Montag, 29. Juli 2019

Die Gay Pride unpolitisch? Was für ein Unsinn! /// El orgullo gay no político? Qué tontería! /// The Gay Pride unpolitical? What a nonsense!

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

Es wird immer schwerer, Hass und Unwahrheiten wie Diskriminierung  zu entgehen In Zeiten von Fake News, Social Bots und Hate-Speech glauben wir mehr denn je daran, dass Seiten wie https://trans-weib.blogspot.com/eine wichtige Rolle spielen.

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Die Gay Pride unpolitisch? Was für ein Unsinn!

Der Christopher Street Day als politische Demonstration ist und bleibt wichtig! 

Hatten viele nicht schon orakelt, dass es nach der Öffnung der Ehe 2017, einer Kernforderung der schwul-lesbischen Bewegung, bergab ginge mit dem CSD und der Mobilisierbarkeit der Community? Der Christopher Street Day als politische Demonstration ist und bleibt wichtig, so der Tenor unseres Samstagskommentars*.

Jedes Jahr dieselbe Diskussion: Der CSD ist zu kommerziell, die Veranstaltung zu politisch geworden. Was die Kommerzialisierung angeht – die ist nicht zu übersehen, wenn Trucks der Deutschen Bank oder des Springer Verlages teilnehmen, was selbstverständlich Teil ihrer Selbstvermarktung ist. In anderen europäischen Städten wie Ljubljana sieht das ganz anders aus: Dort ist es Firmen untersagt, teilzunehmen und zu werben. Machte man das in Berlin, es wäre eine deutlich kleinere CSD-Parade. Nicht automatisch eine schlechtere, aber die Sichtbarkeit wäre nicht dieselbe.
CSD Berlin erwartet eine Million MenschenMit der Sichtbarkeit kommt auch die politische Komponente. Dass sich alle Mitglieder der LGBTIQ-Familie beim CSD zeigen können und dass so viele Unterstützer*innen mitlaufen – in der Hauptstadt werden bis zu eine Million Menschen erwartet, es sind 98 Fahrzeuge und 41 Fußgruppen unterwegs –, ist ein Wert an sich. Hatten viele nicht schon orakelt, dass es nach der Öffnung der Ehe 2017, einer Kernforderung der schwul-lesbischen Bewegung, bergab ginge mit dem CSD und der Mobilisierbarkeit der Community?
Das Gegenteil ist offenbar der Fall. Mag sein, dass sie der Party-Charakter der Parade anzieht, die Musik, die laut von den Trucks schallt. Von mir aus. Wer sagt denn aber, dass Demonstrieren nicht auch Spaß machen darf? Im übrigen: Jeder, der eine politische Botschaft für den CSD hat, kann sich ein Transparent basteln und damit durch die Stadt laufen. Man darf nicht immer darauf warten, dass es andere für einen richten.
In vielen anderen Ländern, und das ist ein wichtiger Teil meiner Motivation, beim CSD mitzulaufen, ist das nicht möglich. In Istanbul wurde die Pride in diesem Jahr mal wieder verboten, queere Demonstrant*innen gingen trotzdem auf die Strasse und wurden von der Polizei mit Gummiknüppel, Tränengas und Wasserwerfer bekämpftIn Russland wurde gerade eine Aktivistin ermordet, die immer wieder bedroht worden war und sich vor Gericht verantworten musste, weil sie LGBTIQ-Demonstrationen organisiert hatte. Die Polizei hatte nichts unternommen, um Jelena Grigorjewa zu schützen. Diese Liste könnte man beliebig fortführen und die Lage in Brasilien nennen oder auch nur in unser Nachbarland Polen schauen, wo kürzlich nicht nur eine Pride von Hooligans gestört und bekämpft wurde, sondern wo zudem noch ein rechtes Magazin LBGTIQ-feindliche Aufkleber verteilt hat, um den Hass zu befeuern – was am Donnerstag von einem Gericht untersagt wurde.
In Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und den meisten Ländern Europas sind CSD-Umzüge nicht nur erlaubt, sie werden auch von zahlreichen straight allies unterstützt. Das ist ein Wert an sich, für den eine ältere Generation von LGBTIQ gekämpft hat und für dessen Erhalt wir weiter auf die Strasse gehen müssen. Es ist keineswegs gesichert – ohne Panik verbreiten zu wollen -, dass dies in 20 oder 30 Jahren auch noch geht.
Am 1. September wird in zwei östlichen Bundesländern gewählt – und sollte die AfD dort an die Macht kommen, werden mit grosser Wahrscheinlichkeit zunächst mal LGBTIQ-Projekten wie dem Verein Gerede, der sich mit Beratung und Bildungsangeboten für LGBTIQ-Vielfalt einsetzt, die Gelder gestrichen. Es wäre vermutlich nur ein Anfang.

Ich war in dieser Woche in Sachsen und habe mit einigen Aktivisten gesprochen. «Unsere Klienten haben Angst», sagte man mir dort, «dass wir unsere Arbeit nicht fortsetzen können.» Wenn ich also heute auf die Strasse gehe, denke ich nicht nur die LGBTIQ-Community in Brasilien oder Polen mit, sondern auch die in Sachsen und in Brandenburg.
Wobei es auch in Berlin noch viel zu tun gibt: Es vergeht keine Woche, manchmal nicht mal ein Tag, ohne dass irgendwo in dieser Stadt jemand beleidigt oder geschlagen wird, weil er oder sie schwul, lesbisch oder trans ist. Laut Maneo, dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, sind die Fälle angezeigter Gewalt gegen LGBTIQ gegenüber 2017 um fast ein Drittel gestiegen. Erst am Freitag wurden in einer Tram weibliche Fahrgäste homophob beleidigt und geschubst. Weil eine erhöhte LGBTIQ-Sichtbarkeit offenbar auch zu einer erhöhten Aggression und Gewaltbereitschaft führt, hält Maneo das Überfalltelefon am Samstag bis Mitternacht besetzt.
Was unsere Community in diesen Zeiten braucht, ist Sichtbarkeit, Kampfbereitschaft und vor allem: Einigkeit. Wir müssen unseren Gegnern zeigen, dass man uns nicht spalten kann. Vollkommen kontraproduktiv ist die Tatsache, dass es auch in diesem Jahr einen alternativen CSD geben soll, den Radical Queer March, der sich um 18 Uhr am Mariannenplatz Richtung Friedrichshain in Bewegung setzt.

Es wäre mir lieber, die Initiator*innen hätten sich dem grossen CSD angeschlossen, meinetwegen als radikale, laute Fussgruppe. Aber dass Berlin hier – mal wieder – nach aussen signalisiert, dass sich die Community nicht mal auf einen Gesamt-CSD einigen kann, halte ich für fatal.

Quelltext: http://mannschaft.com/2019/07/27/csd-berlin-die-pride-unpolitisch-was-fuer-ein-unsinn/?fbclid=IwAR2NidWeafeez3RC4jg6EQ09-gGNMlL9lMq3UyL23_KTtfjoZaxxuLOQVus

Unfassbares geschieht in Russland. Wo ist der Protest gegen diesen Menschenhass? /// Incredible happens in Russia. Where is the protest against this human hatred? /// Increíble sucede en Rusia. Dónde está la protesta contra este odio humano?

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

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Unfassbares geschieht in Russland. Wo ist der Protest gegen diesen Menschenhass?

Schon vor ein paar Monaten begann eine russische, faschistische, homophobe Organisation, die sich selbst „pila“ (Säge, nach dem Film "saw") nennt, Listen mit Menschen der LGBTIQA* Community zu veröffentlichen, die getötet werden sollen. Darauf: Private Daten und Adressen von Journalist*innen, Social Media Stars, Aktivist*innen, mit Kopfgeld und Preisen auf sie ausgesetzt. Jelena Grigorjeva stand auch auf der Liste. Jetzt nicht mehr - sie wurde letzte Woche nahe ihrer Wohnung tot aufgefunden. Mit mehreren Messerstichen getötet, wies sie ebenfalls starke Würgemale auf. Sie hatte sich zuvor mit den Drohungen, die sie wie andere queere Aktivist*innen bekommen hatte, an die Polizei gewandt, doch niemand nahm sie ernst.
Was zunächst wie ein schlechter Horrorfilm klingt, ist leider wahr. Wir sind zutiefst erschüttert, traurig und geschockt. Und während es uns vor kommt, als sei unser CSD hier erst gestern gewesen und die Menschen schon wieder weiter im reinen Sommerhedonismus schwelgen, feiern, knutschen und viel für selbstverständlich nehmen, erfahren Menschen gar nicht so weit von hier so brutale und erschütternde Grausamkeit. Wir sind sprachlos und zutiefst erschüttert, aber es zeigt nur wieder mal mehr wie viel noch getan werden muss. Wir müssen so verdammt dankbar, aber dennoch weiter laut sein, etwas machen. Für Menschen. Menschlichkeit. Würde. Liebe. Wir dürfen solche Nachrichten nicht unter den Tisch fallen lassen. Es muss darüber gesprochen werden. Und wir bitten aus vollstem Herzen drum, bitte bitte bitte sendet alle Gebete, Wünsche, gute Energie oder wie ihr es auch nennen wollt, an die Menschen da, die es gerade brauchen. Wacht auf, seid laut.

Hass auf Schwule in RusslandWas tun? Nicht aufgeben!

Die Situation der Homosexuellen in Russland ist prekär, und Präsident Putin kümmert das wenig. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband sieht die Diskriminierung in einem größeren Zusammenhang: als Teil einer antidemokratischen Entwicklung.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nun doch keine Zeit – er sagte ein geplantes Gespräch mit dem britischen Popstar Elton John über die Rechte von Homosexuellen wieder ab. Der vermeintliche Grund: Terminprobleme. Elton John spielt heute Abend in Moskau. „Die Welt hat viel größere Probleme als homosexuelle Menschen“, wollte der Popstar dem Präsidenten sagen.
Ob es gefruchtet hätte? In Russland wurde Homosexualität bis 1993 noch als Straftat verfolgt, bis 1999 galt sie als Geisteskrankheit. Von der Homoehe können russische Homosexuelle nur träumen, der Hass auf sie zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten.
Markus Ulrich, Leiter des Hauptstadtbüros des Lesben- und Schwulenverbands, sagt, es hätte ihn überrascht, wenn des Gespräch zwischen Putin und Elton John tatsächlich stattgefunden hätte. Die Situation der Schwulen und Lesben in Russland beschreibt er als geprägt von Ausgrenzung und Gewalt. Zudem gebe keinen „öffentlichen Fürsprecher“, sagte er im Deutschlandradio Kultur: Staat und Kirche legitimierten die Diskriminierung, Schwulenhasser und Gewalttäter fühlten sich dadurch noch bestätigt.
Ulrich sieht eine „Sehnsucht nach Stärke und Homogenität“ in Russland – deswegen gehe es dort gegen alle, die anders seien und nicht ins „homogene Kollektiv“ passten. Die Ausgrenzung der Lesben und Schwulen sei Teil einer antidemokratischen Entwicklung, die auch andere Minderheiten treffe. Gefährdet seien grundlegende Werte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit, das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit und der Schutz der Menschenwürde, betont er. Auf die Frage, was man tun kann, um die Situation zu verbessern, hat er eine sehr kurze Antwort: „Nicht aufgeben.“

Das Gespräch im Wortlaut:

Dieter Kassel: Elton John ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, ein hervorragender Musiker, und Millionen von Russen lieben ihn ganz unabhängig von seiner sexuellen Orientierung. Das hat Wladimir Putin vor rund zwei Jahren über Elton John gesagt, nachdem dieser die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland öffentlich kritisiert hatte.
Heute nun tritt der britische Musiker in Moskau auf, und er wollte in diesem Zusammenhang eigentlich auch persönlich mit Putin sprechen. Das schien anfangs sogar möglich, aber dann hat das Büro des Präsidenten aus Termingründen abgesagt. Dann reden wir jetzt über den Umgang mit Homosexuellen in Russland und zwar mit Markus Ulrich. Er leitet das Berliner Hauptstadtbüro des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland, LSVD. Schönen guten Morgen, Herr Ulrich!
Markus Ulrich: Schönen guten Morgen!
Kassel: Überrascht es Sie, dass das Gespräch abgesagt wurde oder hätte es Sie eher überrascht, wenn es stattgefunden hätte?
Ulrich: Also zweites hätte mich eher überrascht, hätte es stattgefunden. Ich glaube Bilder zwischen Elton John und Putin hätte Putin jetzt doch nicht so gewollt und so gebraucht.
Kassel: Sagt man so einfach – ich habe das Wort auch benutzt gerade – Diskriminierung von Homosexuellen in Russland, das ist ja, glaube ich, doch inzwischen viel mehr. Wie weit geht denn diese Diskriminierung, wenn ich das Wort noch mal benutze, inzwischen?
Ulrich: Also eigentlich kann man davon sprechen, dass Lesben und Schwule dort immer mehr isoliert werden, immer mehr ausgegrenzt werden. Also Diskriminierung klingt immer noch so ein bisschen harmlos dann teilweise, wenn man sich anschaut, mit was für Repressalien dort eigentlich gerechnet werden muss, wenn man offen lesbisch, schwul lebt, agiert oder sich sogar noch politisch einsetzt für die Rechte von Lesben und Schwulen.
Kassel: Was kann einem denn konkret passieren?

Bombendrohung gegen Filmfestival

Ulrich: Ein ganz gutes Beispiel ist zum Beispiel unser Kooperationspartner Side by Side, die veranstalten ein Filmfestival mit Filmen zum Thema LSBT – also Lesben, Schwule, Trans – und das findet statt, hat vor zwei Wochen auch stattgefunden, man weiß aber, a) nicht wie es weitergehen soll, weil es inzwischen so ein Agentengesetz gibt, sodass praktisch eine Finanzierung vom Ausland für NGOs eigentlich nicht mehr möglich sein wird, und das ist aber so eine der Hauptquellen gewesen, um dieses Festival weiter zu starten. Das ist so die eine, die Zukunftsfrage, und die zweite, dieses Festival hat zwar stattgefunden, aber es gab massive Einschränkungen und  Schikanen. Man hat Bombendrohungen abgegeben, sodass Filme sich verzögert haben, man hat mit Gewalt gedroht, es gab Proteststürme vor den Veranstaltungsorten, wo man sieht, dass da ganz viel läuft über Angstmachen, über Einschüchterung, um sozusagen immer wieder zu signalisieren, du gehörst hier nicht her, und wir wollen dich nicht, und du bist in Gefahr, wenn du hierher kommst. Das ist ein ganz gutes Beispiel dafür, wie die Situation sich gerade dort entwickelt hat.
Kassel: Es gibt Gewalt gegen Schwule und Lesben in Russland – das gibt es natürlich auch in anderen Ländern, das gibt es natürlich in Einzelfällen, die aber so selten nun auch nicht sind, sogar auch in Deutschland, aber ist es in Russland so, dass man dann als Opfer solcher Gewalt das Gefühl hat, ja, es gibt eigentlich niemanden, an den ich mich wenden kann, der Staat schützt mich hier nicht?
Ulrich: Das auf jeden Fall. Es ist einfach auch eine große Frage – dass anders, als es zum Beispiel vielleicht auch in Deutschland ist – weiß man, dass es aber auch immer noch Leute gibt, die in Teilen … also dass hier die Leute, die Gewalt gegen Schwule und Lesben ausüben, schon eher diejenigen sind, die ausgegrenzt sind als andersrum, und das ist in Russland wirklich anders, wo viele weggehen ins Ausland, also für viele, die kennen nach wie vor eine Alternative, Rückzug ins Private, aus dieser Angst.

Staat und Kirche legitimieren den Schwulenhass

Man hat wenig öffentliche Fürsprecher, sondern die Autoritäten, die es gibt in Russland, das ist der Staat, das ist auch die Kirche, das muss man einfach auch ganz klar sagen, sind diejenigen, die das massiv legitimieren. Das heißt, die Leute, die Gewalt ausüben, fühlen sich im Recht und werden auch bestätigt, und das ist einfach noch mal ein großer Unterschied zum Beispiel zu Gewalttaten in Deutschland.
Kassel: Aber warum ist denn gerade in Russland die Homophobie so verbreitet und scheint sich ja sogar in den letzten Jahren noch weiter verbreitet zu haben?
Ulrich: Man muss es einfach ganz klar einbetten überhaupt in so eine Entwicklung hin zu einem autoritären Regime, in dem ja jegliche Opposition unter Gefahr steht. Es ist immer weniger möglich, demokratische Freiheitsrechte auszuüben.
Darin eingebettet geht es gegen alle, die anders sind, gegen alle, die Kritik äußern, an Putin, an dem Staat. Insofern ist es einfach Teil von einer allgemeinen antidemokratischen Entwicklung. Was wir noch dazu haben ist auch diese Sehnsucht nach Stärke und Homogenität, da sind wir ganz klar ganz schnell auch bei Nationalismus, also wo es ganz stark darum geht, auch sich national zu identifizieren, zu definieren.
Das sind immer homogene Kollektive, und homogene Kollektive sind immer auf Kosten von Leuten wie Minderheiten. Wir haben auch in Russland ein Problem mit Rassismus zum Beispiel oder auch mit anderen … Wie gesagt, immer wenn es um Individualität geht, ist es das, was nicht gern gesehen wird, weil es auf Kosten des Vaterlandes geht, und dieser Nationalismus hat sich natürlich auch durch den Konflikt in der Ukraine massiv verstärkt. Da ist einfach so ein Konnex zwischen Nationalismus, Sehnsucht nach Stärke und Autorität und Unterdrückung jeglicher Opposition, und dazu gehört auch dann das Leben von Lesben und Schwulen. Damit kann man natürlich auch noch mal gut ablenken von Missständen, die man selber politisch nicht bewältigen kann, wie die Spaltung arm, reich und so weiter und so fort.
Kassel: Nun stellt sich natürlich die Frage, was kann man von außen machen, auch jenseits dieser NGO-Ebene, die Sie ja schon erwähnt haben. Also ganz konkret wirklich, was die Homosexuellen in Russland angeht, erwarten Sie da zum Beispiel was von der Bundesregierung oder von der EU?
Ulrich: Die größte Handlungsmöglichkeit ist auf jeden Fall nicht aufgeben, und es gibt ja auch Beziehungen nach wie vor zwischen Russland und Deutschland, sei es auf Städtepartnerschaftsebene, sei es auf Wirtschaftsebene, und das sind alles Begegnungen, die man nutzen kann, um wenigstens zu sagen, ich habe selber nichts gegen Schwule und Lesben. Also auch auf so einer privaten Ebene, wo man jetzt nicht sagen muss, man muss jetzt hier beim Businessmeeting darüber sprechen … aber auf jeden Fall das als Thema machen und eine andere Meinung noch mal liefern, weil das ist genau das, was es gerade nicht gibt – andere Meinungen zum Thema Lesben und Schwule – als die, die gefeatured wird von russischsprachigen Medien oder von Putin und seinem Gefolge.
Das ist, glaube ich, ein großer Punkt, wo man als Privatperson oder in so einer Städtedelegation einfach das machen kann, auf so einer privaten Ebene zu sagen, ich sehe das anders.

Botschaften könnten einen Schutzraum bieten

Dann ist immer die Rolle von Botschaften vor Ort, also Botschaften können immer ein sicherer Ort sein, können immer noch mal auch ein Ort sein, an dem Treffen vielleicht möglich sind zwischen Aktivistinnen, Aktivisten, oder man kann es auch ansprechen, wenn man selber als deutscher Politiker, deutsche Politikerin dort besucht, wen man besuchen möchte und so weiter und so fort, da auch auf einer stillen, diplomatischen Ebene das ansprechen.
Ich glaube, am wichtigsten ist immer noch mal zu sagen, das ist nicht ein Thema für Lesben und Schwule, sondern es geht hier um grundlegende Freiheiten – die Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Schutz der Würde, Entfaltung der Persönlichkeit. Also das sind fundamentale Grundwerte, die ja nicht nur Lesben und Schwulen vorenthalten werden, sondern das muss, wie gesagt, eingebettet werden in so eine antidemokratische Entwicklung, die es auch schon seit längerem gibt.
Kassel: Markus Ulrich war das, er ist der Leiter des Hauptstadtbüros des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland. Wir haben mit ihm aus Anlass des Konzerts von Elton John heute Abend in Moskau und des abgesagten Gesprächs von Elton John mit Wladimir Putin gesprochen über die Situation von Homosexuellen in Russland. Herr Ulrich, ich danke Ihnen sehr für das Gespräch!
Ulrich: Sehr gerne, vielen Dank!
Kassel: Schönen Tag noch an Sie! Wollen wir doch mal schauen, ob Elton John heute Abend diese Gelegenheit nutzt und vielleicht auch entsprechende Dinge sagt bei seinem Konzert.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio Kultur macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.


Wo Schwulen-Hetze salonfähig ist

In Russland können Homosexuelle weder eine Ehe noch eine eingetragene Partnerschaft schließen. Nun ist einem Moskauer Paar zumindest die Registrierung der Ehe gelungen. Doch nach massiven Anfeindungen haben die Männer ihrer Heimat den Rücken gekehrt.
Die beiden Männer haben bei Facebook Fotos hochgeladen. Zu sehen sind Pawel Stozko und Jewgenij Wojzechowskij in einem prächtigen Standesamt. Sie lächeln einander zu, küssen sich, tauschen ihre Eheringe aus. Das hätten sie in dem Land, dessen Staatsbürger sie sind, in Russland, nicht tun können – das Standesamt befindet sich in Kopenhagen. Was aber möglich war: diese Ehe in Russland eintragen zu lassen. Wenige Stunden nach dem Vollzug dieses Rechtsakts in einer Moskauer Behörde sitzt Stozko mit seinem Mann Wojzechowskij im Studio des unabhängigen Kanals Doschd und berichtet:
„Das ist ein verbreiteter Mythos, dass dies angeblich nicht möglich ist. Wir haben uns mit der Gesetzeslage, dem Familienrecht auseinander gesetzt und es zeigte sich, dass Ehen, die im Ausland registriert wurden, in Russland anerkannt werden. Sie werden anerkannt, wenn sie dort rechtmäßig geschlossen worden sind und ihnen nichts entgegensteht, wie etwa bei einer Ehe zwischen nahen Verwandten oder unmündigen Personen. Über den Schluss einer gleichgeschlechtlichen Ehe sagen die Bestimmungen nichts aus.“

Gezwungen, sich zu verstecken

Das junge Paar, Stozko ist Arzt, Wojzechowskij Medizinstudent, ist durch einen Hinweis eines russischen Netzwerks auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, das sich für die Belange Schwuler, Lesben, Bisexueller und Transgender einsetzt. Die amtliche Eintragung in Moskau – die in Russland erste öffentlich bekannt gewordene – sei problemlos und ohne bohrende Fragen verlaufen. Dieser Schritt, begründet Stozko, sei für beide wichtig gewesen.
„Es hat keinen Sinn, ins Ausland zu fahren und dort die Ehe zu schließen, ohne sie in Russland anerkennen zu lassen, wenn Du bis auf weiteres in Russland zu bleiben planst. Wir haben das nicht allein für uns getan, wir haben das für alle getan. Für unsere Community, die gezwungen ist, sich zu verstecken, in Angst vor dieser wirklich homophoben russischen Gesellschaft.“
Was zunächst nach einem Schritt in Richtung Gleichberechtigung klang, sollte sich ab dem folgenden Tag als Bumerang erweisen. Das Staatsfernsehen „Rossija 24“ griff den Fall zu später Stunde auf und ließ erklären, das Standesamt habe einen Fehler begangen. Die Verantwortlichen würden entlassen.
Der Staatsduma-Abgeordnete Michail Jemeljanow, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion von „Gerechtes Russland“, kündigte an: „Diese Entscheidung ist natürlich aufzuheben. Und ganz klar ist, dass wir als Gesetzgeber an das Gesetz heranmüssen und es ändern müssen.“
Der Beitrag des Staatsfernsehens steht auf Youtube. Auf der Seite fordern Nutzer den Kopf der Verheirateten. Oder man solle sie erschießen, aber im Fernsehen nicht weiter über Homosexuelle sprechen, lautet ein anderer Kommentar.
Vor der Tür der Wohnung der frisch Verheirateten erschien bald darauf die Polizei und forderte die Herausgabe der Pässe mit den umstrittenen Stempeln. Stozko und Wojzechowskij schrieben daraufhin auf Facebook, noch nie hätten sie einen solchen gegen sie gerichteten Hass erlebt. Hetze gegen Schwule ist in Russland längst salonfähig.

Flucht aus der Heimat

Auf dem Moskauer Prachtboulevard Twerskaja zum Beispiel verkauft ein überschaubarer Laden Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Angeboten werden Brot, Honig und Milchprodukte. Das Besondere an diesem Laden, der zu einer kleinen Kette gehört: Er verlangt nicht nur außerordentlich stolze Preise, sondern gehört außerdem einem strenggläubigen Orthodoxen, German Sterligow. In einem Regal, neben einem Dreiliter-Glas Honig, stapeln sich Holzschilder mit der Aufschrift: „Kein Zutritt für Sodomiten“. Es gibt auch die Variante „Kein Zutritt für Päderasten“. In der Sprache der Gläubigen sind Schwule gemeint. Die günstigsten und kleinsten Schilder kosten umgerechnet rund 14 Euro, die großen deutlich mehr.
Am Tresen steht eine Verkäuferin, die als Zeichen ihres Glaubens ein Kopftuch trägt. Sie berichtet, die Schilder würden häufig gekauft. Ein besonders großes steht im Schaufenster des Geschäfts. In einer anderen Filiale, in Rostow-am-Don, hatte die Polizei versucht, der Schilder habhaft zu werden. Der Besitzer weigerte sich, und die Staatsmacht zog unverrichteter Dinge von dannen.
Dieselbe Staatsmacht hatte Pawel Stozko und Jewgenij Wojzechowskij im Verein mit homophoben Aktivisten derart unter Druck gesetzt, dass sie Russland inzwischen verlassen haben. Wohin, ist nicht öffentlich.


Erfahrung von Trans * -Personen mit Gesundheitsversorgung und Gesundheitsfürsorge in Spanien! /// Experiencia de las personas Trans * con asistencia sanitaria y asistencia sanitaria en España! /// Experience of Trans * persons with health care and health care in Spain!

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„Erfahrung von Trans * -Personen mit Gesundheitsversorgung und Gesundheitsfürsorge!

Dr. Lilisbeth Perestelo Pérez,  Forscherin des Evaluierungsdienstes des kanarischen Gesundheitsdienstes (SESCS). Es ist an die gesamte Trans * Community und ihre Eltern gerichtet, um Sie darüber zu informieren, dass eine Forschungsstudie durchgeführt wird, an der Sie teilnehmen können. Die Studie wurde von der Forschungsethikkommission des Universitätsklinikums der Kanarischen Inseln genehmigt. 

Ziel ist es, die richtigen und ausreichenden Informationen zu erhalten, damit Sie bewerten, beurteilen und autorisieren können, ob Sie an dieser Studie teilnehmen möchten oder nicht. Zu diesem Zweck werden auf dem Merkblatt, das sorgfältig gelesen wird, und vom Personal, das an diesem Verfahren beteiligt ist, die Zweifel geklärt, die nach der Erläuterung auftreten können. Darüber hinaus können Sie sich an die Personen wenden, die Sie für angemessen halten. 

Die vorliegende Studie trägt den Titel  „Erfahrung von Trans * -Personen mit Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsfürsorge“. 

Die Teilnahme an dieser Studie ist freiwillig und Sie können entscheiden, nicht teilzunehmen oder Ihre Entscheidung zu ändern und die Einwilligung zu widerrufen, ohne dadurch die Beziehung zu Ihrem Arzt zu ändern oder Ihre Behandlung zu schädigen. 
Warum wird diese Studie durchgeführt? 

Die Hauptziele der Studie sind:  Die Erfahrungen kennen, die Trans * -Personen für sich selbst und mit der Gesundheitsfürsorge machen. Ermittlung von Werten und Präferenzen sowie von Vorschlägen zur Verbesserung des Pflege- und Unterstützungs-, Informations- und Forschungsbedarfs im Zusammenhang mit der Gesundheitsversorgung von Trans * -Personal und Angehörigen der Gesundheitsberufe des kanarischen Gesundheitsdienstes. 

Wer sind die Forscher? 

Ein multidisziplinäres Team von Spezialisten für Psychologie, Medizin, Krankenpflege, Soziologie, Anthropologie, Biostatistik, Bewertung von Gesundheitstechnologien, den Bewertungsdienst des kanarischen Gesundheitsdienstes (SESCS) und das kanarische Stiftungsinstitut für Gesundheitsforschung der Kanarischen Inseln (FIIICS), Mitglieder des Health Services Research Network für chronische Krankheiten (REDISSEC). 

Woraus wird Ihre Teilnahme bestehen? 

Die Teilnahme an der Studie besteht aus einem Einzelinterview. Die Interviews werden bei Ihnen zu Hause und / oder in Ihrem überweisenden Gesundheitszentrum / Krankenhaus durchgeführt, je nach Ihren Vorlieben. Jedes Interview dauert ungefähr 90 Minuten. Darin werden Ihnen unter anderem Fragen zu Ihrem Selbstversorgungsverlauf, zu den Erfahrungen im Gesundheitswesen und zum Übergangsprozess gestellt. Der Inhalt dieser Interviews wird schließlich im Erfahrungsmodul der PyDeSalud-Website (www.pydesalud.com ) gehostet , um die Vielfalt der Erfahrungen mit der Selbstversorgung, im Übergangsprozess und in der erhaltenen Gesundheitsversorgung darzustellen . 

Welche Vorteile bringt Ihnen die Teilnahme an dieser Studie? 

Der Nutzen dieser Arbeit ist möglicherweise nicht unmittelbar oder direkt für Sie, aber es wird Ihnen helfen, wissenschaftliches Wissen über die Erfahrungen mit der Selbstversorgung, dem Übergang sowie über den Informations- und Forschungsbedarf zu gewinnen, mit dem Trans * -Personen möglicherweise zu tun haben um den Prozess der personenzentrierten Pflege (AKP) zu begünstigen. 

Mit welchen Unannehmlichkeiten können Sie an dieser Studie teilnehmen? 

Durch die Teilnahme an dieser Studie wird kein physisches oder psychisches Risiko erwartet. Der Hauptnachteil der Teilnahme ist der Zeitaufwand für die Durchführung des Interviews. 

VERTRAULICHKEIT 

Bei der Anwendung der neuen Gesetzgebung zu personenbezogenen Daten in der EU, insbesondere der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Datenschutz (DSGVO), ist es wichtig, dass Sie Folgendes wissen Informationen: 

Neben den Ihnen bereits bekannten Rechten (Zugriff, Änderung, Widerspruch und Löschung von Daten) können Sie auch die Verarbeitung fehlerhafter Daten einschränken, eine Kopie anfordern oder die von Ihnen zur Verfügung gestellten Daten an Dritte übertragen (Portabilität). die Studie Um Ihre Rechte wahrzunehmen, wenden Sie sich an den Hauptprüfer der Studie. Wir weisen Sie darauf hin, dass die Daten auch dann nicht gelöscht werden können, wenn Sie die Teilnahme an der Studie beenden, um die Gültigkeit der Untersuchung zu gewährleisten und die gesetzlichen Pflichten und Zulassungsbedingungen für Medikamente einzuhalten. Sie haben auch das Recht, sich an die Datenschutzbehörde zu wenden, wenn Sie nicht zufrieden sind *. 


Sowohl das Zentrum als auch die Forscher und Projektträger sind für die Verarbeitung ihrer Daten verantwortlich und verpflichten sich, die geltenden Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Die für die Studie gesammelten Daten werden durch einen Code identifiziert, sodass Informationen, die Sie identifizieren können, nicht enthalten sind. Ihre Identität wird daher nicht an Dritte weitergegeben. Die Ethikkommissionen für Forschung, die Vertreter der Gesundheitsbehörde in Bezug auf Inspektionen und das vom Projektträger * autorisierte Personal dürfen nur auf personenbezogene Daten, klinische Studienverfahren und die Einhaltung der Standards zugreifen der guten klinischen Praxis (immer die Vertraulichkeit der Informationen). 

Forscher und Projektträger sind verpflichtet, die für die Studie erhobenen Daten mindestens 5 Jahre nach deren Abschluss aufzubewahren. In der Folge werden Ihre personenbezogenen Daten nur dann vom Zentrum für Ihre Gesundheitsfürsorge und vom Projektträger * zu anderen Zwecken der wissenschaftlichen Forschung gespeichert, wenn Sie hierzu Ihre Einwilligung erteilt haben und dies gesetzlich und nach ethischen Grundsätzen zulässig ist. anwendbar. 

Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen müssen Sie die Einverständniserklärung unterzeichnen und datieren, um teilnehmen zu können. 

INFORMATIONEN ZUR TEILNAHME 

Wenn Sie an der Untersuchung teilnehmen oder weitere Informationen erhalten möchten, senden Sie bitte Ihren Namen und Ihre Telefonnummer an die folgenden E-Mails. Sie können das Formular auf der nächsten Seite verwenden, wenn Sie möchten. 

Der Hauptforscher dieser Studie in dieser Studie ist Dr. Lilisbeth Perestelo Pérez. Wenn Sie während der Durchführung dieser Studie Fragen im Zusammenhang mit der Studie haben, können Sie sich an Dr. Lilisbeth Perestelo Pérez vom Bewertungsdienst des kanarischen Gesundheitsdienstes, Hauptforscher dieser Studie, und / oder an die anderen Mitglieder des Forschungsteams wenden .

Kontaktdaten: 

Dr. Lilisbeth Perestelo Pérez
Email: lilisbeth.peresteloperez@sescs.es 
Telefon: 922684019 

Kontaktdaten des Forschungsteams: 

Ana Toledo Chávarri 
Tel. 922 684019/696996180 

Kontaktdaten des Forschungsteams: 

Vanesa Ramos García 
Tel. 922 684019


itsfürsorge“

Sonntag, 28. Juli 2019

Wenn das Reden versagt, gibt es immer Krieg! Vatikan erklärt trans und inter /// When talking fails, there is always war! Vatican declares war on trans and inter human beings /// Cuando la conversación falla, siempre hay guerra! Vaticano declara la guerra a los seres trans e inter humanos

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"Als Mann und Frau schuf er sie"

Vatikan erklärt trans und inter Menschen den Krieg


Die katholische Bildungskongregation verurteilt in einem offiziellen Dokument, dass Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können – und fordert für Betroffene "therapeutische Interventionen".
Der Vatikan hat in einem offiziellen Dokument eine "Gender-Ideologie" kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. Transsexualität und Intergeschlechtlichkeit "führen zu einer männlich-weiblichen Zweideutigkeit, die auf widersprüchliche Weise diesen sexuellen Unterschied voraussetzt, den sie zu leugnen oder zu überwinden trachtet", heißt es in einem 30-seitigen Papier der Bildungskongregation für die katholische Lehre, das am Montag vorgestellt wurde.

Das Dokument namens "Als Mann und Frau schuf er sie" wendet sich gegen eine Tendenz, "die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als bloße historisch-kulturelle Konditionierung versteht". Die "fiktive Konstruktion eines neutralen oder dritten Geschlechts" stehe dem Prozess der Bildung einer reifen Persönlichkeit im Weg. Der Text ist als Leitfaden für Lehrer an katholischen Schulen gedacht.
Natur und Kultur gerieten "in einen Gegensatz"
Der Vatikan kritisierte insbesondere, dass "sexuelle Orientierung" vom biologischen Geschlecht losgelöst gesehen werde. "Natur und Kultur" gerieten immer mehr "in einen Gegensatz", wenn der Begriff Gender "von der subjektiven Haltung der Person abhängig gemacht wird, die auch ein Geschlecht wählen kann, das nicht ihrer biologischen Sexualität entspricht". Das Dokument weiter: "Dieses Oszillieren zwischen männlich und weiblich endet als bloße Provokation gegen die sogenannten traditionellen Vorstellungen." Zu Menschen, deren Geschlecht durch Chromosomen nicht eindeutig bestimmt wird, fordert die Bildungskongregation "therapeutische Interventionen". Diese sei nach "objektiven" Kriterien durch Mediziner zu erfolgen, nicht nach "beliebigen Entscheidungen" von Eltern oder Gesellschaft.

Der offizielle Leitfaden betont außerdem, dass die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau sei, und nennt die Familie "eine anthropologische Tatsache", die man vor "ideologisch motivierten Zersetzungsversuchen" schützen sollte. Kinder hätten ein Recht darauf, "in einer Familie aufzuwachsen, mit einem Papa und einer Mama".

Queere Katholiken: "Der Vatikan bleibt im Mittelalter"

Der Verband New Ways Ministry, der für die LGBTI-Rechte in der katholischen Kirche einsteht, kritisierte das Papier als "schädliches Werkzeug". Die "Fehlinformation in dem Dokument wird dazu führen, dass Familien ihre Kinder ablehnen" Lesben, Schwule und trans Menschen weiter diskriminiert würden. Das Geschlecht werde "nicht nur durch sichtbare Genitalien bestimmt", heißt es in einer Mitteilung, "sondern auch durch Genetik, Hormone und Chemie – Dinge, die bei der Geburt nicht sichtbar sind". "Der Vatikan bleibt im Mittelalter, fördert die falsche Lehre und stützt sich auf Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten."

Eine Million Menschen feiern in Berlin den Christopher Street Day /// One million people celebrate Christopher Street Day in Berlin /// Un millón de personas celebran el día de Christopher Street en Berlín

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2019

Es wird immer schwerer, Hass und Unwahrheiten wie Diskriminierung  zu entgehen In Zeiten von Fake News, Social Bots und Hate-Speech glauben wir mehr denn je daran, dass Seiten wie https://trans-weib.blogspot.com/eine wichtige Rolle spielen.

It is becoming increasingly difficult to escape hatred and falsehoods such as discrimination  In times of fake news, social bots and hate speech, we believe more than ever that sites like https://trans-weib.blogspot.com/ play an important role.


Eine Million Menschen feiern in Berlin den Christopher Street Day

Bunt und doch politisch: Rund eine Million Menschen haben bei der CSD-Parade in Berlin gefeiert. Doch auch 50 Jahre nach dem Aufstand in der New Yorker Christopher Street gegen Polizeigewalt sieht die queere Community sich noch nicht gleichberechtigt.
Eine riesige Parade zum 41. Christopher Street Day hat am Samstag Hunderttausende Menschen in der Berliner City-West angezogen. Um für die Rechte von Lesben, Schwulen, Transpersonen, Inter- und Bisexuellen zu demonstrieren, setzte sich am Mittag ein bunter Tross mit knapp 100 Wagen vom Kurfürstendamm Richtung Brandenburger Tor in Bewegung. Konfetti wurde in die Luft geschossen, viele Teilnehmer schwenkten Regenbogenfahnen.  
Etwa 250.000 bis 300.000 Menschen hätten sich allein am Demonstrationszug beteiligt, sagte Mitorganisator David Staeglich-Büge dem rbb, er berief sich auf Angaben der Polizei. Dazu kamen noch weitere, die den Zug als Zuschauer begleiteten. Insgesamt waren beim CSD laut Veranstaltern rund eine Million Menschen auf der Straße. Nach Angaben der Polizei gab es keine Zwischenfälle. Allerdings musste der U-Bahnhof Nollendorfplatz wegen Überfüllung zeitweise geschlossen werden.
Bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor sprach auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Für musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem die Sängerin Marianne Rosenberg und die Rapperin Sookee. Zudem wurden die beiden Gründer des lesbisch-schwulen Querverlags, Ilona Bubeck und Jim Baker, ausgezeichnet. Noch bis zum späten Abend sollte am Brandenburger Tor gefeiert werden. Danach wird sich die Feier in die Clubs der Stadt verlagern.
Das Motto des CSD lautete in diesem Jahr "50 Jahre Stonewall – Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme". Damit sollten frühe Aktivisten gewürdigt werden, wie die Veranstalter sagten. Darunter sind die Malerin Lili Elbe (1882-1931) und die CSD-Gründerin Brenda Howard (1946-2005).

Projekt Maneo zählt gut 380 Angriffe auf Homosexuelle und Transgender

Zur Eröffnung der CSD-Parade wiesen einige Aktivisten der LSBTIQ-Bewegung auf immer noch bestehende Probleme hin. "Stell dir vor du bist eine Frau und keiner glaubt es dir. Stell dir vor du bist ein Mann, aber erst ein Richter muss dir das bescheinigen", sagte etwa Anastasia Biefang vom Arbeitskreis homosexueller Angehöriger der Bundeswehr e.V.. Biefang wurde bekannt als erste transsexuelle Befehlshaberin der Bundeswehr. CSD-Organisatorin Dominique King forderte eine Änderung des Elternschaftsrechts: "Wenn zwei lesbische Frauen heiraten, ist es noch lange nicht so, dass die zweite Frau die zweite Mutter ist. Sondern das Kind muss dann adoptiert werden", so King.
Trotz Erfolgen, wie der Abschaffung des "Schwulenparagraphen", der gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stellte und der Einführung der Ehe für alle, werden Homosexuelle und Transgender noch immer Opfer feindseliger Angriffe. 225 Fälle, die sich auf sexuelle Orientierung bezogen, zählte die Berliner Polizei 2018, im Jahr zuvor waren es 171. Das Beratungsprojekt Maneo registrierte im vergangenen Jahr sogar 382 solcher Fälle, was einem Anstieg um ein Drittel binnen zwei Jahren entspräche, wie es in einer Mitteilung heißt.

Erinnerung an NS-Opfer

Zum Auftakt des Christopher Street Days wurde zunächst an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) legte am Denkmal in Tiergarten einen Kranz nieder. 
Neben Vertretetern aus der Politik nahmen auch zahlreiche Schwulen- und Lesbeninitiativen teil. Sie warnten vor einer Stigmatisierung bestimmter Gruppen und riefen zu Wachsamkeit auf. Geschichte dürfe sich nicht wiederholen. Schätzungen zufolge kamen in in der NS-Zeit rund 7.000 Homosexuelle durch Lagerhaft oder Mordaktionen ums Leben.

Lederer: CSD ist immer noch politisch

Kritiker beklagen, der CSD werde zunehmend kommerzieller. So fuhren bei der diesjährigen Parade auch Trucks der Konzerne Coca Cola, Amazon, Google oder Paypal  mit. Der CSD-Vorstand hat eingeräumt, die Parade sei kommerziell. Aber es würden nur Firmen auf dem CSD zugelassen, deren Initiative für queere Menschen ernsthaft sei, sagte Monique King, eine von fünf Vorstandsmitgliedern.
Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht den Christopher Street Day (CSD) nach eigener Aussage weiterhin vor allem als politische Demonstration. Die Menschen, die auf der Straße seien, zeigten queere Sichtbarkeit, sagte Lederer am Freitag dem rbb. Sie wiesen außerdem auf unerledigte Themen hin. So sei das Transsexuellen-Gesetz noch immer entmündigend, so Lederer. Auch seien Therapien zur Umerziehung von Lesben und Schwulen noch immer nicht verboten.
Zu den Forderungen des diesjährigen Berliner CSD gehörte etwa, die Ausgrenzung HIV-positiver Menschen zu stoppen oder Menschen der LSBTIQ-Community, denen in ihren Heimatländern Verfolgung droht, ein Bleiberecht in Deutschland einzuräumen.

Erster Berliner CSD 1979 mit 400 Demonstranten



Das Menschliche

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