Mittwoch, 23. März 2022

Der Europäische Gerichtshof bestätigt das Recht russischer Transgender-Frauen auf Familienleben! Diskriminierung schadet Eltern und Kindern /// European Court of Justice upholds Russian transgender women's right to family life! Discrimination harms parents and children


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Der Europäische Gerichtshof bestätigt das Recht russischer Transgender-Frauen auf Familienleben! Diskriminierung schadet Eltern und Kindern   

 European Court of Justice upholds Russian transgender women's right to family life! Discrimination harms parents and children

Als Sieg für das Recht eines Transgender-Elternteils, den Kontakt zu ihren Kindern aufrechtzuerhalten, entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 6. Juli, dass Russlands Verweigerung ihres Besuchs ihre Rechte auf Familienleben und Schutz vor Diskriminierung verletzt.

Die Frau, in Gerichtsdokumenten als AM bekannt, hatte vor ihrer Trennung zwei Kinder mit ihrem Ehepartner. Nachdem ein örtliches Gericht ihren Geschlechtswechsel rechtskräftig anerkannt hatte, sah AM ihre Kinder 17 Monate lang regelmäßig, bis ihr ehemaliger Ehepartner eine gerichtliche Entscheidung erwirkte, den Besuch abzubrechen. Der ehemalige Ehepartner argumentierte, dass jeder weitere Kontakt mit den Kindern ihre geistige Gesundheit schädigen, ihre Moral und ihr Familienbild verzerren, zu Mobbing in der Schule führen und gegen das russische Gesetz zur „Propaganda für Schwule“ verstoßen würde .

Diese verdrehte Argumentation ist aus Russland bekannt, wo Anti-LGBT-Animus regelmäßig mit Kinderschutzgründen gerechtfertigt wird. Es gibt keine Grundlage für solche Behauptungen, aber stattdessen reichlich Beweise dafür, dass Gesetze zur „Propaganda für Schwule“ Kindern schaden .

Der Europäische Gerichtshof stellte fest, dass die Entscheidung, AMs Kontakt zu ihren Kindern einzuschränken, „ohne nachweisbaren Schaden für die Kinder“ getroffen wurde und nicht auf einer „ausgewogenen und angemessenen Beurteilung“ beruhte.

Recht hat das Gericht. AM wurde anders behandelt als andere Eltern, weil sie Transgender ist. „Die unausweichliche Schlussfolgerung ist, dass ihre Geschlechtsidentität stets im Mittelpunkt der sie betreffenden Überlegungen stand und in jedem Stadium des Gerichtsverfahrens allgegenwärtig war“, stellte der Europäische Gerichtshof fest. Den Kontakt von AM zu ihren Kindern aufgrund ihrer Geschlechtsidentität einzuschränken, war schlicht und einfach Diskriminierung.

Enttäuschenderweise lehnte es der Europäische Gerichtshof jedoch ab, die Ansprüche von AM im Namen des Rechts ihrer Kinder auf Familienleben zu prüfen, mit der Begründung, dass nur der sorgeberechtigte Elternteil dies tun könne. Die russische Regierung hatte nichts dagegen, dass AM diese Behauptungen aufstellte. Indem es sie aus technischen Gründen hinauswarf, berücksichtigte das Gericht die Rechte der Kinder nicht und bemühte sich nicht, ihre Meinung einzuholen.

Der Europäische Gerichtshof kann mehr tun, um die Rechte von Kindern zu schützen, deren Interessen möglicherweise im Widerspruch zu denen ihrer sorgeberechtigten Eltern stehen. Aber seine Analyse der auf dem Spiel stehenden elterlichen Rechte ist genau richtig und in diesem Fall zu Recht ein Grund zum Feiern.

Quelltext: https://www.hrw.org/news/2021/07/06/european-court-upholds-russian-transgender-womans-right-family-life


GENDER DYSPHORIA IN ADOLESCENTS : Transsexuality shows up in a brain scan


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GENDER DYSPHORIA IN ADOLESCENTS : Transsexuality shows up in a brain scan

Transsexualität zeigt sich im Hirnscan

Trans-Frauen haben männliche Genitalien, doch ihr Gehirn ähnelt eher dem von Frauen - und bei Trans-Männern ist es umgekehrt. Dieser Befund liefert allerdings mehr Fragen als Antworten.
Hirnaktivität und Hirnstruktur bei Jugendlichen mit Genderdysphorie ähneln dem Geschlecht, dem sie sich zugehörig fühlen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Julie Bakker von der Université de Liège anhand von Hirnscans von etwa 160 Heranwachsenden beiderlei Geschlechts; darunter solche, deren Geschlechtsidentität vom Geschlecht ihres Körpers abweicht. Wie das Team auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Endokrinologie veröffentlichte, zeigt sich die von den Geschlechtsorganen abweichende Identität sowohl im Volumen verschiedener Hirnregionen als auch in der Reaktion des Gehirns auf das Hormon Androstadienon und bei jungen Mädchen sogar bei einem räumlichen Gedächtnistest.
Die Gehirne von Männern und Frauen reagieren unterschiedlich auf verschiedene Reize, und ein Teil dieser Unterschiede hängt mit dem Einfluss von Geschlechtshormonen vor der Geburt zusammen. Bakker und ihr Team untersuchten, ob ein ähnlicher Effekt auch an der Entwicklung der Genderdysphorie beteiligt ist. Ob die Veränderungen bei Trans-Jugendlichen jedoch hauptsächlich Ursache oder Auswirkung der vom Restkörper abweichenden Geschlechteridentität sind, bleibt letztlich offen. Wie das Team erläutert, deutet ein Teil der Ergebnisse eher auf Effekte in der Entwicklung vor der Geburt, während ein anderer Teil spätere Veränderungen in der Selbst- und Körperwahrnehmung als wesentlichen Aspekt nahelegt.
Die Arbeitsgruppe hofft, dass solche Ergebnisse langfristig helfen, Genderdysphorie früher zu erkennen und zu behandeln. Je früher die Situation erkannt werde, desto besser kann man Betroffenen helfen, so Bakker. Ob allerdings Hirnscans für die Diagnose der Geschlechteridentität geeignet sind, ist fraglich. Immer wieder äußern Fachleute Zweifel an der Aussagekraft von Ergebnissen der funktionellen Magnetresonanztomografie: Es gebe Probleme mit den statistischen Verfahren; zudem bilde die Technik, unvorsichtig eingesetzt, womöglich die Erwartungen der Arbeitsgruppe ab.
Auch Betroffene selbst sehen solche Studien grundsätzlich kritisch: Es bestehe die Gefahr, dass sich dadurch der Fokus bei der Diagnose weg von der Selbstwahrnehmung der Betroffenen hin zu vermeintlich objektiv messbaren, körperlichen Eigenschaften verschiebt. Ein schlichtes Mann-Frau-Schema wie in der Studie werde der großen Bandbreite sexueller Identitäten außerdem nicht gerecht. Auch in der Fachwelt gilt die Differenz zwischen körperlichem Geschlecht und Geschlechtsidentität selbst nicht als Erkrankung – sondern die von den Betroffenen empfundene Belastung durch diesen Zustand. Eine rein körperliche Diagnose geht deswegen wohl am Problem vorbei.

Quelltext: https://www.spektrum.de/news/transsexualitaet-zeigt-sich-im-hirnscan/1567148

Was ist eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung? // WHO/Europa Brief – Transgender-Gesundheit im Kontext von ICD-11

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Was ist eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung?  //  WHO/Europa Brief – Transgender-Gesundheit im Kontext von ICD-11

Was ist ICD-11?

Die 11. Ausgabe der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-11) ist ein Dokument, das standardisierte Daten und Vokabular bereitstellt, um bei der Diagnose und Überwachung von Gesundheitsproblemen auf der ganzen Welt zu helfen. Es enthält überarbeitete „Codes“. Das internationale System von Codes wird von Angehörigen der Gesundheitsberufe verwendet, um eine Krankheit oder einen Gesundheitszustand für die mehrfache Verwendung zu klassifizieren. Diese neu überarbeiteten ICD-11-Kodizes werden sich auf die Bestimmungen zur Pflege und Gesundheitsfinanzierung auswirken, mit neuen Änderungen, um das moderne Verständnis von sexueller Gesundheit und Geschlechtsidentität widerzuspiegeln.



Was soll die ICD-Revision für die Gesundheit von Transgender tun?

ICD-11 hat Gesundheit im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität neu definiert und diagnostische Kategorien wie „Transsexualität“ und „Geschlechtsidentitätsstörung bei Kindern“ der ICD-10 durch „Geschlechtsinkongruenz im Jugend- und Erwachsenenalter“ bzw. „Geschlechtsinkongruenz in der Kindheit“ ersetzt. Geschlechtsinkongruenz wurde daher weitgehend aus dem Kapitel „Psychische und Verhaltensstörungen“ in das neue Kapitel „Erkrankungen im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit“ verschoben. Dies spiegelt Beweise dafür wider, dass transsexuelle und geschlechtsspezifische Identitäten keine Bedingungen für psychische Erkrankungen sind, und ihre Einstufung als solche kann ein enormes Stigma verursachen.

Die Aufnahme der Geschlechtsinkongruenz in die ICD sollte den Zugang von Transgender-Personen zu einer geschlechtsbejahenden Gesundheitsversorgung sowie einen angemessenen Krankenversicherungsschutz für solche Dienste sicherstellen. Die Anerkennung in der ICD erkennt auch die Zusammenhänge zwischen Geschlechtsidentität, Sexualverhalten, Gewaltexposition und sexuell übertragbaren Infektionen an.

Was ist Transgender und was sind die wichtigsten gesundheitlichen Bedenken von Transgender-Personen?

Das öffentliche Gesundheitswesen engagiert sich zunehmend dafür, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Transgender-Personen und anderen geschlechtsspezifischen Minderheiten, die schätzungsweise 0,3–0,5 % (25 Millionen) der Weltbevölkerung ausmachen, zu verstehen und zu verbessern. Die Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ihr Versprechen, „niemanden zurückzulassen“, hat dieser Bewegung neuen Auftrieb verliehen.

Transgender ist ein Überbegriff, der eine vielfältige Gruppe von Menschen beschreibt, deren internes Geschlechtsbewusstsein sich von dem unterscheidet, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Transgender bezieht sich auf die Geschlechtsidentität und den Geschlechtsausdruck und hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun. Der Begriff wird weltweit immer bekannter, obwohl andere kulturspezifische Begriffe verwendet werden können, um Menschen mit nicht-binären Geschlechtsidentitäten zu beschreiben.

Transgender-Menschen haben viele der gleichen Gesundheitsbedürfnisse wie die allgemeine Bevölkerung, haben aber möglicherweise andere spezielle Gesundheitsbedürfnisse, wie z. B. geschlechtsbejahende Hormontherapie und Operation. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Transgender häufig einer unverhältnismäßig hohen Krankheitslast ausgesetzt sind, auch in den Bereichen der psychischen, sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Einige Transgender-Menschen suchen einen medizinischen oder chirurgischen Übergang, andere nicht.

Ähnlich wie andere lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, queere oder intersexuelle (LGBTQI) Bevölkerungsgruppen ist die Trans-Gemeinschaft einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Transphobie, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Transphobie und Diskriminierung sind große Hindernisse für den Zugang zur Gesundheitsversorgung und können zu einem erhöhten Risiko für gesundheitliche Probleme führen, die nicht mit Geschlecht oder Sexualität zusammenhängen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass junge Transgender-Personen im Vergleich zu ihren Altersgenossen einem erhöhten Risiko für HIV und sexuell übertragbare Infektionen ausgesetzt sind.

Die rechtliche Anerkennung des Geschlechts, dargestellt durch Dokumente, die die Geschlechtsidentität einer Person widerspiegeln, ist wichtig für Schutz, Würde und Gesundheit. Viele Länder in der Europäischen Region der WHO stellen eine Reihe von Bedingungen für die Änderung von Dokumenten, einschließlich der Verpflichtung, sich einer Sterilisation zu unterziehen. Menschenrechtsorganisationen kommen zu dem Schluss, dass diese Sterilisationsanforderungen der Achtung der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstbestimmung und der Menschenwürde zuwiderlaufen und Diskriminierung von Transgender-Personen verursachen und aufrechterhalten können.

Was ist eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung?

Geschlechtsbejahende Gesundheitsversorgung kann jede einzelne oder Kombination einer Reihe von sozialen, psychologischen, verhaltensbezogenen oder medizinischen (einschließlich Hormonbehandlung oder Operation) Interventionen umfassen, die darauf abzielen, die Geschlechtsidentität einer Person zu unterstützen und zu bestätigen.

 Quelltext: https://www.euro.who.int/en/health-topics/health-determinants/gender/gender-definitions/whoeurope-brief-transgender-health-in-the-context-of-icd-11

Russland will Trans- Wesen-Menschen auf dem Papier auslöschen, warum Bekämpft man diese Minderheit? /// Russia wants to erase trans people on paper, why fight this minority?

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Russland will Trans- Wesen-Menschen auf dem Papier auslöschen, warum Bekämpft man diese Minderheit? 

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Russia wants to erase trans people on paper, why fight this minority?

Ein neues russisches Gesetz könnte Trans*-Menschen verbieten, ihr Geschlecht zu ändern. Damit würden Transgender in Russland offiziell nicht mehr existieren.

Wie The Moscow Times berichtet, hat der Ausschuss für Familie, Frauen und Kinder eine Vorlage zur Änderung des Familiengesetzbuches eingereicht, das Transgender-Personen daran hindern soll, ihr Geschlecht offiziell zu ändern.

Die Gesetzesänderung soll noch in diesem Monat von der Staatsduma, dem russischen Unterhaus, geprüft werden. Bei Umsetzung würde Russland in die Fußstapfen Ungarns treten – erst im Mai hatte der ungarische Präsident Viktor Orban ein ähnliches Gesetz durchgesetzt, das die nachträgliche Änderung des bei der Geburt eingetragenen „biologischen Geschlechts“ und damit die legale Anerkennung des Geschlechts von Transgender-Personen verbietet (wir berichteten). 

„Misulinas Gesetz“ – transphob und queerfeindlich

Die Gesetzesvorlage, in Russland gemeinhin als „Misulinas Gesetz“ bekannt, geht auf das Duma-Mitglied Jelena Misulina von der Partei ‚Gerechtes Russland‘ zurück. Sie leitet den Ausschuss für Familie, Frauen und Kinder in der Abgeordnetenkammer des russischen Parlaments, der Duma, und ist das Aushängeschild Russlands, wenn es um konservative Familienpolitik und Homo-Hass geht. Ihre politische Arbeit widmet sie voll und ganz der Verankerung eines traditionellen Familienverständnisses – die Ehe sieht Misulina 

„ausschließlich als Union zwischen einem Mann und einer Frau [...], die mit dem Ziel geschlossen wird, sich fortzupflanzen, drei und mehr Kinder zur Welt zu bringen und zu erziehen“.

Jelena Misulina setzt sich für die Entkriminalisierung von häuslicher Gewalt ein, lehnt die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften ab und fordert, dass gleichgeschlechtlichen Paaren die Kinder entzogen werden dürfen. Ihr Ausschuss bereitete mehrere umstrittene Gesetze vor, darunter das Gesetz gegen „Schwulenpropaganda“.

Ihr jüngster Vorstoß im Juli, kurz nachdem in Russland eine Reihe von Verfassungsänderungen verabschiedet wurden, darunter die Klausel, die die Ehe als rein heterosexuelle Vereinigung definiert (wir berichteten), zielte darauf ab, Ehe und Adoption für gleichgeschlechtliche Paare zu verbieten.

Mit dem Verbot der Geschlechtsänderung für Transgender-Personen will Misulina noch einen Schritt weiter gehen, vermuten Aktivistinnen und Aktivisten. Viele glauben, das Gesetz soll sogar heterosexuelle Transgender von der Ehe fernhalten, denn das ursprünglich von der Geburt zugewiesene Geschlecht würde ihre Ehe auf dem Papier gleichgeschlechtlich machen. Eine andere mögliche Erklärung hat Tatiana Glushkova, eine Anwältin des Transgender Legal Defense Project. Sie denkt, der Gesetzgeber habe


In Russland bist Du ein Niemand, verstehst Du?

Niemand, kein Recht keine Gnade, alle Danken Putin oder ist es Propaganda, was denkt Ihr?

You're a nobody in Russia, do you understand?

Nobody, no rights, no mercy, everyone thanks Putin or is it propaganda, what do you think?

 „Hier bist du ein Niemand. Wenn du irgendwie anders bist, hast du kein Recht zu leben. Wenn ich hier lebend herauskomme, wird auch die ganze Wahrheit mit mir herauskommen“, schreibt Nazar Gulewitsch vor wenigen Wochen in einem Brief an seine Frau Olga.


Der 38-Jährige ist trans und sitzt derzeit eine mehrjährige Haftstrafe wegen angeblichen Immobilienbetruges in Russland ab. Bereits einmal hat er versucht, sich das Leben zu nehmen. Olga befürchtet, er könnte erneut Hand an sich legen.


Nazar Gulewitsch wird in der belarussischen Kleinstadt Molodetschno geboren und bekommt den Namen Anastasia. Bereits im Alter von 12 Jahren wird Nazar klar, dass er sich als Junge fühlt, erinnert sich Gulewitsch in einem Interview mit der russischen Zeitung Moskowski Komsomoletz vom vergangenen April.


Während die Klassenkameradinnen in Kleidern im Unterricht sitzen, kommt Anastasia in einem Trainingsanzug in die Schule. Nach dem Abschluss eines Technikums geht die damals 18-Jährige 2002 nach Moskau und nimmt Kontakt zu dem Institut für Sexualpathologie auf. Die Konsultationen ziehen sich über anderthalb Jahre hin, ein erster operativer Eingriff scheitert am Geld. Im Jahr 2004 lernt Nazar seine künftige Frau in Moskau kennen.


Brustentfernung mit schweren Komplikationen

Vier Jahre später lässt sich Nazar, damals noch Anastasia, in Minsk beide Brüste entfernen. Die kostenlose Operation, die mit schweren Komplikationen einhergeht, folgt auf einen einmonatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.


Nach der Genesung bekommt Nazar einen neuen Pass – so wie nach einer Geschlechtsangleichung im belarussischen Gesetz vorgesehen. Aus Anastasia wird Nazar. Dem folgt die Einberufung, der Wehrdienst dauert 18 Monate. Nach seiner Entlassung aus der Armee geht Nazar erneut nach Moskau. Dort arbeitet er auf einer Baustelle und nimmt parallel dazu ein Studium an der Akademie für Rechts- und Finanzwesen auf. 2018 wird Nazar festgenommen. Als Direktor einer Firma soll er sich angeblich widerrechtlich eine Immobilie angeeignet haben.

Für Nazar beginnt jetzt ein Leidensweg der besonderen Art. Zunächst wird er an das Moskauer Untersuchungsgefängnis Nummer 3 für Männer überstellt. Nazars Bitte, die Anstaltsleitung vorab über den nicht alltäglichen Gefangenen zu informieren, wird ignoriert. „Ich ziehe mich aus. Um mich herum stehen andere Häftlinge. Alle hören zu und gaffen. Der Arzt, schockiert, sieht mich an und fragt: Was sind das für Narben? Alle Augen richten sich auf mich, es ist totenstill. Ich sage, ich sei unter einen Kipplaster geraten. Der Arzt: Was sind das für Lügen“, erzählt Gulewitsch der Moskowski Komsomolez.

Krankenstation und Einzelhaft

Die Haftanstalt weigert sich, Nazar aufzunehmen. Auch das Gefängnis Nr. 6, der einzige Frauenknast in Moskau, fühlt sich nicht zuständig. Schließlich landet er im berüchtigten Untersuchungsgefängnis Nr. 1 (Matrosenruhe) und kommt auf der Krankenstation in Einzelhaft. Nach 40 Tagen bekommt Nazar zum ersten Mal die Möglichkeit, einen Anruf entgegenzunehmen. Als er zum Telefon geführt wird, hört er jemanden raunen: Der da werde es wohl nicht mehr lange machen, zitiert das Journal Takie Dela Nazars Frau Olga. Die ersucht den Gefängnischef, ihren Mann zu schützen.

Kurz darauf wird Nazar ins Frauengefängnis gebracht. Dort sitzt er monatelang alleine in einer fensterlosen Zelle im Untergeschoss. Einmal pro Woche darf er mit seiner Frau, die er im Gefängnis heiratet, telefonieren und sie zweimal pro Monat zu einem Besuch empfangen. Laut Olga verzichte Nazar auf Hofgänge – aus Angst vor den Gefängniswärterinnen. Die hätten ihn mehrmals in die Dusche gezerrt und auch noch andere ihrer Kolleginnen herbeigerufen, um dabei zuzusehen. Am 27. Juli 2020 ergeht das Urteil gegen Nazar: viereinhalb Jahre Haft wegen Betruges. Im Februar dieses Jahres wird das Strafmaß auf vier Jahre reduziert.

Für Nazar bedeutet das, dass er die noch verbleibende Haftzeit in einer Strafkolonie verbüßen muss. Doch in welcher? Das sei in Russland ein großes Problem, da es für Transgender keine speziellen Einrichtungen gebe. Diese seien sowohl in Strafanstalten für Männer als auch für Frauen zu einer erniedrigenden Situation verurteilt, zitiert das russische Nachrichtenportal Meduza Eva Merkewitsch, stellvertretende Vorsitzende der Öffentlichen Aufsichtskommission (ONK).

In Männergefängnissen sei das Risiko besonders groß. Denn dort herrsche, im Unterschied zu Strafanstalten für Frauen, eine Gefängnishierarchie, sagt Leonid Agafonow, ehemaliges Mitglied der ONK. „Transgender gehören automatisch zur niedrigsten Kaste. Ob sie sexueller Gewalt ausgesetzt sind, hängt von den Gegebenheiten an einem konkreten Ort ab. Aber dass die Mitgefangenen diese Menschen psychologisch versuchen zu brechen, ist sicher.“


Abschiebung nach Belarus geplant

Im Falle von Nazar gebe es die Möglichkeit, die gesamte Strafe in U-Haft zu bleiben. Das sei in vergleichbaren ­Fällen geschehen, sagt Merkewitsch. Darum bemüht sich auch Nazars ­juristischer Beistand, die Menschenrechtlerin Tatjana Sucharewa. Mit Erfolg. Laut Berichten des Onlineportals ­tvernews.ru wird Nazar im März zunächst in das Untersuchungsgefängnis in der Kleinstadt Rschow und nach 20 Tagen in die Haftanstalt Nr. 1 in Twer verbracht. Dort wartet er in einem Karzer, wiederum eine Schutzmaßnahme, auf seine Freilassung. Diese soll am 27. Mai 2021 erfolgen.

Doch die Freude darüber ist getrübt. Am 6. Mai postet Tatjana Sucharewa auf Facebook, dass Nazar, nachdem er das Gefängnis verlassen hat, sofort in sein Heimatland Belarus abgeschoben werden solle. Als unerwünschte Person darf er acht Jahre lang nicht nach Russland einreisen. Sucharewa spricht von schweren Menschenrechtsverletzungen. Im Urteil finde sich kein Wort über eine Ausweisung und ein Einreiseverbot. Nazar sei dort verheiratet und gemeldet. Dass die Ehe offensichtlich nicht anerkannt wird, stelle eine weitere Diskriminierung von Nazar als Transperson dar. Sucharewa wird weiter für Nazar kämpfen.


Quelltext: https://www.maenner.media/gesellschaft/ausland/russland-will-trans-menschen-ausloeschen/ 

https://taz.de/Transfeindlichkeit-in-Russland/!5767411/

Dienstag, 22. März 2022

Transgender-Menschen fliehen aus Russland: Angst, den letzten Flug aus diesem Land zu verpassen!


 Russland - Irma war sechs Jahre alt, galt noch als Junge, als sie auf der Straße ein kleines Mädchen mit einem schönen Kleid sah. „Ich wollte dieses Kleid anziehen, bot ihr an, sie dürfe dafür mit meinem Fahrrad fahren.“ Eine Nachbarin sah, wie das Mädchen ihr Kleid auszog und schlug Alarm. Am Ende wurde Irma von ihrem Vater, einem Luftwaffenoffizier, durchgeprügelt. Er glaubte, das Söhnchen wollte Sex mit dem Mädchen. Das war Anfang der Achtziger Jahre etwas Unerhörtes, ein Transgender aber war unvorstellbar.

Irma Weller, inzwischen 44, ist eine kräftige Person in einem schwarzen Kapuzenpulli, graublaue Augen, tiefe Stimme, ungeschminkt. Aber auf gepflegten Fingernägeln leuchtet silberner Lack. Irma ist Transfrau. Sie sagt, sie leide unter ihrem wenig femininen Aussehen. Sie sei es gewohnt zu leiden, zu kämpfen. Aber jetzt wolle sie nur noch weg, weit weg. Sie hat ein Flugticket nach Mexiko-City.

Transgender in Russland: Genaue Zahlen gibt es nicht!

Die Zahl der Transgender in Russland ist unbekannt. Irma Letter, eine Namensvetterin und Koordinatorin einer Initiativgruppe gegen die Verletzung der Transgenderrechte, glaubt, etwa 1,4 Millionen Russen besäßen entsprechende Veranlagungen. Die Selbsthilfegruppe T-Action zählt jährlich 1200 Transleute, die online oder persönlich um Rat nachsuchen. Ihnen allen droht der Exodus wegen eines Gesetzes, das Transgender-Ehen unterbinden und alle Geschlechtsumwandlungen für juristisch nichtig erklären will.

Irmas Jugend in Russland war verzweifelt, mehrfach stieg sie mit einer Flasche Wodka in die Badewanne, säbelte mit einem Messer an ihren Genitalien herum. Als sie sich schließlich als Frau outete, brachen ihre Eltern den Kontakt ab. Irma begann Hormone zu schlucken, ohne genau zu wissen welche, veränderte sich, bekam Brüste, aber ihr Pass blieb männlich. Sie verlor den Job, ernährte sich aus Mülltonnen, ging auf den Strich. Transgendering als einsamer Blindflug.

Verfassungsreform von Wladimir Putin in Russlan: „Die Ehe ist ein Bund von Mann und Frau“

Damals bedurfte es einer Diagnose durch ein Ärztekonzil, um in Russland als Transgender anerkannt zu werden. Der erste Facharzt, an den sie sich wandte, schickte sie weg, sie müsse zuerst ihre Depressionen überwinden. Zwei Monate lag sie in einer psychiatrischen Klinik, der dortige Zahnarzt lehnte es ab, „so eine Schwuchtel“ zu behandeln. Ein vereiterter Zahn entzündete beide Kiefer, sie verlor alle Zähne und trägt heute ein Gebiss.

Die postsowjetische Schwulenfeindlichkeit geriet unter Wladimir Putin zum offiziösen Mainstream, 2013 verbot die Staatsduma „Propaganda nicht traditioneller sexueller Beziehungen bei Minderjährigen“. Das Staatsfernsehen erklärte „Gayropa“ zum Feindbild. Irma nimmt es inzwischen mit Humor, stellte kürzlich einen Spruch des kremlnahen Politologen Alexander Malkewitsch auf Facebook: „Wenn wir uns nicht mit der sexuellen Aufklärung unserer Kinder befassen, tun das LGBT-Instrukteure der Nato!“

Transgender in Russland: Ein Kampf gegen die Behörden

Irma kämpfte weiter, 2009 wurde sie ärztlich als Transgender anerkannt. Aber das Standesamt in Russland verlangte ein Attest, dass sie sich ihren Penis habe wegoperieren lassen, um ihre Geburtsurkunde von männlich auf weiblich umzuschreiben.

„Ich wollte die Operation damals nicht, habe sechs Jahre gegen das Standesamt prozessiert, vergeblich.“ 2015 war Irma der endlosen Gerichtsverhandlungen müde, lieh sich das Geld für den Eingriff, danach endlich schrieb man ihr die Geburtsurkunde und dann alle übrigen Dokumente um. „Das Leben wurde leichter. Zumindest konnte ich allen, die wissen wollten, was ich in der Hose habe, mit einem staatlichen Dokument antworten.“

Aber im Juni 2020 ließ Wladimir Putin in Russland eine Verfassungsreform verabschieden, in der sehr traditionelle Banalitäten standen: „Die Ehe ist ein Bund von Mann und Frau.“ Eine Banalität mit scharfen Kanten: Die Staatsduma berät einen Gesetzentwurf, der Homosexuellen und Transgendern Ehen wie Adoptionen ausdrücklich verbietet. Und nebenher verlangt, bis Anfang 2022 in ihre Geburtsurkunden wieder ihr altes Geschlecht einzutragen.

„Sie verbieten niemandem Hormontherapien, um sein Geschlecht zu wechseln“, sagt die Transgender-Aktivistin Letter über die Repression in Russland. „Aber sie verweigern den Transgendern juristisch die Anerkennung ihres Geschlechts. In der Praxis verweigern sie ihnen ihre Bürgerrechte.“ Verheirateten Transgendern drohen Zwangsscheidungen, Kindern, die sie adoptiert haben, das Waisenhaus. Und allen Transgendern ein alltäglicher Spießrutenlauf mit Dokumenten, die ihrem Geschlecht widersprechen. „Faschismus“ mitten in Russland, sagt Irma Weller.

LGBT-Community in Russland: An die Diskriminierung hat man sich gewöhnt

Eigentlich hat sie sich wie andere LGBT-Russen längst an die Diskriminierung gewöhnt. „Wir sind hier ja nicht im Iran oder Pakistan, hier wird man ja nicht aufgehängt“, sie lächelt müde. Aber inzwischen sage ihr bei der Arbeitssuche jeder zweite Personalchef ins Gesicht, er stelle keine „Schwuchteln“ ein.

Irmas Freundin hat drei Kinder. Irma fürchtet sich, sie aus dem Kindergarten abzuholen, fürchtet, die Erzieherinnen könnten sie als homosexuell anzeigen. „Ich habe Angst, sie nehmen meiner Freundin die Kinder ab.“

Von 20 Transgendern aus ihrem Freundeskreis sind 18 ausgereist. Außer ihr ist nur eine Frau in Russland geblieben, die ihre alte Mutter nicht allein lassen will. Und Irma wartet auf ihren Flug nach Mexiko, hofft, dass ihre Lebensgefährtin mit den Kindern nachkommen kann. „Inzwischen habe ich Angst, den letzten Flug aus diesem Land zu verpassen.“

Quelltext: https://www.fr.de/politik/transgender-russland-wladimir-putin-verfassung-reform-diskriminierung-lgbtqia-90077635.html


Dienstag, 15. März 2022

Geschlechtsbasierte und sexualisierte Gewalt steigt, wenn Aggression und Gewalt im Land allgemein stärker werden. Das ist für vulnerable Gruppen besonders gefährlich.

 Mehr als zwei Wochen war Lampusha allein in Kiew. Die Eltern der 18-jährigen trans Person leben fast 500 Kilometer entfernt und alle Freund:innen hatten das Land nach der russischen Invasion bereits verlassen. Lampusha wäre gern mit ihnen geflohen, konnte aber nicht. 


Denn ukrainische Grenzbeamt:innen lassen seit der von Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündeten Generalmobilmachung Männer zwischen 18 und 60 nicht über die Grenze. Lampusha bezeichnet sich selbst als "transfem non-binary", ist also trans-feminin und nicht-binär, und benutzt keine Pronomen. 

Im Ausweis, der der Redaktion in Kopie vorliegt, steht jedoch ein anderer Name und das Kürzel "ч/M" – der männliche Geschlechtseintrag. 

Selbst interne Checkpoints, an denen der Ausweis vorgezeigt werden muss, könnte Lampusha damit aktuell nicht passieren. Das Passfoto zeigt eine junge, sehr feminine Person mit kinnlangem Bob, geschwungenen Lippen und perfekt gezogenem Lidstrich. 

Lampusha sieht aus wie ein sehr junges Mädchen, gilt offiziell aber als Mann und fürchtet deshalb, für den Militärdienst eingezogen zu werden. "Für mich ist die Armee gleichbedeutend mit Suizid. 

Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich dort überleben sollte. Und ich kann nicht mit Worten beschreiben, wie schrecklich groß meine Angst davor ist", sagt Lampusha.

Aufgewachsen bei Kamjanske im Zentrum der Ukraine, zog Lampusha vor zweieinhalb Jahren nach Kiew, arbeitete dort bis vor Kurzem bei der Post. In Kiew wurde Lampusha schnell Teil der queeren Community und begann, das Hormon Estradiol einzunehmen. Es lässt unter anderem die Brust wachsen. Vor der russischen Invasion sei das Leben in der Stadt "einfach toll und cool" gewesen, sagt Lampusha. 

"Kiew hatte eine starke trans Community, die LGBTQIA-Kultur war total lebendig." Auch für queere Geflüchtete aus Russland, Tschetschenien und Belarus galt die ukrainische Hauptstadt als vergleichsweise sicherer Ort. 

Aber am 24. Februar, dem Tag des Kriegsbeginns, habe sich das binnen Sekunden verändert, sagt Lampusha: "Für mich war plötzlich alles zweigeteilt in ein Davor und ein Danach." 

Im Danach sitzt Lampusha nun in einer Mietwohnung in Kiew, alle anderen Bewohner:innen im Gebäude hätten ihre Appartements bereits verlassen. 

Vor allem nachts seien die Schüsse und Explosionen zu hören, es sei laut und immer wieder unangenehm hell. Lampusha schlafe schlecht. "Jeden Morgen wache ich mit einer Welle von Angst auf. 

Es fühlt sich an, als müsste ich etwas Wichtiges tun, aber weiß nicht was. Oder als würde ich gleich etwas Wichtiges verlieren, aber ich weiß nicht was." 

Die Internetverbindung klappt zwar ohne Probleme, aber Lampushas Gesicht wirkt im Videogespräch eingefroren. Die heidelbeerfarben geschminkten Lippen bewegen sich beim Sprechen, sonst bleibt die Mimik starr. Nur bei der Frage nach der Angst vor dem Militär – dem russischen, aber auch dem ukrainischen, in dem Lampusha im Ernstfall kämpfen müsste – weiten sich die Augen und die hohe Stimme wird brüchig: 


"Ich habe so Panik, dass Russland tiefer nach Kiew vordringt. Sie sind schon so nah, es könnte jederzeit passieren, dass alle Fluchtkorridore versperrt sind." 

Den Geschlechtseintrag ändern zu lassen, ist in der Ukraine mit hohen Hürden verbunden

Lampusha will nicht in Kiew oder der Ukraine bleiben aus Angst, irgendwann eingezogen zu werden. Aber auch das Risiko, im Krieg sexualisierte Gewalt zu erfahren, ist für Frauen und weiblich gelesene Personen groß. Für trans-feminine Personen wie Lampusha ist die Situation besonders gefährlich, weil sie zusätzlich transfeindlichem Hass ausgesetzt sind. "Ich muss irgendwie illegal über die Grenze", sagt Lampusha und sitzt den ganzen Tag am Handy, um herauszufinden, wie man unbemerkt nach Rumänien oder in die Republik Moldau gelangen könnte. Bis zur Grenze sind es jeweils mehrere hundert Kilometer. Doch selbst eine Zugfahrt, bei der Ausweise kontrolliert werden, könnte für Lampusha riskant werden. "Ich habe bisher von keiner trans-femininen Person gehört, die es geschafft hat, legal über die Grenze zu kommen. Es sei denn, der Personenstand im Ausweis war weiblich", sagt Lampusha. Das bestätigt auch die ukrainische trans Frau und Sängerin Zi Faámelu, über die mehrere Medien berichteten. Sie hat, wie Lampusha, einen männlichen Geschlechtseintrag in ihrem Pass, weshalb ihr nach eigenen Angaben mehrmals an der Grenze zu Rumänien die Ausreise verweigert wurde.

Bis 2017 mussten trans Personen in der Ukraine einen Monat in die Psychiatrie, bevor sie ihr Geschlecht juristisch anerkennen lassen konnten. Auch geschlechtsangleichende Operationen waren erforderlich, einschließlich einer Zwangssterilisation. Diese Regelung besteht zwar nicht mehr. Laut René Mertens, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD), war es aber auch bis zum russischen Angriffskrieg extrem schwierig, den Personenstand ändern zu lassen. So ist zum Beispiel weiterhin ein psychologisches Gutachten notwendig. Beratungsstellen gibt es nur wenige und medizinisches Personal ist oft nicht sensibilisiert für den Umgang mit trans Personen. Lampusha transitioniert deshalb, wie viele andere auch, privat – ohne medizinische Begleitung und ohne das Geschlecht offiziell juristisch anerkennen zu lassen.

Trans Personen in der Ukraine sind gerade besonders vulnerabel", sagt auch die Politikwissenschaftlerin und Menschenrechtsaktivistin Maryna Shevtsova, die an der Universität im slowenischen Ljubljana zu Anti-Gender-Bewegungen in Osteuropa forscht. Queere und trans Personen fürchteten sich zum einen vor dem russischen Militär und Regime, das von Putins LGBTQIA-feindlicher Propaganda geprägt sei. Hinzu komme aber auch die Gefahr, von ukrainischen Militärs Gewalt zu erfahren. "Das wird oft verschwiegen, um das Bild von der glorreichen ukrainischen Armee nicht zu stören", sagt Shevtsova. "Aber selbstverständlich steigt auch geschlechtsbasierte und sexualisierte Gewalt, wenn Aggression und Gewalt im Land allgemein stärker werden. Im Krieg entsteht eine Art Selbstorganisation, die Menschen leben nach anderen Regeln als in Zeiten des Friedens. Das ist für vulnerable Gruppen besonders gefährlich." 

Umfragen und Content-Analysen zeigten zwar, dass die Akzeptanz für queere Menschen medial und in der ukrainischen Bevölkerung allgemein gestiegen seien, sagt Shevtsova. Doch ihre Unversehrtheit gelte selbst in friedlichen Zeiten oft noch als Luxusproblem der Gesellschaft. "Im Ukrainischen gibt es den Ausdruck не на часі", sagt Shevtsova, "das bedeutet so viel wie: Jetzt ist nicht die Zeit dafür." In den vergangenen Jahren habe es immer wieder geheißen, die Bedrohung durch den Krieg im Osten des Landes sei dringender, als die Rechte von queeren und trans Menschen zu verwirklichen. Das gelte auch jetzt, beobachtet Shevtsova: "Die Mentalität ist im Moment: Wechsle deine Kleidung, geh kämpfen und nach dem Krieg kannst du wieder machen, was du willst. Es fehlt an Wissen zum Thema trans, denn wir hatten ja vermeintlich nicht die Zeit dafür." 

Zwar gebe es bereits Unterkünfte für geflüchtete queere Männer und trans Frauen in der Ukraine, sagt die Politikwissenschaftlerin. Doch dort mangle es an allem: Geld, Hormone, Shampoo, Binden. Shevtsova hofft, dass Aktivist:innen aus anderen europäischen Ländern das Benötigte in Nachbarstaaten wie die Slowakei bringen, damit es von dort aus in die ukrainischen Unterkünfte transportiert werden könne. Hinzu komme: Genaue Angaben, wo sich diese Schutzräume für queere und trans Menschen befinden, werden aus Sicherheitsgründen so vertraulich behandelt, dass selbst viele Betroffene nichts von diesen Zufluchtsorten wüssten, sagt Shevtsova. 

Sollte Lampusha es schaffen, die Grenze zu einem der Nachbarstaaten zu überqueren, soll die Flucht am liebsten nach Westeuropa weitergehen. Die meisten queeren und trans Personen aus der Ukraine wollten in Länder wie Deutschland oder nach Skandinavien, sagt Politikwissenschaftlerin Shevtsova. Die Regierungen in Polen, Ungarn und anderen umliegenden Ländern seien schließlich für ihre queerfeindliche Politik bekannt. "Mein Leben wird sich mit der Flucht radikal ändern", sagt Lampusha. "Ich weiß, dass Hormone in anderen europäischen Ländern verschreibungspflichtig sind und ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert." Lampusha hat Angst, die Hormontherapie im schlimmsten Fall unterbrechen zu müssen und hat deshalb vorgesorgt. Ihre Präparate bekommt sie in der Ukraine unter der Hand von einer Frau in Kiew, die die Stadt trotz des Krieges noch nicht verlassen hat. Für die nächsten neun Monate ist Lampusha versorgt. 


Am vergangenen Donnerstag hat sich Lampusha auf den Weg in den Westen der Ukraine gemacht. In Rumänien und in der Republik Moldau gebe es queere Organisationen, die trans Personen aus der Ukraine aufnehmen würden. Die letzte Nachricht von Lampusha auf Telegram war ein gelbes Herz, für zwei Tage brach der Kontakt ab. Erst am Samstag meldete sich Lampusha wieder – aus einer der Unterkünfte für queere Geflüchtete im Westen der Ukraine. Wie die Flucht dorthin geglückt ist, schrieb Lampusha nicht, nur: "Ich bin jetzt hier."   

Montag, 14. März 2022

Nein, Ich habe ja nichts gegen Schwule oder Transgender, nein!

 „Mother will never understand why you had to leave

But the answers you seek will never be found at home
The love that you need will never be found at home“

heißt es in dem Song „Small Town Boy“  von Bronski Beat mit Jimmy Sommerville, der ein 1984 ein Welthit wurde.

Die Großstädte dieser Welt sind voll von Small Town Boys and Girls, die ihre Dörfer und Kleinstädte verlassen haben, um dort die Liebe, die Anerkennung, die Freunde, den Sex und auch die Arbeit zu finden, in der sie sie selbst sein konnten. New York, London und Berlin wären nicht diese energetischen Städte, die sie heute sind, wären sie nicht auch von der Energie der Kleinstadt-Schwulen, -Lesben und -Queers geprägt wären, die endlich raus mussten, die es sich und anderen zeigen wollten. Dass großstädtische dieser Städte ist zu einem großen Teil dieser Kleinstadt-Impuls: Sieht mich an. Ich bin, was ich bin.

Bis vor wenigen Jahren galt für einen Großteil der queeren Kids, dass sie dem Land den Rücken kehren mussten. Oder sie mussten sich verstecken, erniedrigen lassen, ja, viele haben sich umgebracht oder sich zumindest mit dem Gedanken gequält, oder dachten Ehen eingehen zu müssen, mit denen sie sich selbst, ihre Partner und Kinder betrogen. Oder – nur nebenbei bemerkt – sie mussten Priester werden. Ja, die katholische Kirche hat nicht trotz, sondern wegen ihrer Schwulen überlebt (mehr dazu hier im Blog), sie war in vielen Gegenden hunderte Jahre konkurrenzloses Modell von Schwulsein auf dem Land.

„The love that you need will never be found at home“, dieser Satz aus dem Lied von 1984 gilt heute so nicht mehr. Und daran ist die Digitalisierung schuld. Gott sei Dank! Dass das so ist, liegt nicht nur daran, dass man dank der digitalen Angebote nun auf dem Land auch als Minderheit Sex, Freunde und Gleichgesinnte finden kann. Es liegt grundsätzlich daran, dass man mit dem, als das, was man ist, nicht mehr alleine ist. Im globalen Village ist niemand alleine, zumindest in dem Sinn, dass man im Gegensatz zu früher nicht nur ahnen, sondern auch wissen kann, dass es Menschen gibt, die ähnlich ticken, wie man selbst.

Und damit ich nicht falsch verstanden werde: Das Internet ersetzt keine wirkliche menschliche Nähe und Wärme. Natürlich ist das Internet auch die Hölle, es hat zur Vereinsamung, zu Polarisierung, Kommerzialisierung, zur Hetzte gegen Minderheiten beigetragen. Mobbing hat durch die Digitalisierung eine ganz andere Dimension bekommen. In manchen Gegenden der Welt führt sie auch dazu, dass LGBTI gebrandmarkt und gejagt werden. Und natürlich besteht nicht nur woanders, sondern auch bei uns immer die Gefahr, dass unsere digitalen queeren Spuren uns in autoritäreren Zeiten zum Verhängnis werden. All das ist mir sehr bewusst und ich möchte es nicht verharmlosen.

Aber ich möchte an dieser Stelle trotzdem einmal feiern, was durch Vernetzung und Digitalisierung alles für die Stärkung von Vielfalt und freier Selbstbestimmung erreicht worden ist.

Wahrscheinlich ist es den meisten Heterosexuellen gar nicht bewusst, wie sehr sie von Geburt an mit den Signalen einer heteronormativen Welt beschallt wurden und werden, wie sehr ihr Spielzeug, ihre Anziehsachen, ihre Gute-Nachtgeschichten, ihre Märchen, ihre Kinderserien, wie sehr fast jeder Werbespot im Fernsehen im Kino eine Selbstverständlichkeit vorgibt, die eben nur eine heterosexuelle Selbstverständlichkeit ist. Und wie umgekehrt für all die, die nicht so sind, die schon als Kinder fühlen, dass sie irgendwie anders sind, all diese Signale auch eine Maßregelung sind, anders sein zu sollen, als man ist. Diese Maßregelungen, dieses permanente „du bist anders, du bist nicht so, wie man sein soll“ hat einen enormen Einfluss auf das Wohlbefinden, ja sogar auf das Überleben von Angehörigen sexueller Minderheiten.

Wir denken, heute in Zeiten der Ehe für alle ist das kein Thema mehr. Doch, das stimmt nicht. Diskriminierung findet heute in breitem Maße statt, sie ist nur alltäglicher, sublimer, netter geworden. Man hat ja nichts gegen Homosexuelle. Aber! Und das wirkt, schüchtert ein, macht krank und mindert die Chancen in Alltag und Beruf.

Aber es wird besser. Die Digitalisierung hat es möglich gemacht, dass niemand mehr alleine in einem Village ist. Vor allem aber, dass man weiß, dass man nicht alleine ist. Durch das Internet sind Kids heute nicht mehr abhängig sind von den Rollenbildern, die ihnen die Bildungssysteme und einige Massenmedien immer noch vorsetzen. Jeder weiß nicht nur, dass es andere gibt, die genau so denken und fühlen (und alleine das ist schon verdammt viel wert!), sondern auch, dass und wie es möglich ist, mit diesen anderen austauschen und verbünden zu können. Die Digitalisierung hat Individuen gestärkt, weil sie sich zu Identitäten zusammenschließen und organisieren können. Noch vor wenigen Jahren gab es etwa in Deutschland kaum Repräsentation und Organisation von trans Menschen und Gruppen. Dass sich das geändert hat, ist auch den digitalen Möglichkeiten zu verdanken.

Durch die großen Streamingdienste sind nun endlich auch vielfältige Minderheiten- und Nischenthemen in großen Film- und Serienproduktionen möglich, die sich nicht für ein Mainstreampublikum verbiegen müssen. Durch die digitale Erreichbarkeit von Minderheiten und Nischen-Zuschauer*innen auf der ganzen Welt bilden diese einen ausreichend großen Markt, der es den Streamingdiensten nicht nur ermöglicht, starke Stoffe etwa für LGBTI zu produzieren, sondern ihnen auch für relativ wenig Geld zugänglich zu machen. Was für ein Glück, dass sich heutige Kids nicht mehr in der öffentlich-rechtlichen Welt der Fernseh-Nonnen und Bergdoktoren und der weitgehend gut gemeinten aber unterm Strich so schrecklich spießigen und sexualfeindlichen hetero-moralisierender Jugendprogramme zurechtfinden müssen. Ja, es wäre gar nicht so sehr übertrieben, den Macher*innen der Netflix-Serie Sex Education einen Friedensnobelpreis zu verleihen dafür, dass junge Leute nicht mehr so sehr im Krieg mit ihrem Körper stehen müssen und damit ja auch perspektivisch gesehen oft genug auch mit dem Rest der Welt. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass so etwas wie Orange Is The New Black oder Pose möglich ist? Kommende Wissenschaftler*innen-Generationen werden hoffentlich mal herausfinden, wie diese Programme weltweit den aufrechten Gang queerer Menschen auch in den abgelegensten Ecken dieses Planeten befördert haben.

Aber die digitale Welt bringt uns LGBTI auch in eine absurde Situation. In meiner Kleinstadt habe ich mein erstes Auto, den alten grünen VW-Golf meiner Mutter, immer ein paar Straßen weiter weg von der Schwulenbar geparkt. Das haben wir damals alle so gemacht. Nicht nur, weil wir nicht wollten, dass unsere Autos dort gesehen wurde. Sondern auch, weil wir dachten, dass die Polizei sich die Kennzeichen vor der Bar aufschreibt, und wir in Rosa Listen geführt würden. Das war zwar Ende der 1980er etwas paranoid, zeigt aber, wie sehr der Schutz unserer Identität auch der Schutz unserer Daten und unserer – heute würde man sagen – „Bewegungsprofile“ war.

Heute scheint es genau umgekehrt zu sein. Wir füttern unsere Daten in globale, mächtige Systeme und fühlen uns dadurch gestärkt, weil diese Systeme uns stärken.

Daten kennt keine Moral. Das ist auf der einen Seite beunruhigend. Aber aus emanzipatorischer Sicht erst einmal eine Riesenchance. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat 2017 entschieden, dass das geltende Personenstandsrecht ein Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht sowie das im Grundgesetz geregelte Diskriminierungsverbot darstellt. Es scheint, dass die Bevölkerung – im Großen und Ganzen – ziemlich okay mit der „dritten Option“ ist. Wäre das auch so, wenn es auf Facebook nicht schon seit Jahren 60 verschiedene Möglichkeiten für die Beschreibung des eigenen Geschlechts geben würde? Wäre der viel entspanntere Umgang mit dem Thema sexuelle Identität heute auch möglich, wenn die Technik, mit der wir jeden Tag umgehen, uns nicht gelehrt hätte, dass Identität etwas ist, das wir einfach anklicken, also auswählen können, also etwas ist, wozu wir uns entscheiden können? Dass wir verschiedene Profile, Identitäten haben können, dass wir in verschiedenen Kontexten verschiedene Persönlichkeiten sein können? Dass wir stark sein können, indem wir unser Gesicht zeigen und auch wir stark wir sein können, wenn wir anonym sind?

Ja, ich weiß, die Anonymität im Internet macht dieses auch zu einer riesigen Kloake und ich möchte nicht verharmlosen, welche Gewalt durch das anonyme Hassen und Aufwiegeln geschieht. Und doch ist Anonymität auch ein wichtiger Schutz für die, die Schutz brauchen. Ich bin mir sicher, dass wir die wichtige Sichtbarkeit von trans Menschen und trans Themen, die es nun endlich gibt, nicht hätten, wenn trans Menschen nicht auch durch die Möglichkeit gehabt hätten, im Internet ihre Identität auch anonym suchen, finden, reflektieren und stärken zu können.

Ich bin nicht naiv. Auch wenn Daten keine Moral haben, so können doch Algorithmen sich gegen alles und jeden wenden. Und Digitalisierung ist nicht nur Freiheit, sondern auch Kontrolle, Zwang, Ausbeutung. Tech-basierte Unternehmen sind natürlich nicht per se bessere Unternehmen. Doch weil auch hier – besonders in Deutschland – so oft die Kehrseite beschworen wird, möchte ich auch hier den Blick auf den Benefit für Minderheiten, für Vielfalt richten:

Nicht nur aus Sicht der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter, weil es nun möglich ist, Individuen und ihre Leistungen besser von diskriminierenden Strukturen zu trennen. Sondern auch auf Kundenseite. So schlimm der Zwang bestimmter Dienstleister auch ist, sich der permanenten Bewertung von Kunden zu stellen, so sehr hat dieses System auch das selbstbewusste Agieren von Minderheiten befördert.

Ein Uber-Fahrer kann sich heute nicht erlauben, Dragqueens anzufeinden oder vor die Tür zu setzen, ohne mit Konsequnzen rechnen zu müssen. Ich bin mir sicher: Bis vor wenigen Jahren haben sich auch lesbische und schwule Pärchen im Taxi weitaus weniger getraut, Hand in Hand zu sitzen, so wie es Heteros selbstverständlich tun, ohne darüber nachzudenken. Ich bin mir sicher, dass homosexuelle Paare dank digitaler Buchungs- und Bewertungsportale heute mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein in Hotels einchecken. Was so banal klingen mag, ist es nicht, denn hier geht es darum, dass krankmachender und lähmender Stress wirksam abgebaut wurde. Es ist ein Paradigmenwechsel eingetreten: Nicht sie, sondern die Diskriminierer in Hotels, Restaurants, Uber- oder Taxi-Autos oder anderer Dienstleistungen sind es, die sich im Fall einer Diskriminierung zu rechtfertigen haben. Die Macht, die Kunden heute haben, ist oft gespenstisch, aber für Minderheiten führt immer mehr zu gerechter und gesünderer Teilhabe am öffentlichen Leben.

Und auch deshalb, auch wenn es provokant klingt:

Lang lebe der Shitstorm!

Nein, ich meine nicht den unreflektierten, wilden Massenreflex auf eine irgendeine zufällige Nichtigkeit. Doch vieles, was wir als Shitstorm bezeichnen ist der berechtigte Protest vieler Individuen. Oft gegen Sexismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein Shitstorm ist – sofern er nicht technisch und medial manipuliert und verstärkt wird – eben keine gesteuerte Kampagne, sondern das genaue Gegenteil. Nur weil viele Individuen nun eine gemeinsame Stimme haben, ist deren gebündelter Protest noch lange nicht unverhältnismäßig. Unverhältnismäßig war bisher die Macht, mit der große Institutionen und Marken gesellschaftliche Normen zementieren konnten. Unverhältnismäßig war auch die Macht von Diskriminierern die es früher gewohnt waren, unbehelligt nach unten treten zu können und jetzt nicht damit klarkommen können, dass zurückgetreten wird. (Beispiele hier im Blog: Siehe Dieter Nuhr, AKK und Friedrich Merz). 

Unverhältnismäßig war die Ohnmacht von Minderheiten, die sich mit dieser Macht abfinden müssen. Dank die digitalen Möglichkeiten hat sich das geändert.

Nein, durch die Digitalisierung wird die Welt nicht automatisch eine diversere, bessere. Dazu bedarf es natürlich Regeln, Strukturen und vor allem Menschen, die, die es gut meinen und gut machen. Nichts passiert von selbst, alles muss erkämpft und auch verteidigt werden. Und doch dürfen wir nicht unterschätzen, welche befreiende Kraft von dem ausgeht, was heute Dank der digitalen Revolution möglich ist. Und was es bedeutet, dass wir schon heute sagen können: 

The answers you seek can even be found at home!

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...