Sonntag, 6. Januar 2013

Merkblatt zu Transsexualität und Geschlechtsumwandlung


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Merkblatt zu Transsexualität und Geschlechtsumwandlung

Dieses Merkblatt gibt Ihnen einen Überblick über die notwendigen Schritte, um verantwortungsvoll mit Ihrem Wunsch nach einer Klärung der Geschlechtsidentität umzugehen.

Es kann eine persönliche Beratung nicht ersetzen –alle für Sie wichtigen Fragen können Sie am besten im Gespräch mit einem erfahrenen Gesprächspartner klären.


Allgemeiner Ablauf und notwendige Schritte

In Einzelfällen kann es Abweichungen von diesem Ablauf geben, z. B. abhängig von Alter, angestrebter Art der Veränderung oder bestehenden Erkrankungen.

1. Diagnostische Klärung:

- psychisch
- psychosozial
- allgemeinkörperlich
- gynäkologisch bzw. urologisch
- endokrinologisch
- humangenetisch

2. Psychotherapeutische Begleitung über die gesamte Zeit
3. Alltagstest / Übernahme der angestrebten Geschlechtsrolle
4. Antrag bei Gericht auf Vornamensänderung
5. Beginn der Hormoneinnahme – frühestens nach 6 (-9) Monaten psychotherapeutischer
Begleitung und Alltagstest
6. Planung einer Operation – frühestens nach 6 (-9) Monaten Hormoneinnahme und
Klärung der Kostenübernahme
7. Antrag bei Gericht auf Personenstandsänderung
Diese Schritte sind auch notwendig, wenn für Sie bereits feststeht, dass Sie eine
Geschlechtsumwandlung wünschen.

1. Diagnostische Klärung

Psychische Untersuchung

Der Wunsch oder die Überzeugung, dem anderen Geschlecht anzugehören, kann als vorübergehendes
Symptom bei einer Reihe von Erkrankungen auftreten. Da in einem solchen Falle eine
Geschlechtsumwandlung langfristig sehr schaden könnte, dient die psychische Untersuchung dem
Ausschluß einer solchen Erkrankung, denn den Betroffenen selbst ist es oft nicht möglich, eine solche
Erkrankung zu erkennen. In ein bis drei Gesprächen kann ein erfahrener Psychiater oder
Psychotherapeut jedoch psychische Störungen, die einer spezifischen Behandlung bedürfen,
ausschließen. Eine solche Untersuchung kann bei einer/m PsychiaterIn Ihrer Vertrauens am Heimatort,im Rahmen von Vorgesprächen auf der Suche nach einem Psychotherapieplatz vereinbart werden.

Psychosoziale Beratung

Auf einem transsexuellen Weg werden Sie möglicherweise mit Fragen konfrontiert, die z. B. den
Arbeitsplatz betreffen (Kündigung, Umschulung, evtl. Aussteuerung durch die Krankenkasse bei langer Krankheitsdauer) oder die z. B. eine Scheidung und Regelung des Unterhaltes und Umgangsrechtes für Kinder betreffen. Es gibt vielleicht Angelegenheiten, bei denen Sie die rechtliche Situation nicht kennen oder mit Behörden zu tun haben, die Ihnen bislang fremd waren. Sozialarbeiter können Ihnen helfen, zu erwartende Schwierigkeiten zu erkennen und Ihnen Hinweise geben, wie Sie damit umgehen können.

Allgemeinkörperliche, gynäkologische / urologische, endokrinologische und humangenetische Untersuchungen

Diese Untersuchungen sind notwendig, um die Möglichkeiten einer Hormonbehandlung und Operation abzuklären. Ihr/e Hausarzt/ärztin sollte gründlich untersuchen, ob allgemeine Erkrankungen bestehen, die eine Hormoneinnahme oder Operation behindern. Gynäkologen (Frau-zu-Mann-Transsexuelle) bzw. Urologen (Mann-zu-Frau-Transsexuelle) müssen zum Ausschluß von Erkrankungen der Geschlechtsorgane konsultiert werden. Auch eine internistische Untersuchung ist angeraten.

Zur Abstimmung der Hormonbehandlung ist eine endokrinologische Untersuchung notwendig, bei der die Sexualhormone bestimmt werden.

Die humangenetische Diagnostik ist notwendig, um eine mögliche genetische Mitbeteiligung an Ihren
Problemen auszuschließen. Denn in seltenen Fällen liegt neben dem transsexuellen Erleben eine
außergewöhnliche Chromosomenstruktur bzw. –anzahl vor.

2. Psychotherapeutische Begleitung

Da ein transsexueller Lebensweg mit vielfältigen Belastungen einher geht, sollten Sie mit einer
fachkundigen Begleitperson für einige Zeit alle Hoffnungen und Enttäuschungen, Unsicherheiten und
Entscheidungen besprechen können. Die begleitenden Gespräche können eine Vorbereitung auf den
Alltagstest, Ihre Erfahrungen mit den Reaktionen Ihrer PartnerIn, Ihrer Familie, bei der Arbeit sowie die Planung der nächsten Schritte bei der Behandlung beinhalten.
Ohne eine solche psychotherapeutische Begleitung werden verantwortungsbewusste ÄrztInnen, RichterInnen und Krankenkassen Ihnen bei den jeweils anstehenden nächsten Schritten in der Regel nicht weiterhelfen können.

Wir von  http://trans-weib.blogspot.de/ sind gerne bereit!

Die Kosten für eine Psychotherapie trägt in der Regel die Krankenkasse nach einem entsprechenden Antrag, den der/die PsychotherapeutIn stellt. Dies können ärztliche oder psychologische PsychotherapeutInnen sein.
Eine Liste der möglichen PsychotherapeutInnen können Sie bei Ihrer Krankenkasse bekommen.

3. Alltagstest

Vor jeglicher körperlicher Behandlung sollten Sie die angestrebte Geschlechtsrolle soweit wie möglich übernehmen, d. h. in Ihrer psychotherapeutischen Begleitung erarbeiten, wie Sie nicht nur gelegentlich, sondern dauerhaft die Kleidung, Frisur etc. der angestrebten Geschlechtsrolle tragen können, wie Ihre Wohn- und Arbeitssituation sich evtl. verändern kann, damit Sie möglichst in der neuen Rolle akzeptiert werden.

4. Vornamensänderung

Um einen Vornamen gemäß der angestrebten Geschlechtsrolle führen zu können, ist eine Änderung beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Das Gericht wird dann zwei sachkundige Gutachter beauftragen, die Sie zu einem oder mehreren Gesprächen einladen werden, in denen sie gemäß richterlichem Auftrag herausfinden sollen, ob es sich um eine dauerhafte transsexuelle Problematik handelt. In der Regel können Sie bei Gericht Vorschläge für Gutachter machen.

5. Hormoneinnahme

Die Hormoneinnahme sollte erst nach mehrmonatiger (mindestens 6 Monate) Übernahme der Geschlechtsrolle und psychotherapeutischer Begleitung erfolgen. Da manche Veränderungen durch die Hormoneinnahme nicht wieder rückgängig gemacht werden können, ist es wichtig, vorher sorgfältig zu prüfen, ob Ihr Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung über längere Zeit stabil und in die soziale Realität umzusetzen ist.

6. Operation

Die geschlechtsumwandelnde Operation kann frühestens nach 6 – 9monatiger Hormoneinnahme geplant werden.
Es ist sinnvoll, sich bei einem auf diesem Gebiet erfahrenen Operateur über Möglichkeiten und Risiken genau zu informieren. Bei der Krankenkasse sollten Sie vor der Operation die Kostenübernahme beantragen.

7. Personenstandsänderung

Nach erfolgter Transformationsoperation können Sie bei Gericht die Personenstandsänderung beantragen.
Wie für die Vornamensänderung müssen auch für die Personenstandsänderung nach den Bestimmungen des Transsexuellengesetzes Gutachten erstellt werden.

Selbsthilfegruppe für Transsexuelle

In einer Selbsthilfegruppe besteht die Möglichkeit, sich unter Betroffenen über die Erfahrungen auf den einzelnen Etappen eines transsexuellen Weges auszutauschen.

Eine Liste mit bundesweiten Selbsthilfegruppen finden Sie im Internet unter der URL http://www.dgti.org .
Unter dieser Adresse finden Sie unter "Medizinisches" auch die "Standards of Care", an denen dieses
Merkblatt orientiert ist.

So etwas, wie Recherche, nachfragen, nachhaken, hinterfragen sind journalistische Tugenden von gestern geworden.

Und somit steht in einer Tageszeitung das Gleiche, wie in einer anderen Tageszeitung. Die tatsächliche Informationsmenge nimmt ab, strebt gegen Null, während die nichtssagenden Presseveröffentlichungssätze zunehmen.

Wir von http://trans-weib.blogspot.de/ sind ernstere Blog!

Früher war das Interessante daran, eine bestimmte Zeitung zu kaufen das, dass man wusste, die vertreten eine bestimmte Meinung, die Fragen nach und hinterfragen Fakten; Da erfährt man etwas, das man in anderen Zeitungen nicht erfährt!

Ja früher... da unterschied sich die Boulevard-Presse von der ernsteren nicht nur durch die Dicke der Überschriften.

Na dann kommt doch einfach mal vorbei!

Über 300 Wissenswerte und Sachliche Texte, Medizin und Forschung, Erfahrungsberichte aber auch Meinungen!

Mit freundlichen Grüßen
Nikita Noemi Rothenbächer

So etwas, wie Recherche, nachfragen, nachhaken, hinterfragen sind journalistische Tugenden von gestern geworden.


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Geschrieben von Nikita Noemi Rothenbächer 2013

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

So etwas, wie Recherche, nachfragen, nachhaken, hinterfragen sind journalistische Tugenden von gestern geworden.

Hallo und angenehmen Tag euch Ihr lieben Lesern7 Leserinnen wünscht, heute ist 3 König treffen und Zeit eine Bilanz über meinen Blog preis zu geben!
Einige Male fange ich einen Bericht mit dieser Überschrift an besser gesagt im Vorwort:

So etwas, wie Recherche, nachfragen, nachhaken, hinterfragen sind journalistische Tugenden von gestern geworden.
Und somit steht in einer Tageszeitung das Gleiche, wie in einer anderen Tageszeitung. Die tatsächliche Informationsmenge nimmt ab, strebt gegen Null, während die nichtssagenden Presseveröffentlichungssätze zunehmen.
Wir von http://trans-weib.blogspot.de/ sind ernstere Blog!
Früher war das Interessante daran, eine bestimmte Zeitung zu kaufen das, dass man wusste, die vertreten eine bestimmte Meinung, die Fragen nach und hinterfragen Fakten; Da erfährt man etwas, das man in anderen Zeitungen nicht erfährt!
Ja früher... da unterschied sich die Boulevard-Presse von der ernsteren nicht nur durch die Dicke der Überschriften.
Na dann kommt doch einfach mal vorbei!
Über 425 Wissenswerte und Sachliche Texte, Medizin und Forschung, Erfahrungsberichte aber auch Meinungen!

Denke so etwas bringt zum Nachdenken und mehr als einer weis dass die Worte gut gewählt waren und in der heutigen Zeit vieles Veröffentlicht wird was kaum jemand interessiert!
Heute nun es ist 10,30 am Morgen haben über 300 Personen meinen Blog aufgerufen, am gestrigen Tag waren es mehr als 1500 Personen, besser gesagt Zeit einigen Monaten sind es täglich über 1000 Personen in der ganzen Welt!

Wann begreifen sie es endlich?

Ich finde es ja interessant, dass wieder einmal eine Studie besagt: Transsexualität ist angeboren. Folgendes wundert mich dann doch: Wann werden die Deutschen begreifen, dass - ausgehend von der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Gehirn das wichtigste Organ des Menschen ist und nicht etwa ein Penis - wenn ein Mensch mit dem Gehirn einer Frau und Penis geboren wurde dieser Mensch nicht gebürtig ein Mann sein kann, sondern als Mädchen mit Penis und Hoden geboren wurde. Das tolle ist: Diese Mädchen sagen das dann auch... daher rührt der Satz "Ich bin ein Mädchen" bzw. "ich bin im falschen Körper geboren". Diese Wahrheit als Wahrheit ernst zu nehmen wäre einmal etwas, meinen sie nicht? Ich finde es ist Teil der Diskriminierung und Menschenverachtung gegenüber transsexuellen Menschen, wenn man dies nicht anerkennt, da - wie oben schon geschrieben - das Gehirn das wichtigste Organ des Menschen ist - wenn es sich geschlechtlich entwickelt, eben auch das wichtigste Geschlechtsorgan.
Nun ich Nikita Noemi Rothenbächer lebe Zeit 7 Jahren in einem Stadtteil von Weilmünster mit einer Einwohnerzahl von naja 4-5 tausend Menschen, arbeite jeden Tag für diese Minderheit von Trans-Gender und aus diesem Stadtteil habe ich in wenigen Monaten mehr als 150.000 Personen mit meinem Blog erreichen können!

Ja ich weiß, es ist kein Rekord oder etwas ganz Außergewöhnliches, jedoch macht es mich Nachdenklich! Frage warum ist dieser Blog in wenigen Monaten dann doch so Besucht?
Antworten gibt es alle möglichen, jedoch eine stimmt zu 100%, reden wir von Transsexuellen Wesen ist Automatisch ein Beigeschmack von Außergewöhnlich wo möglich Exotischen dabei!  Es gibt tausende von Porno- Seiten welchen heißen Sex mit Transsexuellen anpreisen im WWW, sowie Shemal oder Transvestiten!

Ob es Unmoralisch ist, nun es gibt ein Geschäftsplan welcher genau darauf abgestimmt ist, mit diesem Außergewöhnlichen oder Exotischen einen Haufen Geld zu verdienen und es wird verdient!
Dabei ist jetzt die Fragestellung ist der Autor bzw. Schauspieler/Inn  diese welche Unmoralisch handeln, oder eher diese welche die Produkte erwerben und meist heimlich in Ihren 4 Wänden  anschauen mit der Begründung mal weg von dem Normalen?

Persönlich als selbst Betroffene, empfinde ich dieses sehr widerlich und eine Ausbeutung von verlorenen Seelen auf dem Weg der Selbstfindung, was bleibt denn vielen von Ihnen anderes übrig?
Nun meine lieben Lesern und Leserinnen auch stellte ich dieses in meinen Blog:

 Wenn ich gefragt werde, ob mir http://trans-weib.blogspot.de/ 10 Euro wert ist, dann sage ich: Ja, klar!

Für mich ist http://trans-weib.blogspot.de/ ganz oft der erste Anlaufpunkt. Ich halte die Artikel für ausgewogen und oft deutlich besser als Informationen auf anderen Webseiten. Wenn ich mich über ein Thema informieren will und dabei auf einer Seite lande, die ich nicht kenne, dann weiß ich erst mal nicht, wie ich sie einschätzen soll. Ist diese Seite seriös? Soll ich ihr vertrauen? Bei http://trans-weib.blogspot.de/  habe ich diesen Vorbehalt nicht.

Ich habe da mittlerweile ein Grundvertrauen entwickelt.

Während der letzten Spendenkampagne habe ich natürlich den Spendenaufruf des http://trans-weib.blogspot.de/ Nikita Noemi Rothenbächer ein paar Mal gesehen:

Beim ersten Mal hab ich nicht reagiert. Beim zweiten Mal überlegte ich: Eigentlich wäre es nur richtig zu spenden. Und beim dritten oder vierten Mal habe ich mir dann gedacht: Nun spende halt endlich!
Weil mir http://trans-weib.blogspot.de/ viel wert ist, wollte ich etwas tun - und so ein kleiner Betrag tut mir nicht weh. Spenden ist eine einfache Art, sich für Freies Wissen zu engagieren.

Bei http://trans-weib.blogspot.de/ gibt es tausende Freiwillige, die sich ohne finanzielle Gegenleistung sehr viel Arbeit mit dem Einstellen und Bearbeiten von Artikeln machen. Dazu gibt es Leute, die sich organisatorisch darum kümmern, dass das Projekt läuft, und schließlich gibt es eine sehr große Anzahl von Leuten, die http://trans-weib.blogspot.de/ nutzen.

Im Vergleich zu Facebook, Google und Co., die mit Ihren Webseiten Geld verdienen, ist die Zahl dieser Helfer sehr klein. http://trans-weib.blogspot.de/ wird als öffentliches Gut angesehen, so wie die Straße, auf der ich fahre: Ich benutze sie, ohne weiter darüber nachzudenken. Doch selbst für staatlich finanzierte öffentliche Güter zahle ich Steuern.

Spenden Sie 10 €, 25 €, 100 € oder wie viel Sie aufwenden können, um http://trans-weib.blogspot.de/ zu unterstützen.

Postbank Konto Nr. 542334469- Blz.44010046
IBAN: DE85440100460542334469
BIC: PBNKDEFF

Persönlich fragte ich mich, mache ich richtig oder falsch?

Die Seite wurde über 300 mal Aufgerufen jedoch Spenden kamen eine einzige über 10 Euro bislang, persönlich habe ich mich bei diesem Spender bedankt und erfahren das Er mit sehr viel Freude meinen Blog liest!
Nun die Spenden sind gedacht um diesen Blog zu verbessern, zum Beispiel um Programme zu kaufen welche Texte Literarisch übersetzen zu minderst in Englisch und Spanisch!
Aber auch um zu schauen ob man Betroffenen einen Arbeitsplatz dadurch ermöglich kann, in dem wir eine Zeitschrift auf der Basis des Blogs erstellen könnten!
Dieses würde bedeuten, in geraumer Zeit könnte sich ein solches Projekt selbst finanzieren!
Wenn man Bedenkt wenn jeder einzelne der 150.000 Besucher nur einen Euro gespendet hätte, hätten wir mehr als genug um dieses Projekt zu starten!

 Positiveres Selbstverständnis und Solidarität

Transidente Menschen haben oft viele Schwierigkeiten in ihrem Leben zu meistern. Sie erleben Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung, werden missverstanden und stehen immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Mit diesen Problemen werden sie jedoch im Vergleich zu früher nicht mehr allein gelassen. Viele Transsexuelle besitzen heute ein positiveres Selbstverständnis und zeigen offen ihre Solidarität. Diese findet unter anderem Ausdruck in der Gründung von Vereinigungen, Selbsthilfe- und Emanzipationsgruppen, die Informationen liefern, Erfahrungsaustausch und Begegnungsmöglichkeiten eröffnen und Beratung anbieten. Sie tragen außerdem dazu bei, einen positiven, stabilisierenden Einfluss auf die Identitätsbildung auszuüben. Darüber hinaus bringen Transsexuelle eigene Zeitschriften heraus, betreiben Internetforen und halten Tagungen ab. Auch die soziale, psychosoziale und rechtliche Situation Transsexueller hat sich verändert. Transsexuelle sind heute in der Öffentlichkeit als Gruppe und vom Staat als solche anerkannt. Ihnen steht zudem eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sie in inländischen, angesehenen Kliniken durchführen lassen können. Nicht zuletzt erleben transidente Menschen durchaus auch positive Reaktionen: Sie werden als exotisch und aufregend erlebt, es kann eine echte Akzeptanz ihrer Identität und Lebensform bestehen, oder sie werden als konstruktive Herausforderung empfunden. Letzteres kann dazu beitragen, traditionelle Geschlechterrollen zu hinterfragen, sich „abweichenden“ Lebensformen gegenüber öffnen zu können und den eigenen Horizont zu erweitern.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas dieses Problem näher beschreiben, in der Hoffnung Sie möchten die Initiative verstehen?

Der Blog wird aber auch ohne die Hilfe weiter Veröffentlicht, da es mein Bestreben ist Aufzuklären und Verständnis zu erwerben durch die geleistete Arbeit!

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und einem Dankeschön für Ihre Aufmerksamkeit.
Nikita Noemi Rothenbächer    


Samstag, 5. Januar 2013

Fragen der Geschlechtsidentität , wer macht sich darüber Gedanken?



Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Fragen der Geschlechtsidentität

Rees gegen Vereinigtes Königreich
17.10.1986


Ein Frau-zu-Mann-Transsexueller rügte, dass seine Geschlechtsumwandlung nicht
vollständig rechtlich anerkannt werde.  
Keine Verletzung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens): die
vom Beschwerdeführer verlangten rechtlichen Änderungen hätten grundlegende
Änderungen in der Führung des Geburtenregisters notwendig gemacht – mit
weitreichenden Folgen für die Verwaltung. Der Gerichtshof maß außerdem dem Umstand
Bedeutung zu, dass das Vereinigte Königreich die Kosten für die medizinische
Behandlung des Beschwerdeführers getragen hatte.
 
Gleichwohl war sich der Gerichtshof „des Ernstes der Probleme und der Not von
Transsexuellen“ bewusst und empfahl, „die Notwendigkeit angemessener Maßnahmen
weiter zu beobachten, insbesondere  im Hinblick auf wissenschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklungen“. 

Keine Verletzung von Artikel 12 (Recht auf Eheschließung und Familiengründung):
Das traditionelle Verständnis der Ehe beruht auf einer Verbindung von Personen
verschiedenen Geschlechts. Die Staaten  haben die Kompetenz, das Recht zur
Eheschließung zu regeln. 

Cossey gegen Vereinigtes Königreich
27.09.1990

Der Gerichtshof kam zu ähnlichen Schlüssen wie in Rees gegen Vereinigtes Königreich
und fand keine neuen besonderen Umstände, die zu einer Abweichung von seinem
früheren Urteil geführt hätten.  
Keine Verletzung von Artikel 8
Der Gerichtshof unterstrich, dass „eine geschlechtsanpassende Operation nicht den
Erwerb aller biologischen Merkmale des anderen Geschlechts nach sich zieht“ (Abs. 40). 
Keine Verletzung von Artikel 12
Die Bindung an das traditionelle Verständnis von Ehe bietet „ausreichende Gründe für die
weitere Zugrundelegung biologischer Kriterien zur Geschlechtsbestimmung einer Person
im Hinblick auf die Eheschließung“. Es ist Sache der Staaten, die Ausübung des Rechts
auf Eheschließung zu regeln. 
X, Y et Z gegen Vereinigtes Königreich, 22.04.1997 
Der Gerichtshof kam zwar zu dem Schluss, dass keine Verletzung von Artikel 8 (Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens) vorlag, erkannte aber das Bestehen eines
Familienlebens zwischen einem Transsexuellen und dem Kind seiner Partnerin an (Abs.
37: „X hat sich seit der Geburt in jeder Hinsicht wie der „Vater“ von Z verhalten. Unter
solchen Umständen ist der Gerichtshof  der Auffassung, dass [de facto] eine
Familienbindung zwischen den drei Beschwerdeführern besteht.“)
In B. gegen Frankreich (25.03.1992) kam der Gerichtshof zum ersten Mal in einem Fall
hinsichtlich der Anerkennung von Transsexuellen zu dem Schluss, dass eine Verletzung
von Artikel 8 vorlag. Informationsblatt – Fragen der Geschlechtsidentität
2
Eine Mann-zu-Frau Transsexuelle, Frau B., rügte die Weigerung der französischen
Behörden, das Personenstandsregister ihren Wünschen entsprechend zu ändern. 
Verletzung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens)
Der Gerichtshof berücksichtigte Umstände, die den Fall von  Rees gegen Vereinigtes
Königreich und  Cossey gegen Vereinigtes Königreich unterschieden, insbesondere die
Unterschiede zwischen dem britischen und französischen  System der Eintragung des
Personenstandes. Während es  im Vereinigten Königreich erhebliche Hürden für die
Änderung von Geburtsurkunden gab, war es in Frankreich vorgesehen, Geburtsurkunden
im Laufe des Lebens zu ändern. Der Gerichtshof stellte fest, dass  in Frankreich viele
offizielle Dokumente „eine Diskrepanz  zwischen rechtlichem und offenkundigem
Geschlecht eines Transsexuellen“ (Abs. 59) offenbaren, was auch die Angaben in
Sozialversicherungsdokumenten und Gehaltsabrechnungen betrifft. 
Der Gerichtshof entschied folglich, dass die Weigerung, den Eintrag der
Beschwerdeführerin im Personenstandsregister in zu ändern, sie „täglich in eine Situation
[brachte], die nicht mit der Achtung ihres Privatlebens vereinbar ist“.
Sheffield und Horsham gegen Vereinigtes Königreich, 30.07.1998
Der Gerichtshof befand, dass es keinen Grund gab, von seinen Urteilen in  Rees gegen
Vereinigtes Königreich und  Cossey gegen Vereinigtes Königreich  abzuweichen:
„Transsexualität wirft weiterhin wissenschaftliche, rechtliche, moralische und soziale
Probleme auf, denen die Vertragsstaaten  nicht mit einer grundlegenden gemeinsamen
Herangehensweise begegnen“ (Abs. 58). 
Keine Verletzung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens), 12
(Recht auf Eheschließung und Familiengründung) und 14 (Diskriminierungsverbot). 
Gleichwohl „unterstreicht der Gerichtshof erneut, dass Entwicklungen in diesem Bereich
weiterhin von den Vertragsstaaten beobachtet werden müssen“ (Abs. 60), und dies im
Zusammenhang mit „der zunehmenden sozialen Akzeptanz des Phänomens und der
zunehmenden Anerkennung der Probleme, denen postoperative Transsexuelle
ausgesetzt sind“. 


Der Fall Christine Goodwin


Christine Goodwin gegen Vereinigtes Königreich, Urteil der Großen Kammer, 11.07.2002
Die Beschwerdeführerin rügte, dass ihre Geschlechtsumwandlung rechtlich nicht
anerkannt werde, insbesondere hinsichtlich ihrer Beschäftigungsbedingungen,
hinsichtlich ihrer Sozialversicherungs- und Rentenrechte und da ihr das Recht auf
Eheschließung verwehrt werde.  
Verletzung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens), aufgrund
der deutlichen internationalen Tendenz zu einer zunehmenden gesellschaftlichen
Akzeptanz von Transsexuellen und  zur rechtlichen Anerkennung von
Geschlechtsumwandlungen. 
 “Da es keine wichtigen Gründe des öffentlichen Interesses gibt, die dem Interesse der
Beschwerdeführerin auf rechtliche Anerkennung ihrer Geschlechtsumwandlung
entgegenstehen, kommt der Gerichtshof zu dem Schluss, dass die gerechte Abwägung,
die der Konvention immanent ist, nun eindeutig zu Gunsten der Beschwerdeführerin
vorgenommen werden muss.“
Verletzung von Artikel 12 (Recht auf Eheschließung und Familiengründung)
“Der Gerichtshof ist nicht davon überzeugt, dass auch heute noch angenommen werden
kann, dass [Artikel 12] sich auf eine Geschlechtsbestimmung nach rein biologischen
Kriterien beziehen muss.“ (Abs. 100) Informationsblatt – Fragen der Geschlechtsidentität
3
Der Gerichtshof befand, dass es dem Staat zusteht, die Voraussetzungen und
Formalitäten von Eheschließungen Transsexueller zu regeln, dass er aber „keine
Rechtfertigung dafür sieht, Transsexuellen in jedem Fall das Recht auf Eheschließung zu
versagen“.
Nach dem Urteil der Großen Kammer im Fall Christine Goodwin führte das Vereinigte
Königreich 2004 eine Regelung ein, nach der Transsexuelle eine amtliche Bestätigung
über die Anerkennung des Geschlechts beantragen können. Die beiden folgenden Fälle
betrafen Transsexuelle, die vor der Geschlechtsumwandlung geheiratet hatten und nun
das Verfahren zur Anerkennung der Geschlechtszugehörigkeit in Anspruch nehmen
wollten.  
Wena und Anita Parry gegen Vereinigtes Königreich (November 2006)
R. und F. gegen Vereinigtes Königreich (November 2006)
Die Beschwerdeführer waren beide verheiratet und hatten Kinder. Beide hatten eine
Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen und blieben mit ihrem Ehepartner
zusammen. Nach dem Gesetz von 2004 über die Anerkennung der
Geschlechtszugehörigkeit beantragten beide die Ausstellung einer amtlichen
Bescheinigung über die Anerkennung der Geschlechtszugehörigkeit, die sie aber nur im
durch Beendigung ihrer Ehe hätten bekommen können. Sie machten eine Verletzung von
Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) und 12 (Recht auf
Eheschließung), geltend. 

Beschwerden für unzulässig erklärt (abgewiesen als offensichtlich unbegründet):
Von den Beschwerdeführern wurde verlangt, ihre Ehen zu beenden, weil
gleichgeschlechtliche Ehen nach englischem Recht nicht erlaubt waren. Das Vereinigte
Königreich hatte die rechtliche Anerkennung von Geschlechtsumwandlungen zu möglich
gemacht und die Beschwerdeführer hatten die Möglichkeit, ihre Beziehung fortzuführen
und als Lebenspartnerschaft eintragen zu lassen, die fast die gleichen Rechte und
Pflichten umfasste wie die Ehe.

Der Gerichtshof stellte fest, dass der Gesetzgeber von der kleinen Anzahl von
verheirateten Transsexuellen wusste, als er die neue Regelung einführte, aber bewusst
keine Sonderregelung für diese Ehen vorsah. Der Gerichtshof war der Auffassung, dass
nicht verlangt werden konnte, diese geringe Zahl von Fällen gesondert zu
berücksichtigen.
 

Jüngere Fälle


Schlumpf gegen die Schweiz, 08.01.2009
Weigerung der Krankenversicherung der Beschwerdeführerin, die Kosten für eine
Geschlechtsumwandlung zu übernehmen, weil  sie vor der Operation nicht zwei Jahre
abgewartet hatte, wie von der Rechtsprechung vorgesehen. 
Verletzung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens):  Die
Wartezeit wurde automatisch  zugrunde gelegt, ohne das Alter der Beschwerdeführerin
(67 Jahre) zu berücksichtigen.


P.V. gegen Spanien, 30.11.2010 

Eine Mann-zu-Frau Transsexuelle, bekam vor ihrer Geschlechtsumwandlung 1998 einen
Sohn mit ihrer Ehefrau. Im Jahr 2002 trennte sich das Paar und die Beschwerdeführerin
rügte nun die gerichtlichen Einschränkungen ihres Umgangsrechts mit ihrem Sohn mit
der Begründung, dass ihre emotionale Unausgeglichenheit nach der
Geschlechtsumwandlung auf das Kind verstörend wirken könne. 
Keine Verletzung von Artikel 8 in Verbindung mit Artikel 14: Die Einschränkungen des
Umgangsrechts stellten keine Diskriminierung aufgrund der Transsexualität der
Beschwerdeführerin dar. Der entscheidende Grund für die ihr von den spanischen Informationsblatt – Fragen der Geschlechtsidentität
4
Gerichten auferlegten Einschränkungen war angesichts der vorübergehenden
emotionalen Unausgeglichenheit der Beschwerdeführerin das Kindeswohlinteresse. Sie
legten daher eine Regelung fest, die es dem Kind ermöglichen würde, sich schrittweise
an die Geschlechtsumwandlung seines Vaters zu gewöhnen. 


P. gegen Portugal  

Aus dem Register gestrichen am 06.09.2011
Bei ihrer Geburt wurde die Beschwerdeführerin als männlich registriert. Mit Erreichen des
Erwachsenenalters unterzog sie sich einer Geschlechtsumwandlung. Sie rügte die
fehlende rechtliche Anerkennung ihrer Situation, da es in Portugal keine entsprechende 
Gesetzgebung gebe. Es handelt sich um  die erste Beschwerde dieser Art vor dem
Gerichtshof gegen Portugal. Die Forderung  der Beschwerdeführerin nach rechtlicher
Anerkennung war vor den nationalen Gerichten erfolgreich, deshalb entschied der
Gerichtshof, die Beschwerde aus seinem Register zu streichen. 
Anhängige Fälle

Y. Y. gegen die Türkei (Nr. 14793/08) 

Zugestellt im März 2010.
Weigerung der nationalen Gerichte, der Beschwerdeführerin eine
Geschlechtsumwandlung zu genehmigen, weil sie die gesetzliche  Voraussetzung nicht
erfülle, nach der bei ihr dauerhafte Unfruchtbarkeit diagnostiziert werden muss. Sie
beruft sich insbesondere auf Artikel 8.

H gegen Finnland (Nr. 37359/09)

Zugestellt im April 2010.
Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Anerkennung ihrer Geschlechtsumwandlung es
erforderlich machte, dass ihre Ehe in eine Lebenspartnerschaft umgewandelt wurde. Sie
beruft sich auf Artikel 8, 12 und 14.


Donnerstag, 3. Januar 2013

Verweiblichung des Mannes und dessen Folgen wie Ursachen!


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 Verweiblichung des Mannes und dessen Folgen wie Ursachen!

Erwachsene Männer, die beginnen, weibliche Merkmale zu entwickeln, benötigen eine umfassende hormonelle Behandlung. Erste Kennzeichen der Verweiblichung sind schrumpfende Hoden, Verlust der Schambehaarung, Verlust anderer Körperhaare, völlige sexuelle Erschlaffung, und schließlich bilden sich richtige Brüste aus.
Durch was kann das kommen?

Wahrscheinlich
Nebenwirkungen von Medikamenten

Möglich

Alkoholmißbrauch
Genetische Probleme

Selten

Tumor

Verweiblichung

(Feminisierung, Effemination): Ausbildung primärer und sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale beim Jungen beziehungsweise Mann.
Dies kommt vor bei einigen Formen von Pseudohermaphroditismus (Hermaphroditismus, testikuläre Feminisierung), bei denen die Jungen bei der Geburt wie Mädchen aussehen und sich später zur »Frau« entwickeln. Eine im Jugend- oder Erwachsenenalter auftretende Verweiblichung als erworbene Störung zeigt sich durch Rückbildung der primären und sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale (z. B. Hodenatrophie, Rückgang der für den Mann typischen Behaarung) und das Auftreten sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale.
Damit einhergehend treten körperliche und psychische Veränderungen auf mit Beeinträchtigung der geschlechtlichen Leistungsfähigkeit (Potenz) und des typischen männlichen Geschlechtsverhaltens. Verweiblichung ist bedingt durch Krankheiten, z. B. Nebennierenrindentumoren, Leberzirrhose sowie Kastration oder Behandlung mit weiblichen Hormonen (z. B. bei Geschlechtsangleichung) oder mit Antiandrogenen.

Feminisierung

 die, -, Feminierung, Verweiblichung, Gesamtheit der körperlichen und psychischen Veränderungen beim Mann als Folge einer Minderleistung der männlichen Keimdrüsen oder der Nebennierenrinde; gekennzeichnet durch Nachlassen von Libido und Potenz, Hodenatrophie, Gynäkomastie, Ausfall der Geschlechtsbehaarung sowie erhöhte Hormonausscheidung. Krankheitsbedingt tritt Feminisierung am häufigsten bei Nebennierenrindentumoren (adrenale Feminisierung) auf; eine ähnliche Erscheinung findet sich bei Leberzirrhose als Folge ungenügenden Östrogenabbaus in der Leber. Auch eine Kastration führt zur Feminisierung. Bei verschiedenen Formen von Intersexualität (z. B. männlicher Pseudohermaphroditismus) wird die Feminisierung durch die Gabe weiblicher Hormone oder Einpflanzung weiblicher Keimdrüsen als Behandlungsziel angestrebt.

Leberzirrhose

chronische Leberschädigung, bei der es durch fortschreitenden Untergang des Leberparenchyms (chronische Leberatrophie) zu einer bleibenden Zerstörung der Organstruktur kommt. Durch Narbenbildung und den Wechsel von Bindegewebe- und Lebergewebezellen verhärtet sich die Leber (»Schrumpfleber«) und nimmt an der Oberfläche ein körniges, höckriges Aussehen an. Die Veränderungen in der Gefäßstruktur bewirken eine Mangeldurchblutung des Organs und eine Erhöhung des Pfortaderdrucks mit Bildung von Umgehungskreisläufen um die Leber, woraus ein entsprechender Rückgang der Leberfunktion resultiert. Über eine zunehmende Leberinsuffizienz kann die Leberzirrhose bis zum Leberkoma fortschreiten oder (bei etwa 10-15 % der Erkrankungen) in ein Leberkarzinom übergehen.

Häufigste Ursache der Leberzirrhose ist die Alkoholkrankheit, die infolge Fettleber (Fettzirrhose) oder Alkoholhepatitis zur Alkoholzirrhose führen kann. Zu weiteren Erkrankungen, bei denen die Entstehung einer Leberzirrhose möglich ist, gehören die Virushepatitis C und E, die v. a. in Afrika und Ostasien Hauptursache der posthepatitischen Zirrhose ist, sowie nicht sicher klassifizierbare, auch autoimmunologische oder unbekannte Vorgänge (idiopathische oder kryptogenetische Zirrhose), chronische Gallenwegentzündungen und Gallenstau (biliäre Zirrhose), Blutstau in den Lebervenen (z. B. bei schwerer Rechtsherzinsuffizienz).
Die Symptome können bei den inaktiven, kompensierten Formen fehlen; sie bestehen anfangs in Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Leistungsminderung, Verdauungs- und unklaren Oberbauchbeschwerden mit Völlegefühl, im weiteren Verlauf teils auch in Gelbsucht. Typ. Kennzeichen sind Gefäßveränderungen der Haut wie Spinnennävi (Gefäßsternchen), Weißfleckung bei Abkühlung, Rötung der Handinnenflächen (Palmarerythem), endokrine Störungen (Hypogonadismus, Feminisierung), Vitamin-B-Mangelerscheinungen (glatte rote »Lackzunge«, Hautveränderungen, Nervenstörungen wie Fußbrennen), Dupuytren-Kontraktur, Nierenschädigungen. Bei Leberinsuffizienz treten Hautblutungen (hämorrhagische Diathese) auf. Bei der dekompensierten Leberzirrhose entwickelt sich ein Pfortaderhochdruck, teils mit Bildung eines Kollateralkreislaufs (Caput medusae) mit Milzvergrößerung, Speiseröhrenkrampfadern, Blähungen, Bauchwassersucht und Ödemen, auch rückbildungsfähigen Hirnschädigungen durch Übergang von Stoffwechselgiften in den Kreislauf (portokavale Enzephalopathie). Der Tod tritt v. a. durch Verbluten (oft infolge geplatzter Speiseröhrenkrampfader) oder Leberkoma ein.

Die Diagnose wird durch Laboruntersuchungen (Leberfunktionsproben), Ultraschalluntersuchungen, Leberbiopsie und Laparoskopie gestellt. Eine spezifische Behandlung ist nicht möglich; sie besteht bei der Alkoholzirrhose v. a. in strenger Alkoholabstinenz, allgemein in Schonung, symptomatische und diätetische Maßnahmen. Hierdurch kann eine Leberzirrhose jahrelang im kompensierten Stadium gehalten werden.
Hauptrisikofaktor der Leberzirrhose ist in den Industrienationen der Alkoholkonsum; die Häufigkeit der Leberzirrhose ist dementsprechend mit der Zunahme des Alkoholverbrauchs gestiegen. Als Todesursache steht die Leberzirrhose hier bereits an 5. Stelle. Allein in Deutschland sterben an dieser Erkrankung jährlich etwa 30 000 Menschen.

Gynäkomastie
[zu griechisch mastós »Brust«] die, -/...'ti |en, Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen durch Zunahme des Drüsengewebes oder Fettablagerung; tritt u. a. bei endokrinen Erkrankungen, chronischen Lebererkrankungen oder nach Behandlung mit bestimmten Hormonen auf.

Pseudo|hermaphroditịsmu
Scheinzwittertum, Form der Intersexualität, im Gegensatz zum echten Zwittertum stimmen chromosomales Geschlecht und Keimdrüsen überein, es kommt jedoch zur Ausbildung gegengeschlechtlicher Geschlechtsorgane und sekundärer Geschlechtsmerkmale. Männliche Pseudohermaphroditen ähneln äußerlich dem weiblichen Geschlecht, besitzen aber Hoden (Pseudohermaphroditismus masculinus, früher auch Androgynie genannt); beim weiblichen Pseudohermaphroditismus (Pseudohermaphroditismus femininus, auch Gynandrie) wird u. a. durch abnormes Wachstum der Klitoris ein männliches Phänotyp vorgetäuscht. Zu Pseudohermaphroditismus kommt es u. a. beim adrenogenitalen Syndrom.

Androgenresistenz
Die Androgenresistenz ist eine Erkrankung, bei der aufgrund einer Mutation im Erbgut des erkrankten männlichen Menschen der Androgenrezeptor nur unzureichend funktioniert, das heißt, genetisch ist das Individuum ein Mann (XY-Geschlechtschromosomen), die Geschlechtsorgane sind männlich ausdifferenziert, und es werden auch Androgene gebildet; der Wirkort dieser Hormone, der Androgenrezeptor, funktioniert jedoch unzureichend oder gar nicht.

Es ist eine Unterteilung der Androgenresistenz in 3 Untergruppen gebräuchlich, die die Restfunktion der vorhandenen Androgenrezeptoren beschreibt:

minimale Androgenresistenz (Mild androgen insensitivity syndrome, MAIS), auch als „Syndrom des unfruchtbaren Mannes“ (englisch infertile male syndrome) bezeichnet
partielle Androgenresistenz (Partial androgen insensitivity syndrome, PAIS), das sogenannte Reifenstein-Syndrom
komplette Androgenresistenz (Complete androgen insensitivity syndrome, CAIS), das Syndrom der testikulären Feminisierung

1 Minimale Androgenresistenz – „Syndrom des unfruchtbaren Mannes“

2 Partielle Androgenresistenz – Reifenstein-Syndrom/Gilbert-Dreyfus-Syndrom

3 Komplette Androgenresistenz – Syndrom der testikulären Feminisierung

4 Siehe auch Minimale Androgenresistenz – „Syndrom des unfruchtbaren Mannes“

(Dieses Ausprägungsstadium der Androgenresistenz ist durch ein normales männliches Aussehen der erkrankten Personen gekennzeichnet. Lediglich eine verminderte Bart- und Körperbehaarung sowie eventuell eine Gynäkomastie können auffällig sein und auf die Erkrankung hindeuten. Meist werden diese Personen durch einen unerfüllten Kinderwunsch auffällig. Eine hormonelle Therapie ist in der Regel nicht notwendig; der Infertilität wird durch assistierte Befruchtungsverfahren („künstliche Befruchtung“, IVF) begegnet.

Komplette Androgenresistenz – Syndrom der testikulären Feminisierung

Die testikuläre Feminisierung (komplette Androgenresistenz) ist die Maximalausprägung dieser Erkrankung. Dem Individuum fehlt die Aktivität des Testosteronrezeptors vollständig; die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale (Penis, Hoden, Behaarungstypus etc.) unterbleibt vollständig, die Personen wachsen als Mädchen auf. Sie werden meist in der Pubertät auffällig, wenn das Einsetzen der sekundären Körperbehaarung und die Menarche ausbleiben. Die dann anfallenden Untersuchungen ergeben dann bei normalem weiblichen äußerem Genitale eine kurze Scheide, ein Fehlen der Gebärmutter und der Eileiter sowie einen männlichen (XY)-Karyotyp in der genetischen Untersuchung. Des Weiteren sind Hoden vorhanden, die wie bei der partiellen Androgenresistenz lageverändert sind.

Bisher existiert keine kausale Therapie der testikulären Feminisierung. Die Hoden des Mädchens sollten bis nach der Pubertät belassen werden. Hiermit wird die ausreichende Versorgung des Körpers mit (aus Testosteron gebildeten) Östrogenen, die zur Ausbildung des normalen weiblichen Erscheinungsbildes notwendig sind, sichergestellt. Nach der Pubertät sollten sie jedoch entfernt werden, da ihre Lage ein höheres Risiko einer malignen Entartung (Krebsentstehung) bedingt. Nach Entfernung muss jedoch eine Östrogensubstitution durchgeführt werden. Die Frauen können wegen der nicht vorhandenen Eierstöcke nicht schwanger werden.

Da die Patientinnen sich als Frau erfahren und auch so erzogen werden, ist die Aufklärung über die Erkrankung ein strittiges Thema. Tatsächlich stehen hier das Recht der Wahrheitsfindung der Frau über ihre Infertilität einerseits und das Problem einer schweren Identitätskrise, wenn die Frau erfährt, genetisch „eigentlich ein Mann zu sein“, in problematischem Zusammenhang.

Komplette Androgenresistenz — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom)

Reifenstein-Syndrom — Die Androgenresistenz ist eine Erkrankung, bei der aufgrund einer Mutation im Erbgut des erkrankten männlichen Menschen der Androgenrezeptor nur unzureichend funktioniert, das heißt, genetisch ist das Individuum ein Mann (XY… …  

Intersexuell — Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung …  

Intersexuelle Syndrome — Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung …  


Penishypoplasie — Klassifikation nach ICD 10 Q55.6 Sonstige angeborene Fehlbildungen des Penis Hypoplasie des Penis …  

Androgen-Insuffizienz-Syndrom — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom) …  

CAIS — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom) …  

Goldberg-Maxwell-Morris-Syndrom — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom) …  

Goldberg-Maxwell-Syndrom — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom) …   Deutsch Wikipedia
Hairless woman — Klassifikation nach ICD 10 E34.5 Androgenresistenz Syndrom Periphere Hormonrezeptorstörung Pseudohermaphroditismus masculinus mit Androgenresistenz Reifenstein Syndrom Testikuläre Feminisierung (Syndrom)

In eigener Sache:
Wenn ich gefragt werde, ob mir http://trans-weib.blogspot.de/ 10 Euro wert ist, dann sage ich: Ja, klar!

Für mich ist http://trans-weib.blogspot.de/ ganz oft der erste Anlaufpunkt. Ich halte die Artikel für ausgewogen und oft deutlich besser als Informationen auf anderen Webseiten. Wenn ich mich über ein Thema informieren will und dabei auf einer Seite lande, die ich nicht kenne, dann weiß ich erst mal nicht, wie ich sie einschätzen soll. Ist diese Seite seriös? Soll ich ihr vertrauen? Bei http://trans-weib.blogspot.de/  habe ich diesen Vorbehalt nicht.

Ich habe da mittlerweile ein Grundvertrauen entwickelt.

Während der letzten Spendenkampagne habe ich natürlich den Spendenaufruf des http://trans-weib.blogspot.de/ Nikita Noemi Rothenbächer ein paar Mal gesehen:

Beim ersten Mal hab ich nicht reagiert. Beim zweiten Mal überlegte ich: Eigentlich wäre es nur richtig zu spenden. Und beim dritten oder vierten Mal habe ich mir dann gedacht: Nun spende halt endlich!
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Ein Mann nimmt Abschied



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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2013

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Meine lieben Leser und Leserinnen dieses Blog, es gibt immer und immer wieder Anfragen, ist es den Real was Sie Publizieren?
Vieles was wir in diesem Blog finden sind zu 100% überprüfte Berichte und basieren auf Tatsachen! Tatsachen welche dem einen oder anderen durch hören und sagen geläufig erscheinen.
Doch hören und sagen, heißt nicht gleich Verstehen, kann man denn diese Ereignisse verstehen?

Die Erweiterung des Menschlichen Horizontes was Gender betrifft, liegt an uns selbst, dieses was uns Erziehung wie auch Prägung vermittelte, es liegt auf der Hand, ist Veränderbar!

Wenn ein Mensch sich als Geschlechtlich sieht, kommt nur die Prägung dieses Geschlechts zur Geltung ob nun Mann oder bzw. Frau!
Die Zeit hat uns gelehrt das alles anders erscheinen kann, als dieses was wir gelernt haben.
Im Vordergrund steht das Wohlergehen des Menschen oder bzw. der Menschen!
Schauen wir nicht nur auf Geschlecht sondern erkennen wir den Menschen und dessen Menschlichkeit!

Ein Mann nimmt Abschied

James ist ein glücklich verheirateter Familienvater, als er beschließt, eine Frau zu werden. Er beginnt vorsichtig, sein Aussehen zu verändern - lässt sich die Haare wachsen, trägt durchsichtigen Nagellack. Dann fliegt er zur Operation nach Bangkok.

Der Abschiedsbrief des Vaters hat vier Seiten. Ein Word-Dokument, schwarz auf weiß, ohne Tippfehler, auf den 7. März 2005 datiert. So offiziell der Brief wirkt, so persönlich ist er. So eindeutig die Botschaft ist, so schwer ist sie dem Adressaten beizubringen.

Lieber Steve, ich habe Dir nie einen Brief geschrieben, um das alles zu erklären. Ich bin mir bewusst, dass Du nie verstehen kannst, was ich durchmache, außer, Du würdest in meine Lage geraten. Ich bete, dass das niemals geschieht! Bitte glaub mir, dass es mir sehr Leid tut.

Sein Vatersein will er nicht aufgeben
James war damals 45, er betrieb mit seiner Frau Linda einen Computerladen, hatte neben dem 17 Jahre alten Steve noch eine 14 Jahre alte Tochter und einen erwachsenen Adoptivsohn. Mit dem Brief hat James sich als Mann verabschiedet, ohne sein Vatersein aufgeben zu wollen. Dreieinhalb Jahre später ist aus James Jakkie geworden. Sie sitzt im Wartezimmer der MTF-Klinik in Bangkok. Vor zwei Wochen hat sie sich einer operativen Geschlechtsumwandlung unterzogen, zweimal am Tag muss sie nun zur Nachbehandlung. Sie ist groß und breit, blaue Augen, kräftiger Händedruck. Sie wirkt schüchtern, hat den Kopf leicht nach vorne gebeugt, ihre langen braunen Haare fallen über die muskulösen Schultern. Die Operation hat sechs Stunden gedauert, lächerlich wenig, vergleicht man sie mit den fast 50 Jahren, die Jakkie darauf gewartet hat, die längste Zeit unbewusst.
Jakkie trägt Lidschatten, an jeder Hand drei Ringe, lila Fingernägel, eine Damen Uhr, und erzählt von ihrem früheren Leben im falschen Körper. In der Ecke hinter ihr steht eine Bronzefigur: eine schlanke Frau, deren rechter Arm in eine Schwinge übergeht. Die Frau versucht abzuheben, aber links hat sie nur einen Arm statt eines Flügels. Im Kindergarten wollte der kleine James Schmuck tragen, erzählt Jakkie. „No, no, Jimmy“, hieß es dann. „Ich habe in einem Drehbuch gelebt und meine Rolle ganz gut gespielt. Aber ich war eine Fehlbesetzung.“ Sport, Biertrinken, Sex mit Mädchen: Auf alles, was die Pubertät seine Mitschüler tun ließ, hatte er keine Lust. Wenn er es ausprobierte, machte es ihm keinen Spaß. Für die wenigsten seiner Schulkameraden war die Pubertät leicht. „Für mich war es die Hölle.“

„Ich bin Gender Dysphoric“

Jetzt zu den Fakten. Mein Zustand nennt sich „Gender Dysphoria“ und beschreibt ein Unbehagen mit dem eigenen Geschlecht, unter dem etwa einer von 12.000 Männern und eine von 37.000 Frauen in Nordamerika leiden. Das sind die Zahlen der belegten Fälle, es wird vermutet, dass es tatsächlich doppelt so viele sind. Der Zustand ist so etwas wie ein Geburtsfehler, und über seine Ursache gibt es noch keine gesicherten Theorien. In derber Alltagssprache wird die Störung Transsexualität genannt. Ich bin Gender Dysphoric (GD). Wegen der perversen Bilder, die man damit verbindet, hasse ich das Wort „transsexuell“. Ich sehe es ein wenig anders als die Medizinwelt. Ich fühle mich, als sei ich als Frau geboren, mit einer verkorksten Anatomie.

Nach der Schule machte James eine Lehre als Mechaniker und heiratete überstürzt eine Jugendliebe. Auf der Arbeit lernte er die Freundin eines Kollegen kennen. Sie ließ ihn ihr Auto reparieren, er verliebte sich in sie. Linda war drei Jahre älter als er. Sein „unmännliches, sensibles Gemüt“, wie es Jakkie nennt, machte ihr nichts aus, im Gegenteil. Sie hatte schon mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich, aus einer hatte sie einen kleinen Sohn. Vier Monate nach seiner Scheidung, 1985, heirateten die beiden, bekamen erst einen Jungen, Steve, dann ein Mädchen, Jessica, und führten eine harmonische Ehe. Der Sex aber blieb leidenschaftslos. Irgendwann, nach ein paar Jahren, gaben sie ihn einfach auf.

Fetischist? Transvestit? Homosexueller?

Wenn im Dorf gefeiert wurde, feierten Männer und Frauen getrennt. James begriff diese Feste als anstrengendes Beweisen von Männlichkeit. Dieses Gebaren war ihm schon als Jugendlicher ein Graus. Rockmusik oder Autos waren die einzigen Themen, bei denen er mitreden wollte. Nur in der Garage fühlte er sich sowohl wie zu Hause bei den Kindern oder im Computerladen. Linda und er verbrachten fast jeden Tag, fast jede Nacht zusammen. Die ersten Jahre arbeiteten sie gemeinsam von zu Hause aus, später im eigenen Laden. Er kümmerte sich um die Technik, sie um die Buchhaltung. Mit Linda konnte er über alles sprechen – nur nicht über seine Eigenart, die er selbst nicht einzuordnen wusste. Fetischist? Transvestit? Homosexueller? An einem normalen Arbeitstag im Januar 2000 saß James in seinem Geschäft und surfte im Internet. Er suchte nach einer Software, die ein Kunde auf den Computer installiert haben wollte.

Ich stolperte über den Artikel einer Frau, Melanie Phillips, einer Schriftstellerin, Filmproduzentin und Journalistin, die beschrieb, wie sie als Junge aufwuchs und noch als Erwachsene ein Mann war. Es hätte mein Leben sein können.

Eine gelbe Bluse mit großen Rosen

Durch die Fenster der Klinik sieht man die Autos und die Tuk-Tuks durch die Pfützen fahren, aber hier drinnen ist alles ruhig und sauber. In Bangkok herrschen 30 Grad. Jakkie trägt eine gelbe Bluse mit großen Rosen darauf, eine kurze Hose und Ledersandalen. Sie hat oft von ihrem „unehrlichen Leben“ erzählen müssen. Immer war es ein Lagebericht, nie, wie jetzt, eine Rückschau. Jakkie zittert vor Aufregung. Ihre Stimme ist zu hell für einen Mann, zu dunkel für eine Frau. Der plötzlichen Erleichterung, „endlich die Antwort auf eine Frage zu bekommen, die ich nie zu stellen vermochte“, folgte damals die Angst: „Was bedeutete das alles für uns?“ Einen Monat nach seiner Entdeckung sprach er mit Linda. Sie war schockiert, fühlte sich betrogen, wollte sich scheiden lassen. Ihre beiden größten Sorgen waren die Kinder. „Sie und ich waren Wracks“, sagt Jakkie. Aber Linda akzeptierte es schließlich. Lieber wollte sie mit Jakkie leben, als ohne den Menschen, den sie liebte.

Ich habe Mom viele meiner Gefühle geschildert: von der Angst, alles zu verlieren, von der Scham, davon, dass ich anders war, dass irgendetwas nicht passte. Im April 2003 machte ich einen großen Schritt, um mein Problem zu lösen. Mit Ausnahme der Liebe und des Trosts deiner Mutter, meines besten Freunds, gehe ich diesen Weg alleine. Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich eine hormonelle Therapie zur Geschlechtsumwandlung begonnen. Das heißt, ich nehme rezeptpflichtige Medikamente, welche die männlichen Hormone (Androgene) auf einen für Frauen normalen Wert reduzieren und welche die weiblichen Hormone (Östrogene) in einen Bereich steigen lassen, der leicht über dem weiblichen Normalwert liegt. Die veränderten Hormone werden mein Körperfett umverteilen (meine „Kanten“ zu „Kurven“ machen), ich werde Brüste bekommen, meine Haut wird weicher und so weiter. Ich werde auch meinen Namen ändern und Jakkie Lynn heißen, Du kannst mich nennen, wie Du möchtest. („Dad“ ist meine erste Wahl, weil ich das bin und immer sein werde.)

Gedemütigt, verleugnet, verstoßen

Linda sprach mit James’ Eltern. Er war als vier Jahre alter Junge adoptiert worden und behütet in einer strenggläubigen griechisch-orthodoxen Familie aufgewachsen. Wenn er als Frau glücklich werde, solle er machen, was immer nötig sei, sagten sie. Wie viel Glück sie doch habe, sagt Jakkie, verwischt die Tränen mit der Schminke und erzählt von den Gesprächen mit ihren Mitpatienten, deren Familien sie demütigten, verleugneten und verstießen.

Die drohende Einsamkeit war auch James’ größte Furcht. Doch die Freunde blieben, bis auf einen, James’ Trauzeugen. „Das hier ist falsch“, sagte er nur. In der Familie war Lindas Sohn, den James adoptiert hatte, der Einzige, der sich distanzierte. Er sprach nicht mehr mit James, auch einen Brief seines Vaters wollte er nicht lesen. „Er denkt, ich bin ein Psycho“, sagt Jakkie. Weil sein Adoptivsohn eine gute Freundin namens Jamie hatte, wählte James einen anderen neuen Namen. Er nannte sich Jakkie.

Sie will etwas Besonderes sein

Jakkie, nicht Jackie, etwas Besonderes sollte es sein. Jakkie wohnt in New York. Nicht in der weltoffenen Metropole, sondern in einem kleinen Dorf in Upstate New York. Der Ort hat etwa 1500 Einwohner, Jahr für Jahr werden es weniger. Acht Kirchen stehen im Dorf. Einmal stürmte eine Frau in den Laden und zitierte die Heilige Schrift. Was James mache, verstoße gegen Gottes Wort, rief sie.

Wie Du weißt, begleiten mich viele Ängste auf diesem Weg, etwa, dass wir unser Einkommen verlieren und dass ich meine Familie nicht mehr versorgen könnte, weil die Kunden den Laden meiden könnten. Aber das Geschäft läuft besser als je zuvor. Die Psychologin riet mir wegzuziehen, aber ich weigere mich.

Im Kleid auf die Straße

Jakkie wollte nicht flüchten. Stattdessen begann sie vorsichtig, ihr Aussehen zu verändern, ließ sich die Haare wachsen und trug durchsichtigen Nagellack. Einmal zog sie sich ein Kleid an und ging auf die Straße. Nach ein paar Minuten lief sie wieder zurück. Linda konnte ihren James anfangs nicht in Frauenkleidern sehen, doch sie gewöhnte sich daran. Und Jakkie wurde mutiger. Sie ging mit den Kleidern unter die Leute. Bald war ihr Auftreten in aller Munde. Und bald stellte sie sich auch Fremden als Jakkie vor. Sie korrigierte die Kunden, die sie mit „Sir“ ansprachen, anfangs zaghaft, später entschlossener.

Jakkie suchte im Internet nach Erfahrungsberichten operierter GDs und fand immer wieder Verweise auf Thailand. Das Land ist bekannt für seine Toleranz und berüchtigt für seine Billigoperationen. Jakkies Behandlung hätte in Amerika etwa 42.000 Dollar gekostet, in Bangkok nur etwa 15.000. Für die meisten Gesundheitstouristen lohnt sich die Reise, für manche wird sie zum Albtraum. Die schrecklichen Fotos, die neben den Klagen der falsch behandelten Patienten im Internet stehen, haben Jakkie nicht von ihrem Entschluss abbringen können. Sie hatte keine Wahl.

In Thailand ist alles ganz einfach

Die Voraussetzungen für eine operative Geschlechtsumwandlung in Thailand sind leicht zu erfüllen. Ein Jahr lang müssen die Patienten Hormone genommen haben (die sie vor der Operation absetzen). Sie müssen körperlich fit sein für den Eingriff und ein Empfehlungsschreiben eines Arztes oder Psychologen vorzeigen.

Ich bin wieder zu meiner Psychologin gegangen (nachdem ich drei Jahre nicht bei ihr gewesen war), und sie hat entschieden, dass ich meine neue Geschlechterrolle angenommen habe und bereit bin für weitere Schritte.

„Meine Familie hatte genug gelitten“

Doch woher sollte Jakkie das Geld nehmen? Aus der College-Kasse der Kinder? Das Haus mit Hypotheken belasten? Jobs annehmen, die sie vom Arbeiten im eigenen Laden abhalten würden? „Meine Familie hatte genug gelitten.“ So kaufte sie Autos, reparierte sie nach Feierabend und verkaufte sie wieder. Es dauerte Jahre, bis Jakkie das Geld zusammengespart hatte. Das letzte Gutachten schrieb die Psychologin am 13. Mai 2008: „Ich glaube, dass sie die Verantwortung für die physischen, emotionalen und sozialen Veränderungen und für die Kontraindikationen, die mit einer operativen Geschlechtsumwandlung einhergehen, versteht und akzeptiert.“ Mit dem Gutachten in der Tasche flog Jakkie nach Bangkok und ging zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Krankenhaus.

Die operative Geschlechtsumwandlung wird meine männlichen Genitalien zu weiblichen machen. Nach dieser Operation werde ich für den Rest meines Lebens eine Frau sein. Meine Werte und meine Einstellungen werden sich nicht ändern.

Billigt Gott, was ich tue?

Im Wartezimmer der Praxis von Dr. Kamol Pansritum sitzen fast nur Ausländer: junge Mädchen, die zur Nachbehandlung kommen; stämmige Männer in Frauenkleidern und mit Bartansatz. An der Wand hängt das Poster einer früheren Patientin, Gewinnerin einer Miss-Tiffany-Wahl, des thailändischen Schönheitswettbewerbs für GDs. 15 Millionen Fernsehzuschauer bewunderten damals die Siegerin.

Ich weiß, dass Du nicht an Gott glaubst, aber ich tue es, also muss ich fragen. Billigt Gott, was ich tue? Ändere ich nicht etwas, was Gott falsch gemacht hat? Alles, was ich dazu sagen kann: Würdest Du einem Kind, das mit einem heilbaren Geburtsfehler auf die Welt kommt, die Heilung versagen?

Aus dem Hodensack die Schamlippen

Jakkie ist zur Nachbehandlung in der Klinik, aber Dr. Kamol ist an diesem Tag unsichtbar. Er operiert und darf nicht gestört werden. Alle schwärmen von dem Phantom. Er sei ein Künstler, ein Verwandler. Pro Jahr kommen mehr als 100 Patienten zu ihm. Dr. Kamol feilt ihnen Adamsäpfel ab, spritzt Pobacken auf, richtet Wangenknochen, kastriert, befreit die Frauen von ihrem falschen Körper. Die Operation an Jakkie war ein Routineeingriff. Dr. Kamol löste einen Teil von Jakkies Eichel mitsamt den Blutgefäßen und den Nerven aus dem Penis. Er entfernte Hoden und Schwellkörper, löste die Harnröhre und verkürzte sie. Dann setzte er die Blutgefäße und die Nerven der Eichel wieder ein, formte sie zu einer Klitoris, stülpte die Penishaut um und machte den Hohlraum zu einer Vagina. Die Prostata blieb erhalten, sie befeuchtet die Vagina. Schließlich formte er aus dem Hodensack die Schamlippen.

Auch formte er eine neue Nase und operierte Jakkies Oberlippe. Auf Silikonbrüste verzichtet Jakkie, durch die Hormone ist ihr Busen auf Körbchen Größe C gewachsen. Für Dr. Kamol stand die Funktion im Vordergrund, nicht die Ästhetik. Jakkie war damit nicht einverstanden. Sie wollte einen Frauenkörper, selbst wenn sie ihn nicht spüren könnte. Die Nerven ihrer Klitoris funktionieren prächtig. „Ich würde nun vielleicht mit einem Mann schlafen“, sagt Jakkie, „wenn ich damit nicht Linda betrügen würde.“

Linda hatte bereits die Laken gewechselt

Was werde ich unseren Enkeln erzählen? Ich weiß es nicht; die Wahrheit, denke ich. Wahrscheinlich wird es ihnen egal sein, weil sie mich nicht anders kennengelernt haben. Wenn sie mich vorher mochten, werden sie mich (so hoffe ich) auch danach mögen, so wie alle anderen auch.

Drei Wochen nach der Operation verlässt Jakkie Thailand. Sie hat Angst, vor allem vor dem Wiedersehen mit ihrer Frau. Linda erwartet sie am Flughafen in Syracuse. Zwei Stunden dauert die Heimfahrt, die beiden sprechen kaum miteinander. „Zu Hause sagte mir Linda, dass wir von nun an in unterschiedlichen Zimmern schlafen“, schreibt Jakkie in einer E-Mail. Linda hatte bereits die Laken gewechselt und die Matratze umgedreht.

War James damals zu naiv, als er diese Zeilen schrieb?

Jakkie weint die ganze Nacht, bevor sie am Morgen den Laden auf Vordermann bringt. Das Geschäft läuft bestens. Ihr gehe es körperlich blendend, schreibt sie. Die Zeiten, in denen sie in der Dusche die Augen nicht zu öffnen wagte, seien vorbei. Gerade versucht sie, das „M“ für „Männlich“ in ihrer Geburtsurkunde streichen zu lassen. Wie diese Änderung den offiziellen Status ihrer Ehe mit Linda berühren könnte, weiß Jakkie nicht, das sei eine rechtliche Grauzone. Größere Sorgen bereitet ihr Lindas Distanziertheit: die Ehe droht zu zerbrechen, unabhängig von den Dokumenten.

Du wirst mich vielleicht glücklicher, netter und emotionaler erleben. Sicher werde ich ein ehrlicheres Leben führen, wenn das Innere und das Äußere endlich zusammenpassen.

War James damals zu naiv, als er diese Zeilen schrieb? Jakkies Leben ist nicht weniger von Widersprüchen bestimmt als das von James. Seit ihrer Ankunft nimmt sie wieder Hormone, sie spürt nun die Nebenwirkungen. Sowohl sie sich in ihrem Körper auch fühlt, sie ist deprimiert, ratlos, wegen Linda. Was ein Anfang werden sollte, droht ein Ende zu werden.

Eines Tages aber, es ist bitter kalt, sind die beiden auf dem Weg in ihre Betten, als Linda fragt, ob sie nicht doch in Jakkies Zimmer übernachten könne, dort sei es wärmer. Seit dieser Nacht schlafen die beiden wieder im selben Bett. Alles ist wieder wie früher. Und nichts ist, wie es einmal war.

Dienstag, 1. Januar 2013

Transsexuell: Zwischen den Geschlechtern Transsexuelle wollen mehr als die Rolle des anderen Geschlechts spielen - wie etwa Transvestiten, die sich wie das andere Geschlecht kleiden.


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Transsexuell: Zwischen den Geschlechtern

Transsexuelle wollen mehr als die Rolle des anderen Geschlechts spielen - wie etwa Transvestiten, die sich wie das andere Geschlecht kleiden.

Transsexuelle lehnen das in ihrem Pass angegebene Geschlecht ab. Männer fühlen sich als Frau, Frauen als Mann. Rund 90.000 wollen das Dilemma mit einer geschlechtsangleichenden Operationen lösen.

Früher hieß Martina Martin. Warum sie ihren Namen geändert hat, ist eine lange Geschichte - wie wohl bei allen Transsexuellen. "Ich habe schon im Kindergarten gemerkt, das ich anders bin", sagt Martina Janssen und zupft sich dabei mit riesigen Händen eine Strähne aus dem Gesicht. "Bei den Mädchen habe ich mich wohler gefühlt. Da habe ich gedacht: Das bin ich!" Worte hatte der kleine Martin natürlich noch nicht für das, was in ihm vorging. Die fand er erst kurz vor seinem 14. Geburtstag dank einer Talkshow im Fernsehen. "Da waren alle Formen und Phasen von Transsexualität vertreten", erinnert sich Martina Janssen. "Mann zu Frau, Frau zu Mann und welche, die schon die hinter sich hatten. Dort habe ich das erste Mal den Begriff Transsexualität gehört. "Den Begriff "Transsexualität" findet sie "abscheulich". Der betone Sexualität, sage aber nichts über die Orientierung aus - ob der Mensch nun schwul, lesbisch , hetero oder bisexuell sei. Für Martina Janssen ist wichtig: "Ich bin nicht nur Frau, sondern ich bin auch Lesbe und Feministin." Ein Standpunkt, dem angesichts der Gender-Debatte und -Forschung sich immer mehr anschließen - auch die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität, kurz dgti.

Das duale Geschlechterkonzept greift zu kurz

"Der Begriff Transsexualität ist irreführend", sagt Helma Katrin Alter von dgti. "Da wird unterstellt, dass Transsexualität ein sexuelles Problem ist, dabei handelt es sich um ein kulturelles und soziales." Die zwei gesellschaftlich anerkannten Geschlechter sagten bestenfalls aus, ob jemand zeugen oder gebären könne. "Die Zwischentöne mit unendlich vielen Schattierungen" blieben bei diesem dualen Konzept auf der Strecke. Jenseits vom klassischen Geschlechterkonzept lebten in der Bundesrepublik Deutschland rund eine Million Menschen, schätzt Helma Katrin Alter. Auf Deutschland übertragbare Erhebungen in Holland hätten ergeben, dass bis zu 0,5 Prozent der Bevölkerung transsexuell seien. Hinzu kämen die intersexuellen Menschen. Zum Beispiel Frauen, die Hoden haben oder Männer mit Eierstöcken und Brüsten. "Ob jemand Mann oder Frau ist, hängt nicht davon ab, was er zwischen den Beinen, sondern was er zwischen den Ohren hat", fasst Helma Katrin Alter zusammen. Martina Janssen sieht das ähnlich: "Ich bin eine Frau", sagt sie, strafft dabei ihre breiten Schultern und baut sich zur vollen Größe von gut 1,90 Metern auf. "Dass da noch was zwischen meinen Beinen baumelt, ändert daran nichts. Trotzdem stört es mich."


Transsexuelle sind Menschen, deren Seele ein anderes Geschlecht hat als ihr Körper. Männer, die sich wie Frauen fühlen. Oder Frauen, die sich wie Männer fühlen. Ihr Konflikt zwischen Seele und Körper ist so groß, dass auch der Gesetzgeber seit 1980 die Anpassung des Körpers an die Seele erlaubt. Denn umgekehrt geht es nicht: die Seele ist stärker als der Körper was nicht ohne Komik ist in einer Kultur, in der steif und fest das Gegenteil behauptet wird.

100 bis 150 Transsexuelle lassen sich allein in Deutschland jährlich operieren. Ebenso viele aber behalten ihren Körper und wechseln nur die soziale Identität. Die Fälle von Frauen, die Männer werden, steigen. Vor 20 Jahren lautete die Schätzung noch: eine Frau-zu-Mann auf vier, fünf Männer-zu-Frauen. Heute lautet die Schätzung: eine auf ein bis zwei. In Deutschland leben zur Zeit etwa drei- bis sechstausend Transsexuelle, vermutet Prof. Pfäfflin, der in den letzten 14 Jahren selbst über 600 therapiert hat.

Aber was wird da eigentlich therapiert und operiert? Was ist ein Mann? Und was eine Frau? Den meisten Menschen ist eine, zumindest phasenweise, Geschlechtsirritation nicht fremd kein Wunder in einer Gesellschaft, in der Menschen nicht einfach Menschen sein dürfen, sondern Frau oder Mann sein müssen. Und aufschlussreich, dass die Sehnsucht von Frauen, ein Mann zu sein, auch von Experten keineswegs zwangsläufig als krankhaft angesehen wird.

Es gilt im Patriarchat als "normal", aus der weiblichen Enge zu den männlichen Freiheiten zu streben. Was einer der Gründe dafür sein wird, warum die (aufsteigenden) Frau-zu-Mann-Transsexuellen den Schritt im Schnitt etliche Jahre früher tun als die (absteigenden) Mann-zu-Frau-Transsexuellen. Dennoch waren bis vor kurzem vor allem Männer, die Frauen werden, im öffentlichen Bewusstsein.

Es ist neu, dass auch von Mann gewordenen Frauen die Rede ist. Und ganz neu ist, dass Feministinnen, die Männer wurden, sich zu Wort melden.
Denn bisher hatten die Frau-zu-Mann-Transsexuellen es schwerer, auch bei den Experten: "Die wollen den Frauen einfach keinen Penis geben", konstatiert Marjorie Garber in ihrem Buch über den Cross dressing, den Rollentausch, trocken.

Doch warum genügt nicht der Cross dressing, warum muss ein Body cross sein? Und gäbe es überhaupt Transsexuelle, wenn die Geschlechterrollen nicht so enge Käfige wären und die moderne Medizin den Körperwechsel überhaupt erst denkbar und möglich machen würde?
 Aus vergangenen Jahrhunderten sind uns viele Fälle überliefert von Männern, die als Frauen gelebt haben; ebenso von Frauen, die als Männer gelebt haben.

Die Gründe sind vielfältig. Frauen sind in Männerkleider geschlüpft, um den Gefahren des Frauseins zu entgehen; um Männerberufe auszuüben oder auf Abenteuerreisen zu gehen; oder einfach, um Frauen lieben oder sogar heiraten zu können wie Bill Tipton vom Tipton-Trio, dessen wahres Geschlecht zur Fassungslosigkeit von Ehefrau und seinen drei (Adoptiv)Söhnen erst bei seinem Tod 1988 entdeckt wurde. Und der, wie viele andere, den genitalen Kontakt mit seiner Frau unter dem Vorwand einer Krankheit mied. Frauen schlüpfen aber auch in Männerkleider, weil sie sich einfach als Mann fühlen. Ist das der Beginn der Transsexualität?

Prof. Goren, der in Holland einen Lehrstuhl für Transsexualität hat, ortet die ersten Anzeichen schon viel früher. Er sagt zum "Spiegel": "Wenn ein Mädchen seine Puppen verschenkt, mit Autos und technischen Baukästen spielt und Jungenbücher liest, sollten die Eltern beim Psychologen vorsprechen." Ein solches Zitat macht schlagartig die Gefahren der Rehabilitierung des Transsexualismus klar. Die richtige Seele im richtigen Körper. Und wenn was nicht passt, dann wird nicht der Seele Raum gegeben, sondern der Körper wird zurechtgestutzt. Ruckediguh, ruckediguh, Blut ist im Schuh ...

Das "transsexuelle Imperium" nennt Janice Raymond die Psychologen und Ärzte, die den Schritt von einem Geschlecht ins andere begleiten und möglich machen. Ein Imperium, das auch dafür sorgt, dass Frauen Frauen bleiben und Männer Männer, notfalls mit dem Messer. "Wenn ein Mädchen seine Puppe verschenkt ..." Da müssten aber viele Mädchen unters Messer! Den meisten würde der Griff zum Jungenspielzeug vermutlich schon vorher austherapiert. Und den puppenspielenden Jungen nicht minder...

Vor einigen Jahrzehnten stand die Geschlechtsidentitätsforschung noch an der Spitze des Fortschritts, denn sie war bereit, die Abweichung der seelischen Geschlechtsidentität (gender) von der biologischen Identität (sex) zu erkennen. Heute läuft dieselbe Wissenschaft Gefahr, sich vor den Karren des Rückschritts spannen zu lassen: nämlich ihre Kenntnisse zur Geschlechterdressur statt zur Geschlechterbefreiung einzusetzen. Kritik tut not. In der Praxis aber muss es erlaubt bleiben, zu leben, wie's gefällt.

Dabei ist die Palette der Abweichungen breit. Manchen genügt die Freiheit zur "Unweiblichkeit" oder "Unmännlichkeit". Andere genießen die Ausflüge ins andere Geschlecht, den dress cross statt body cross. Wobei die männlichen Transvestiten von denen die meisten heterosexuell sind! ihren Schlupf in die Frauenkleider meist erotisch zu besetzen scheinen, die weiblichen Transvestiten ihren Ausflug in den Männerhabit eher sozial genießen. Wen wundert's.

Transsexuelle aber gehen weiter. Sie wollen im anderen Geschlecht nicht zu Gast sein, sie wollen das Andere sein. Das ist eine Tatsache auch wenn es wünschenswert bleibt, dass ein Mensch seinen Körper nicht verändern muss, damit er zur Seele passt. Das Emma-Dossier über Transsexualismus beginnt mit einem Gespräch mit einer Frau (die Mann war) und einem Mann (der Frau war). Und es endet mit einem Porträt von einem Menschen, der nicht wissen will, was er ist.

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...