt.

Das letzte Mal, dass ich Testosteron nahm, war vor ungefähr einem Jahr. Meine Dosierung betrug 20 mg alle zwei Wochen - weit weniger als die typische Dosierung für jemanden, der einen vollständigen Übergang von weiblich zu männlich anstrebt.

Diese liegt zwischen 50 mg und 100 mg pro Woche. Ich bin nicht binär und ich bin nicht daran interessiert, mich der Welt als „Mann“ zu präsentieren, basierend auf irgendwelchen veralteten physikalischen Kriterien, die diese Annahme einladen könnten. Als ich die kleine Menge T nahm, die ich tat, waren die resultierenden körperlichen Änderungen subtil. Im Laufe der Monate verteilte sich mein Körperfett, meine Schultern verbreiterten sich und mein Gesicht veränderte sich von weich zu hart, als sich mein Kieferwinkel abzeichnete. 

Die schlimmste Veränderung war, dass ich mich in meinem Körper viel wohler fühlte.

Ich bezeichne meinen Behandlungsplan als "Mikrodosierungshormone". Ich weiß nicht, wie es andere Leute nennen, da es relativ wenige öffentliche Berichte von anderen nicht-binären Leuten gibt, die Hormone auf diese Weise verwendet haben - ich habe nur Ähnliches gesehen Konten, die auf Instagram besprochen wurden, obskure Blogs und der gelegentliche Reddit r / NonBinary- Thread. 

Der Mangel an Informationen rund um die Mikrodosierung ist einer der vielen Gründe, warum ich Probleme hatte, genau das zu finden, was ich brauchte.

Lange bevor ich die Sprache für "nicht-binär", geschweige denn für Mikrodosierung hatte, versuchte ich instinktiv herauszufinden, was mich am meisten "fühlte". Meine erste Erfahrung mit geschlechtsspezifischer Nichtübereinstimmung fand am Strand statt, als ich ungefähr vier Jahre alt war . Mein Vater sagte, ich könnte meinen eigenen Badeanzug wählen, also nahm ich mir ein Paar rote Boardshorts für Feuerwehrautos. Bei der Geburt wurde mir eine Frau zugewiesen, aber meinem Vater war es egal, ob meine Kleidung mit der Kleidung der Mädchen übereinstimmte - er konnte sagen, dass die Shorts mich glücklich machten (obwohl er nicht wusste, dass es das war, was ein anderes Kind hatte) nannte mich einen Jungen, als ich sie zum ersten Mal trug). Mit dem Wasser, das gegen meine Brust schlug, fühlte ich mich frei. Ich hatte keinen Sinn, dass mein Badeanzug als abnormal angesehen werden könnte, bis meine Mutter mir etwas anderes beigebracht hatte. Für sie ließen mich die Shorts wie ein „Niño“ aussehen ."Oder ein Junge, und sie wollte nicht, dass die Abuelas den Jungen mit durchbohrten Ohren anschießen ." Bis dahin wusste ich nicht, was mein Geschlecht oder was es für andere Menschen bedeutete.
Mein Verständnis, eine Mischung aus Jungen und Mädchen zu sein, wuchs erst von da an. In der Mittelschule habe ich mir einen männlichen Zweitnamen ausgedacht - mein Original war Marie, aber ich sagte, dass es Michael war - und als ich mich anderen Schülern vorstellte, habe ich immer darauf geachtet, dass ich ihn mit einbezog. Normalerweise waren meine Klassenkameraden verwirrt, was ich insgeheim liebte. Als mein Spanischlehrer mir Spitznamen zuordnete, fragte ich am Ende nach einem Namen ohne „a“ oder „o“.
Nach Jahren, in denen ich meine Präsentation und Selbstdarstellung überarbeitet hatte, kam ich zu meiner Mutter als Transsexuelle, als ich noch in der High School war. Dies war das zweite Mal, dass ich herauskam, das erste Mal, als ich meiner Mutter sagte, ich sei schwul, nachdem sie mich erwischt hatte, wie ich meine erste Freundin auf mein Bett kuschelte. Ich war genauso besorgt wie beim ersten Mal - ich hatte den überwältigenden Drang, das Gespräch ganz zu überspringen. Stattdessen stieß ich die Worte „I'm trans“ aus und das Gesicht meiner Mutter war schockiert, als ich schluchzte. Ich versuchte zu erklären, wie ich, als ich mir mein ideales Ich vorstellte, männlich und hübsch war. Was ich damals von Vergänglichkeit gesehen hatte, beruhte immer noch darauf, entweder Junge oder Mädchen zu sein und das zu umarmen, fühlte sich für die Menschen um mich herum als die einzige Möglichkeit an, lesbar zu werden, obwohl ich unbewusst fühlte, dass beides nicht richtig war.
Meine Mutter und ich gingen zusammen zur Therapie, um meinen Wunsch, ein Junge zu sein, auszupacken. Ich hatte Angst vor einem vollständigen medizinischen Übergang. Bilder von Transmännern zu betrachten war sowohl tröstlich als auch nicht - ein Dunst der Unsicherheit. Ich verbrachte meine Therapiesitzungen damit, diesen Dunst zu beschreiben, während ich ein kühles Äußeres behielt, um zu zeigen, dass ich nicht durch Fragen verärgert war, die mich in „männlich“ und „weiblich“ verstrickten.
„Möchtest du eines Tages ein Ehemann sein oder eine Ehefrau?“, Fragte mein Therapeut.
"Ich wünschte nur, es gäbe andere Worte für diese Rolle." Es war die einzige Antwort, die ich hatte.
Ich fand erst vier Jahre später, als ich 21 Jahre alt war, ein passenderes. Ich verbrachte die ersten drei Monate des Jahres 2014 damit, fieberhaft einen Blog von jemandem namens Micah zu lesen, der sich selbst als „nicht-binär“ bezeichnete. Es war das erste Mal, dass ich habe das Wort gehört. Der Autor beschrieb ihren Übergang, bei dem es sich um Mikrodosierungshormone handelte. Als ich im Laufe der Jahre über dieses Auf und Ab von niedrig dosiertem Testosteron las, entdeckte ich, was ich die ganze Zeit über gewusst hatte: Ich war geschlechtswidrig - etwas, das ich nur sehen konnte, als ich erfuhr, dass Testosteron ein Werkzeug sein konnte für das verkörpern.
Am Morgen meines ersten Arzttermins machte ich mit meinen unterstützenden Mitbewohnern ein Gruppenfoto, nachdem ich nur ihnen von meinem Plan erzählt hatte, diesen neu entdeckten Übergang zu machen. Ich hatte zu viel Angst, es meinen Eltern zu sagen, weil ich wusste, dass das Wort „Testosteron“ mit einer Fülle von Fragen einhergehen würde, die die Umrisse einer neuen männlichen Figur zeichnen würden, die ich nicht werden wollte. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Termin, aufgeregt, aber nicht sicher, was mich erwarten würde. Nachdem ich dachte, dass „nicht-binär“ sich in mein Selbstverständnis eingelebt hatte, ging ich davon aus, dass das Schmieden meines eigenen Geschlechterexperiments irgendwie nicht erlaubt war, also habe ich es ruhig gehalten. Als ich mit meinem Arzt sprach, war ich überrascht, wie schnell meine Zunge das Wort „Mann“ formte und Lügen darüber ausstieß, dass ich einer werden wollte.
Am Ende des Termins eine weitere Überraschung: Ich könnte gleich nach unten gehen, Testosteron aufnehmen und lernen, wie man es an diesem Tag injiziert. Obwohl ich erwartete, dass dies mir Freude bereiten würde, nahm es mir den Strich: Ich erhielt eine Dosis, die meiner Lüge entsprach. Ich entschuldigte mich, dass ich einen Freund bräuchte, der mir eine Spritze verabreichte, und verließ die Klinik ohne Testosteron. Ich fühlte mich besiegt und zweifelte.
Meine Erfahrung ist nicht so ungewöhnlich, wie ich damals dachte. Eine Studiedes LGBT Health Education Center aus dem Jahr 2014 ergab, dass mehr als 40 Prozent der befragten medizinischen Fachkräfte nicht mit der Diskussion und Behandlung von Fragen der Geschlechtsidentität vertraut waren. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Ich sprach mit Zil Goldstein, dem stellvertretenden Direktor für Medizin in Callen-Lorde, einer New Yorker Klinik, die die Versorgung von LGBTQIA + -Personen anbietet. Er sagte mir:
Über [niedrige Dosen von Testosteron verschreiben] wurde schon viel länger gesprochen, als die Leute glauben. So sehe ich alle Transgender-Pflege für Menschen mit nicht-binärer und binärer Geschlechtsidentität: Die Person, die die Pflege erhält, ist der Kapitän des Schiffes. Ich bin der Navigator. So kümmern wir uns um alle.
Obwohl Kliniken wie Callen-Lorde, die sich auf die Geschlechtsidentität konzentrieren, möglicherweise eine längere Vorgeschichte dieser Behandlung für nicht-binäre Patienten haben, hat Goldstein einen Punkt: Die Verschreibung niedrigerer Dosen von Testosteron ist im breiteren medizinischen Bereich nicht ungewöhnlich. Nach Angaben des Standards of Care Guide der World Professional Association für Transgender Health :
Einige Menschen streben eine maximale Feminisierung / Maskulinisierung an, während andere eine Erleichterung durch eine androgyne Erscheinung verspüren, die sich aus der hormonellen Minimierung bestehender sekundärer Geschlechtsmerkmale ergibt andere Erkrankungen und Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Fragen.
Die meisten Darstellungen von Vergänglichkeit basieren jedoch auf dem Binären - wie Laverne Cox auf dem Cover von TIME oder Laith Ashley als Pit-Mitglied bei RuPaul's Drag Race . Die Akzeptanz, die diese Plattformen bieten, beruht auf einem vereinfachten, cisheteronormativen Verständnis der Vergänglichkeit. Für nicht-binäre Menschen kann dies als Bestätigung dafür dienen, dass populäre Erzählungen über Vergänglichkeit in anderen cis-Kontexten davon ausgehen, inwieweit sich ein Individuum in seinem „vollständigen“ medizinischen Übergang befindet. Microdosing lehnt diesen Begriff ab, da es sich um einen Prozess handelt, der kein hartes und schnelles „Ende“ hat.
Meine Unruhe und Angst, einem Arzt zu sagen, wie ich mich wirklich weniger fühlte, als ich zu Micahs Blog zurückkehrte und beschloss, es noch einmal zu versuchen, diesmal mit mehr Offenheit. Als ich nach Callen-Lorde zurückkehrte und erfolgreich ein Drehbuch erwarb, das meinen Bedürfnissen entsprach, war ich mir sicher, was ich wollte. Ich erklärte meinem Hausarzt, dass ich nicht binär bin und dass die Änderungen langsam sein sollten - sogar eisig, wenn ich die Wahl hatte. Wir hatten ein offenes Gespräch, bei dem ich ein warmes Gefühl im Magen hatte. Ich hatte kein Geheimnis bewahrt.
In einer Welt, in der nicht-binäre Menschen das Gefühl haben, nicht nur reflektiert zu werden, sondern auch Zugang zu Geschichten anderer zu haben, die ihre eigenen Wege zum Übergang gefunden haben, halte ich Mikrodosierung nicht für so ungewöhnlich. Ich freue mich sehr auf die Zukunft, die ich in den Bildern sehe, die ich spät in der Nacht auf meinem Feed vorbeirolle, wenn ich am dringendsten Bestätigung brauche. Die Leute in ihnen - meine Kollegen und Leute mit mehr Sichtbarkeit, wie Alok , Aaron Philip , Shamir und Chella Man- gehen wie ich neue Wege. Sie haben Körper, in denen ich meine eigenen sehe: nicht weiß, weich an den Rändern, sprießendes Gesichtshaar, beide hübsch, hübsch und mehr. Sie zeigen mir, dass es amorph ist, nicht binär zu sein. Es kommt ohne vorgeschriebene Art zu sein, ohne Erwartungen. Ich benutze Testosteron, um auf diese Freiheit zuzugreifen, und bewege mich langsam zu einem weichen, vergebenden Ort, an dem ich sanft, hart, mutig und zurückhaltend sein kann. Mich selber.

Freitag, 21. Juni 2019

Das ist rechtlich erlaubte Genitalverstümmelung /// Eso es mutilación genital legal /// That's legal genital mutilation.

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"Das ist rechtlich erlaubte Genitalverstümmelung"

"Das ist de facto eine rechtlich erlaubte Genitalverstümmelung", bringt es Salzburgs Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt auf den Punkt. "Das" betrifft die derzeit in Österreich übliche Operation von intersexuell geborenen Kindern. "Das sind Kinder, die mit Anteilen beider Geschlechter oder mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren werden – und mit einem bis zwei pro 1.000 Neugeborenen sind das gar nicht so wenige."

"Es geht um das Selbstbestimmungsrecht"

"Es geht darum, dass Betroffene selber entscheiden können, ob und wie sie sich operieren lassen wollen. Für eine Brust-OP zum Beispiel muss man ja auch 18 Jahre alt sein – es sei denn es gibt ein Gutachten, das eine psychische Belastung attestiert, dann geht es auch früher. Daran angelehnt könnte man auch das Thema Operation von Intersex-Personen regeln", so die Kinder- und Jugendrechtsexpertin.

Mehr als "männlich" und "weiblich" im Reisepass

Aber auch auf anderer Ebene gebe es viel zu tun. "In Deutschland besteht bei Geburtsurkunde und Reisepass neben "männlich" und "weiblich" auch die Möglichkeit "anders" als Geschlecht anzugeben. "Das finde ich schon ziemlich mutig, und ich würde mir das für Österreich auch wünschen, weil wir damit auch Normalität mit Intersexualität an den Tag legen würden."

"Zwischengeschlechtlichkeit ist keine Krankheit"

Eine wichtige Forderung der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften betrifft die Weltgesundheitsorganisation WHO. Denn in ihre international anerkannten Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen wird Intersexualität als "Störung der Geschlechtsidentität" und damit als Krankheit definiert. "Das muss gestrichen werden, denn das bewirkt ja, dass betroffene Babys und Kinder operiert werden. Intersexualität ist aber keine Krankheit und diese Zwangsoperationen – auch noch während der Pubertät, in der Zwischengeschlechtlichkeit oft erst sichtbar werde – führten bei Betroffenen zu Libidoverlust, posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und sogar Suizid. Das widerspreche massiv der Kinderrechtskonvention, wonach das Kindeswohl an erster Stelle stehen müsste und jedes Kind das Recht auf Schutz seiner Identität sowie auf ein Höchstmaß an Gesundheit und körperlicher Unversehrtheit habe.
Und: Auch bei der Ausbildung, in der Lehre und bei Fortbildungen müsse Intersexualität zum Thema bei medizinischen Gesundheitsberufen werden – auch um Eltern betroffener Kinder aufklären zu können.

Quelltext: https://www.google.com/search?q=Genitalverst%C3%BCmmlung+Intersex-Baybis+geht+weiter&rlz=1C1CHBF_deDE851DE851&tbm=isch&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwjprsPupPriAhWNqaQKHcTyBzcQ_AUICigB&biw=1024&bih=625&dpr=1#imgrc=CljG7_N2kfuvOM:

Intersexualität: Sind Genitaloperationen Verstümmelung /// Intersexuality: Genital operations are mutilation ///Intersexualidad: las operaciones genitales son mutilaciones.

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

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Intersexualität: Sind Genitaloperationen Verstümmelung

Junge oder Mädchen? Nicht bei jedem Baby lässt sich diese Frage so einfach beantworten. Soll man diese Laune der Natur operativ korrigieren oder gibt es ein "drittes Geschlecht"? Intersexualität heißt dieses Phänomen, also "Zwischengeschlecht", das bei etwa einem Kind unter 5000 Neugeborenen auftritt.


Wenn das Geschlecht nicht eindeutig ist

Bei einem von etwa 5000 Neugeborenen ist nach Schätzungen von Medizinern das Geschlecht nicht klar erkennbar. Die betroffenen Kinder kommen mit Fehlbildungen der Hoden, der Eierstöcke oder der äußeren Geschlechtsmerkmale zur Welt. So haben beispielsweise Mädchen eine penisartig vergrößerte Klitoris, ihr inneres Genital und auch ihre sexuelle Identität sind jedoch weiblich. In anderen Fällen produzieren genetisch männliche Kinder keine männlichen Hormone, so dass sie äußerlich weiblich wirken.
Mit den neuesten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten dieser angeborenen Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung (Disorders of Sex Development, DSD) befasste sich im Mai eine internationale Tagung in Lübeck zum Thema Intersexualität. Die Betroffenen-Organisation "Zwischengeschlecht.org" rief zu Protesten gegen das Treffen auf. Sie wirft den Medizinern "menschenrechtswidrige Genitalverstümmelung an Zwittern" vor.

Protest gegen Tagung über Intersexualität

An der Veranstaltung nahmen mehr als 120 Wissenschaftler teil, unter anderem aus den USA und Australien. Seit rund zehn Jahren kümmern sich am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) Kinder- und Jugendärzte, Hormonspezialisten, Chirurgen und Humangenetiker um die Betreuung von betroffenen Familien, erforschen speziell die Rolle der Hormone bei den meist vererbten Störungen. In ganz Europa gibt es solche Arbeitsgruppen, die im Netzwerk EuroDSD zusammengeschlossen sind und die in Lübeck ihre Forschungsergebnisse vorstellen.
Die Aktivisten von "Zwischengeschlecht.org" dagegen bezeichnen das Netzwerk als eine der "weltweit größten internationalen Genitalverstümmler-Organisationen". Sie propagiere medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen, die mit der Beschneidung von Mädchen in islamisch geprägten afrikanischen Ländern vergleichbar sei, heißt es in einem Aufruf der Organisation.

Familien mit einbeziehen

"Wir nehmen die Proteste sehr ernst", sagte der Leiter der Tagung, Olaf Hiort von der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin am UKSH. "Doch in den letzten 15 Jahren haben sich die Behandlungsmethoden dieser Störungen und auch der Zugang dazu grundlegend geändert. Es gibt schonendere Operationsmethoden, verfeinerte Hormontherapien und vor allem werden die Familien von Anfang an bei der Überlegung mit einbezogen, welche Behandlungsmethoden infrage kommen."

Durch OP Normalität ermöglichen

"Nicht in allen Fällen muss sofort operiert werden. Aber früher oder später stehen Eltern doch vor der schwierigen Entscheidung, in welchem Geschlecht das Kind aufwachsen soll", sagte Hiort. "Im gewissen Sinne sind es tatsächlich kosmetische Operationen", räumt Hiort ein. "Aber es geht ja auch darum, Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen möglichst nah an der Normalität zu ermöglichen", sagte er.


Ärzte in der Pflicht bei Intersexualität Ethikrat empfiehlt ein drittes Geschlecht

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

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Ärzte in der Pflicht bei Intersexualität Ethikrat empfiehlt ein drittes Geschlecht


Jedes Jahr kommen in Deutschland einige Hundert Babys zur Welt, die nicht eindeutig weiblich oder männlich sind. Der deutsche Ethikrat fordert jetzt, ein drittes Geschlecht einzuführen.

In seiner heute veröffentlichten Stellungnahme zum Thema Intersexualität, empfiehlt der deutsche Ethikrat unter anderem, im Personenstandsrecht eine dritte Kategorie für das Geschlecht einzuführen. Das Gremium ist der Auffassung, dass ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und das Recht auf Gleichbehandlung vorliegt, wenn Menschen, die sich wegen ihrer körperlichen Konstitution weder dem Geschlecht weiblich oder männlich zuordnen können, rechtlich gezwungen werden, sich auf dem Standesamt einer dieser Kategorien zuzuordnen.

Der Ethikrat empfiehlt: „Es sollte geregelt werden, dass bei Personen, deren Geschlecht nicht eindeutig feststellbar ist, neben der Eintragung als „weiblich“ oder „männlich“ auch „anderes“ gewählt werden kann.“ Er empfiehlt außerdem, dass kein Eintrag erfolgen muss, bis der Betroffene sich selbst entschieden hat.


Die 26 Mitglieder des Ethikrats beschäftigen sich mit moralisch umstrittenen gesellschaftlichen Fragen, von Babyklappe bis Präimplantationsdiagnostik. Neben Wissenschaftlern gehören dem unabhängigen Gremium Vertreter des öffentlichen Lebens und der Kirchen an. Die Sachverständigen werden je zur Hälfte vom Bundestag und von der Bundesregierung vorgeschlagen und für vier Jahre berufen.

In Deutschland leben nach Schätzungen zwischen 80 000 und 120 000 Menschen, die schon als Babys nicht ins Raster passten. Ihre Chromosomen, Geschlechtsorgane, sekundären Geschlechtsmerkmale, Gene, Hormone und Keimdrüsen sind nicht alle demselben Geschlecht zuzuordnen.


Das unfassbare Leid der Betroffenen


In seiner 110 Seiten starken Stellungnahme geht der deutsche Ethikrat ausführlich auf das Schicksal intersexueller Menschen ein. Er veröffentlicht unter anderem zwei Berichte Betroffener. In einem Fall kam ein Junge 1965 mit nicht eindeutigem Genital zur Welt. Die Ärzte im Krankenhaus stellten zwar fest, dass er einen männlichen Chromosomensatz und Hoden im Bauchraum hatte. Trotzdem kastrierten sie das Baby im Alter von zweieinhalb Monaten ohne Einwilligung der Eltern. Sie erfuhren erst später von dem Eingriff, als die Ärzte sie anwiesen, wie das Kind zu erziehen sei: „Das Kind ist ein Mädchen und wird es bleiben, die ganze Erziehung hat sich danach zu richten. Mit niemandem außer den Eltern und dem Arzt (..) soll über die Geschlechtfrage weiter diskutiert werden.“

Klares Signal gegen Genitalverstümmelung


Lucie Veith ist Vorsitzende des Vereins Intersexuelle Menschen e.V. und wird, wie sie gegenüber FOCUS Online sagte, „als Frau wahrgenommen“. Für Lucie Veith steht fest: Es gibt ein drittes Geschlecht und das muss endlich gesetzlich anerkannt werden. „Ich erhoffe mir deshalb ein klares Signal gegen Genitalverstümmelung von intersexuellen Kindern.“

Als Genitalverstümmelung bezeichnet Lucie Veith die angleichenden Operationen nach der Geburt. Denn auch heute noch werden intersexuelle Kinder häufig rigorosen Operationen unterzogen, damit sie der Norm entsprechen. „Jährlich kommen zwischen 120 und 350 Kinder mit besonderen Genitalien zur Welt“, sagt Lucie Veith. „Meist wird diesen Kindern innerhalb einer Woche nach der Geburt ein Geschlecht zugewiesen, um sie standesamtlich melden zu können.“ Noch sei es üblich, dass 90 Prozent dieser Kinder zu Frauen gemacht würden. „Es ist eben leichter ein Loch zu graben als einen Baum aufzustellen.“

Der deutsche Ethikrat gibt in seiner Stellungnahme auch klare Empfehlungen für die Behandlung Intersexueller. Er fordert, dass sie vor medizinischen Fehlentwicklungen und Diskriminierungen in der Gesellschaft geschützt werden müssen. Dafür solle die medizinische und psychologische Beratung von Intersexuellen und ihren Eltern sowie die Diagnostik und Behandlung nur in dafür qualifizierten Kompetenzzentren mit interdisziplinär zusammengesetzten Mitarbeitern erfolgen dürfen.

Folgen einer menschenverachtenden Behandlung


Irreversible Maßnahmen zur Geschlechtszuordnung stellten einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit dar. Die Entscheidung über solche Eingriffe sollte deshalb grundsätzlich von den entscheidungsfähigen Betroffenen selbst erfolgen. Nur in Ausnahmen sollten andere eine Entscheidung treffen können und das nur nach ausführlicher Beratung und unter Umständen unter Einbeziehung des Familiengerichts.

Wie nachhaltig die Eingriffe der Ärzte das Leben des Betroffenen überschattete, schreibt er in seinem Erfahrungsbericht: „Ich werde jedoch mein Leben lang unter den Folgen dieser menschenverachtenden Behandlung leiden. Ich bin weder Mann, noch Frau, aber vor allem bin ich auch kein Zwitter mehr. Ich bleibe Flickwerk, geschaffen von Medizinern, verletzt, vernarbt.“


Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...