Mittwoch, 24. Juli 2013

Der rechtliche Umgang mit Trans-Identitäten in Europa

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013


Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Wie so oft schreibe ich hier in diesem Blog welcher Unabhängig ist von Politik oder Verfassungsgericht oder sonstigen Behörden über das was viele von diesen oben genannten am liebsten nicht schreiben bzw. Sprechen würden!
Die Rechte von Menschen mit Trans-Identität sind durch die Behauptung einer vermeintlich natürlichen Zweigeschlechtlichkeit limitiert und legalisieren also nur jene Transsexuellen, die sich mit dieser Bipolarität identifizieren, auch wenn sie sich ihrer Empfindung nach im „falschen“ Geschlecht wiederfinden.
Diese Tatsache entlarvt den Schein der Handlungsfreiheit und damit der offenen Gestaltungsmöglichkeit von Geschlechterrollen – sie sind immer noch streng festgelegt und normiert durch die angeborene oder operativ zum anderen Geschlecht hin veränderte Körperlichkeit.
Alles muss geregelt sein, alles unterliegt Strenger Überwachung von Politik und Medizinern, welche jedoch dann in der Realität kaum eine von diesen Betroffen kennen Werder Fragen noch nach den Umständen und den Beweggründen, nein man geht Stur und Starr diesen Weg weiter, bis zu dem Punkt das ein Bundes Verfassungs-Gericht sagt, das TSG ist Verfassungswidrig und muss verändert werden!
Jedoch diese Veränderungen kommen nicht, ich habe darüber Berichtet!
Und das Vertrauen nun das geht immer mehr Verloren, jedoch diese welche von diesem allen Profitieren, nein das spricht man nicht aus, doch da gibt es einige! Mit Absoluter Sicherheit, jedoch wenn man darüber Schreibt tritt sofort die Zensur in Kraft, wie schon mehr Mals geschehen auf diesem Blog, das letzte Mal als Ausgesprochen wurde was jeder Deutsche Staatsbürger ob Betroffen oder nicht als eine Diktatur und die Herrschaft von Herrn Präsident Putin betrifft!
Das körperliche Geschlecht ist an geschlechtskonforme Erwartungshaltung gebunden, und sei es nur darin, eine den Anreden „Frau“ oder „Herr“ konforme Erscheinung zu haben. Menschen mit Trans-Identität und manchmal auch mit Trans-Erscheinungsbild müssen mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Diskriminierung leben, die sich in einem unendlichen Kreislauf reproduziert und die Grenze zwischen „unserer“ Welt und der der „Anderen“ aufrechterhält.
Somit bitte Lest den Bericht, denn Er Beschreibt einige Fundamentale Wahrheiten, welche zwar ein sehr schlechtes Bild auf uns Deutsche wirft, aber nichts andere ist als eine Kritik, an dem was bislang gemacht wurde!

Die Verleugnung des „dritten“ Geschlechts
Der rechtliche Umgang mit Trans-Identitäten in Europa


Dass der Staat den Erfolg von Gleichstellungsmaßnahmen („Emanzipation“) auf den Prüfstand stellt, hängt auch mit dem Wandel von Rollenbildern zusammen, der sich in den letzten fünf Jahrzehnten in Deutschland und Europa vollzogen hat.

Kinder und Küche bestimmen schon lange nicht mehr das Leben der meisten Frauen, und früher ausschließlich männlich dominierte öffentliche Räume wie Fußballstadien öffnen sich, zögerlich, auch Zuschauerinnen. Sicher, im „Gleichstellungsbericht“ wird auch stehen, wie viel noch zu tun bleibt (man denke an die Unterschiede der Höhe des Einkommens für die gleiche Arbeit), aber vorausgesetzt, wir lassen in den Bemühungen zur Gleichstellung nicht nach, können wir mit der Entwicklung zufrieden sein.

Unabhängig von tradierten Rollenzuschreibungen glauben wir bestimmen zu können, wie wir leben wollen.
Die beweglich gewordenen Geschlechterrollen in den heutigen westlichen Gesellschaften stoßen jedoch an eine Grenze, die durch das biologische, angeborene Geschlecht bestimmt wird. Solange wir uns mit unserem  biologischen Frau- oder Mannsein identifizieren und es nach unseren Wertvorstellungen ausfüllen können, fühlen wir uns frei.

Diese Bewegungsfreiheit bleibt aber denen verwehrt, die „anders“ sind, weil sich die allgemein erwartete Identifikation mit ihrem „natürlichen“ Geschlecht bei ihnen nicht einstellt. Es gibt viele verschiedene Bezeichnungen für diese Menschen: Transsexuelle, Intersexuelle oder Zwitter, Transvestiten oder Cross-Dresser, Transgender.

Die Vielzahl der Bezeichnungen deutet darauf hin, dass es sich dabei keineswegs nur um eine homogene (Rand-) Gruppe handelt.

Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie im Gegensatz zu den „Normalen“ ständig dazu gezwungen sind, die zweigeschlechtliche Realität als alles durchdringende Parallelwelt zu erleben, die sie zwar sehen, aus der sie aber ausgeschlossen sind und die sie nicht betreten können.

Schon die Frage, welche der beiden Türen einer öffentlichen Toilette die richtige ist, kann für eine Trans-Person ein alltägliches Problem sein, ein Lavieren zwischen körperlicher und gefühlter Geschlechtsidentität und den Optionen, ihr wahres Geschlecht zu verleugnen oder Aufmerksamkeit und Missfallen zu erregen.

Diese Nichtidentifikation mit ihrem Körper, ihrem „angeborenen“ Geschlecht führt zu einer ständigen Problematisierung ihrer Existenz, die medizinisch bzw. psychologisch auf eine einfache Formel gebracht wird – Diagnose: Störung der Geschlechtsidentität.


Die rechtliche Situation


Diese Diagnose von Psycholog_innen oder Sexualmediziner_innen ist hier in Deutschland wie in den meisten Ländern Europas die Voraussetzung für eine rechtliche Anerkennung der geschlechtlichen Identität eines Trans-Menschen, ohne die eine Korrektur des Vornamens und aller offiziellen Papiere nicht möglich ist.

Das Umschreiben vom angeborenen zum gelebten Geschlecht ist für viele aus der zweigeschlechtlichen Norm Fallenden von größter Bedeutung, denn nur so entgehen sie dem Rechtfertigungszwang, der entsteht, wenn die äußere Erscheinung nicht mit dem „Herr“ oder „Frau“ auf der EC-Karte oder dem Personalausweis zusammenpasst.


Dennoch ist das Verfahren streng limitiert und mit fragwürdigen Auflagen verbunden.
 


Das deutsche Recht regelt derartige Fälle seit 1980 mit dem Transsexuellengesetz.

Dieses, wie die meisten anderen Gesetzesregelungen in Europa, zwingt die Betroffenen, für eine Änderung des Personenstands – also die vollständige Anpassung des Geschlechtseintrages im Geburtsregister und der Geburtsurkunde – zu einem „ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.“.


Dieses Verfahren beinhaltet in einigen Ländern, darunter Deutschland, auch die Sterilisation.


Wenn also die sichtbaren und unsichtbaren Spuren der Trans-Identität beseitigt wurden und die Person sich äußerlich wieder in die Zweigeschlechtlichkeit einreihen lässt, folgt ein einjähriger Alltagstest des Lebens im „Wahlgeschlecht“, das so genannte Passing, etwa zu übersetzen als „Übergangszeit“.

Wie das geschlechtskonforme Verhalten aussehen muss, das zum Bestehen des Tests notwenig ist, liegt dabei ganz in der Definitionsmacht der „Expert_innen“, die solche Tests durchführen und eine Diagnose stellen. 
So kann das Tragen der Langhaarfrisur oder das Fahren eines alten Damenfahrrads für einen Mann mit weiblicher Vergangenheit schon zum Stolperstein werden.

Bis vor kurzem war für verheiratete Trans-Personen auch die Scheidung obligatorisch, obwohl nicht alle Ehen an dem Geschlechtswechsel eines Partners zerbrechen.

Neben dem Ausfüllen der neuen Geschlechterrolle ist für ein positives Gutachten weiterhin nachzuweisen, dass die transsexuelle Person unter ihrem undefinierten Zustand zwischen den Geschlechtern leidet.



Zwänge


Diese Vorbedingungen, die in den meisten Staaten Europas gelten, werden von vielen nicht erfüllt.


Sie müssen das Gutachten manipulieren, indem sie einen Leidensdruck vortäuschen, den sie so nicht fühlen, oder sie müssen sich geschlechterkonform verhalten, obwohl sie dies eigentlich gar nicht wollen.

Die Änderung des Personenstands ist für sie eine Notwendigkeit, um in der zweigeschlechtlich strukturierten Welt nicht in erster Linie als anders aufzufallen und ständig auf ihr Zwischen-Geschlecht reduziert zu werden, das ihnen im Job oder auf der Wohnungssuche leicht zum Verhängnis werden kann.

Dafür müssen sie sich einem Gesetz fügen, welches sie, Hand in Hand mit der Medizin, in die bipolare Ordnung zurückpresst.


Es wünschen sich auch nicht alle Trans-Menschen eine so genannte geschlechtsangleichende Operation und kaum jemand von ihnen befürwortet eine Sterilisation, die das Verfahren mit ihrem Anklang an die Behandlung „Asozialer“, Behinderter und anderer gesellschaftlicher Randexistenzen in vielen Ländern Europas zwischen den zwanziger und vierziger Jahren, gipfelnd in der Nazidiktatur, noch fragwürdiger macht.

So weitreichende Eingriffe in das Recht auf körperliche Unversehrtheit zur Bedingung für eine bürokratische Kleinigkeit zu machen, ist derartig unverhältnismäßig, dass man – wie der Kommissar des Europarates für Menschenrechte Thomas Hammarberg – von Diskriminierung sprechen muss. 

Welchen Zweck kann der Zwang zur äußerlichen Geschlechtskonformität haben, außer dem, Abweichungen von der zweigeschlechtlichen Norm zu entfernen, damit die Realität wieder zurechtgerückt werden kann?


Auch das Passing als ein wesentliches Element der Geschlechtsumwandlung hat den Zweck des Unsichtbarmachens geschlechtlicher Erscheinungen jenseits des Anerkannten.

Es zwingt Trans-Personen zur Verleugnung ihrer Lebensgeschichte und damit eines großen Teils ihrer Identität.


Einige wünschen sich, ihre Vorgeschichte zu vergessen.


Viele – und im Zuge einer sich verbreitenden queeren Kritik an der Zweigeschlechtlichkeit immer mehr – Trans-Personen wollen aber nicht mehr um den Preis des Eingliederns in die zweigeschlechtliche Ordnung Stereotype reproduzieren und das TRANS in ihrer Identität ZWISCHEN den Geschlechtern verstecken.

Dessen ungeachtet werden sie von den Behörden als psychisch Kranke kategorisiert, deren Leiden unter der eigenen Existenz als Voraussetzung für eine rechtliche Anerkennung erwartet wird. 

Das Problem mit dem von der Gesellschaft diesen Personen zugeschriebenen Geschlecht wird somit auf die  Ebene einer individuellen psychischen Störung von Trans-Personen verschoben, während es mindestens ebenso sehr ein Problem der gesellschaftlichen Konventionen und rechtlich-bürokratischen Regeln ist.

Das Rechtssystem negiert auf diese Weise die gesellschaftliche Konstruktion und Konvention von Geschlechtsidentität und verunmöglicht die Identifikation mit dem Dazwischen sein, dem Weder-noch von Männlich und Weiblich, wie es von vielen Transsexuellen als natürlich empfunden wird.

Die Rechte von Menschen mit Trans-Identität sind durch die Behauptung einer vermeintlich natürlichen Zweigeschlechtlichkeit limitiert und legalisieren also nur jene Transsexuellen, die sich mit dieser Bipolarität identifizieren, auch wenn sie sich ihrer Empfindung nach im „falschen“ Geschlecht wiederfinden. Diese Tatsache entlarvt den Schein der Handlungsfreiheit und damit der offenen Gestaltungsmöglichkeit von Geschlechterrollen – sie sind immer noch streng festgelegt und normiert durch die angeborene oder operativ zum anderen Geschlecht hin veränderte Körperlichkeit.

Das körperliche Geschlecht ist an geschlechtskonforme Erwartungshaltung gebunden, und sei es nur darin, eine den Anreden „Frau“ oder „Herr“ konforme Erscheinung zu haben. Menschen mit Trans-Identität und manchmal auch mit Trans-Erscheinungsbild müssen mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Diskriminierung leben, die sich in einem unendlichen Kreislauf reproduziert und die Grenze zwischen „unserer“ Welt und der der „Anderen“ aufrechterhält.

Allerdings gibt es auch einige wenige Versuche, der vielgeschlechtlichen Wirklichkeit Rechnung zu tragen: 2006 führte die Harvard Business School für ihr Online-Formular die Kategorie Transgender ein. Dies ist ein kleiner Schritt, der allerdings genau den Reflektionsprozess voraussetzt, der, würde er bei uns allen einsetzen, irgendwann die strenge zweigeschlechtliche Organisation unserer Gesellschaft durchbrechen und der kategorischen Diskriminierung von Trans-Menschen ein Ende bereiten würde. Im „Gleichstellungsbericht“ der Bundesregierung wird diese dritte Kategorie jedoch fehlen. Damit bleibt die wichtige Frage nach der wirklichen Geschlechtergerechtigkeit – vom Gesetzgeber – vorerst ungestellt.

Quelltext: http://www.goethe.de/ges/phi/prj/ffs/the/ger/de7089003.htm

Mit freundlichen Grüßen
Nikita Noemi Rothenbächer

Tabu unterm Halbmond Transsexuelle in der Türkei

  
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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Mein sehr geehrten Damen und Herren
In den letzten Tag wurde sehr viel über die Türkei in den Medien gesprochen und berichtet, ich möchte einfach mal von dieser Minderheit berichten welche ich als Aktivistin vertrete und für welche ich mich auch manchmal viel Ärger einhandele!
Dieses war der Fall mit Herrn Präsident Putin und der Verabschiedung von Gesetzen welche Teile dieser Menschheit erneut in das Mittelalter zurück versetzt, wir in Deutschland haben auch unseren Kampf gegen den § 175 StGB gehabt und selbst ich war Betroffen und floh 1975 von Deutschland in das Ausland weil ich Verfolgt wurde wegen diesem Paragrafen!
Nun viele von uns fahren in den Urlaub in die Türkei bewundern die Gastfreundschaft und die Kultur welche mit Sicherheit sehenswert erscheint, eine andere Kultur wie Mentalität auch Religion und Angewohnheiten!
Was wir als Touristen jedoch kaum oder nie sehen, ist die Wirklichkeit der Transidentischen Menschen in der Türkei, was geht da im Hintergrund oder in der Unterwelt ab!
Transsexuelle haben ebenso wie Schwule bzw. Lesben kaum Rechte wenn überhaupt nur dieses zu Schweigen und Prügel und Missgunst zu erlangen!
Eines wird Begründet mit dem Islam also der Religion frage, obwohl den Koran gelesen habe, und als Mensch jeglichen Glauben respektiere, fand ich Im Koran eine Stelle wo von Gewalt gegen Minderheiten geschrieben wird!
Das in der Türkei eine Massive Menschen-Recht-Verletzung stattfindet scheint kaum jemand zu interessieren!
Wo möglich ist es auch für uns in einem Sozial Staat Unwichtig nun für mich nicht denn bin Aktivistin für Menschen-Rechte und Menschen sind für mich gleich unabhängig in welchem Land Sie leben!
Hier ein Überarbeiteter Bericht, welcher einige Tatsachen und Realitäten sehr gut Ausdrückt, wenn wir uns dann Hinterfragen stellt sich gleich die Frage, wow, das es so was noch gibt haben wir nicht gewusst!
Nun jetzt wisst Ihr es!

Tabu unterm Halbmond, Transsexuelle in der Türkei


Die Situation von Lesben, Schwulen und Transsexuellen in der Türkei ist völlig tabuisiert. Zwar gibt es - zumindest in den großen türkischen Metropolen - Bars und Studentenclubs für Schwule und Lesben, doch in den letzten Wochen hat die Szene einen gehörigen Rückschlag erlebt:

Eine Organisation namens Lambda, die für die Rechte der Homosexuellen kämpft, steht vor Gericht und soll verboten werden.

Unser Reporter Achim Nuhr hat die Transsexuelle Demet in Istanbul begleitet.

Die Istiklal-Straße ist das Aushängeschild des neuen Istanbul:

Ein Geschäftsmann mit rostrot gefärbten Haaren spricht in sein Handy. An den Geldautomaten stehen die Kunden Schlange. Frauen in Miniröcken und Schnabelschuhen flanieren vorbei. Doch einige Frauen scheinen mir nicht ganz echt zu sein: In der Fußgängerzone des Stadtteils Beyoglu arbeiten Transsexuelle als Prostituierte. Eine aufgedonnerte, breitschultrige Dame betritt ein Cafe. Dort setzt sie sich, öffnet ihre Bluse noch ein Stückchen weiter und verteilt freigiebig Kusshände an andere Gäste.

Ach, wissen Sie, die Männer sind doch überall auf der Welt gleich: Wenn sie eine attraktive Frau sehen, die sie anmacht und sexy ist, dann mögen die Männer das.

Nun gut.

Aber Istanbul ist auch eine Bastion des Islam.


Der heutige Ministerpräsident Tayyip Erdogan regierte die Stadt fünf Jahre als Oberbürgermeister. Seine gemäßigt islamische Partei AKP hat nicht einmal eine Position zu Transsexuellen, weil sie deren Existenz einfach leugnet. Hat Demet, wie sie sich vorstellt, Probleme in der Öffentlichkeit?

Na ja, wenn unsereins zu heftig winkt oder gar die Brüste herausholt, gibt es schon mal Ärger.
Viele von uns Transsexuellen kommen nicht aus Istanbul, sondern aus irgendeinem Dorf. Wenn sie dann hier ankommen, sind sie von der Großstadt überwältigt und wissen nicht, wie sie sich benehmen sollen.
Aber zumindest im Stadtzentrum können Transsexuelle heutzutage ganz problemlos in normale Hetero-Cafes gehen.

Demet ist ein Mann, der sich wie eine Frau fühlt und entsprechend kleidet.
Der Cafe-Manager schaut finster von der Theke herüber. Doch die anderen Gäste reagieren gelassen, als ob sie Auftritte wie den von Demir gewöhnt wären.

Es ist ein gemischtes Publikum, Männer und Frauen jeden Alters - keinerlei Hinweis auf ein Szenelokal.

Wir haben keine eigenen Cafes, wo wir einfach nur so hingehen, um uns untereinander zu amüsieren.
Die gibt es nur für Schwule. Schwule und Transsexuelle leben hier sehr unterschiedlich: Transsexuelle sind gezwungen, sich zu prostituieren, weil sie keine andere Arbeit finden.

Das vertreibt die Kultur aus meinem Leben. Mir bleibt gar keine Zeit mehr, etwas für mich selbst zu tun. Ich schaffe von abends bis zum frühen Morgen an; den Rest der Zeit gehe ich einkaufen oder zum Friseur.

Nur beim Friseur kann ich ein wenig tratschen.

Wir zahlen und verlassen das Cafe.


Demet möchte ihren Arbeitsplatz zeigen: einen Puff, in dem nur Transsexuelle arbeiten.

Dabei ist Vorsicht angebracht:


Offiziell brauchen Bordelle in der Türkei eine staatliche Konzession. Bordelle, in denen nur Männer oder ehemalige Männer arbeiten, bekommen keine Genehmigung.


Demet arbeitet also in einem illegalen Betrieb, dessen Chef keine ausländischen Reporter mag. Deshalb will sie das Bordell nur von weitem zeigen. Aber erst winkt sie in eine Bierbude, um unser Vorgehen zu besprechen.


Die Polizisten stören die Bordellbesitzer nicht besonders, weil die ihnen Geld geben.


Außerdem weiß die Polizei: Wenn sie die Transsexuellen hier verjagen würde, würden wir uns über die ganze Stadt ausbreiten. Und das wollen sie lieber nicht riskieren.

Die Bierbude liegt in einer Seitengasse der Istiklal-Straße.
Das gesamte Viertel Beyoglu hat eine prachtvolle Vergangenheit: Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Straßenlaternen aufgestellt, Stromkabel verlegt und eine Straßenbahntrasse gebaut für die vielen Auslandsvertretungen, die hier während des Osmanischen Reichs residierten.

Doch heute sind zumindest die Seitengassen längst heruntergekommen: In den meisten Gebäuden wird nur noch das Erdgeschoss genutzt, in den oberen Etagen sind die Fenster blind. Hier nahm in Hinterhof-Kaschemmen die Karriere der transsexuellen Sängerin Bülent Ersoy ihren Anfang.

Nach dem Militärputsch von 1980 erhielt Ersoy acht Jahre Bühnenverbot und flüchtete nach Freiburg. Heute kann die Sängerin wieder frei auftreten und gehört zu den führenden Popstars der Türkei.

Das hilft anderen Transsexuellen, meint Demet:

Sie zeigt, dass man auch andere Arbeit finden kann als Transsexuelle, nicht nur die Prostitution. 


Früher mussten Transsexuelle nach einer Geschlechtsumwandlung ihren alten blauen Personalausweis für Männer behalten.

Dann sprach Bülent Ersoy den damaligen Regierungschef Özal direkt an und der änderte prompt das Gesetz: Heute können Transsexuelle nach ihrer Operation den rosafarbenen Ausweis für Frauen bekommen.

Demet sieht sich vorsichtig um, verlässt die Bierbude und deutet mit einer Kopfbewegung auf ein Haus in etwa 50 Metern Entfernung.

Wir nähern uns wie Spaziergänger.

Fünf von Demets Kolleginnen schauen aus den Fenstern nach Kunden und winken Männern zu.

Alle haben kantige Gesichter, zwei wirken sogar recht unrasiert und alle tragen Punkfummel sowie Blondinen-Perücken, die mir grotesk erscheinen.

Gerade verlässt ein Kunde mit gesenktem Blick das heruntergekommene Haus.

Zwar melden Menschenrechtsgruppen häufig kriminelle Übergriffe auf sexuelle Minderheiten, aber hier wirkt niemand eingeschüchtert. 


Wir gehen etwa 150 Meter weiter.

Dort zeigt Demet auf ein Haus mit dem Türschild von "Lambda Istanbul" - unter dem Namen steht "Befreiungsgruppe für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle".


Oben im Büro treffen wir Demets Freundin Esmerel. Sie erzählt, dass sie sich in Istanbul heute besser wehren kann als früher:

Manchmal schlagen die Polizisten immer noch auf Transsexuelle ein, und auch auf Schwule.

Aber bei mir trauen sie sich nicht mehr, weil ich zu Demonstrationen gehe. Sie wissen: Wenn sie mich schlagen, verklage ich sie. Die Polizisten würden zwar kaum verurteilt werden. Aber sie müssten befürchten, dass der Vorfall in ihre Personalakte eingetragen wird.

Vom Bürofenster fällt der erste Blick auf die Prachtstraße Istiklal, wo Demet arbeitet. Hier fallen die wenigen Frauen auf, die ein Kopftuch tragen. Doch weiter hinten, am Goldenen Horn, ist der konservative Stadtteil Sultanahmet zu erkennen: Dort tragen noch fast alle Frauen Kopftücher.

Istanbul ist im Übergang, meint Demet:

Es gibt gewisse Veränderungen in der türkischen Gesellschaft.
Aber für mich ist es zu spät, diese Veränderungen zu genießen.
Ich musste immer kämpfen und habe Polizisten vor Gericht gebracht. Deshalb konnte ich eine Zeit lang nicht mal auf die Straße gehen, aus Furcht vor denen, die mir etwas hätten antun können.


Ich habe viel Gewalt erfahren. Mit diesem Trauma muss ich leben.

Quelltext: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/einewelt/779624/

Dienstag, 23. Juli 2013

Vier Jahre Haft wegen Einbrüchen – obwohl sie transsexuell ist, kam Sandra O. in den Männerknast. Nun wird nach ihr gefahndet.


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013


Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Als Aktivistin für Menschen-Rechte frage ich mich all zu oft, gibt es das wirklich was Du gerade gelesen hast?
Immer und immer wieder ließt man Berichte welche man nicht nur lesen sollte, sondern sich einfach mal die Zeit nehmen sollte und sich Hinterfragen. Kann das sein ist das Richtig oder ist das Falsch?
Nun meine lieben Leser lest selbst und erst nach Überlegen und Verarbeiten des Textes gebt euren Kommentar ein ok, vielen Dank!

Sandra auf der Flucht
Vier Jahre Haft wegen Einbrüchen – obwohl sie transsexuell ist, kam Sandra O. in den Männerknast. Nun wird nach ihr gefahndet.

Sandra O. passte nirgendwo hin. Sie durfte nicht zu den Frauen, sie wollte nicht zu den Männern, sie musste. Sandra O. hielt es nicht aus, und deshalb ist sie jetzt weg. Sandra O. ist eine Frau, die eingesperrt war. Nicht nur im falschen Körper. Sondern auch im falschen Gefängnis

Blassgraue Wolken wehen über hohe Wände aus stahlvernieteten Betonplatten, als sich Gefängnisdirektor Jörg Schäfer von seinem Schreibtisch erhebt und nach der dicken Mappe greift. Er lässt sich an den achteckigen Besprechungstisch nieder, schlägt die Akte auf und setzt an, zu erklären, wie es so kommen konnte. Dass in der Männer-JVA in Diez, Rheinland-Pfalz, ein Häftling fehlt, ein Häftling mit weiblichem Vornamen. „Der hätte bis 20.40 Uhr ausgehen können“, sagt er, „dann kam sie einfach nicht zurück.“
Schäfer spricht konzentriert, trotzdem kommt er ab und an mit den Pronomen durcheinander. Sandra O. gehört zu den Menschen, bei denen die gefühlte Identität und der Körper nicht zueinander passen. Im Sommer 2012 wurde sie wegen mehrere Einbrüche zu vier Jahren Haft verurteilt.
Zunächst saß die Transsexuelle in Koblenz in Haft. Es dauerte nicht lange, bis andere Häftlinge anfingen, sie zu schikanieren. Sandra O. fühlte sich bedroht. Daher verlegte man sie im Dezember nach Diez.
Aus Angst keine Frauenkleider

Jörg Schäfer denkt einen Moment nach, sein Blick geht aus dem Fenster. Vor den Gittern windet sich Stacheldraht. Er sagt, dass Sandra O. ihre Zelle, gerade acht Quadratmeter, so gut wie nie verlassen hat. Sie hätte Frauenkleidung tragen können.

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Celle von 2003 darf Transsexuellen dies nicht verwehrt bleiben: „Frauenkleider in Gefängnissen sind sozialverträglich, auch bei Männern.“ Jörg Schäfer sagt: „Wir hätten ihm Frauenkleidung ermöglicht. Gleichwohl hätten wir ihn darauf hingewiesen, dass es dann schwierig werden kann, seine Sicherheit zu gewährleisten.“

Sandra O. ließ es nicht darauf ankommen. Sie streifte sich den blauen Häftlingsanzug über und bat, mit Herr O. angesprochen zu werden, nicht mit Frau O. „Sie hat gesagt, sie wollte das nicht“, sagt Manfred Czakert, stellvertretender Abteilungsleiter im Dora-Flügel. „Um kein Aufsehen zu erregen, geh ich mal von aus.“
Schäfer hat Czakert dazugeholt, weil der direkt mit ihr zu tun hatte. Er faltet seine Hände auf dem Tisch, vor ihm dampft eine Tasse Kaffee, die er nicht anrührt. Czakert hat gemerkt, das Sandra O. gelitten hat. „Sehr“, sagt er. „Sie hat ja einen Weg gesucht, als Frau anerkannt zu werden. Und jetzt waren wir für sie zuständig.“
Sprüche, Pfiffe, Spott

Die Beamten beschreiben Sandra O. als stille Person, die keinen Ärger gemacht hat. Zwar sei sie in Diez nicht systematisch belästigt worden, doch Sprüche, die kamen vor, Pfiffe, Spott. „Das bleibt ja nicht aus“, sagt Czakert. Jörg Schäfer wollte es Sandra O. etwas leichter machen. Also ließ er sie in den offenen Vollzug verlegen, auch wenn das nach so kurzer Zeit unüblich ist.

„Mein Ziel war, ihren Leidensdruck zu verringern.“ Mitte März zog Sandra O. ins Freigängerhaus, arbeitete in der Gärtnerei, konnte die Anstalt fünf Stunde pro Woche verlassen. Das ging ein paar Tage lang gut. Dann verschwand Sandra O. Nun wird nach ihr gefahndet. Die Polizei hat im Mai ein Foto veröffentlicht: ein rundes, weiches Gesicht, kurzes Kinn, Halbglatze, halblange Haare. Sie ist 52 Jahre alt, 1,73 Meter groß, wiegt 90 Kilo.

Ihren männlichen Vornamen hat sie vor mehr als zwanzig Jahren abgestreift. Aus Thomas wurde Sandra, so stand es auch in ihrem Pass. Sie fing eine Hormonbehandlung an, brach sie aber wieder ab. Ihre Geschlechtsteile konnte sie nicht angleichen lassen. Weil Sandra O. an einer entzündlichen Krankheit leidet, war eine Operation nicht möglich. Ihr Körper blieb männlich, ebenso ihr Personenstand. Daher sah die Staatsanwaltschaft Koblenz keine Alternative, sie in einem Männerknast unterzubringen.

Das „tatsächliche“ Geschlecht


„Dem tatsächlichen Geschlecht nach handelt es sich bei ihr noch um einen Mann“, sagt Oberstaatsanwalt Rolf Wissen. Doch was genau ist das „tatsächliche Geschlecht“? Wer hat darüber zu entscheiden? Die Grundrechte gelten auch im Gefängnis, dazu gehört das Persönlichkeitsrecht. Was also war mit Sandra O.?
Hätten die Behörden sie nicht doch in ein Frauengefängnis einweisen müssen? „Das wäre unvorstellbar, unverantwortlich“, ruft Wissen ins Telefon. Viel zu groß sei die Gefahr, dass es zu einem sexuellen Verhältnis oder zu einem Übergriff kommt.
Allerdings können solche Entscheidungen auch anders ausfallen, sagt Patrizia Metzer von der Deutschen Gesellschaft für Transsexualität und Intersexualität (DGTI). „Es gibt inzwischen flexiblere Lösungen.“ Metzer befasst schon lange mit diesem Thema. Es gibt keine Statistiken, wie hoch der Anteil Transsexueller an den Gefangenen ist.
Metzer kennt mehrere Häftlinge in Berlin und Brandenburg, die trotz Männerkörpers in Frauengefängnissen leben, in Einzelzellen. Ob so etwas geht, hängt immer vom Einzelfall ab, verbindliche juristische Leitlinien fehlen. „Es ist eine Frage der Persönlichkeit, des Gefängnispsychiaters, der Haftanstaltsleitung“, sagt Metzer, „und des Betroffenen selbst, wie er sich anstellt.“

Keine Familie, keine Freunde

Sylvia Karrenbauer hat oft überlegt, was sie tun kann, um Sandra O. zu helfen. Die Anwältin hat unter anderem versucht, sie in Kontakt mit Transsexuellen-Vereinen zu bringen. Doch Sandra O. blockte ab. „Der Anstaltspfarrer und ich waren ihre einzigen Bezugspersonen, es gab keine Familie, keine Freunde.“
Die Juristin überquert den Marktplatz von Trier, steuert auf ein Café zu und breitet ihre Unterlagen auf dem Tisch aus. Sie zögert vor jeder Antwort, manches lässt sie offen. Als Anwältin ist sie an die Schweigepflicht gebunden. Sie hatte O. ab 2010 als Pflichtverteidigerin vertreten.
Die Bewährungszeit war noch nicht abgelaufen, als im Winter 2011 ein Anruf bei der Anwältin einging. Sandra O. war wieder verhaftet worden, wieder wegen Einbruchs. Diesmal stand sie in Cochem vor Gericht, angeklagt in 34 Fällen, nachgewiesen werden konnten ihr sieben.
Sandra O. drang in Schulen und Kitas ein, hin und wieder auch in Firmen, Büros und in Behörden. Meist fand sie nur ein paar Euro, mal hat sie nur eine Limo getrunken, mal ein paar Kekse gegessen. „Alles relativ sinnlos“, sagt die Juristin. Es ist anzunehmen, dass es Sandra O. auch darum ging, einen Schlafplatz zu finden. Sie hatte keinen festen Wohnsitz.

"So etwas gehört sich nicht"

Sylvia Karrenbauer berührte die Geschichte ihrer Mandantin. Sie spürte, wie die Haftbedingungen ihr zugesetzt haben. „Es war für sie sehr belastend.“ Die Juristin senkt ihren Blick, hängt kurz ihren Gedanken nach, dreht den Silberring an ihrem Finger.

Die Situation im Gefängnis war eine Sache, eine andere die Art, wie die Presse berichtete. „Sie wurde zum Objekt degradiert“, sagt Sylvia Karrenbauer, zieht ihr Handy aus der Jackentasche und lässt einen RTL-Beitrag laufen. Sandra O.s Foto ist zu sehen, bearbeitet mit Photoshop: Die Transsexuelle mit Perücke und greller Schminke. Die Bild brachte ähnliche Montagen. „Ich finde, so was gehört sich nicht.“
Dass Sandra O. geflohen ist, hat Sylvia Karrenbauer Anfang Mai erfahren. Nach dem Prozess in Cochem war es zum Bruch zwischen ihr und ihrer Mandantin gekommen. Nun ist sie in Sorge. Wenn es schlecht läuft, begeht Sandra O. nun noch weitere Einbrüche. Für die Juristin macht der Fall deutlich, wie dringend es wäre, die Gesetze zu überarbeiten. „Die Rechtslage ist unbefriedigend“, sagt sie. „Es muss sich etwas ändern. Auch Minderheiten haben Gehör verdient.“
Rund 100 Kilometer weiter nördlich steigt eine junge Frau aus ihrem Auto. Vor ihr erhebt sich das Amtsgericht von Cochem an der Mosel, ein Bau mit Rundbogenfenstern und Stufengiebel. Katja Thönnes vom Cochemer Wochenspiegel hat über den Prozess berichtet. „Man weiß natürlich, dass da eine Verhandlung stattfindet, die hier im ländlichen Raum nicht ganz so alltäglich ist“, sagt sie, steigt die Treppe hinauf. Dann deutet sie in den Saal, wo das Urteil gefallen ist. Parkett, an der Wand ein Mosaik: Mose empfängt die Zehn Gebote.

Rein äußerlich ein Mann
Die Journalistin erinnert sich, dass Sandra O. in der Verhandlung oft gesagt hat, dass sie in ein Frauengefängnis will, dass sie über Mobbing in der JVA Koblenz klagte. Doch äußerlich, sagt sie, hatte Sandra O. wenig an sich, was weiblich wirkte. „Wenn man sie gesehen hat, wäre man nie drauf gekommen, dass sie sich für eine Frau hält.“

Die Redakteurin tritt auf die Straße, schlendert zu dem Café gegenüber und kramt ihren Block hervor. Der Wochenspiegel ist ein Anzeigenblatt. In Cochem, mit 5.000 Einwohnern die zweitkleinste Kreisstadt Deutschlands, war der Prozess eine große Geschichte.

„Es gab damals viele Polizeimeldungen von Einbrüchen. Das hatte für große Unruhe gesorgt“, sagt Katja Thönnes, blättert in ihren Notizen. Gleich am ersten Prozesstag geriet Sandra O. mit den Journalisten aneinander. Thönnes war mit ihrem Chef im Gericht, der richtete seine Kamera auf die Angeklagte. Sandra O. trat nach ihnen, wollte auf sie losgehen. „Ihr Auftreten war mehr als aggressiv.“ Der Wochenspiegel machte mit der Geschichte auf, die Überschrift: „Ist diese Frau noch 'Herr' ihrer Sinne?“
Allmählich bricht die Mittagszeit in der JVA Diez an, Gefängnisdirektor Jörg Schäfer läuft einen Korridor herunter, von dem die Zellen abgehen, vereinzelt schieben Beamte Wagen voller Essensportionen vor sich her. Auch Schäfer hat nicht vergessen, welche Schlagzeilen das Verfahren gemacht hat. "Das war hier auf den Dörfern ein Riesenbohei."

Als Sandra O. zu ihm kam, hat er im Gesetz nachgelesen, welche Möglichkeiten es für sie geben könnte. „Mir ist nicht ganz klar geworden, wie das aktuell aussieht“, sagt Schäfer, ein promovierter Jurist. Er riet ihr, sich selbst schlau zu machen. Stattdessen ist sie auf und davon. „Wenn Sie mich persönlich fragen“, sagt Schäfer, „mir war klar, dass der in einer Damenanstalt durchaus gut aufgehoben wäre.“


Muttis Tunte, Papas Lesbe

Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013


Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Hallo und ein erneutes Dankeschön das Ihr auf meinen Blog gekommen seid!

Auch wenn ich Überwiegend über meine mich betreffende Minderheit schreibe, somit Transidentische Menschen ist es mir sehr Wichtig hier auch Solidarität mit anderen Minderheiten zu zeigen!

Schon mehr Males habe ich mir das Recht der Berichterstattung genommen um über dieses heikle Thema zu schreiben, mehr noch Zeit dem unser Herr Präsident von Russland neue Gesetze hat Verabschieden lassen, welche in Ihrem Kontext mehr als Menschenverachtend erscheinen!

Mehr noch da sehr viele Transidentische Menschen abgesehen davon das Sie ein anderes Körperempfinden bzw. Gefühl haben auch von Homosexualität mit Betroffen sind!
Greife daher diesen Bericht erneut auf, welchen ich etwas Überarbeitet habe, aber ansonsten Inhaltlich nicht verändert habe!


Muttis Tunte, Papas Lesbe

Homosexualität entsteht in jeder Generation neu!

Ohnedies harrt hierzulande ein finsteres Kapitel der Justizgeschichte der Aufarbeitung:

In der Bundesrepublik wurden bis 1969 rund 50.000 schwule Männer nach dem berüchtigten Paragrafen 175 StGB verurteilt, auch zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen.

Aus heutiger Sicht ohne jede Rechtsgrundlage«, sagt der Hamburger Rechtsphilosoph und Strafrechtler Reinhard Merkel, „da hat der Staat schwere Schuld auf sich geladen.“
Der Paragraf sei verfassungswidrig und daher von vornherein (»ex tunc«) nichtig gewesen, urteilt der Jurist, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist.

Die Opfer wurden weder rehabilitiert noch entschädigt.

Auch in der Evolutionstheorie galt Homosexualität bislang als ein tief sitzender Stachel im Fleisch.
Keiner fand bislang eine schlüssige Erklärung dafür, warum das Verhalten Bestand haben konnte. Es wird in ziemlich konstanter Häufigkeit in allen Kulturen beobachtet; in beiden Geschlechtern sind etwa acht Prozent der Menschen nicht eindeutig heterosexuell orientiert, und mindestens einer von fünfzig ist strikt schwul oder lesbisch.
Wenn aber gleichgeschlechtliche Liebe einer genetischen Veranlagung folgt und Homosexuelle geringere Fortpflanzungsraten haben – warum verschwindet sie nicht im Lauf der Evolution?

SEXUELLE ORIENTIERUNG


Die überraschende Antwort der drei Theoretiker lautet nun: Die Neigung könnte nicht einmal durch verbrecherische Maßnahmen beseitigt werden. Homosexualität entsteht in jeder Generation aufs Neue. Nach dem Modell von Rice und seinen Kollegen wird sie aktiviert, wenn bei der Zeugung nicht nur die Erbanlagen selbst, sondern bestimmte Regelmechaniken übertragen werden, die sich erst seit Neuestem präzise erkunden lassen.

Es handelt sich dabei um epigenetische Steuerbefehle (sogenannte Epi-Marks). Diese biochemischen Markierungen auf der DNA können nicht benötigte Gene in einer Zelle gleichsam in den Tiefschlaf versetzen. Doch die Epi-Marks können zuweilen auf den Nachwuchs vererbt werden, anstatt im Vererbungsprozess gelöscht zu werden, schreiben die Forscher im Quarterly Review of Biology. Wenn der vererbte Code Gene betreffe, die an der Realisierung der Sexualität im Gehirn mitwirken, könne es zur »Diskordanz zwischen biologischem Geschlecht und sexueller Orientierung« kommen. Auf diese Weise würden Mütter ihr sexuelles Interesse an Männern auf epigenetischem Wege an ihre Kinder weitergeben. Ebenso wie die Mütter würden dann die Söhne Männer begehren. Vererbten andererseits Väter ihre sexuelle Orientierung, hätte dies Auswirkungen auf die Töchter: Sie fühlten sich, wie der Papa, zu Frauen hingezogen. Die Ursache für die Häufung in Familien, so prophezeit die Theorie, ist eine Genvariante, die oft eine unvollständige Löschung der Epi-Marks bewirkt.

Für die Elterngeneration der Seilingers sei die plötzliche homosexuelle Welle in der Familie zuerst nicht einfach zu akzeptieren gewesen, erzählt der Sohn Matthias. Die Väter in der Familie seien eben traditionelle Männer, mit klassischen Rollenverständnissen. »Aber dann wurde gesagt: Nun ist es einfach so. Jeder muss seinen Weg gehen.« Dass es für seine ungewöhnlichen Familienverhältnisse nun auch eine gänzlich biologische Erklärung gibt, stört ihn überhaupt nicht: »Das finde ich ganz normal, die Natur ist doch immer vielfältig.«

ABGESCHALTETE GENE


Die Theorie der drei Wissenschaftler, wenngleich nicht bewiesen, wirkt bestechend, und sie lässt sich experimentell prüfen. »Das ist sehr valide«, sagt der Essener Humangenetiker Bernhard Horsthemke, »es gibt ein Überschwappen epigenetischer Information in die nächste Generation. Wir wissen nur nicht, wie häufig das passiert.« In Kürze, kündigt William Rice an, würden er und seine Mitstreiter Vorschläge für die Arbeit im Labor veröffentlichen. Zudem erklärt die Hypothese neben der sexuellen Orientierung weitere einschlägige Phänomene des menschlichen Sexuallebens.

Sie fußt auf der keineswegs neuen Erkenntnis, dass sich alle Aspekte der Sexualität getrennt voneinander entwickeln. Dabei entsteht eine Reihe von Sollbruchstellen. An ihnen können genetische, biologische und psychische Prägungen bereits in der frühesten Phase des Lebens auseinanderdriften.

Demnach steht nicht nur die Ausbildung der Geschlechtsorgane und des biologischen Geschlechts (weiblicher Körper/männlicher Körper) unter dem Kommando von Androgenen, den männlichen Sexualhormonen. So kann ein verweiblichter genetischer Mann entstehen – wenn diesem das männliche Geschlechtshormon oder dessen Antennenmoleküle fehlen.

Schon ganz am Anfang, noch vor der Einnistung in die Gebärmutter, unterscheiden sich männliche und weibliche Embryos im Aktivitätsmuster ihrer Gene drastisch. Danach, noch immer in der frühesten Phase des Lebens, polen hormonelle Botenstoffe das sich entwickelnde Gehirn auf einen männlichen oder einen weiblichen Modus. Zwischen frühester Kindheit und Pubertät manifestieren sich diese sexuellen Prägungen dann unumkehrbar. Dabei bilden sich etwa jene Nervennetze, in denen die sexuelle Identität (»ich fühle mich als Mann/als Frau«) wurzelt.

Andere Neuronen im Hirn verknüpfen sich zu komplexen Schaltkreisen, in denen das sexuelle Begehren keimt und seine Ausrichtung erhält (sexuelle Orientierung). Selbst geschlechtstypische Verhaltensweisen könnten womöglich auf diese Weise verdrahtet sein. Doch all diese Facetten der Sexualität prägen sich zu verschiedenen Zeiten unabhängig voneinander aus – und eben nicht immer im Gleichtakt.

Überformt die mitvererbte Regelmechanik aus den elterlichen Samen- oder Eizellen kritische Gene, so könnte es, vermuten die drei Forscher, zur Umpolung kommen. Dies geschieht bei der Konstruktion jener Nervennetze, in denen die Sexualität eines Menschen verdrahtet wird. Die Folge: Das Kind wird homosexuell.

Die Theorie könnte sogar die Abstufungen gleichgeschlechtlicher Orientierung erklären. Möglicherweise ist nämlich der epigenetische Regelzustand einer Vielzahl von Genen für die Ausprägung der sexuellen Präferenz nötig. Wird aber nur ein Teil dieser Prägungen vererbt, wäre die Folge: Bisexualität.

Ebenso ließe sich eine weitere Facette der gleichgeschlechtlichen Sexualität verstehen. Warum gibt es in homosexuellen Beziehungen häufig einen männlich und einen weiblich agierenden Partner? Wie kommt es, wie der Hamburger Kinderendokrinologe Achim Wüsthoff sagt, zum »effeminisierten Verhalten« bei schwulen Männern, den »Tunten«, während die »Lederkerle« ein ausgesprochen männliches Verhalten an den Tag legen? Ganz ähnlich bei lesbischen Frauen: hier die »Femme«, dort der »Butch«. Nachvollziehbar wird diese Besonderheit, wenn man nicht von einem, sondern von zwei Entwicklungsschritten ausgeht. Die Prägung des Verhaltens geschieht unabhängig von der sexuellen Orientierung.

Auf ähnliche Weise könnte auch das Hirn von Transsexuellen mal so gepolt sein – oder mal so.


Dazu passt, sagt der Endokrinologe Wüsthoff, dass Transsexuelle beiden Geschlechts sich zu Frauen oder zu Männern hingezogen fühlen können. »Man beobachtet in der Sexualität von Menschen alle denkbaren Kombinationen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Stabilisierungs- und Destabilisierungsprozesse sexueller und geschlechtlicher Identitätsbildung beschreiben und erklären sich über drei wesentliche Faktoren.



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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013


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Stabilisierungs- und Destabilisierungsprozesse sexueller und geschlechtlicher Identitätsbildung beschreiben und erklären sich über drei wesentliche Faktoren.

Zur Beschreibung dient der Begriff der "heterosexuellen Matrix". Sie bezeichnet eine soziale und kulturelle Anordnung, ein "diskursives Dispositiv", das aus den drei Dimensionen von anatomischem Geschlechtskörper (SEXUS), sozialer Geschlechterrolle (GENDER) und erotischem Begehren (DESIRE) besteht. Diese drei Kategorien sind jeweils wechselseitig aufeinander bezogen. Mal leitet sich das Begehren aus dem Geschlecht ab, mal wird über das Begehren Geschlecht erst verankert. Mal folgt aus dem Körper eine bestimmte soziale Rolle, mal erzeugt eine bestimmte Rolle ein bestimmtes Begehren.

Die Entstehungsbedingungen von queer als politischer Bewegung und theoretischem Denkansatz liegen in den USA der späten Achtzigerjahre. Der Hintergrund, aus dem sich das Queer Movement ableitet, ist sehr vielfältig: Die Schwulen-, Lesben-, und Frauenbewegung hatten separatistische Politiken mit im Einzelnen sehr unterschiedlicher Ausrichtung verfolgt, die die Entstehung von homogenisierten Ghettos unterstützte. Im kapitalistischen Verwertungsprozess hatte sich die pink economy zu einem eigenständigen Marktsegment gemausert.

Die fortschreitende Institutionalisierung der Lesben-, Schwulen- und Frauenbewegung leitete eine Hinwendung ihrer Funktionäre zur Lobby-Politik ein, die auch ihr Stück vom Kuchen abhaben wollte. Führende schwule Aktivisten versuchten, Schwule und Lesben als "ethnische Identität" zu verkaufen und damit in die us-amerikanische Verteilungspolitik zu integrieren. Sie stellten Schwule als assimilationswillige großstädtische Einkommenselite dar, die sich nach Anerkennung durch den Mainstream sehnt. Ein Ergebnis dieser Ausrichtung war die Kommerzialisierung und Entpolitisierung der CSD-Paraden. All dies förderte eine homogenisierte Darstellung nicht-heterosexueller Lebensformen, die stillschweigend ihre weißen, mittelständischen und männlichen Vertreter zur Norm machte.

Die lesbisch-feministische Szene formulierte einen sexuellen Verhaltenskodex, der von vielen Frauen ebenfalls zunehmend als beengend und normativ erlebt wurde. Die Auseinandersetzungen, die sich vor allem um Pornografie, Bisexualität, Promiskuität, Penetration und Sadomasochismus drehten, waren so heftig, dass sie als sexwars bezeichnet wurden. Diese Entwicklungen führten dazu, dass sich viele Lesben und Schwule nicht mehr in diesen Bewegungen repräsentiert sahen. Zeitgleich mobilisierte die Neue Rechte gegen die bescheidenen Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegungen der Sechziger- und Siebzigerjahre. Der Kampf gegen Abtreibung und Homosexualität stand dabei ganz oben auf der Agenda. Ein weiterer zentraler Beweggrund für die Entstehung von queer politics waren die sozialen Folgen der Aids-Epidemie. Vor allem zu Beginn wurden über Aids massiv homophobe Vorurteile geschürt:

Das Gerede von Risikogruppen grenzte die Zahl der "Betroffenen" auf die Randgruppen der moral majority ein: Schwarze, Schwule, Prostituierte und Junkies.

Diese Gruppen waren aus Sicht eben dieser moral majority für ihre Krankheit auf Grund ihrer riskanten Lebensweise selbst Schuld. Die Verbindung von Homosexualität und Krankheit wurde neu aufgewärmt. Obwohl weitaus weniger durch HIV-gefährdet, hatten Lesben unter diesem wachsenden homophoben Klima fast genauso zu leiden. Von der Reagan-Administration wurden die Erkrankten und Infizierten völlig alleingelassen, Aids als Problem ignoriert und keine Gelder für Pflege und Forschung bereitgestellt. Da es in den USA keine gesetzliche Krankenversicherung gibt, konnten sich viele die teuren Therapien nicht leisten, verloren bald ihre Erwerbsfähigkeit und rutschten unter die Armutsgrenze.

Nicht-weiße Menschen, die traditionell den ärmeren Schichten angehören, waren davon besonders betroffen. Vor dem Hintergrund dieser verschiedenen Krisen und Konflikte entwickelte sich eine aggressive Politik der Wut. Queer politics versuchten, die randständigen Positionen der offiziellen Identitätspolitik ins Zentrum zu rücken. Queer entstand also als eine neue Form der Bündnispolitik von sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Außenseiterinnen und Außenseitern, die deshalb auch als "Regenbogenkoalition" bezeichnet und symbolisiert wurde.

Die Bezeichnung "queer" wurde gewählt, weil dieses Schimpfwort im Englischen ziemlich unbestimmt alle diejenigen meint, die nicht in die Wertvorstellungen der moral majority passen. Die Selbstbezeichnung als "queer" hatte, ähnlich wie bei den Wörtern "Schwuler", "Tunte", "Lesbe", "Krüppel", "Kanake", "Irrer", einen provokanten, kämpferischen Charakter. Es verstörte das Publikum, wenn sich die Diffamierten selbst so nannten, und es nahm der Verletzung die Schärfe und kehrte den Spieß um in die Richtung, aus der er kam. Da in den USA die heterosexuelle Kleinfamilie als Keimzelle der Nation gilt, die deren Reproduktion und Reinheit sichert, gab sich eine aktivistische Neugründung 1990 den Namen "Queer Nation" als bewusste, aber nicht unproblematische Provokation dieses Nationenbegriffs.

Queer Nation verbreitete sich in kürzester Zeit in allen größeren Städten der USA. Die Organisation bevorzugte als Instrument der Politik schrilles Auftreten und theatralische Performances wie kiss inns und die inns an stark frequentierten Orten wie Verkehrsknotenpunkten, Fußgängerzonen und Einkaufszentren. 1992 entstanden die Lesbian Avengers(dt. "Lesbische Rächerinnen"), die ähnlich öffentlichkeitswirksame Auftritte machten. Im Umfeld von queer politics, aber auch in Abgrenzung davon sind im Verlauf der Neunzigerjahre weitere Initiativen und Bewegungen entstanden. Transsexuelle und transgender-Menschen haben sich selbstständig in eigenen Gruppen organisiert wie z. B. Transsexual Menace, unter anderem deshalb, weil für sie das Etikett queer zu sehr von Schwulen und Lesben und von der Privilegierung von Belangen der Sexualität gegenüber solchen des Geschlechts geprägt wird.

Intersexuelle Menschen (landläufig "Zwitter") haben das Intersex Movement angestoßen. Die politischen Stoßrichtungen dieser verschiedenen queeren Kämpfe überkreuzen sich an vielen Punkten, führen aber auch zu sehr kontroversen Einschätzungen.


Parallel zu diesen politischen Entwicklungen, teils als Reflex darauf, teils unabhängig davon, entstand queer im universitären Bereich der Gay and Lesbian Studiesals Sammelbegriff für einen neuen kritisch-theoretischen Zugang zum Feld nicht-normgerechter Sexualitäten. Teresa de Lauretis war die erste, die 1991 queer in diesem Sinne anlässlich einer Schwerpunkt-Nummer der feministischen Zeitschrift "differences" verwendete, die sich mit lesbischen und schwulen Sexualitäten beschäftigte.

Mindestens genauso wichtig wie queer politics war für das Entstehen von queer theory allerdings das poststrukturalistische Denken. Der Poststrukturalismus versteht sich grob gesagt als eine Kritik an der Überheblichkeit des Subjekts der Aufklärung und seinem Erkenntnisanspruch. Poststrukturalistische Denker haben grundsätzliche Skepsis gegenüber groß angelegten Theoriegebäuden angemeldet, die behaupten, die Welt als ganze beschreiben zu können.

Sie ziehen die Erkenntnisfähigkeit und den Fortschrittsoptimismus des aufklärerischen Rationalismus grundsätzlich in Zweifel. Im Zentrum poststrukturalistischer Kritik steht die Vorstellung vom autonomen, in sich ruhenden Subjekt. Schon Sigmund Freud hatte behauptet, dass das Ich nicht Herr im eigenen Hause sei. Während die bürgerliche Aufklärung im Subjekt den gefährlichsten Gegner von subalterner Ideologiegläubigkeit hatte sehen wollen, interpretierte der marxistische Philosoph Louis Althusser das Subjekt gerade umgekehrt als das Produkt der Unterwerfung unter eine Ideologie. Um diese kühne Behauptung zu illustrieren, wählte er das Beispiel eines Polizisten, der auf der Straße ruft: "He, Sie da!" Der Passant oder die Passantin, die sich daraufhin umdreht, erkennt damit erst die Macht des Polizisten, Leute anrufen und zum Stehen bringen zu können, an und macht sich auch damit erst zum Subjekt.

Der Poststrukturalismus radikalisiert nun diese Kritik am Subjekt. Aus seinen Angeln heben wollen es seine Gegner, indem sie ihm sein Herrschaftsinstrument unbrauchbar machen, nämlich die Sprache. Der französische Philosoph Jacques Derrida hat zu zeigen versucht, dass Sprache ihrem Anspruch, die Wirklichkeit eins zu eins abzubilden, nie gerecht werden kann und notwendig auf Mehrdeutigkeit von Bedeutungen angewiesen ist. Es sei das Wesen der Sprache, begriffliche Grenzziehungen beständig zu unterlaufen und Ordnung zu verunreinigen. Den methodischen Nachweis dieser systematischen Subversion von Herrschaft durch begrifliche Ordnung. Identität als Ordnungsprinzip wird damit fragwürdig. Jeder Versuch, das unveränderliche Wesen einer Identität zu bestimmen, wird anrüchig, weil es als ideologische Verkürzung der Wirklichkeit erscheint. Diese theoretische Position nennt man auch "Anti-Essenzialismus.

" Der Poststrukturalismus verzichtet damit ausdrücklich auf einen letztgültigen Wahrheitsanspruch. Da er sich sträubt, Aussagen über das "wahre" Wesen der Dinge zu treffen, kritisiert er ebenfalls die Vorstellung, dass es so etwas wie Authentizität überhaupt geben könne.

Eine Konsequenz daraus ist die Dekonstruktion des Gegensatzaares von Original und Kopie. Jedes Original, so versuchen poststrukturalistische Analysen nachzuweisen, ist bereits eine Kopie. Jede Kopie ist bereits ein Original. Man merkt, dass der Poststrukturalismus eine Denkbewegung ist, die versucht, radikal Hierarchien abzubauen. Identität, Authentizität, Natürlichkeit, Originalität das sind alles Begriffe, die für das Selbstverständnis von lesbischen und schwulen Emanzipationspolitiken von enormer Bedeutung sind. Wenn sie fragwürdig werden, kann das eine produktive Krise auslösen. Bestimmte altgediente politische Waffen können dadurch abstumpfen, aber es können auch emanzipative neue Strategien entwickelt werden. Zum Beispiel lässt sich die Hierarchie einer eigentlichen, wahren, authentischen Hetero-Sexualität und einer verirrten, falschen, unnatürlichen Homo-Sexualität vor dem Hintergrund poststrukturalistischen Denkens nicht mehr aufrechterhalten. Auf der anderen Seite kann dann aber auch keine sexuelle Identität für sich in Anspruch nehmen, die richtige zu sein, auch die nicht, die sich selbst für die progressivste oder revolutionärste hält.

Seit Mitte der Achtzigerjahre haben sich feministische Theoretikerinnen bemüht, die Geschlechtsblindheit des Poststrukturalismus zu beenden und die Kategorie Geschlecht in poststrukturalistische Theoriebildung einzuschreiben. In Anknüpfung an Foucaults Entzauberung der sexuellen Befreiungsbewegungen hat Judith Butler Anfang der Neunziger den Feminismus entzaubert, indem sie die Kategorie "Frau" als Subjekt des Feminismus dekonstruiert hat. In ihrem Buch Gender Trouble von 1990 (dt. "Das Unbehagen der Geschlechter"), so einer Art "Bibel" der Queer Theory, versuchte Butler nämlich nachzuweisen, dass der Feminismus gegen seine ausdrücklichen Ziele arbeiten würde, wenn er am Subjekt "Frau" als seiner unhinterfragten Grundlage festhalten würde. Dieser Provokation schickte sie eine Analyse der Geschlechterordnung voraus, mit der sie eine grundsätzliche Verunsicherung bzw. Verflüssigung der Kategorie "Geschlecht" bezweckt, also eben: "Gender Trouble". Butler liefert dazu eine Theorie, mit der sich Stabilisierungs- und Destabilisierungsprozesse sexueller und geschlechtlicher Identitätsbildung beschreiben und erklären lassen. Dazu führt sie den Begriff der "heterosexuellen Matrix" ein. Sie bezeichnet damit eine soziale und kulturelle Anordnung, mit Foucault gesprochen: ein "diskursives Dispositiv", das aus den drei Dimensionen von erstens anatomischem Geschlechtskörper (sex), zweitens sozialer Geschlechterrolle (gender) und drittens erotischem Begehren (desire) besteht. Diese drei Kategorien sind jeweils wechselseitig aufeinander bezogen. Mal leitet sich das Begehren aus dem Geschlecht ab, mal wird über das Begehren Geschlecht erst verankert. Mal folgt aus dem Körper eine bestimmte soziale Rolle, mal erzeugt eine bestimmte Rolle ein be- stimmtes Begehren usw. Die heterosexuelle Matrix zeichnet sich nun dadurch aus, dass sie dieses Dreigestirn normativ einrichtet sowie ihre Deckungsgleichheit erzwingt. Sie teilt die Menschen in genau zwei und nur zwei, deutlich voneinander zu unterscheidende Geschlechter. Dadurch entsteht der "anatomische Geschlechtskörper" nicht als etwas rein   Natürliches, sondern außerdem als ein kulturelles Produkt, das eine bestimmte Funktion in einem ideologischen System ausübt. Dem Geschlechtskörper wird dann nach dieser Logik nämlich eine ganz bestimmte soziale Rolle und Identität und ein heterosexuelles Begehren zugewiesen. Geschlecht wird deshalb fast immer sexualisiert und zwar hetero-sexualisiert wahrgenommen. Diese Organisationsform ist nicht nur die vorherrschende, sondern nimmt für sich auch in Anspruch, die naturgemäße zu sein. Heterosexualität kann mit Hilfe des Begriffs der heterosexuellen Matrix also als ein Herrschaftssystem dargestellt werden, das Körper und ihr Verhältnis zueinander normiert und diese aufgezwungene Ordnung als natürlichen Grundzustand legitimiert.

Die Kategorie "Frau" ist also immer eingebunden in die heterosexuelle Matrix und trägt deshalb immer normative Effekte im Gepäck mit sich herum. Sie erscheint so betrachtet als machtdurchwirktes, interessegeleitetes "diskursives Konstrukt" und nicht als unhintergehbare biologische Gegebenheit. Die Abtrennung der drei Kategorien Sex/Gender/Begehren ist nicht erst Butlers Leistung. Diese konzeptuelle Differenzierung war bereits in den Siebziger- und Achtzigerjahren ein bewusster Eingriff feministischer Theoriebildung gewesen, mit dem die vermeintliche Einheitlichkeit der Triade unterwandert werden sollte und Biologie nicht mehr als unabwendbares soziales Schicksal begriffen werden musste. Butlers Neuerung bestand nun darin, dass sie ihre Kritik nun außerdem auf die Kategorien der Triade selbst richtet. Ihre Dekonstruktion der heterosexuellen Matrix zielt darauf ab, einen Blick auf den Geschlechteralltag zu werfen, der Widersprüche, Brüche und Alternativen zu dieser Matrix sichtbar werden lässt. Sex/Gender/Begehren erscheinen so nicht als selbstevidente und essenzielle Gegebenheiten. Vielmehr begreift sie Butler nun als performative Effekte. Performative Effekte entstehen erst im Prozess der Herstellung. Man könnte das auf die Formel bringen: es gibt kein Geschlecht, außer man tut es.

In der Soziologie ist deshalb das Schlagwort des "Doing Gender" geprägt worden. Geschlecht gilt hier nicht mehr als eine Form des Seins, sondern des Handelns. Da Handeln sich erst in der Zeit realisieren kann, ist es ständig im Fluss. Die Kategorie "Geschlecht" kann so als Produkt eines fortlaufenden Konstruktionsprozesses betrachtet werden.

Zum Selbsterhalt ist die Konstruktion von Geschlecht auf identische Wiederholungen angewiesen. Eine solche Struktur ist automatisch instabil. Sie produziert nämlich beständig Unfälle und Abweichungen. Butler interessiert sich nun gerade für die Brüche bei der Reproduktion der heterosexuellen Matrix und rückt sie damit von der Peripherie ins Zentrum der Analyse von Geschlecht. Die Analyse misslungener Realisierungen der heterosexuellen Matrix erlaubt ihr einen Einblick in die allgemeine Funktionsweise der Geschlechter- und Sexualitätenordnung. Butler interpretiert Geschlecht als eine Norm, ein gesellschaftliches Ideal, dem alle versuchen nachzueifern, entweder als Mann oder als Frau. Alle wollen authentisch Mann oder Frau sein, und es gelingt ihnen doch nie. Entweder es stimmt am Körper etwas nicht oder das Verhalten passt nicht in die erwarteten Rollenvorstellungen oder die Wahl der geliebten Person entspricht nicht der Norm. Immer steht etwas quer beziehungsweise queer. Der Trick daran, dass solche uneinholbaren Normen überhaupt Beachtung finden und nicht alle einfach auf sie pfeifen, ist ihre disziplinierende Wirkung.

Die normative Geschlechterordnung ist ein Zwangsregime. Wer der Norm mehr entspricht als andere, genießt Privilegien. Das macht es so erstrebenswert, in der Norm zu sein. Wer ihr nicht entspricht, fühlt sich schuldig oder mangelhaft und hat mit mehr oder weniger massiven Sanktionen zu rechnen. Es wird schon deutlich, dass eine solche Betrachtungsweise Koalitionen möglich macht, die quer zu den üblichen Identitätsgrenzen   verlaufen. Butlers erklärtes politisches Ziel ist die Subversion der gültigen Geschlechternormen. In Gender Trouble, aber auch in ihren späteren Büchern beschäftigt sie sich immer wieder mit Strategien, die es möglich machen, Risse in der Norm aufklaffen zu lassen und die damit die Autorität der Norm angreifen. Ein berühmt gewordenes Beispiel ist ihre Analyse der Geschlechterparodie bei der Travestie. Sie befasst sich aber auch mit transsexuellen und intersexuellen Lebenswelten, mit alternativen Lebens- und Fürsorgegemeinschaften, mit queer politics, mit der Uneindeutigkeit von ethnischen Identitäten und schließlich mit der Verschränkung verschiedener sexueller, geschlechtlicher, ethnischer, kultureller und sozialer Identitäten. Sie geht dabei nicht von der Vorstellung aus, dass man die Norm mit einem gezielten Schlag zu Fall bringen könnte. Eine Perspektive der Veränderung sieht sie nur in der Arbeit an der Norm. Dabei macht sie sich ihre theoretische Einsicht zu Nutze, dass die Norm nicht einmal in die Welt gesetzt wird und dann ein für allemal fortbesteht, sondern fortwährend reproduziert werden muss und dabei offen für Veränderungen ist.

Als ein Beispiel für die Veränderbarkeit von Normen führt sie die Geschichte des Begriffes "queer" an. Dadurch, dass sich politische Aktivisten und Aktivistinnen dieses Schimpfwort angeeignet haben, ist seine diffamierende Bedeutung mit neuen Bedeutungsinhalten konfrontiert worden. Die Macht des Begriffes zu verletzen ist angegriffen worden. Butler nennt das eine performative Praxis der subversiven Resignifizierung. Das heißt, es geht um eine Neubestimmung der kulturellen Muster von Geschlecht und Sexualität, die mit der bestehenden Ordnung bricht. Die Neunzigerjahre haben einen beeindruckenden Boom der wissenschaftlichen Arbeiten und Forschung zu queeren Themen erlebt. Besonders die auffälligen Formen der Transgression von Geschlechternormen, wie drag-kings und -queens, butch- und femme-transgender, standen im Zentrum des Interesses. In den Kultur- und Geschichtswissenschaften unternahmen zahlreiche Studien eine Historisierung der Geschlechterordnung und versuchten damit, die Veränderlichkeit von normativen Geschlechterwelten unter Beweis zu stellen. In der Bundesrepublik kristallisierte sich die Auseinandersetzung um queer theory an der Person und dem Werk von Judith Butler, weil sie hier zu Lande einfach deren bekannteste Vertreterin ist.

Das deutschsprachige Erscheinen von Gender Trouble entfachte in der Nummer 2 der Feministischen Studien von 1993 einen Sturm der Entrüstung, der sich zu einem feministischen Generationenkonflikt entwickelte. Zur Debatte stand vor allem ihre Dekonstruktion des feministischen Subjekts "Frau" und des anatomischen Geschlechtskörpers. Ihre Heterosexualitätskritik wurde fast gar nicht rezipiert. Lesbische und schwule Wissenschaftlerinnen haben sich dagegen durchaus positiv auf queer theory bezogen, um homosexuelle Identitäten zu dekonstruieren und zu historisieren. Ob queer theory einen festen institutionellen Platz an bundesdeutschen Universitäten bekommen wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich. An mehreren Unis gibt es Forschungsprogramme für Geschlechterforschung. Sexualität wird dabei nicht ausdrücklich erwähnt.
Nur in Hamburg ist in diesem Jahr eine eigene Professur zu queer theory eingerichtet worden. 

Außerhalb des universitären Rahmens war das Echo auf queer etwas verhaltener. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass die politische Situation in der BRD eine in weiten Teilen andere war als in den USA. Die Schwulen- und Lesbenbewegung blickt auf eine andere Geschichte zurück. Das Sozialstaatssystem dämpfte die Folgen der Aids-Krise ab.

Das Wiedererstarken nationalistischer Diskurse geschah in Deutschland nicht so sehr über das Phantasma sexueller, sondern vor allem völkischer und kultureller Reinheit und führte so anstelle von homophoben zu fremdenfeindlichen und rassistischen Kampagnen. Deshalb hatten die im vereinigten Deutschland unter dem Label queer gegründeten Gruppen vor allem eine antifaschistische und antirassistische Ausrichtung. Von einigen wenigen Versuchen abgesehen, hat sich in Deutschland kaum eine eigenständige Queer-Bewegung gebildet. Dieses Ungleichgewicht zwischen einem großen Interesse für die Theorie und einer vergleichsweise geringen politischen Praxis hat dazu geführt, dass queer hier mehr als in englischsprachigen Ländern der schlechte Ruch des Akademischen, Abgehobenen, Weltfremden anhaftet, das sich nicht in die Praxis umsetzen lässt. Außerdem gibt es oft Schwierigkeiten mit dem sehr hohen Komplexitätsgrad queer-theoretischer Analysen. (Und ich weiß nicht, ob meine Ausführungen daran etwas ändern können).

Anders als in den USA haben hiesige lesbische und schwule Szenen ihre separatistische Ausrichtung erst in den Neunzigerjahren aufgegeben und sich auf lesbisch-schwul orientiert, als man in den USA längst Erfahrungen damit gesammelt hatte und an die Grenzen auch dieser Form der Identitätspolitik gestoßen war. Vielleicht bot sich für die BRD dagegen der Begriff "Queer" an, um diese neue Form der Zusammenarbeit zu dokumentieren. Die politische Agenda, die darunter verhandelt wird, ist aber sehr oft eine auf Integration und Assimilation zielende Lobby- und Bürgerrechtspolitik. Außerdem sind diese Organisationen erfahrungsgemäß sehr schwulendominiert, wie beispielsweise der "Lesben- und Schwulenverband in Deutschland", LSVD, aber auch die AG Queer in der PDS.

Inzwischen nimmt dagegen die Bereitschaft für eine Wahrnehmung von queer zu, die über den Nenner von "lesbisch-schwul" hinausgeht. Das beweisen die Diskussionen um eine Anerkennung von trans- und intersexuellen Lebensweisen. Diese Auseinandersetzungen sind aber lange noch nicht zu Ende geführt. Die Teilhabe transsexueller Frauen an Frauen- und Lesbenräumen ist ein unausgestandenes Reizthema, das immer wieder hochkocht, z. B. auf der Lesbenwoche 1997 in Berlin. Gerade in der lesbischen Szene, wo traditionell eine hohe Sensibilität für eigene Minderheiten besteht, ist aber die Aufmerksamkeit für das Thema transgender gewachsen. In der Schwulenszene werden dagegen Tunten und transsexuelle Männernach wie vor marginalisiert. Perspektiven für die Politisierung von queer theory Abschließend möchte ich einige Vorschläge machen, welche Chancen für eine lebendige Praxis von queer theory und queer politics bestehen könnten. Dabei bin ich natürlich vor allem auf die Erfahrungen aus der politischen Arbeit angewiesen. Zunächst müssen wir uns in diesem Zusammenhang die Frage stellen, ob queer heute überhaupt noch ein politisches Potenzial entfalten kann, wo Defizite und Sollbruchstellen queerer Gesellschaftsanalyse liegen. Heute, über zehn Jahre nach der Entstehung von queer, hat sich manche Euphorie gelegt und man kann bereits eine erste kritische Bilanz seiner Effekte ziehen.

Eine Kritik an queer theory beläuft sich z. B. darauf, dass sich queer zu sehr in der Nähe von Kommerz und Spaßkultur bewegen würde. Queer diene dann nur noch als Distinktionsmerkmal für eine junge konsumorientierte Generation von Schwulen und Lesben, die mit dem moralischen Rigorismus ihrer Vorläufergeneration nichts mehr zu tun haben wollen. All das, zusammen mit der absichtlichen Unschärfe des Begriffes queer würde zur Beliebigkeit dieser Kategorie beitragen. Außerdem würde queer Sexualität überbetonen und andere Achsen der Herrschaft vernachlässigen. Dieser Vorwurf verbindet sich meistens mit der Feststellung, dass queer eine kulturalistische und damit idealistische Politik betreiben würde. Es gehe nur um Fragen der kulturellen Anerkennung und nicht um Fragen der Verteilung von gesellschaftlichem Wohlstand. Schließlich wurden queere Politikstrategien kritisch ins Visier genommen: Angekreidet wurde eine einseitige Bejahung von Öffentlichkeit und outness.Zum einen würde queer dadurch im Bannstrahl des Medienmarktes stehen, zum anderen könne der Gang in die Öffentlichkeit gerade für illegalisierte Menschen sehr gefährlich sein. Queer politics seien darüber hinaus zu sehr auf den Einzelnen/die Einzelne bezogen und damit nicht in der Lage, Kollektivität zu denken und nachhaltig zu organisieren. Queer theory würde die Illusion wecken, die Geschlechterordnung ließe sich durch individuelles Handeln verändern.

Die queere Theorie von der Performativität des Geschlechts würde allzu oft so verstanden, dass sich Geschlecht nach Gusto frei wählen lässt. Sexuelle und geschlechtliche Identität würden auf diese Weise warenförmig verdinglicht. Geschlecht sei aber vielmehr ein sehr stabile Kategorie gesellschaftlicher Hierarchiebildung, die sich nicht willentlich verändern oder ablegen lässt. All diese Kritikpunkte hauen in die gleiche Kerbe: sie überprüfen, wo queer in ein affirmatives Verhältnis zu neoliberalen Ideologien und Umstrukturierungsprozessen gerät. Hier ist in der Tat Vorsicht geboten. Wenn man aber das kritische Potenzial von Queer ernst nimmt und für die Zukunft lebendig halten möchte, müsste dass heißen, das Feld der Politik so zu begreifen, dass Sexualität an allen Stellen eingeschlossen ist: sozusagen eine Art "Sexuality Mainstreaming" (wenn auch der Begriff des "Gender Mainstreaming" schon unerträglich abgenutzt und realpolitisch diskreditiert ist). Ich möchte zum Schluss einige Arbeitsfelder hierfür aufmachen und Fragen formulieren, an denen angesetzt werden könnte:

  • Erstens: Eine Kritik an Heteronormativität: Wissenschaftlich liegt das Potenzial von Queer vor allem darin, zu zeigen, dass Heterosexualität als "Heteronormativität" elementaren Gesellschaftskonzepten zu Grunde liegt. Heterosexualität wird demgemäß als Grundbedingung und Urform aller sozialen Beziehungen betrachtet. Es gehört zum diskreten Charme heterosexueller Herrschaft, dass sie Bereiche durchzieht, die auf den ersten Blick nichts miteinander und schon gar nichts mit Sexualität zu tun haben: Privatheit und Öffentlichkeit, "Nation" und "Rasse", Wahrheit und Lüge, Original und Kopie, Geheimnis und Evidenz, Frau und Mann, Aktivität und Passivität, Männlichkeit und        Weiblichkeit, Mutter und Kind, Spaß und Ernst. Heteronormativität ist als gesellschaftlicher Zwang in den Staat und seine Institutionen (Schule, Militär, Ehe) eingelagert. Der von queer eingeleitete Perspektivenwechsel müsste also fortgesetzt werden: weg von der Fokussierung auf Minderheiten hin zum Blick aufs Zentrum und zur Entprivilegierung der normierten Heterosexualität. Nicht nur lesbische und schwule Identitäten gehören also dekonstruiert, sondern ebenso auch heterosexuelle Identitäten. Dabei geht es darum, Widersprüche und Brüche in der Heterosexualität zu benennen und zu verstärken. Doch es fällt offensichtlich noch schwer, Normalisierung als Herrschaftsprinzip zu begreifen.

  •  Zweitens: Eine Kritik an einem biologistischen Verständnis von Verwandtschaft und am Ideal biologischer binärer Elternschaft. Queer-theoretische Forscher und Forscherinnen, allen voran Judith Butler, haben in jüngster Zeit den Begriff der Verwandtschaft einer queer-theoretischen Kritik unterzogen und eine Erweiterung angesichts der Vielfalt gegenwärtig gelebter Fürsorgemodelle. Die Neuverhandlung und politische Regulierung des Familienbegriffes wird aber, wie der letzte Bundestagswahlkampf bereits ahnen ließ, auch ein praktisches Politikfeld von zunehmender Bedeutung werden, da die Familie im Zuge des neoliberalen Sozialabbaus wieder wichtiger wird. Alternative Lebensformen werden vor allem dann von der Politik wahrgenommen und anerkannt, wenn sich an sie vormals staatliche Aufgaben abschieben lassen.

  • Drittens: Eine Kritik an Zweigeschlechtlichkeit: Das war zwar von Anfang an Bestandteil queerer Kritik, der Fokus lag aber auf den spektakulären Formen von Transgression und Subversion. Kaum ein Interesse gab es bisher für die weniger glamourösen Alltagspraxen. Gerade dem Wunsch nach Kohärenz und dem Einklagen von geschlechtlicher Authentizität bei Transsexuellen wurde wenig Respekt entgegengebracht.

  • Viertens: Eine Analyse des Verhältnisses von Rassismus und Sexualität, die die Verwobenheit von Sexualität mit anderen Achsen gesellschaftlicher Hierarchiebildung aufzeigt. Wie werden migrantische Communities marginalisiert und als homogen konstruiert? Welche Rolle spielt Sexualität bei diesen Differenzierungsoperationen? Welche Form von Sexualität wird auf die Figur des Ausländers/der Ausländerin projiziert und mit ihr aus der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen?

  • Fünftens: Und zuletzt: eine Analyse des Verhältnisses von Kapitalismus und Sexualität, die leider immer noch als eine Lücke in queeren Untersuchungen klafft: Wie wird Sexualität in kapitalistischen Verhältnissen geprägt? Wie werden sexuelle Bedürfnisse reguliert und vermarktet? Welche Klassenpositionen sind in den so geformten "Ikonen des Begehrens" enthalten? Der Neoliberalismus erlaubt eine Enttraditionalisierung und Flexibilisierung der Geschlechterund Sexualitätenordnung. Zugleich verdinglicht und verwertet aber gerade diese Identitätsvielfalt. Er erkennt sexuelles und geschlechtliches Abweichlertum an, weil er es als produktive Ressource ausbeuten kann. Der Abbau staatlicher Solidarsysteme führt außerdem zu einer Reprivatisierung von Reproduktionsarbeit und bürdet die Reproduktion damit wieder den sozial Schwachen Frauen, Migrantinnen und Migranten, Softies auf. Schließlich würde zu so einer Analyse aber auch gehören, die Klassenwidersprüche innerhalb der lesbischen, schwulen und transgender Communities, die sich mit der wachsenden Kommerzialisierung der Szenen verstärken, zu erkennen und zuzuspitzen.

Selbstbestimmung auch bei Hormonen, wenn man sich damit auskennt!

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013


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Das Grundprinzip aller Hormone ist das Schlüssel-Schloss Prinzip . Das Hormon ist der Schlüssel, die „Schlösser“ sitzen in den Körperzellen, den sogenannten Rezeptoren.

Dockt ein Hormon am passenden Rezeptor an, dann löst dies eine Reaktion der Körperzelle aus. Genauso wie man mit dem passenden Schlüssel ein Schloss öffnet. Jedoch sind Hormone quasi „Einweg-Schlüssel“. Haben sie einmal angedockt, werden sie von der Zelle nach einiger Zeit abgebaut, so dass das Schloss (der Rezeptor) wieder frei ist.

In den Zellen eines gebürtigen Manns finden sich überwiegend Rezeptoren für Testosteron , dem männlichen Geschlechtshormon. Aber auch ein paar wenige Rezeptoren für Östrogene , denn auch die braucht eine biologisch männliche Zelle für ihre Funktion. Es sind jedoch im Verhältnis zu den Testosteron-Rezeptoren nur sehr wenige.

Führt man dem Körper nun von außen Östrogene zu, so besetzen diese sehr schnell alle vorhandenen Östrogen-Rezeptoren. Dies merken die Körperzellen und beginnen zusätzliche Östrogen-Rezeptoren zu bilden. Das passiert allerdings nicht sofort, es dauert ca. 6 Monate, bis dies passiert ist.

Führt man aber auf einmal dem Körper zu viel Östrogen zu, dann werden die Zellen überschwemmt und bauen sogar Rezeptoren ab. Sind die Rezeptoren erst einmal abgebaut dauert es lange, bis der Körper neue bildet. Deshalb kann ich nur vor hohen Dosierungen warnen. Sie können genau das Gegenteil bewirken.

Deshalb gilt hier: Viel hilft nicht viel!!!!


Gleichzeitig sinkt der Testosteronspiegel im Blut. Das liegt daran, dass die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) permanent die Konzentration an Sexualhormonen im Körper misst. Dabei kann sie aber nicht zwischen Testosteron und Östrogen unterscheiden. Sie sieht nur die Gesamtsumme aus beiden.

Da von außen Östrogene zugeführt werden, muss das Testosteron sinken, damit die natürliche Maximal-Konzentration nicht überschritten wird. Es handelt sich also technisch betrachtet um einen Regelkreis. Dieser Regelkreis wird durch das Luteinisierende Hormon (LH) vermittelt. Die Konzentration dieses Hormons im Blut legt die Produktion an Testosteron in den Hoden fest.

Stellt die Hirnanhangsdrüse also fest, dass genug Gesamt-Hormon im Blut ist, sendet sie auch kein Signal mehr Testosteron zu produzieren. Die Hoden laufen dann sozusagen auf Standgas.
Somit stellt sich ein relativ hoher Östrogenspiegel und ein geringer Testosteronspiegel ein. Dabei konkurrieren natürlich Östrogen und Testosteron im Körper.  Die Verweiblichung geht aber immer weiter voran.

Viele nehmen Östrogen in Form von Tabletten (oral). Der Wirkstoff Estradiol wird dabei durch Magen- und Darmschleimhäute ins Blut aufgenommen. Alles Blut, das vom Verdauungstrakt kommt, muss die Leber passieren. Die sogenannte Leberpassage . Dabei werden über 99,9% des Hormons direkt wieder abgebaut. Nur etwa 0,1% bleiben im Blut. Dies ist eine Schutzmaßnahme des Körpers, damit man sich nicht mit fremden Hormonen vergiften kann. Die Hormonkonzentrationen in Lebensmitteln sind so gering, dass diese während der Leberpassage völlig abgebaut werden. In unserem Fall wollen wir jedoch dem Körper gezielt Hormone zuführen.

Deshalb muss eine 1.000-fach zu hohe Konzentration zugeführt werden, damit am Ende die nötige Konzentration an Östrogen übrig bleibt. Deshalb belastet die orale Hormontherapie die Leber sehr stark. Daher ist es unbedingt erforderlich regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen zu lassen.

Die Alternativen zur Oralen Einnahme sind Gele, die auf die Haut aufgetragen werden. Dabei werden nur einige wenige µg Östrogen verwendet. Diese gelangen jedoch direkt ins Blut und werden von der Leber nicht so schnell abgebaut. Daher ist diese Methode schonender für den Körper. Allerdings sind diese Gele teurer als die Tabletten.

Dann gab es früher noch sogenannte Depotspritzen. Dabei wurde Östrogen, gelöst in einem natürlichen Öl (z.B. Sesamöl), unter die Haut gespritzt. Da der Körper das Öl langsam abbaut, wurde genauso langsam das Östrogen in den Körper abgegeben. Diese Öle sind jedoch in Deutschland nicht mehr erhältlich.

 Damit komme ich zu den synthetischen Hormonen.


1. Das Ethinlyestradiol . Dies ist Östrogen, an dem künstlich eine Ethingruppe angehängt wurde. Bei der Leberpassage erkennt die Leber diese Ethingruppe als fremd und entfernt sie. Dabei bleibt das aktive Estradiol übrig.  Damit wird quasi die Leberpassage ausgetrickst. Deshalb genügen auch nur sehr geringe Dosierungen um eine Wirkung zu erzielen. In Anti-Baby Pillen wie der Diane 35 bzw. deren Generika werden z.B. nur 35 µg Ethinylestradiol verwendet.

Die Kehrseite der Medaille ist auch hier wieder eine starke Belastung der Leber. Ethinyl-Gruppen sind etwas ziemlich Fremdes in der Natur. Deshalb hat die Leber auch größte Schwierigkeiten diesen Stoff abzubauen.

Aus Berichten von thailändischen Transsexuellen habe ich entnommen, dass die Behandlung mit Ethinylestradiol zwar sehr schnell zu einer Verweiblichung geführt hat, aber auch bei vielen zu Leberkrebs. Deshalb ist die Einnahme von Ethinylestradiol-haltigen Medikamenten, die in manchen Ländern frei verkäuflich sind, mit sehr großer Vorsicht zu behandeln! Davon mal abgesehen wäre ein Import nach Deutschland illegal.

2. Cyproteron , welches meistens in Form des Cyproteronacetats verabreicht wird. Es ist auch unter dem Handelsnamen „Androcur“ bekannt.

Cyproteron ist ein synthetisches Gestagen, dass bei Männern die Bildung von Testosteron, bei Frauen die Bildung von Östrogen unterdrückt. Es greift dabei in den oben genannten Regelkreis der Hirnanhangsdrüse ein, indem es die Rezeptoren des LH blockiert.

Man muss sich das so vorstellen, als ob dies ein Schlüssel ist, dessen Form zwar ins Schloss passt, aber dessen Zacken nicht stimmen. Daher lässt sich der Schlüssel nicht drehen und bewirkt auch nichts. Noch dazu lässt sich dieses synthetische Hormon nur schlecht abbauen und blockiert daher das „Schloss“ viel länger als das natürliche LH. Man kann es sich so vorstellen, als ob dieser falsche Schlüssel zu allem Überfluss auch noch einen Widerhaken hat und im Schloss stecken bleibt.

Ohne LH stellen die Hoden die Produktion des Testosteron ein. Dies kann eine teilweise Einstellung, aber maximal auch eine völlige Einstellung sein. Dies ist abhängig von der Dosis des Cyproteron.

Wie bereits am Anfang gesagt ist Cyproteron auch ein synthetisch hergestelltes Hormon. Es wurde eine Cyclopropangruppe angefügt. Etwas, dass in der Natur so nicht vorkommt. Diese Gruppe ist einerseits der „falsche“ Zacken im Schlüsselbart und auch der „Widerhaken“. Auch hier wird bei oraler Aufnahme ein Großteil des Wirkstoffs bereits in der Leber entsorgt. Deshalb sind auch hier Dosierungen im mg-Bereich nötig um eine Blutkonzentration von einigen µg zu erreichen.

Damit ist auch klar, dass dieses synthetische Hormon sehr stark die Leber belastet. Jedoch gibt es meines Wissens nach Cyproteron nur in Tablettenform. Da der Abbau die Leber stark belastet, kann dieser Wirkstoff nachgewiesenermaßen zu Leberkrebs führen. Aus diesem Grund wurde Cyproteron in den USA 1986 die Zulassung als Medikament entzogen. Das sollte einem schon zu denken geben.

Das größte Problem mit Cyproteron sind jedoch dessen Nebenwirkungen. Durch das schlagartige Absinken des Testosteronspiegels kommt es in sehr vielen Fällen zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kraftverlust, Spannungsgefühl in der Brust und Gewichtszunahme. Aber für die schlimmste Nebenwirkung halte ich die Verstärkung von Depressionen.

Dem Körper fehlt das Testosteron, während es noch nicht genügend Rezeptoren für Östrogen gibt. Ich habe in vielen Berichten gelesen, dass jene, die Cyproteron nehmen unter mehr oder minder starken Depressionen leiden.

Deshalb bin ich der Meinung, dass man, wenn es geht auf Cyproteron verzichten sollte. Die Feminisierung geht auch so voran, es dauert nur ein bisschen länger.


Generell ist die Geduld bei der Transition unser bester Freund.


In manchen Fällen, wie z.B. bei sehr starker Körperbehaarung und starkem Bartwuchs kann es schon sinnvoll sein eine geringe Dosis von Cyproteron zu nehmen. Diese sollte sich jedoch im Bereich von 5-10 mg bewegen. Leider muss ich immer wieder lesen, das Endokrinologen 25, 50 sogar 100 mg Cyproteron verschreiben. Einer guten Freundin von mir wurde es so erklärt, dass man versucht den „Mann“ zuerst einmal auszutreiben.

Wenn man das von mir weiter oben Geschriebene mal verinnerlicht, dann wird schnell klar, dass eine hohe Dosierung von Cyproteron von Anfang an nicht allzu viel Sinn macht. Der Körper hat noch gar nicht genügend Rezeptoren für Östrogen. Die Folge sind Depressionen usw.

3. Finasterid ist ein synthetischer Enzymblocker, der eigentlich verwendet wird, um eine vergrößerte Prostata zu behandeln. Finasterid verhindert die Umsetzung von Testosteron in Dihydrotestosteron , der eigentlich wirksamen Form des Testosteron. Dihydrotestosteron ist unter anderem verantwortlich für den Kopfhaar-Ausfall, aber auch für die Körperbehaarung bei Männern. Deshalb wird es manchmal eingesetzt, um den Haarausfall zu verhindern. Gleichzeitig geht dabei auch die Körperbehaarung zurück. Nebenwirkungen sind Potenzstörungen bis hin zur Impotenz, Brustvergrößerung und Depressionen. Bei Man-zu-Frau-Transsexuellen wird dieser Wirkstoff jedoch nur selten eingesetzt, da das Medikament sehr teuer ist.

4.Spironolacton ist ein Medikament, das eigentlich dazu gedacht ist, eine erhöhte Wasserausscheidung zu bewirken. Mit abnehmendem Wasseranteil im Blut verringert sich die Blutmenge. Das Herz wird entlastet und der Blutdruck sinkt. Auch Wasseransammlungen im Gewebe werden dadurch ausgeschwemmt. Manchmal wird es ebenfalls eingesetzt, um die Wirkung des Testosteron zu verringern. Aufgrund der Ähnlichkeit von Spironolacton zu Sexualhormonen kann es bei hohen Dosierungen zu einer Brustvergrößerung führen. Bei einer Überdosierung und längerer Anwendung erhöht sich das Risiko für Nierenschäden enorm.

Zusammenfassend kann man sagen, es macht keinen Sinn, mit mehr als 2 mg Östrogen pro Tag anzufangen. Mehr noch, es kann sogar kontraproduktiv wirken, da, wie schon weiter oben beschrieben, gar nicht genügend Rezeptoren für Östrogen zur Verfügung stehen

Der sinnvollste Weg ist, mit einer kleinen Dosierung an Östrogen (1-2 mg, je nach Körpergewicht) anzufangen und den Körper erst einmal ganz langsam an das Östrogen zu gewöhnen.  Nach ca. 3-6 Monaten kann dann langsam die Dosierung gesteigert werden, bzw. der Blocker in kleiner Dosierung dazu genommen werden, sofern dies wirklich nötig ist.

Unter dem Strich halte ich dies für den gesündesten Weg die Transition vorzunehmen.

mit freundlichen Grüßen 

Nikita Noemi Rothenbächer

Das Menschliche

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