Sonntag, 5. August 2018

Scheiße Leute Ihr wollt Realität, nun dann: GEMOBBT, GESCHLAGEN UND ERNIEDRIGT: EINE TRANSGENDER-FRAU WEHRT SICH /// Shit people You want reality, then: EMBROIDERED, BATTLED AND LOWER: A TRANSGENDER WOMAN IS REINFORCED

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Bitte kopiert den Link und Gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hey Du hast es und brauchst es, deswegen Spende Blut, denn es fehlt in der ganzen Welt!
Ich habe Ihn, Du auch? Organspenden können andere zum Leben verhelfen, sei stolz auf dich selbst mache Ihn Dir den Organspende Ausweis!

Hey you have it and need it, so donating blood, because it is missing in the world!
I had him, you also? Organ donation can help others to life, be proud of your self  doing Him Get donor card!

GEMOBBT, GESCHLAGEN UND ERNIEDRIGT: EINE TRANSGENDER-FRAU WEHRT SICH

Stell Dir vor, Du wirst auf offener Straße bespuckt, beleidigt, jeden Tag aufs Neue erniedrigt und manchmal sogar zusammengeschlagen. Du erlebst die Hölle auf Erden – nur weil du nicht der gesellschaftlichen Norm entsprichst.

Colleen (24) wurde als Junge geboren. Das sie anders ist, sich anders fühlt, bemerkt sie bereits mit sechs Jahren. Ein Kindergedanke damals, erzählt sie TAG24. In der Grundschule wird ihr gesagt: Wenn du ein Mädchen sein willst, dann bist du eben schwul.

Mit 14 beginnt sie sich zu schminken. Sich hübsche Kleider anzuziehen. Drei Jahre später ist sie sicher: "Ich bin im falschen Körper geboren." Ausschlaggebend ist ein Gespräch mit einem homosexuellen Mann. "Da wurde mir klar, ich bin nicht schwul. Das ist ein Mann, der auf Männer steht und ich fühle mich innerlich als Frau", so die 24-Jährige heute.

Sie ist 18, als sie sich für eine Hormonbehandlung entschließt. Dafür entscheidet, auch äußerlich eine Frau zu werden. Brüste haben zu wollen und irgendwann auch eine Vagina.

Ihre Eltern, bei denen sie noch wohnt, sind dagegen. Sie zieht in eine nahe gelegene 1-Zimmer-Wohnung, weil sie es daheim nicht mehr aushält. Das Verhältnis ist schwierig. Die Miete wird von Mutter und Vater bezahlt, auch für Lebensmittel bekommt sie einen Zuschuss. Für alles andere muss sie selbst sorgen. Hartz V oder sonstige Unterstützung bekommt sie nicht, weil sie nach Auffassung der Behörden noch bei ihren Eltern wohnt, da diese ihre Miete zahlen.

In dem kleinen Dorf, in dem sie aufwächst, wird sie nun zur Zielscheibe. "Ich war am Anfang meiner Umwandlung. Jeder konnte es sehen. Ich wurde deswegen diskriminiert, auf offener Straße bespuckt und geschlagen. Die Leute haben damals sehr aggressiv reagiert", schildert die Blondine ihre Erlebnisse.

Zweimal wird sie in dieser Zeit ein Opfer von sexueller Gewalt. Sie schluckt bei dem Thema, will nicht weiter darauf eingehen.

Auch Arbeit findet sie in dieser Zeit keine. Nach und nach wird der Stapel an unbezahlten Rechnungen immer höher. Schulden sammeln sich an. Freunde aus der LGBT-Szene (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) helfen ihr ab und zu mit Geld aus. Ein Jahr lang boxt sie sich so durch. Doch irgendwann ist Schluss.

In ihrer Verzweiflung meldet sie sich auf einer Escort-Seite für Transsexuelle an. Jemand hat ihr erzählt, dass sie damit viel Kohle machen kann. Geld, dass sie dringend braucht. Sie macht Bilder von sich in sexy Pose und verführerischem Blick.

"Es war erniedrigend und einfach nur furchtbar", erinnert sie sich an diese Zeit zurück. "Ich war ein trauriger Escort, der kurz vor dem Selbstmord stand."

Nach ein paar Monaten sind ihre Schulden bezahlt und sie hat genug Geld zusammen, um die Kaution für eine eigene Wohnung zu stellen, in eine größere Stadt zu ziehen. Dem Dorf und den Menschen mit all ihren versteckten und offenen Anfeindungen zu entkommen.

Sie bekommt jetzt Hartz IV, kann so ihre Wohnung finanzieren, sich etwas zu Essen kaufen. Der Beginn eines neuen Lebens.

"Ich habe mir dann einen Job gesucht, meinen jetzigen Freund kennengelernt und mein Leben umgestellt. Es ging alles weiter. Es kam die Namensänderung und die letzten Schritte der Umwandlung", offenbart die 24-Jährige.

Auch mit ihren Eltern hat sie wieder Kontakt: "Ich habe ihnen alles erzählt was damals war, auch das mit dem Escort. Es hat meinen Eltern wahnsinnig leidgetan, dass das alles passiert ist, weil sie wussten, dass sie auch ein Stück weit dafür verantwortlich waren."

Die Eltern sind bei der ersten Wiederbegegnung überrascht von ihrer Verwandlung, sehen wie glücklich ihre Tochter ist. "Früher (vor der Transition, Anmerkung der Redaktion) war ich sehr oft einfach nur traurig und danach war ich richtig, richtig glücklich", bekennt sie. "Ich habe meinen Eltern vergeben." Mittlerweile unterstützen ihre Eltern ihre Tochter wo sie nur können. "Sie sind stolz auf mich und helfen mir in jeder Situation. Ihre Meinung zu dem Thema hat sich komplett gewandelt."

Mit langen blonden Haaren und in einem roten Blümchenkleid sitzt sie da, knetet nervös ihre Hände, während sie von ihrer Vergangenheit erzählt. Eine junge Frau, die so viel durchgemacht hat, die so viel Schlimmes erleben musste. Die durch die Hölle gegangen ist – und überlebt hat.

Ihre Geschichte hätte nun glücklich enden können. Doch es ist noch nicht vorbei. Sie muss erneut über glühende Kohlen laufen.

Mit 22 entschließt sie sich das Fachabitur in Verbindung mit einer kaufmännischen Ausbildung zu machen. Ihren Mitschülern erzählt sie nicht, dass sie früher ein Mann war. "Mein Dasein als Transfrau hat für mich gar nicht mehr existiert, in den zwei Jahren davor hatte ich meinen Job, meine Freunde… Es war kein Thema für mich mehr."
Doch nur ein paar Wochen später wissen ihre Mitschüler Bescheid. "Jemand kennt jemanden, man weiß ja wie das ist. Dann hat es auch direkt angefangen mit Sprüchen wie ‚Du scheiß Transe‘. Viele wollten nicht mehr neben mir sitzen, nicht mal in meiner Nähe sein", so die junge Frau.
Irgendwann erzählt sie es ihrem Lehrer. Eine Person wird zu Rede gestellt. Doch das Martyrium hat kein Ende.

"Es wurden dann eben neue Sachen gesucht, um mich fertig zu machen", so die 24-Jährige. "Leute machten Screenshots von meinem Instagram- und Facebook-Profil, schrieben Beleidigungen auf die Bilder und sendeten sie weiter."

Auch ihr Freund wird angegangen, erzählt sie. "Es kamen Sprüche wie ‚Was ist das für ein ehrenloser, wie kann man mit einer scheiß Transe zusammen sein?!"
Ein Mädchen aus ihrer Parallelklasse zeigt ihr die Bilder auf Snapchat. Sie ist geschockt, stellt ihre Profile auf privat, postet immer weniger.

Wochen und Monate vergehen. In einer Unterrichtsstunde wird ein Vortrag über Homophobie und Transphobie gehalten. Es gibt sogar eine Lehrer-Konferenz, bei der besprochen wird, ob Handys in der Schule verboten werden sollen. Doch es ändert sich nichts.
Dann der Super-Gau: Ein Mitschüler, berichtet sie, findet Bilder aus ihrer Escort-Zeit in einem Forum. Dazu eindeutige Beiträge. "Mir wurde unglaublich schlecht, als diese Sache rauskam. Ich wurde ausgelacht, es wurde überall rumgeschickt. Es nahm so ein Ausmaß an, dass mich sogar fremde Leute auf der Straße deswegen angesprochen haben."

Jeden Tag kommt sie nach Hause und weint, kann nicht mehr richtig schlafen. Sie wird depressiv. Drei Monate lässt sie all das über sich ergehen. "Ich habe versucht es zu ignorieren, habe mich wahnsinnig dafür geschämt. Natürlich ist es was anderes zu Lehrern zu gehen und zu sagen ‚Ich werde gemobbt, weil ich Transgender bin‘, als zu sagen ‚Ich werde gemobbt, weil ich einen Fehler in der Vergangenheit gemacht habe", beichtet die Schülerin.

Irgendwann nimmt sie ihren Mut zusammen und spricht mit dem Vertrauenslehrer der Schule. Dann steht sie vor der versammelten Klasse, bittet ihre Mitschüler mit dem Mobbing aufzuhören. Eine Anzeige wäre ansonsten der nächste Schritt.

Für wenige Wochen hören die Demütigungen und Beleidigungen auf. Dann geht es wieder los. "Plötzlich ging es um mein Gewicht. Dass ich zu dick wurde, zu fett sei und es wurden heimlich Fotos von mir gemacht und mit Beleidigungen versehen."
"Zu diesem Zeitpunkt wusste ich dann: Es wird sich nie etwas ändern." Kurz vor ihrem Auslands-Praktikum geht sie zur Polizei, zeigt ihren schlimmsten Peiniger an. Das war vor fast zwei Monaten.
Sechs Wochen ist sie in Dublin, findet endlich wieder zu sich selbst. Dann fasst sie den Entschluss mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, in einem Video über ihre schlimmen Erlebnisse zu berichten. "Ich wollte den Leuten zeigen, dass ich mich nicht mehr für mich und meine Vergangenheit schäme. Das ich keine Angst mehr habe. Während meines Auslands-Praktikums konnte ich viel nachdenken und habe eine persönliche Transformation durchlebt", so die 24-Jährige.

"Ja, ich bin ein Opfer von Mobbing. Aber ich wehre mich jetzt dagegen. Ich werde jetzt für mich und meine Rechte einstehen. Ich möchte mich nicht mehr schämen und anderen Betroffenen damit Mut machen, auch für sich einzustehen und zu kämpfen."

Mittlerweile sind die Briefe mit den Vorladungen angekommen. Die Schule beginnt in einer Woche.




Wenn euch dieser Blog gefällt, helft „Teilt“ Ihn mit mir denn Wissen ist Macht!

Samstag, 4. August 2018

St. Petersburg: Dutzende CSD-Teilnehmer festgenommen

 Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Bitte kopiert den Link und Gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hey Du hast es und brauchst es, deswegen Spende Blut, denn es fehlt in der ganzen Welt!
Ich habe Ihn, Du auch? Organspenden können andere zum Leben verhelfen, sei stolz auf dich selbst mache Ihn Dir den Organspende Ausweis!

Hey you have it and need it, so donating blood, because it is missing in the world!
I had him, you also? Organ donation can help others to life, be proud of your self  doing Him Get donor card!

Beim Versuch, legale Einzelproteste anstelle des nicht genehmigten Pride abzuhalten, wurden 29 Menschen festgenommen – einige von ihnen wurden bis zum Abend auf der Wache festgehalten.
In der russischen Metropole St. Petersburg sind am Samstag fast 30 Menschen festgenommen worden, die vor der Eremitage friedlich für LGBTI-Rechte protestieren wollten. Die Teilnehmer des St. Petersburg Pride wurden in zwei Busse der Polizei gezerrt und zu insgesamt vier Wachen gebracht; in der Regel werden sie nach einer Personalienfeststellung und der Ausfertigung einer Anzeige nach wenigen Stunden wieder freigelassen.
Meldungen zufolge sollen mindestens 29 Personen, darunter Pride-Organisator Juri Gawrikow und viele junge Demonstrantinnen und Demonstranten, festgenommen worden sein. Die Aktivisten hatten legitime Einzelproteste abhalten wollen – wenn Personen genügend Abstand halten, benötigen diese nach russischem Recht dafür keine Erlaubnis.
Die CSD-Teilnehmer vom Samstag konnten für einige Minuten Flaggen oder Plakate zeigen und Interviews geben, bevor die Beamten einschritten. "Die Polizei handelte streng und absolut illegal", schrieb einer der Festgenommenen aus dem Polizeibus. "Dennoch bereue ich keine Sekunde."
"Unsere Forderungen sind einfach", sagte einer der Aktivisten, Alexej Nazarow, vor seiner Festnahme. "Wir verlangen nicht, geliebt zu werden. Wir fordern Gesetze, die unsere Rechte schützen und besagen, dass wir mit den übrigen Russen gleichberechtigt sind. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse."
Zuvor hatte die Stadtverwaltung ganze neun Vorschläge für eine reguläre Kundgebung abgelehnt. Am Freitag hatte ein regionales Gericht wie zuvor ein lokales die Verbote aufrecht gehalten und mit dem Schutz von Kindern begründet, wie ihn das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" vorsehe. Bei Festnahmen bei dennoch abgehaltenen Protesten spielt das Gesetz in der Regel keine Rolle mehr, hier wird Aktivisten oft schlicht Widerstand gegen Polizeibeamte oder ein Verstoß gegen Versammlungsgesetze vorgeworfen.
Im letzten Jahr hatte der CSD noch mit einer Kundgebung auf dem Marsfeld stattfinden können – bis die Regelung zuletzt wieder abgeschafft wurde, war der Ort als eine Art "Hyde Park Corner" konzipiert, in dem Proteste ohne Vorabgenehmigung abgehalten werden konnten. Rund 100 Menschen nahmen an der Kundgebung teil – einige von ihnen wurden danach allerdings von Jugendlichen mit Pfefferspray angegriffen.
In den Vorjahren konnten in St. Petersburg der CSD und Kundgebungen zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai mal stattfinden, mal wurden sie von der Polizei aufgelöst oder von Gegendemonstranten angegriffen.
Eine Beteiligung von LGBTI-Aktivisten an der großen Demo zum 1. Mai endete zuletzt auch immer in Festnahmen. Zugleich hat sich in der 4,8-Millionen-Stadt eine durchaus sichtbare Szene etabliert, in der unter anderem das mehrtägige Filmfest "Side by Side" als Erfolg gilt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte im letzten Sommer regionale Vorläufer des landesweiten Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" für Unrecht erklärt wie zuvor einige CSD-Verbote vor allem in Moskau. Etliche weitere Klagen sind anhängig, darunter eine zu einem Angriff von zwei Unbekannten auf einen Coming-out-Treff in St. Petersburg im Jahr 2013, bei dem ein junger LGBTI-Aktivist durch einen Schuss die Sicht in einem Auge verlor. In der Beschwerde geht es um die mangelnde Aufklärung des Falls und seine Einstufung als "Hooliganismus" statt eines Hassverbrechens.
Das Straßburger Gericht sandte den Anwälten der Verletzten nun erstmals die Akten der Polizei – demnach verhörten die Beamten zwei homofeindliche Aktivisten, von denen einer eine Schusswaffe besaß, wie sie bei der Tat zum Einsatz kam, und der ein Bild des Verletzten auf seinem Laptop hatte. Die Ermittlungen wurden 2015 eingestellt, ohne die Spuren eines möglichen Hassverbrechens weiter verfolgt zu haben – den Akten zufolge erschien den Beamten die Möglichkeit am wahrscheinlichsten, die Aktivisten hätten sich selbst verletzt, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen und in die Medien zu kommen.
Update  18.50h: Aktivisten teilweise weiter in Gewahrsam

Seit dem Protest um kurz nach halb zwölf deutscher Zeit wurden einige Aktivisten auf diversen Wachen wieder freigelassen. Andere befinden sich rund sieben Stunden später immer noch in Polizeigewahrsam, teilweise ohne Kontakt zu einem Anwalt. Allen wurde Verstöße gegen das Versammlungsrecht vorgeworfen, ihnen drohen Geldstrafen zwischen 10.000 und 20.000 Rubel (136-272 Euro).
Vor wenigen Minuten wurden auch auf der letzten Wache die letzten festgenommenen Aktivisten und Aktivistinnen des Vormittags freigelassen. Einige haben am Montag einen ersten Gerichtstermin zu ihrem angeblichen Verstoß gegen das Versammlungsrecht.





Wenn euch dieser Blog gefällt, helft „Teilt“ Ihn mit mir denn Wissen ist Macht!

Sehr Wichtige Stuttgarter Erklärung


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Bitte kopiert den Link und Gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hey Du hast es und brauchst es, deswegen Spende Blut, denn es fehlt in der ganzen Welt!
Ich habe Ihn, Du auch? Organspenden können andere zum Leben verhelfen, sei stolz auf dich selbst mache Ihn Dir den Organspende Ausweis!

Hey you have it and need it, so donating blood, because it is missing in the world!

I had him, you also? Organ donation can help others to life, be proud of your self  doing Him Get donor card!


Stuttgarter Erklärung

Vorwort

Am 24.01.2015 – 25.01.2015 traf sich eine Gruppe von Ärzten, Psychotherapeuten, Menschenrechtlern und betroffenen Menschen im Zentrum Weißenburg in Stuttgart um folgende Erklärung („Stuttgarter Erklärung“) zu verfassen.
Diese Erklärung kann unter folgendem Link mitgezeichnet werden: Stuttgarter Erklärung.
Weltweit zeichnet sich ein menschenrechtlicher Trend ab, Menschen mit so genannten „geschlechtlichen Normabweichungen”, wie transsexuelle und intersexuelle Menschen, in ihrem eigentlichen Geschlecht, das vom standesamtlich eingetragenen abweichen kann, auch rechtlich anzuerkennen. Dänemark folgte als erstes Land in Europa dem Vorbild Argentiniens, die rechtliche Anerkennung nicht mehr von medizinischen Bedingungen abhängig zu machen. Auch das Bundesverfassungsgericht in Deutschland hatte 2011 Teile des “Transsexuellengesetzes” als nicht verfassungskonform erachtet, in denen körperliche Voraussetzungen für die Änderung des Personenstandes vorgeschrieben wurden.
Die medizinisch- therapeutische Versorgung von Menschen mit so genannten „geschlechtlichen Normabweichungen” hat auf diesen Trend zu reagieren. Die heutige medizinisch- therapeutische Behandlung und Begleitung, die seit den 70er-Jahren von der Idee einer “Gender Dysphorie” ausgeht, lässt Menschenrechtsaspekte zu kurz kommen und verwischt die Unterschiede von Sex und Gender. Menschen mit so genannten „geschlechtlichen Normabweichungen” brauchen jedoch eine medizinische Behandlung, die ohne geschlechtliche Deutung auskommt und in der sie in ihrem eigenen Geschlecht von Anfang an respektiert werden. Wenn diese Menschen medizinische oder psychotherapeutische Maßnahmen wünschen, brauchen sie eine gesundheitliche Versorgung und Diagnostik, die diesen Umstand berücksichtigt.
Aber auch jetzt schon können wir uns für eine Medizin stark machen, die ohne Gender-Deutung auskommt und sich auf das konzentriert, worum eigentlich gehen sollte: Menschen zu helfen und ihnen die Behandlung zukommen zu lassen, die sie benötigen.
Eine medizinische Behandlung, die transsexuellen, intersexuellen und allen von geschlechtlichen Normen abweichenden Menschen hilft, und das Wohl des Einzelnen in den Vordergrund stellt, ist möglich.
Mit der vorliegenden Erklärung wollen wir ethische und menschenrechtliche Aspekte des respektvollen Umgangs im Bereich der Medizin, Psychotherapie, Beratung und Begleitung mit transsexuellen, intersexuellen und allen von geschlechtlichen Normen abweichenden Menschen aufzeigen und erklären, was möglich und notwendig ist, um sinnvolle Hilfe und Unterstützung, sowie respektvollen Umgang miteinander möglich zu machen.

Grußwort zur „Stuttgarter Erklärung“
von Eberhard Schultz
Die Aktion Transsexualität und Menschenrecht hat mit der „Stuttgarter Erklärung: Medizin und Therapie ohne Genderdeutung“ ein wichtiges gesellschaftliches Thema in vorbildlicher Weise aufgegriffen. Ein Thema, das immer noch in weiten Teilen der Bevölkerung ein Buch mit sieben Siegeln darstellt und auch in der medialen Öffentlichkeit weitgehend tabuisiert wird – ähnlich wie früher die Homosexualität, die nach langen Auseinandersetzungen auf dem Weg zu öffentlicher Wahrnehmung und Anerkennung ist. Dabei betrifft die Gleichstellung aller Menschen den Kern unseres Selbstverständnisses einer lebenswerten inklusiven Demokratie, für die die freie Entfaltung des selbstbestimmten Individuums Ziel und Richtschnur sein sollte.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat schon unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg in ihrer Verfassung von 1946 festgestellt, dass es ein grundlegendes Recht eines jeden Menschen auf den bestmöglichen Gesundheitszustand gibt: „Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.“[a]
Gesundheit definiert die WHO so: „Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“[b]
Dieses Konzept von Gesundheit als vollkommenes Wohlergehen ist zwar im Einzelnen umstritten, aber inzwischen durch die Allgemeine Menschenrechtserklärung von 1948 und weitere Abkommen präzisiert worden. Danach umfasst das Recht auf Gesundheit zunächst die Freiheit, über die eigene Gesundheit und den eigenen Körper selbst zu bestimmen und frei von Eingriffen in den eigenen Körper zu bleiben.
Wir hoffen, dass die „Stuttgarter Erklärung“ mit dazu beiträgt, den Autonomieanspruch für einen wichtigen Teil der Gesellschaft im Sinne der Betroffenen voranzutreiben und praktisch umzusetzen. Gerade Deutschland wurde von internationalen Institutionen wiederholt auf diesem Gebiet kritisiert, unter anderem vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und dem Europarat wegen der immer noch nicht abgeschafften Zwangsoperationen von intersexuellen Menschen.
In den Schattenberichten[c] zur Umsetzung der WSK-Rechte[d] in Deutschland wurde die Praxis ebenfalls kritisiert. In dem letzten Bericht des CECSR (Committee on Economic, Social and Cultural Rights (UN)[e]) wird gerügt, dass trans- und intersexuelle Menschen oft assoziiert werden mit psychisch kranken Menschen und staatliche Politik und Gesetzgebung zu Verletzungen der geschlechtlichen und reproduktiven Gesundheitsrechte[f] führen.
Es bleibt also viel zu tun, wie die Stuttgarter Erklärung ja in einleuchtender und produktiver Weise darstellt.
Die Eberhard-Schultz-Stiftung setzt sich für die Umsetzung der sozialen Menschenrechte und Partizipation in Deutschland ein, zu denen auch das Menschenrecht auf Gesundheit gehört, und hat sich zur Aufgabe gesetzt, das Bewusstsein und die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Deshalb unterstützen wir die „Stuttgarter Erklärung“.
In diesem Sinne wünsche ich der „Stuttgarter Erklärung“ eine weite Verbreitung und eine weitreichende Unterstützung und Wirkung um ein notwendiges Umdenken anzustoßen und das Ziel eines umfassenderen Verständnisses von Gesundheit voranzubringen.
Eberhard Schultz (Eberhard-Schultz-Stiftung)
(Anm.: 
[a] Quelle: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19460131/201405080000/0.810.1.pdf
[b] ebd.
[c] Schattenberichte: Berichte von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zur Einhaltung des UN-Sozialpaktes, die quasi „der Schatten” des Berichtes der Bundesregierung sind (der die Lage meist beschönigt). 
[d] WSK-Rechte = wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, bezogen auf das internationale Übereinkommen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (auch: UN-Sozialpakt), engl.: ICESCR (International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights)
[e] Komitee der Vereinten Nationen zur Kontrolle der Einhaltung des UN-Sozialpaktes
[f] Hier wird bezogen auf „sexual and reproductive health and rights“ (SRHR))

Stuttgarter Erklärung, Mai 2015
Auf Grund unserer Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit so genannten geschlechtlichen Normabweichungen und von Menschen, deren standesamtlich eingetragenes Geschlecht vom selbst wahrgenommenen, eigentlichen Geschlecht abweicht,
sowie durch unsere Erfahrung mit dem Gesundheitssystem und unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten und Angeboten,
sowie den nicht auf die individuellen Probleme dieser Menschen zugeschnittenen Behandlungsstandards und -leitlinien,
bis hin zu verweigerten Hilfeleistungen, bzw. der Weigerung der Kostenträger, Hilfeleistungen in angemessener Weise und Höhe zu übernehmen,
wollen wir der Notwendigkeit von Veränderungen mit dieser Erklärung Ausdruck verleihen.

1) Grundsätzliches
Die Würde des Menschen
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Dies beinhaltet die Akzeptanz aller erwachsener Menschen als mündig und fähig, selbst zu wissen, wer sie sind, welchem Geschlecht sie angehören, Entscheidungen über sich selbst zu fällen und die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen. In diesem Sinne ist jeder Mensch fähig, selbst über seinen Körper und über sein Geschlecht zu bestimmen.
Auch minderjährige Menschen haben eine Würde, die nicht verletzt werden darf. Dazu gehört es, ihre Entscheidungen und Willenserklärungen zu respektieren, zu achten, geschlechtliche Selbstbestimmung und Selbstakzeptanz zu ermöglichen und nicht zu verhindern bzw. ihnen ihre geschlechtliche Selbstwahrnehmung nicht abzusprechen.
Die Verfügbarkeit von Geschlecht
Geschlecht ist nicht verfügbar. Das Geschlecht eines Menschen kann nicht durch andere bestimmt werden, was einer Fremdbestimmung und Inbesitznahme gleich käme. Nur der einzelne Mensch kann auf Grund seines Wissens über sich selbst über sein eigenes Geschlecht, seine Geschlechtszugehörigkeit, verlässlich Auskunft geben. Allein ihm obliegt es, sein Geschlecht zu bestimmen.
Das Geschlecht und die Anerkennung desselben gehören zum Intimbereich und sind zentraler Bestandteil des Menschen, seines Selbstverständnisses und seiner Würde. Eine Nichtanerkennung des Geschlechts, als welches sich ein Mensch begreift, kommt einer Entmenschlichung und Aberkennung seiner Würde gleich.
Recht auf Gesundheit
„Das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit ist eines der grundlegenden Rechte eines jeden Menschen“ (WHO)[1]. Diese werden ihm auch durch den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Artikel 12 (1)) zuerkannt. Zudem hat jeder das Recht, alle Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, die es ihm ermöglichen, sich des besten Gesundheitszustandes zu erfreuen, den er erreichen kann (Europäische Sozialcharta Teil 1/11.). Es sollte als selbstverständlich erachtet werden, dass nur ein Mensch selbst eine verlässliche Aussage über den für ihn besten Gesundheitszustand zu treffen vermag. Dritte können ihn allenfalls dabei unterstützen, dies herauszufinden.
(Anm.: [1] WHO (World Health Organisation): Health for All in the Twenty-First Century, WHA51.7, Agenda item 19, 16 May 1998)

2) Selbstverständnis
Menschen zu helfen bedeutet, ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Würde von Menschen zu verletzen kann und soll demnach nicht Teil ethischen Handelns sein.
Zum würdevollen Umgang miteinander gehört der gegenseitige Respekt vor dem anderen Menschen, auch bzw. insbesondere in einer Beziehung zwischen Patienten/Klienten und Ärzten/Therapeuten oder allgemein Helfendem/Hilfesuchendem. Nur in gegenseitigem Respekt sind eine angemessene Begleitung, eine Behandlung oder Therapie möglich.

3) Vertrauen und Anrede
Wir erachten es als sinnvoll für ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Helfendem und Hilfesuchendem, wenn der Hilfesuchende mit dem Vornamen und in dem Geschlecht angesprochen und respektiert wird, wie er sich selbst begreift, auch wenn noch keine amtliche Änderung des Vornamens oder Geschlechtseintrages erfolgte. Ohne gegenseitiges Vertrauen ist weder eine gute Unterstützung noch eine sinnvolle therapeutische Maßnahme machbar.

4) Freiwilligkeit
Zwang verhindert Vertrauen und echtes gemeinsames Arbeiten an Zielen. Wir erachten es als sinnvoll, dass Behandlungen und Therapien nur mit ausdrücklicher Zustimmung des zu behandelnden Menschen erfolgen. Kein Mensch sollte gezwungen oder in irgendeiner Weise gedrängt oder genötigt werden auf Grund seiner Selbstbestimmung seines Geschlechts sich medizinischer, psychotherapeutischer oder vergleichbarer Behandlungen oder Therapien zu unterziehen oder Therapiezielen zuzustimmen.
Auch sollte keine Form einer medizinischen, therapeutischen oder vergleichbaren Maßnahme als Voraussetzung für eine andere betrachtet werden, wenn diese nicht nachweislich medizinisch notwendig ist und vom betroffenen Menschen uneingeschränkt und ohne Zwang als voraussetzend anerkannt wird.
Vor allem Psychotherapie unter Zwang und ohne ausdrückliche Zustimmung des Klienten ist nicht möglich. Therapien, die, unabhängig des Alters des betroffenen Menschen, ohne den ausdrücklichen Wunsch nach Therapie durchgeführt werden, oder nicht in der Art und Weise ausdrücklich mit dem Hilfesuchenden vereinbart wurden, sind als reparative Therapien zu betrachten, die den Willen und die Würde des Menschen missachten.

5) Zusammenarbeit, Behandlungsziele und Respekt
Wir erachten es als sinnvoll, nicht das Geschlecht eines Menschen, bzw. die Selbstaussage eines Menschen über sein Geschlecht, als behandlungsbedürftig zu betrachten: Im Mittelpunkt unserer Unterstützung, der medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlung steht die Heilung oder die Minderung von Leiden, nicht die Anpassung an Geschlechts-Stereotypen oder gesellschaftliche Normen.
Das Ziel sollte sein, dieses Leiden so weit als möglich zu mindern, mit den besten uns zur Verfügung stehenden Behandlungsmaßnahmen, um das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit zu ermöglichen.
Art und Weise der benötigten Hilfeleistung sollte der Hilfesuchende festlegen, Ziele einer Behandlung/Therapie, sowie was und in welcher Reihenfolge getan werden muss, sollte gemeinsam und mit beiderseitiger Zustimmung individuell festgelegt und gemeinsam sollte an deren Erreichung gearbeitet werden.
Medizinische Maßnahmen, wie u.a. Hormonbehandlungen oder chirurgische Eingriffe, welche notwendig sind, um im selbst wahrgenommenen bzw. selbstbestimmten Geschlecht diskriminierungsfrei würdevoll zu leben, erachten wir als notwendige Maßnahmen zur Erreichung psychischer und physischer Gesundheit.

6) Achtung des Fachwissens und des Berufsethos
Wir empfinden Hinweise auf Richt- bzw. Leitlinien als nicht dem Wohle des Patienten oder Klienten dienend und gleichzeitig als Missachtung medizinischen und therapeutischen Wissens, wenn diese Hinweise das Ziel haben, einen Menschen, der um medizinische und/oder therapeutische Hilfe bittet, hinzuhalten, Hilfe hinauszuzögern oder zu verweigern. Auch Richtlinien oder Leitlinien von Krankenkassen oder Krankenversicherungen, die etwas anderes verlangen, als das, was einem Menschen helfen würde, erachten wir als kritisch.
Einem Menschen erst nach Einhaltung von Fristen zu helfen, und dadurch ein Leiden zu verlängern, halten wir zudem für unethisch. Wir wollen möglichst rasch helfen und Leiden zeitnah mindern. Jegliches Hinauszögern von Hilfe ist weder mit verantwortungsbewusstem Handeln noch mit dem medizinischen oder therapeutischen Berufsethos vereinbar[2]. Vorschriften, die eine sofortige Hilfe untersagen, obwohl diese notwendig und möglich ist, lehnen wir deshalb ab. Soweit diese existieren, halten wir es für sinnvoll, diese abzuschaffen.
Die Entscheidung über die Notwendigkeit und Dauer einer Begleitung, bzw. medizinischer und/oder therapeutischen Behandlung sollte allein dem Hilfesuchenden und dem Helfer, Arzt, Therapeut des Vertrauens obliegen und nicht den Krankenkassen, bzw. Krankenversicherern, bzw. sogenannten „Experten” von „spezialisierten“ Einrichtungen, die evtl. nicht das Vertrauen des Hilfesuchenden besitzen.
(Anm.: [2] Gelöbnis des Arztes und weitere Berufspflichten: Bundesärztekammer: http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=1.100.1142.1145.1147; Berufsethik für Psychologinnen und Psychologen: BDP: http://www.bdp-verband.org/bdp/verband/ethik.shtml)

7) Kostenübernahmen
„Das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit ist eines der grundlegenden Rechte eines jeden Menschen“ (WHO)[3]. Deshalb sollten alle Maßnahmen, die zur Erreichung dieses Menschenrechtes notwendig sind, von den zuständigen Kostenträgern ohne Verzögerungen übernommen werden. Wir erinnern daran, dass sich Deutschland dazu vor vielen Jahrzehnten durch die Annahme des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und Kulturelle Rechte (1966)[4], sowie der europäischen Sozialcharta (1961)[5] verpflichtet hat.
Dennoch existiert bis heute ein Mehr-Klassen-System bezüglich Regelleistungen, Medikamenten, Psychotherapien und anderer notwendiger Behandlungsmaßnahmen, je nach Leiden. Wir halten es nicht für dienlich, wenn ein Patient oder Klient „Glück” hat, wenn er ein Leiden hat, für das volle Kostenübernahme garantiert ist, im Gegensatz zu Menschen, die ein Leiden quält, dessen Linderung und die damit verbundenen Kosten nur eingeschränkt oder unzureichend von den Leistungsträgern übernommen werden. Dies ist eine Diskriminierung auf Grund der Art des Leidens und stellt eine Verletzung der Würde vieler Menschen, die nicht den Geschlechtsnormen entsprechen, dar. Hier wünschen und empfehlen wir dringend Nachbesserungen, damit insbesondere medizinische und therapeutische Berufe in einem sinnvollen Maße ausgeübt werden können und Menschen ihr Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit erreichen können.
(Anm.: 
[3] WHO (World Health Organisation): Health for All in the Twenty-First Century, WHA51.7, Agenda item 19, 16 May 1998
[4] Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19.Dezember 1966, Artikel 12
[5] Europäische Sozialcharta, Turin, 18.10.1961, Artikel 11)

8) Studien und Untersuchungen
Zu vielen Behandlungsmaßnahmen gibt es bis heute keine zureichenden wissenschaftlichen Untersuchungen oder genügend Studien um eine hohes Evidenzlevel zu erreichen. Um Behandlungsmaßnahmen sinnvoll (aber auch kostengünstig) einsetzen zu können, sind solche Untersuchungen notwendig und sollten auf den Gebieten, auf denen sie fehlen, durchgeführt werden.
Es ist eine Tatsache, dass unser Staat selbst unzureichend Studien oder wissenschaftliche Untersuchungen im Medizin- oder Psychotherapiebereich finanziert oder in Auftrag gibt. Hier raten wir dringend zur Besserung.
Zudem sehen wir einen Mangel in der Qualität der angebotenen und von den Kostenträgern übernommenen Leistungen, beispielsweise in der hormonellen Versorgung und im
chirurgischen Bereich. Wir erachten es als sinnvoll und notwendig, keine Mühen zu scheuen in allen Bereichen die bestmögliche medizinische Behandlung anzubieten und die Kostenübernahme sicherzustellen. Qualitativ hochwertige Maßnahmen, die ein Leiden tatsächlich mindern, sind auf lange Sicht zudem immer kostengünstiger und den Menschen dienlicher, als Maßnahmen, die nicht für eine dauerhafte Zufriedenheit und Leidensminderung sorgen.

9) Dezentrale Versorgung optimieren
Psychotherapeuten und Ärzte, aber auch Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, welche Menschen mit ungewöhnlichen geschlechtlichen Entwicklungen und/oder Problemen auf Grund des Geschlechts, bzw. der Abweichung dessen vom eingetragenen standesamtlichen Geschlecht, betreuen und/oder behandeln, sind in Deutschland zu dünn gesät. Wir erachten es als sinnvoll, Ärzte, Psychotherapeuten und allgemein beratend und helfend Tätige zu ermutigen, Vorurteile und Ängste, die oftmals für die mangelnde Behandlungs- und Unterstützungsbereitschaft verantwortlich sind, fallen zu lassen und auch diese Menschen entsprechend ihrer Bedürfnisse zu behandeln und zu unterstützen.
Für eine sinnvolle medizinische Versorgung halten wir es für notwendig, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten ortsnah zu schaffen, sofern dies noch nicht geschehen ist, um einen Zugang zum Angebot an bestehenden Leistungen des Gesundheitswesens ohne Diskriminierung allen Menschen zu ermöglichen. Weite Anfahrtswege sind auf Grund des Zeitaufwandes und der damit verbundenen Kosten für viele betroffene Menschen nicht möglich, so dass sie letzten Endes auf Grund der Art ihres Leidens diskriminiert werden und ihnen medizinische und therapeutische Versorgung oder andere Hilfeleistungen indirekt verwehrt werden.
Doch ist es Aufgabe des Staates und unseres Gesundheitssystems, allen Menschen ohne Diskriminierung den selben Zugang zu unterstützenden, medizinischen oder psychotherapeutischen Einrichtungen zu ermöglichen. Wir erleben immer wieder, dass Betroffene u.a. keine Behandlung erhalten, weil ein Arztbesuch für sie nicht möglich ist und entsprechende Kosten für Hausbesuche von den Kostenträgern nicht übernommen werden.

10) Beratungsstellen
Wir halten die Einrichtung von Beratungsstellen für sinnvoll, die auf Menschen jeden Alters spezialisiert sind, welche auf Grund ihres Geschlechts, bzw. auf Grund ihres amtlich bestimmten Geschlechts, Fragestellungen und/oder Probleme haben und Hilfe suchen.
Eine Beratungsstelle sollte stets unabhängig und anonym beraten. Die Angebote sollten für Hilfesuchende freiwillig sein und unabhängig von jeglicher medizinischer oder psychotherapeutischer Behandlung erfolgen können. Eine Beratung darf dabei niemals eine Voraussetzung für weitere Maßnahmen darstellen.
Eine Beratungsstelle sollte für Menschen, die lediglich einer Klärung und keiner Psychotherapie oder sofortiger medizinischer Maßnahme wünschen oder bedürfen, eine niederschwellige Anlaufstelle sein, welche unabhängig berät, und gleichfalls über weitere Möglichkeiten aufklärt und evtl. vermittelt.
So ist z.B. der Besuch eines Psychotherapeuten in Deutschland oft mit Hemmungen verbunden, wohingegen eine Beratungsstelle, welche anonym beraten würde, ein geringeres Hemmnis und kostengünstiges Angebot darstellte, das nicht mit der Angst vor einem Outing, der Angst, die Krankenkasse oder Krankenversicherung könnte vom eigenen Problem erfahren, oder davor, abgestempelt zu werden, verbunden wäre.
In einer Beratungsstelle könnten auch Informationen zusammengetragen werden, wohin sich betroffene Menschen wenden können, welche Angebote bestehen, wo welche medizinische oder therapeutische Leistung angeboten wird, etc. und somit informativ Betroffene, Therapeuten, Ärzte u.a. unterstützen und zur Seite stehen.
Wir legen darauf Wert festzustellen, dass die Einrichtung von Beratungsstellen nicht zur Zentralisierung der Anlaufstellen für Hilfesuchende führen soll, sondern das Angebot an Beratung vergrößern, bzw. dadurch ortsnahe Beratungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen. Es ist uns wichtig, Hilfesuchenden in der Fläche die Möglichkeit zu geben, passende Angebote vor Ort zu finden. Wir wollen Kollegen und Kolleginnen, aber auch engagierte betroffene Menschen ermutigen, daran mitzuwirken.

11) Geltung für alle Menschen
Prinzipiell sollten alle hier getroffenen Aussagen bezüglich hilfesuchenden Menschen für alle Menschen jeden Alters ohne Einschränkungen gelten. Unserer Ansicht nach ist das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit ein Recht für alle Menschen und sollte allen im gleichen Maße zugänglich sein. Es sind die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um dies zu ermöglichen. Evtl. vorhandene Beschränkungen des direkten Zugangs zu unserem Gesundheitssystem, zu Beratungsstellen, Psychotherapeuten oder Ärzten sollten beseitigt werden.
Insbesondere benötigen Kinder und Jugendliche hier Rechte, um unsere Hilfe uneingeschränkt wahrnehmen zu können. Hierzu gehört u.a. die Möglichkeit zu unabhängiger anonymer Beratung, um selbst objektiv entscheiden zu können, ohne hierfür die Zustimmung eines Vormundes zu benötigen. An dieser Stelle verweisen wir auf das argentinische Gesetz[6] das unseres Erachtens hier sinnvolle Lösungen vorschlägt und zu deren Übernahme auch bereits das Europäische Parlament dringend riet.
Außerdem sehen wir die Notwendigkeit der Einrichtung einer Unterstützung für Menschen mit schweren psychischen oder geistigen Problemen, um ihren speziellen Problemen gerecht zu werden. Ihnen werden oft Leistungen verwehrt, die sie dringend benötigen, weil ihnen nicht selten abgesprochen wird, Entscheidungen treffen zu können. Hier empfehlen wir mehr für die Sicherstellung einer Möglichkeit der Wahrnehmung der eigenen Interessen zu unternehmen, um ein Leben in Würde und dem eigenen eigentlichen Geschlecht führen zu können.
Ein psychisches Leiden darf nicht zum Ausschluss vom Recht auf Würde, Gesundheit und dem damit verbundenen Leben im eigenen, wahrgenommenen Geschlecht führen.
(Anm.: [6] LEY 26.743, LEY DE IDENTIDAD DE GÉNERO, BUENOS AIRES, 9 de Mayo de 2012. (BOLETÍN OFICIAL, 24 de Mayo de 2012)

12) Schlussbemerkung
Die Menschen sind vielfältig und unterschiedlich. Jeder Mensch ist einzigartig. Gerade dies macht unser Menschsein aus, unsere Würde und unser eigenes Geschlecht. So vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind auch ihre Erkenntnisse über sich selbst und die Selbstverständnisse als Mensch und geschlechtliche Wesen. Nicht immer verstehen wir, warum sich andere Menschen auf eine Art und Weise empfinden, definieren, begreifen, wahrnehmen. Doch gebietet es die Achtung und der Respekt vor dem Menschen und seiner Würde, seines Rechts auf Selbstbestimmung, auf die Nichtverfügbarkeit seines Geschlechts, dass wir Äußerungen und Entscheidungen respektieren, achten und ihnen gemäß handeln, auch wenn wir diese schwer nachvollziehen, noch sie für uns fällen würden.
Auch wenn in unserer Kultur über das Geschlecht eines Menschen bei der Geburt verfügt wird und ein Geschlechtseintrag auf Grund einer Entscheidung von Dritten, mag sie auch noch so gut begründbar sein, vorgenommen wird, so kann dieser nur behelfsmäßig und vorübergehend sein.
Wir betrachten es als unangemessen, dass Ärzte oder andere im medizinischen Bereich tätige Menschen oft genötigt werden, diese Entscheidungen für/über einen anderen Menschen zu treffen oder mit zu tragen. Diese Entscheidungen haben sich in der Vergangenheit als nicht immer zum Wohle des betroffenen Menschen erwiesen.
Die letzte Entscheidung über den vorzunehmenden Geschlechtseintrag (oder dessen Entfernung) kann nur der betreffende Mensch selbst fällen. Jede Entscheidung ohne Zustimmung des betreffenden Menschen, kann immer nur eine vorübergehende sein, da sie auch mit dem besten Fachwissen nie mit 100%iger Sicherheit ohne Zustimmung des betroffenen Menschen gefällt werden kann.
Da unser Geschlecht Teil unseres Wesens ist, unserer menschlichen Würde und Teil dessen, wie wir uns selbst begreifen, zudem einen wichtigen Teil unserer innersten Intimsphäre darstellt, kann dies unter keinen Umständen von anderen Menschen, als uns selbst, bestimmt werden.




Wenn euch dieser Blog gefällt, helft „Teilt“ Ihn mit mir denn Wissen ist Macht!

Das Gefühl, dass das Erreichte sehr brüchig sein kann! Wir wollten eine andere Gesellschaft !

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Bitte kopiert den Link und Gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hey Du hast es und brauchst es, deswegen Spende Blut, denn es fehlt in der ganzen Welt!
Ich habe Ihn, Du auch? Organspenden können andere zum Leben verhelfen, sei stolz auf dich selbst mache Ihn Dir den Organspende Ausweis!

Hey you have it and need it, so donating blood, because it is missing in the world!
I had him, you also? Organ donation can help others to life, be proud of your self  doing Him Get donor card!

Wir wollten eine andere Gesellschaft

Zur Bilanz nach 40 Jahren Christopher Street Day in Berlin betrachtet der Filmemacher Rosa von Praunheim die heutige Situation, trotz einiger Erfolge, besorgt. Die Schwulenbewegung habe sich zu sehr kommerzialisiert und von den ursprünglichen Zielen entfernt.
In all den Jahren seit dem ersten Berliner Christopher Street Day sei durchaus viel erreicht worden, sagt Rosa von Praunheim, Filmemacher und einer der Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland.

"Man denke nur an Klaus Wowereit, dass er als Politiker trotz seines Bekenntnisses 'Ich bin schwul. Und das ist gut so.' wiedergewählt wurde. Das ist natürlich ein großer Fortschritt. Aber auf der anderen Seite gibt es immer noch junge Leute, die es schwer haben, ihr Coming-Out zu leben. Gerade in Schulen sind Schimpfwörter wie 'schwule Sau' gang und gäbe."

Gegendemos von Homophoben beim Schwulenmarsch

Auch engagiere sich die deutsche Bewegung nicht ausreichend für queere Menschen in Ländern wie Russland, der Türkei oder arabischen Staaten, meint von Praunheim. "Es ist sehr schwer in Diktaturen da was zu machen, oder wenn die Mehrheit homophob ist." Er kenne das aus dem Baltikum, unter anderem aus seiner Geburtsstadt Riga, wenn bei einem dortigen Schwulenmarsch viele christlich-schwulenfeindliche Leute Gegendemonstrationen machten. Und in Russland seien die kleinsten öffentlichen Zusammenkünfte Homosexueller strafbar. "Die Gefahr dieser nationalistischen Welle, dieser undemokratischen Strömungen, die jetzt in Europa überschwappen, aber auch in Amerika, das ist beängstigend."
Hohn des US-Botschafters beim CSD

Er finde es gut, dass der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ein AfD-Aussteigerprogramm als Zeichen gegen Rechts gestartet habe. Schließlich gebe es den US-Botschafter Richard Grenell in Berlin, der bekennender Schwuler und Rechtsradikaler sei, so von Praunheim. "Der war mit dem Wagen der US-Botschaft bei der CSD-Demonstration dabei, mit einem 'Love'-Plakat. Wenn man weiß wieviel 'Liebe' von US-Präsident Trump den Ausländern entgegengebracht wird, mit der Drohung eine Mauer zu Mexiko zu bauen, dann ist das alles Hohn!"

Der Zeitgeist liegt momentan auf der rechten Seite

Es sei schon immer so gewesen, dass es auch in der Schwulenbewegung Rechte gegeben habe. Die Schwulenbewegung dürfe sich aber gegenüber denen nicht anders verhalten, als alle Demokraten auch. "Wir sollten versuchen Menschen zu überzeugen, zu reden. Es hat ja keinen Sinn jetzt Hass zu schüren. Man muss da Kontakt aufnehmen. Man muss sich zeigen. Gerade in den Gegenden, in denen die AfD gewählt wird, da muss man hingehen und sich mit den Leuten auseinandersetzen."

Auf den Einwurf, dass doch aber die AfD heute von den CSD-Machern ausgeschlossen war, sagt von Praunheim: "Ja, ja, das war sie. Das kann man eben diskutieren. Es ist nun mal eine schwierige Situation. Ich denke, dass momentan die Rechte, die nationalistische Szene, das ist was wir damals 1968 waren. Da ist plötzlich so ein Zeitgeist da, der den Leuten Kraft gibt, und der liegt momentan auf der rechten Seite, auf der rechtsradikalen Seite."

Angepasste und kommerzialisierte Schwulenbewegung
Er habe früher mit seinen Mitstreitern dafür gekämpft, dass sich die Gesellschaft wirklich verändert. "Wir waren nicht dafür, die Heterosexuellen nachzumachen, in der Ehe zum Beispiel, oder dass wir Pfarrer werden können oder zur Armee gehen. Das waren nicht unsere Ziele. Wir wollten eine andere Gesellschaft, ein Zusammenleben mit Familien, mit Kindern, in viel größeren Zusammenhängen, also gegen Kleinfamilien. Das hat sich leider alles zerschlagen. Die Schwulenbewegung hat sich sehr angepasst, sich sehr kommerzialisiert und dass es jetzt so etwas wie 'schwule Kleinfamilien' gibt, oder die 'Ehe für alle', das mag für einige gut sein, aber mir persönlich behagt das nicht."

Das Gefühl, dass das Erreichte sehr brüchig sein kann

Auf das 40. Jubiläum des Berliner Christopher Street Day am Samstag in Berlin blickt der Chefredakteur des queeren Magazins "Siegessäule", Jan Noll, mit gemischten Gefühlen. Vor allem wegen des Erstarkens rechtspopulistischer Positionen - auch in der LGBTI-Community selbst.
Mehr als 500.000 Menschen werden heute in Berlin zum Christopher Street Day (CSD) erwartet. Sie werden in einer bunten Parade durch die Innenstadt ziehen, um für einen offenen Umgang mit Geschlechteridentitäten und sexuellen Orientierungen demonstrieren. Umstritten ist in der Community die Teilnahme des US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell, der sich zwar offen zum schwulen Leben bekennt, aber seit seiner Berufung als rechtspopulistischer Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump agiert.
"Diese Parade ist durchaus nicht frei von Ambivalenzen", sagte der Chefredakteur des queeren Magazins "Siegessäule", Jan Noll, im Deutschlandfunk Kultur. Deshalb gingen auch nicht alle Menschen aus der Community dorthin. "Die LGBTI-Szene ist nun auch nicht die große Familie, die sie von außen betrachtet vielleicht ist", sagte er. Wie in anderen Familien auch gebe es unterschiedliche politische Meinungen.
Ablehnung der AfD 

Auch die lesbische AfD-Politikerin Alice Weidel zeige, dass in der Community alle politischen Positionen vertreten seien. Es sei dann ein Problem, wenn bestimmte Politiker und Politikerinnen oder Vertreter von bestimmten Unternehmen sich sehr großflächig präsentierten und die Parade instrumentalisiert werde.
Zu dem Slogan "CSD statt AfD" sagte Noll: "Das ist natürlich eine rechtspopulistische Partei, die massiv in ihrem Wahlprogramm und auch durch die Politik, die sie macht, in der Opposition versucht, Minderheitenrechte einzuschränken." Sie könne für die rechtliche Situation von Schwulen und Lesben nicht gut sein. Im Falle eines konservativen Rückfalls seien zuallererst die Minderheitenrechte in Gefahr. "Dass solchen Leuten auf dem CSD keine Plattform geboten werden sollte, finde ich absolut korrekt", sagte Noll.
Das Interview im Wortlaut:

Axel Rahmlow: In Berlin beginnt in wenigen Stunden der Christopher Street Day, die Demonstration für die Rechte der LGBTI-Gemeinschaft, zu der sich unter anderem Schwule, Lesben, aber auch bi- und transsexuelle Menschen zählen. Das ist ein Jubiläum, zum 40. Mal findet der CSD in Berlin statt, und juristisch hat sich ja viel getan in diesen 40 Jahren: Der berüchtigte Schwulenparagraf ist schon lange abgeschafft, die Ehe ist mittlerweile auch für Schwule und Lesben offen, und 80 Prozent der Deutschen halten es für eine gute Sache.

Gleichzeitig sagen 40 Prozent in einer Studie, wenn sich zwei Männer in der Öffentlichkeit küssen, dann ist das für mich etwas Negatives. Daran hat auch der CSD nichts geändert. Jan Noll ist am Telefon, das möchte ich mit ihm besprechen. Er ist Chefredakteur des Magazins "Siegessäule", dem Berliner Magazin für queere Menschen. Schönen guten Morgen, Herr Noll!

Jan Noll: Schönen guten Morgen!

Rahmlow: Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?

Noll: Na ja, irgendwie ist es ja so, dass es tatsächlich eben eine rechtliche, eine politische Ebene gibt, auf der Politiker*innen Gesetze beschließen, debattieren und so weiter und so fort, und dann gibt es die Lebensrealität der Leute auf der Straße, wo meines Erachtens a) irgendwie ein gewisser gap besteht – also Antidiskriminierungsgesetze et cetera sind natürlich schön, das ändert an der Situation im täglichen Leben meistens aber relativ wenig. Und weshalb es jetzt so ist, dass die gleichen Personen vielleicht die Ehe für alle irgendwie gut finden, aber zwei küssende Männer eklig, ehrlich gesagt, kann ich Ihnen das auch nicht sagen, ich hätte auch gern die Antwort auf solche Fragen.

Rahmlow: Aber das heißt, dass ja zum Beispiel so etwas wie der CSD auch noch viel Potenzial nach oben hat, um Menschen zu erreichen?

Noll: Ja, also ich meine, darüber wird natürlich immer viel geredet irgendwie – was bringt der CSD. Es ist auf der einen Seite natürlich irgendwie eine Möglichkeit für die LGBTI-Community, sichtbar zu werden mit ihren Forderungen, andererseits gab es tatsächlich, glaube ich auch, letztes oder vorletztes Jahr eine Umfrage vom Berliner CSD e.V., das ist der Verein, der den CSD organisiert. Die haben über tausend Leute befragt im Rahmen der Demo, und dann kam am Ende da raus, dass, glaube ich, 70 Prozent der Befragten sich als heterosexuell identifizieren.

Das heißt, die kommen natürlich auch in Solidarität, aber andererseits ist es natürlich für viele auch – es gibt nun die Love Parade nicht mehr und man hat irgendwie in Berlin jetzt so viele Gelegenheiten nicht, mal so auf einer Straße irgendwie eine Party zu feiern. Deswegen ist es gar nicht mal so klar, also mir ist es nicht so klar, warum kommen die Leute: Weil sie sich auch für die Rechte von LGBTI stark machen wollen oder weil sie einfach nur zuschauen wollen, so ein bisschen wie eine Freakshow oder weil sie einfach mitfeiern wollen, aber es ist eigentlich egal, worum es geht. Ich würde aber natürlich sagen, dass die Relevanz des CSD auch nach wie vor oder gerade 2018 ungebrochen ist.
Umstrittene Teilnahme des US-Botschafters

Rahmlow: Aber Ihr Gefühl ist schon, Herr Noll, dass der CSD, der Christopher Street Day, wenn ich das richtig verstanden habe, gekapert worden ist und heute ein Event von vielen ist?

Noll: Na ja, gekapert worden, das klingt gleich wieder so abwertend. Ich würde schon sagen, dass es durchaus möglich ist, eine Veranstaltung wie den Christopher Street Day noch mehr mit politischen Inhalten aufzuladen. Die LGBTI-Szene ist jetzt nun auch nicht die große Familie, die sie von außen betrachtet vielleicht ist, es gibt also auch genauso wie überall anders auch in Familien irgendwie unterschiedliche politische Meinungen. Und da gab es auch so eigentlich seit den 90ern immer wieder auch Kritik am CSD, es wäre alles zu kommerziell und die politischen Botschaften würden dann untergehen neben Wagen von der Deutschen Bank oder was auch immer für große Unternehmen da mitfahren. Also jetzt in diesem Jahr aktuell wird viel debattiert, weil ja die amerikanische Botschaft traditionell dabei ist. Nun haben die gerade einen schwulen Botschafter, der aber relativ rechtskonservativ …

Rahmlow: Richard Grenell.

Noll: Genau. Also diese Parade ist durchaus auch nicht frei von Ambivalenzen, und insofern gehen eben auch nicht alle Menschen aus der Community dort hin.

Rahmlow: Aber ist das ein Problem für die Community, wie Sie das gerade beschrieben haben, dass da zum Beispiel ein Rechtspopulist wie der amerikanische Botschafter Richard Grenell mit dabei ist? Man kann doch auch konservativ oder sehr konservativ und schwul oder lesbisch sein, oder?

Noll: Ja, das sehen wir ja auch an Lesben zum Beispiel, wie Alice Weidel in der AfD, dass natürlich Schwule, Lesben, Trans-, Inter-Menschen alle politischen Positionen vertreten können. Leider ist es so, beziehungsweise Gott sei Dank ist es so. Es ist eben in manchen Fällen natürlich eine politische Meinung, der man sich lieber nicht anschließen möchte.
Und es stellt natürlich ein Problem dar, wenn eben bestimmte Politiker*innen beziehungsweise Vertreter*innen von bestimmten Regierungen, aber auch Vertreter*innen von bestimmten Unternehmen sich auf dem CSD sehr großflächig präsentieren, was natürlich gelesen werden kann als Diversity und ja, wie toll. Mal ins Blaue gesprochen: Nestlé setzt sich ja so schön für seine schwul-lesbischen Mitarbeiter*innen ein, letztendlich ist man dann aber schnell bei so einer Form von Pinkwashing-Debatte, also inwieweit wird auch die LGBTI-Community instrumentalisiert, um sozusagen dem Unternehmen einen möglichst diversen offenen Anstrich zu geben.

Rahmlow: Aber das würde ja bedeuten, dass die Community schon relativ gut angekommen ist, wenn sie jetzt instrumentalisiert wird wie alle anderen auch. Ich möchte noch mal kurz zurückkommen auf Richard Grenell und auf sozusagen Rechtspopulisten, ob schwul oder lesbisch, die sich auch auf dem CSD blicken lassen, die sich dort auch vielleicht engagieren. Es gibt ja gleichzeitig auch morgen den Slogan "CSD statt AfD" – warum soll gerade die AfD so gefährlich sein für die schwul-lesbische Community in Deutschland?

Noll: Das ist natürlich eine rechtspopulistische Partei, die irgendwie massiv in ihrem Wahlprogramm und auch durch die Politik, die sie macht in der Opposition, versucht, irgendwie Minderheitenrechte einzuschränken. Und in einer Partei, die sich gegen die Rechte von bestimmten Minderheiten engagiert, ob das nun geflüchtete Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund sind oder ob es LGBTI sind, die kann eben nicht gut sein für die rechtliche Situation von Schwulen und Lesben, weil natürlich, wenn sich ein konservativer Rollback abzeichnet, dann sind es natürlich als Erstes die Minderheitenrechte, die dann in Gefahr geraten. Und dass solchen Leuten irgendwie auf dem CSD keine Plattform geboten werden sollte, finde ich absolut korrekt.
Keine Plattform für die Partei AfD

Rahmlow: Aber wäre das nicht auch eine Bestärkung zum Beispiel der Schwulen und Lesben innerhalb der AfD, da gibt es ja auch Arbeitskreise und Menschen, die sagen, ich bin schwul oder lesbisch und trotzdem vertrete ich die Position der Partei.

Noll: Also in dem Moment, wo diese Menschen aber auf dem CSD als AfD-Vertreter*innen sichtbar, die können ja als Privatperson da gerne hingehen und sich für LGBTI-Rechte stark machen, was irgendwie an sich schon so ein bisschen absurd ist, aber sollen sie gerne tun. Aber die AfD als Partei dort irgendwie, der eine Plattform zu bieten, um zu suggerieren, sie wäre eine gute Partei, die Schwule, Lesben, Trans- und Inter-Menschen gut und gerne wählen können, weil sie ja so LGBTI-freundlich ist, das halte ich für pervers, ehrlich gesagt, und deswegen sollte diese Partei dort einfach nicht vertreten sein.

Rahmlow: Kommen wir noch mal zurück auf den Zustand der Diskriminierung in Deutschland im Jahr 2018. Wie genau findet denn heute Diskriminierung statt? Ich könnte mir vorstellen, es ist nicht mehr so offensichtlich wie früher, aber wie genau merkt man das?

Noll: Es ist eben die Diskriminierung, die Schwule, Lesben, Trans- und Inter-Menschen im Alltag erleben, also das heißt, natürlich kann man heute nicht mehr abgelehnt werden bei der Bundeswehr oder so, wenn man schwul oder lesbisch ist, also diese institutionalisierte Diskriminierung wird ja sukzessive abgebaut, aber das hilft mir jetzt grundsätzlich auf der Straße nicht.
Wenn ich meinetwegen mit meinem Freund in der Berliner U-Bahn unterwegs bin, bevor ich ihn an die Hand nehme oder bevor ich ihn in der U-Bahn küsse, gehört es wie zu so einer Art verinnerlichtem Reflex, dass man irgendwie einmal mit dem Blick kurz durchs Abteil schweift, um zu gucken, ob da vielleicht jemand rumsitzt, der nach Stress aussieht. Also diese verinnerlichte Habachtstellung, die Schwule, Lesben, Trans- und Inter*innen im öffentlichen Raum internalisiert haben, die weist für mich ganz stark darauf hin, dass sie sich noch nicht vollständig sicher fühlen können im Alltag, und das ist für mich ein existenzieller Punkt, der für mich ganz klar mit Diskriminierung, Alltagsdiskriminierung zu tun hat.

Rahmlow: Glauben Sie, das wird irgendwann anders sein, wenn Sie mit Ihrem Freund in der U-Bahn unterwegs sind?

Noll: Na ja, also angesichts des politischen Klimas in diesem Land würde ich sagen nein. Ich bin 1976 geboren, und was die Emanzipation von LGBTI betrifft, ging es seitdem eigentlich immer sukzessive bergauf, und jetzt erleben wir eine Zeit, wo zum ersten Mal eben das Gefühl dafür entsteht, dass das, was wir erreicht haben, auch sehr brüchig sein kann, weil eine Gesellschaft eben sich doch auch verändern kann. Und deswegen befürchte ich, dass die Tendenz da eher rückläufig sein wird und ich auch in den nächsten 15 Jahren erst recht nicht mehr mit meinem Freund in der U-Bahn knutschen kann.

Rahmlow: Jan Noll, Chefredakteur der "Siegessäule" über den CSD, der heute zum 40. Mal stattfindet in Berlin, der Christopher Street Day. Herzlichen Dank für das Gespräch!



  



Wenn euch dieser Blog gefällt, helft „Teilt“ Ihn mit mir denn Wissen ist Macht!

Freitag, 3. August 2018

Großes Erstaunen ein Intersexueller Hai, oh ja das gibt es bei Mensch und Tier! Das uneindeutige Geschlecht /// Great surprise an intersexual shark, oh yes that is in humans and animals! The ambiguous gender


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!
Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2018
Bitte kopiert den Link und Gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hey Du hast es und brauchst es, deswegen Spende Blut, denn es fehlt in der ganzen Welt!
Ich habe Ihn, Du auch? Organspenden können andere zum Leben verhelfen, sei stolz auf dich selbst mache Ihn Dir den Organspende Ausweis!

Hey you have it and need it, so donating blood, because it is missing in the world!
I had him, you also? Organ donation can help others to life, be proud of your self  doing Him Get donor card!

Großes Erstaunen ein Intersexueller Hai, oh ja das gibt es bei Mensch und Tier!
Das uneindeutige Geschlecht

As die Ermittler den Kadaver eines vor der Küste Taiwans gefundenen pazifischen Spadenosen-Hais aufsuchten, waren sie schockiert, als er feststellte, dass der Hai sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane hatte.

In einem Bericht , der im September in der Zeitschrift Marine and Coastal Fisheries veröffentlichtwurde , dokumentierten Wissenschaftler der Universität Xiamen in China die Anatomie des Hais. Sie fanden heraus, dass es "claspers" hatte, wodurch es außen männlich aussah und innen heraus ovotteste. Es hatte auch männliche und weibliche Fortpflanzungssysteme. Die ovotestes, die zwischen Mann und Frau vermitteln, hatten lebensfähige Eier und Samenzellen, Hakai Magazine berichtet Mittwoch.
Dies ist das erste Mal, dass Wissenschaftler einen intersexuellen Hai dieser Spezies dokumentiert haben. Intersexualität ist jedoch auch bei anderen Haien und anderen Tieren sowie bei Menschen aufgetreten.

Intersexuelle Tiere werden mit genetischen und / oder körperlichen Merkmalen geboren, die sich von der männlichen / weiblichen Zweiheit unterscheiden. Einige Tiere sind hermaphroditisch und einige ändern den Sex in bestimmten Umgebungen, aber diese unterscheiden sich von intersexuellen Tieren.
Laut der Intersex Society of North America kann die Bestimmung der Häufigkeit von intersexuellen Menschen kompliziert sein . Sie sagen jedoch: " Wir wissen, dass etwa 1 von 2.000 Kindern mit Genitalien geboren wird, die für alle Erwachsenen im Raum ziemlich verwirrend sind ." Dies macht global intersexuelle Menschen häufiger als Juden.

Die intersexuelle pazifische Spadenose war selten, nicht nur in der Tatsache, dass sie intergeschlechtlich war, sondern dass sie so wohlgeformte und potentiell funktionelle Fortpflanzungsorgane aufwies. In anderen Fällen von intersexuellen Haien sind die Gonaden gewöhnlich klein oder schlecht geformt.
Es gibt keine zentrale Meldestelle für intersexuelle Fische, und die meisten Haie werden keiner Tierautopsie unterzogen, so dass wir nicht wirklich wissen, wie häufig Intersexualität unter ihnen ist.
Einige s Harken , zusammen mit einigen Arten von Reptilien, Fische und Insekten , wurden beobachtet, Jungfrauengeburt zu geben . Diese Personen waren jedoch nicht als intersexuell bekannt. Während einige Haie Eier legen, liefern andere lebende Jungen.

Könnte ein Tier mit männlichen und weiblichen Fortpflanzungszellen jemals seine eigenen Babys machen? "Ich bin mir nicht sicher, ob es einen soliden biologischen Beweis dafür gibt, aber es ist eine interessante Idee", schrieb Chris Lowe, Direktor der California State University, Long Beach Shark Lab, in einer E-Mail an Newsweek.


Das uneindeutige Geschlecht

Mann, Frau oder inter: Ist die Zuordnung eine Frage der Natur oder des menschlichen Willens? Und was würde es bedeuten in einer Gesellschaft ohne Geschlechter zu leben?

Das Geschlecht hat für Menschen herausragende Bedeutung. Was das Bundesverfassungsgericht kürzlich festgestellt hat, lässt sich im täglichen Leben beobachten. Schon bevor ein Kind auf die Welt kommt, sehen sich die werdenden Eltern ständig mit der Frage konfrontiert, ob es denn ein Junge oder Mädchen wird. Eine Person wird in aller Regel unter Angabe des Geschlechts beschrieben. Die Polizei fahndet nicht nach einem Menschen, sondern nach einer Frau oder einem Mann. Das Geschlecht bestimmt die Anrede einer Person und, auch das, die Erwartungen an die äußere Erscheinung.

Doch die Natur schert sich nicht immer um die strikt binäre Kodierung der Gesellschaft. Solange es Menschen gibt, werden Menschen mit uneindeutigem Geschlecht geboren. Für sie gab es bislang keine Kategorie, und so wurde in der Vergangenheit die Natur dem Recht angeglichen: Die meisten Kinder wurden operiert und einem Geschlecht angepasst, manchmal schon als Neugeborene. Manche Eltern wurden gar nicht, andere nicht ausreichend informiert. Die chirurgischen Eingriffe waren häufig medizinisch nicht indiziert, das uneindeutige Geschlecht wurde aber als Störung angesehen, die es zu beseitigen gilt. Was manchmal sogar gut gemeint war, führte vielfach zu psychosozialen und gesundheitlichen Tragödien. Betroffene fühlen sich durch die Operation verstümmelt und ihrer Identität beraubt.

Entscheidet die Medizin?


Die psychologische und die medizinische Forschung haben sich weiterentwickelt. Die Politik hat darauf reagiert: Seit 2013 muss man zum Geschlecht keine Angabe machen. Nun ist das Bundesverfassungsgericht noch einen Schritt weitergegangen: Das uneindeutige Geschlecht muss auch positiv anerkannt werden. Für intersexuelle Menschen hat das Geschlecht schließlich eine nicht weniger herausragende Bedeutung. Die Natur soll so zu ihrem Recht kommen.

Nun kommt es darauf an, aus der Entscheidung kluge Schlüsse zu ziehen und die Rechte der Natur zu wahren. Das natürliche Geschlecht von Männern, Frauen und Intersexuellen steht nämlich zunehmend unter Beschuss. In der Reproduktionsmedizin hat der menschliche Wille schon allerlei biologische Grenzen überwunden, die medizinischen Möglichkeiten nähren weitere Machbarkeitsphantasien. Nun droht auch die Zuordnung des Geschlechts nicht länger eine Frage der Natur zu sein, sondern eine des menschlichen Willens.

Das eigene Geschlecht steht nicht zur Wahl

Anhänger der Gender-Theorie dringen auf ein geschlechtliches Wahlrecht. Sie sehen das Geschlecht primär als soziales Konstrukt, als veränderliche Eigenschaft. Für manche ist das körperliche Geschlecht nicht mehr als eine kulturell geprägte Interpretation. Die Gender-Theorie gewinnt zunehmend an Einfluss; durch geschickten Lobbyismus ist es ihren Vertretern gelungen, Schlüsselpositionen in Forschung, Lehre und Politik zu besetzen.

Nun bejaht das Bundesverfassungsgericht tatsächlich ein Wahlrecht für intersexuelle Menschen. Das heißt freilich noch nicht, dass Karlsruhe das Geschlecht generell zur Disposition stellen will. Uneindeutige Geschlechter sind vielgestaltig; oft überwiegt anatomisch, genetisch oder hormonell die weibliche oder die männliche Seite. Es soll darauf ankommen, wie sich der Betroffene selbst einordnet. Niemand soll gezwungen sein, das eigene Geschlecht als „drittes“ eintragen zu lassen. Die neue Möglichkeit beschränkt nicht das bereits bestehende Recht, sich als weiblich, männlich oder ohne Geschlechtseintrag zu registrieren. Ein Wahlrecht für Intersexuelle kannte schon das Allgemeine Preußische Landrecht von 1794: Die Eltern bestimmten das Geschlecht, wenn es nicht eindeutig war; mit der Vollendung des 18. Lebensjahres durften die Betroffenen die Entscheidung ändern.

Ist eine Gesellschaft ohne Geschlechter möglich?

Es liegt am Gesetzgeber, zu verhindern, dass Menschen sich nach eigenem Dafürhalten einordnen: heute als Mann, morgen als Frau, übermorgen als Zwitter. Das Geschlecht kann biologisch alle Formen haben, doch irgendwann muss rechtlich Klarheit herrschen. Möglich wäre, dass Eltern eine Wahl treffen, die später noch einmal revidiert werden kann. Die Eltern sind dabei keineswegs frei in ihrer Wahl, sondern dem Wohl des Kindes verpflichtet. Operationen dürfen nur bei medizinischer Indikation vorgenommen werden; in die Sterilisation Minderjähriger dürfen die Eltern keinesfalls einwilligen.

Populär unter Gender-Anhängern ist auch die Idee einer geschlechtslosen Zukunft. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Möglichkeit selbst angedeutet: Dem Gesetzgeber stehe es frei, ganz auf den Geschlechtseintrag im Register zu verzichten. Unsere Gesellschaft ist stark sexualisiert, aber rechtlich spielt das Geschlecht kaum mehr eine Rolle. Die Wehrpflicht ist ausgesetzt, Eheschließungen sind zwischen zwei Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts möglich. Nur ein Transsexueller, der ein Kind auf die Welt gebracht hat, darf sich (noch) nicht als Vater eintragen lassen. Die Auflösung der Geschlechter hat freilich einen hohen Preis: Vor Diskriminierungen wegen des Geschlechts kann nur schützen, wer das Geschlecht auch bezeichnet und von einem anderen unterscheidet. In einer Welt ohne Geschlechter verlieren Menschen einen zentralen Teil ihrer Identität.






Wenn euch dieser Blog gefällt, helft „Teilt“ Ihn mit mir denn Wissen ist Macht!

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...