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Rothenbächer 2012
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Relativ
Wahrscheinlich
Ich möchte hier einen
wunderschönen Text zitieren, der ziemlich gut darstellt, was passiert, wenn man
das Unwahrscheinlichere dem Wahrscheinlichen überordnet.
Er zeigt auf, wie im Zusammenhang mit
"Transsexualität" immer noch Erklärungsmodelle wie die Theorie der
"Geschlechtsidentitätsstörung" als Lehre angesehen werden, obwohl
diese Theorien unwahrscheinlicher sind - da Theorien - als biologische
Tatsachen. Hier der Text:
Das Problem mit wissenschaftlichen Beweisen ist, dass sie
nie absolut sind.. Nimm mal die Schwerkraft. Wir glauben, dass sie überall auf
der Erde wirkt.
Aber: Wissen wir das sicher? War schon überall, an jedem Punkt auf der
Erde ein Messgerät angebracht worden (in den tiefsten Tiefseegräben und den
höchsten Bergen) und wurde gemessen, ob es auch da Schwerkraft gibt?
Wir nehmen an, dass ein Stein, den wir aufheben wieder
herunterfällt, wenn wir ihn loslassen. Aber: Wir wissen nur dann, ob dies bei
JEDEM Stein der Fall ist, wenn wir JEDEN Stein aufheben und wieder fallen
lassen.
Da dies alles nicht geht, schließen wir vom Besonderen auf das
Allgemeine.
Wir wissen, dass es höchstwahrscheinlich überall auf der
Erde Schwerkraft gibt und dass wahrscheinlich jeder Stein, den wir aufheben,
auch wieder herunterfällt.
Und was für die Schwerkraft gilt, gilt für die gesamte
Wissenschaft, auch für die Biologie - und die Transsexualität.
In Holland haben 1995 Forscher 7 tote Transsexuelle Frauen
zufällig in ihrer Leichenhalle gehabt.
Sie schnitten ihre Gehirne auf und entdeckten, dass ALLE anatomisch
weibliche Gehirne hatten (zur Sicherheit
haben sie es 2000 nochmals überprüft und die Anzahl der Neuronen gezählt).
Bei homosexuellen Männern (haben sie auch aufgeschnitten) fanden sie
nur männliches Gehirn.
Weitere Forschungen haben ergeben, dass diese weibliche
Anatomie der Gehirne nicht durch Hormoneinnahme verursacht worden sein kann.
In Essen haben sie 12 transsexuelle Frauen, ebenso viele
nicht-transsexuelle Frauen und nicht-transsexuelle Männer in die Röhre gelegt
und die Reaktionen des Gehirns auf erotische Stimuli untersucht.
Die Gehirne der transsexuellen Frauen zeigten die gleichen Aktivitäten, wie die
Gehirne der nicht-transsexuellen Frauen - also völlig andere
Reaktionen, als männliche Gehirne (der nicht-transsexuellen männlichen
Versuchspersonen)
Anfang 2008 veröffentlichte Gunther Stalla seine Studie an
knapp über 100 transsexuellen Frauen mit dem Ergebnis: Die Gehirne
transsexueller Frauen waren in der 7. Schwangerschaftswoche höchswahrscheinlich
den gleichen geringen Mengen Androgenen ausgesetzt, wie die Gehirne von
nicht-transsexuellen Frauen (männliche Gehirne sind einer wesentlich höheren
Androgendosis ausgesetzt)
Genforscher haben schon lange entdeckt, dass nicht xx oder
xy Chromosomen für die geschlechtliche Entwicklung verantwortlich sind, sondern
die Gene, die sich auf diesen Chromosomen befinden.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Sex_determining_region_of_Y)
2008 fanden nun Forscher in Ausstralien (Prince Henrys Institute)
ein Gen, das sie für Transsexualität verantwortlich machen....
Weißt du, dass Homosexualität weniger erforscht ist, als
Transsexualität? Und dennoch darf man offiziell Homosexuelle nicht für
psychisch gestört er klären... Man weiß bis heute weniger über die biologischen
Ursachen von Homosexualität, als über die von Transsexualität.
Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen und ihnen keine
Erklärungen mehr einfallen, muss entweder Gott herhalten oder das Modell der
multiblen Einflussfaktoren - also ein chaotisches, nicht näher bestimmbares
Model, das weder verifizierbar noch falsifizierbar ist. Das
unwissenschaftlichste Denkmodell, dass man sich nur einfallen lassen kann.
Und aus irgendeinem Grunde scheinen Menschen solche
Modelle zu bevorzugen.
Je diffuser und
undurchschaubarer ein Modell ist, für desto glaubhafter wird es gehalten. Meist
nimmt die Glaubhaftigkeit auch noch mit der Menge der enthaltenen Fremdwörter
zu - denn dann versteht kein Mensch mehr diese Sätze - also müssen sie sehr
intelligent, wahr und glaubhaft sein. Einfache Erklärungen, wie "Eine
transsexuelle Frau ist eine Frau, weil sie ein weibliches Gehirn hat"
gelten als nicht so glaubwürdig. Wenn du aber von
"persitierendem Verlangen" sprichst, dann klingt das irgendwie viel
toller - wobei kein normaler Mensch weiß, was das sein soll und sich deshalb
wahrscheinlich auch nicht traut, diesem Bockmist zu widersprechen.
Oder nimm die schwachsinnige Theorie von Ray Blanchard. Die Falschheit
kann man schon allein daran erkennen, dass es - nach seiner Theorie - keine
transsexuellen Männer geben dürfte... Oder Friedemann Pfäfflin, der doch allen
Ernstes behauptet, transsexuelle Menschen würden transzendieren und sich Gott
gleich sehen - mal abgesehen davon, dass er Transsexualität für eine Erfindung
von Magnus Hirschfeld hält...
Kenneth Zucker, Peggy Cohen Kettenis und Sophinette Becker
können Homosexualität und Transsexualität nicht von einander unterscheiden und
behaupten, weil sowohl homosexuelle Jungs als auch transsexuelle Mädchen gerne
mit Puppen spielen, sie hätten beide eine Geschlechtsidentitätsstörung und als
Folge davon würde sich dann Homosexualität oder Transsexualität entwickeln....
Und jetzt das Ganze mal mit den wissenschaftlichen
Ergebnissen von oben vergleichen.
...
Passen die aufgeführten Theorien, die
keinerlei wissenschaftliche Grundlage haben, irgendwie zu den Ergebnissen aus
der biologischen Forschung?
Es gibt bis heute keine einzige wissenschaftliche Untersuchung, die
Zweifel daran gebracht hätte, dass transsexuelle Frauen (denn sie werden ja
fast ausschließlich untersucht) ein weibliches Gehirn haben. Es
gibt absolut nicht, was diese Annahme wissenschftlich in Zweifel stellen würde.
Es gibt nur eine Theorie einer Clique von Psychoanalytikern,
die sich alle unter einander kennen und freundschaftliche Beziehungen pflegen...
(und dafür sorgen, dass sie gegenseitig ins DSM-Team gewählt werden)...
Ist es nicht wahrscheinlicher, dass wenn alle wissenschaftlichen
Untersuchungen darauf hindeuten, dass transsexuelle Frauen anatomisch weibliche
Gehirne haben, dass dem dann vielleicht auch so ist? Und dass
deshalb transsexuelle Frauen sagen "Ich bin eine Frau" trotz Penis?
Nimm das Beispiel mit den Steinen. ebenso wenig, wie wir es an allen
transsexuellen Frauen beweisen müssen, müssen wir es für alle Steine beweisen.
Die Wissenschaft zeigt klar die sehr hohe Wahrscheinlichkeit auf, dass
Transsexualität ursächlich auf eine Zwei-Geschlechtlichkeit zurückgeht, dass
das Gehirngeschlecht vom gonadalen Geschlecht abweicht. Diese Behauptung wird
von ALLEN wissenschaftlichen Untersuchungen gestützt. Alle müssen/können wir
sie so lange als wahr annehmen, so lange sie nicht falsifiziert wurde.
Es ist wie mit den Steinen. Du hebst 10 hoch und lässt sie
fallen. daraus schließt du, dass dies wohl immer so sein wird. Du machst noch
ein paar andere versuche - und immer wieder fällt der Stein nach unten. Du
untersuchst immer wieder transsexuelle Frauen, und immer wieder stellst du
fest: Wahrscheinlich weibliches Gehirn...
Jeder Idiot hat immer eine idiotische Theorie... Und es gibt
so viele Theorien... wenn wir allen Recht geben wollen, werden nur wir zu
Idioten.
Manchmal wäre es doch besser an das
wahrscheinliche zu glauben. Und wenn es sich dann mit der Aussage eines
transsexuellen Mädchens deckt, das sagt "Ich bin ein Mädchen" oder
mit der Aussage eines Jungen, der sagt "ich bin ein Junge", wäre das
ein wichtiger Schritt die Ideologien hinter sich zu lassen, die heute noch
dafür sorgen, transsexuellen Menschen grosses Leid zuzufügen. Wer die
Geschlechtsidentität eines Menschen respektiert, respektiert sein eigentliches
Geschlecht.
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