Mittwoch, 29. August 2012

Ein ganz spezieller Fall? Die Chance zum Trans


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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Ein ganz spezieller Fall?

Die Chance zum Trans


Zum großen Erstaunen der Soldaten und Offiziere wurde im Juni 2003 neben der Flagge des Staates Israel die Regenbogenflagge gehisst. Ort des Geschehens: Eine Marinebasis in Elat. Anlass: Entlassungsparty von Tal Aizik.

Dies war nicht nur irgendeine weitere Entlassungsparty. Für Aizik symbolisierte sie einen weiteren Fortschritt und persönlichen Erfolg: Was als gewöhnlicher Wehrdienst für Frauen in der Dauer von einem Jahr und neun Monaten begann, endete in einer Qualifikation zum Nahkampftrainer nach drei Jahren, wie die Dauer des Wehrdienstes für Männer vorgeschrieben ist.

Bei der Rückgabe der Armeeausrüstung erblickte der gelangweilte Logistikoffizier die muskulöse Gestalt mit dem noch schwachen, wohlgeformten Bärtchen, ließ die Schuhe draußen – für den Reservedienst – und schickte Tal zum vorgesetzten Offizier, um ein Formular für den Reservedienst auszufüllen. Es ist unklar, wer erstaunter war, die sachbearbeitenden Soldaten oder Aizik selbst, als sich das Formular ausschließlich in der femininen Form an Tal wandte. "Ich habe schwarz gesehen. Ich habe drei Jahre lang als Mann wie jeder andere Mann gedient. Ich dachte, dass man das berücksichtigen würde, aber offensichtlich hat niemand Verständnis dafür. Die gesamte Entlassungsurkunde wurde an eine feminine Person adressiert. Ich habe mich an den Offizier dort gewendet und sagte zu ihm: 'Was ist das bloß für eine Schande. Dieses Dokument wurde in der femininen Form geschrieben. Sehe ich für Sie denn wie eine Frau aus?'
Unsere Auseinandersetzung dauerte fünf Stunden. Sie sagten, es sei nichts daran zu ändern und es hänge mit der Registrierung im Innenministerium zusammen. Am Ende entzogen sie mir auch meinen Reservedienstausweis. Am schlimmsten war es zu hören, wie sie hinter meinem Rücken über mich sprechen. Als sie die Angelegenheit am Telefon mit den Vorgesetzten klären wollten, musste ich draußen warten, doch hörte ich alles, was sie über mich sagten. Wenn ich kein ausgeglichener Mensch gewesen wäre, hätte ich jemandem dort einen Stuhl über den Kopf gehauen: 'Was denkt sie, wer sie eigentlich ist?', lachten sie über mich hinter meinem Rücken. Ich betrat das Büro und sagte dem Offizier: 'Entschuldigung, wie reden sie denn über mich?', darauf antwortete er: 'Es steht nun einmal hier geschrieben, dass Sie eine Frau sind.' Und ich entgegnete ihm, er solle den Willen des Menschen achten, der vor ihm steht und mich als Mann ansprechen. Ich trat in dem Gefühl aus der Armee aus, dass man mir ein Messer in den Rücken gestoßen hat."

Tal wurde als zweite Tochter einer siebenköpfigen Familie in Elat geboren. Der Vater, ein Hotelangestellter, die Mutter, eine zur Religiosität zurückgekehrte Arbeitslose. Tals Kindheit und Jugend zeichnete sich wie in so vielen Fällen durch das Gefühl der Verwirrung und der Vereinsamung aus, was letztlich dazu führte, dass Tal von einer Erziehungsanstalt zur nächsten pilgerte, vom Wohnsitz in Elat zu Internaten in Zentral-Israel und wieder zurück nach Elat, selbstverständlich begleitet von psychologischer Behandlung. Ausgerechnet in der Armee, die nach langen bürokratischen Auseinandersetzungen zustimmte, Tal als Soldaten einzuziehen, begann seine Blütezeit.

Nach dem Basistraining für Frauen, das Tal mit Auszeichnung absolvierte, wurde er in eine Nahkampftrainer-Ausbildung im Wingate-Institut (Institut für Physiotherapie, Sportmedizin etc.) eingeteilt. Nach der Beendigung des Kurses kehrte Tal als Trainer in seine Armeebasis zurück und vollzog sein Coming Out. Männlicher Körperbau und Bürstenhaarschnitt waren bereits vorhanden; alles, was fehlte, war die Trainingskompetenz vom vorgesetzten Offizier und die Bitte an die Soldatinnen, sich an Aizik in der männlichen Umgangsform zu wenden.

In der Dokumentarserie, "Die Grünen", die das Basistraining der Frauen begleitete, wurde Aisik als der allseits bekannte und geachtete Nahkampftrainer der Basis präsentiert. Der Sendung, die im November 2001 ausgestrahlt worden ist, ging ein Interview mit Tal Aizik im Wochenendmagazin von "Yedioth Achronot", Israels größtem Massenblatt, voraus. Nach Aiziks Angaben wurde das Interview telefonisch in einer Konferenzschaltung mit einem Armeesprecher abgehalten. "Selbstverständlich wies man mich im Vorfeld von offizieller Armeeseite an, nicht über Geschlechtliches usw. Auskunft zu geben. Noch nicht einmal traf ich die Journalistin persönlich. Aber nichtsdestotrotz sprach ich in diesem Interview über Dinge, über die ich ziemlich lange nicht gesprochen habe. Ich erinnere mich, wie ich am Tag des Sendetermins für "die Grünen" zum Redaktionsgebäude von "Yedioth Achronot" gegangen bin und um eine Ausgabe der Zeitung mit meinem Interview gebeten habe. Man gab mir die Ausgabe in einem braunen Umschlag. Ich öffnete ihn und bekam einen Schock: Ich befand mich auf der Titelseite. Ich war fassungslos. Im Vorfeld hatte man mir versichert, die Reportage würde sich auf alle Personen beziehen, die in der Sendung vorkommen, und plötzlich muss ich sehen, dass sich fast die gesamte Reportage um meine Person dreht. Ich war entsetzt. Und daraufhin begann das ganze Chaos. Zahllose Telefonanrufe von Referenten sämtlicher Boulevard- und Talkshows im Fernsehen; ich wusste nicht mehr wie ich sie abschütteln konnte. Am Freitag derselben Woche im November 2001 fuhr ich nach Hause nach Elat. Zu Hause war alles aus den Fugen geraten. Meine Eltern waren außer sich. Ich zog zu Freunden und hörte nicht auf zu weinen. Ich war so durcheinander.

Als ich dann zur Militärbasis zurückkehrte, warteten bereits alle am Eingangstor mit den Zeitungen in der Hand und riefen 'Hier kommt Tal, der Celebrity'. Vor lauter Schande rannte ich ins Zimmer. Ich war überhaupt nicht in der Lage mit dieser Situation umzugehen."

Jetzt lebt Tal mit seinem Bruder, seiner Schwägerin und der Bulldogge, Mika, in einer kleinen Wohnung in Elat. Schon zwei Tage nach seiner Entlassung aus der Armee fand er Arbeit als Tankwart. In seinem Zimmer, das er sich mit seiner zweijährigen Nichte teilt, befinden sich auf den Regalen Alben, die sämtliche Briefe und Notizen der letzten Jahre enthalten und auch ein Aktendeckel, in den er einige seiner Gedichte verfasst hat. Er träumt davon diese eines Tages in einem Buch zu veröffentlichen.

Tal erzählt: "Manchmal lacht man über mich und sagt, dass ich der vollkommene Mann bin. Jede Frau träume von einem Mann, der Ordnung liebe, Wäsche waschen, sie zusammenlegen und v.a. kochen könne. Das sind keine weiblichen Eigenschaften, die bei mir noch übrig geblieben sind. Die meisten Menschen berücksichtigen nur nicht, dass die weltbesten Köche Männer sind."

Aiziks äußerliche Veränderung seit Ausstrahlung von "die Grünen" ist enorm. Dank der Einnahme von Hormonen ziert heute ein kleines, wohlgestaltetes Bärtchen sein Gesicht, seine Stimme wurde beträchtlich tiefer und er nahm um einige Kilogramme ab.
Aktuelles Interview mit Tal Aisik:
"Ich bin schon immer ein Mann gewesen!"

Tal Aisik wurde als Mädchen geboren. Vor Kurzem beendete er - nach unzählbaren Konfrontationen -  seine volle militärische Laufbahn von drei Jahren, der maximalen Dauer der Wehrpflicht für Männer, als Nahkampftrainer. Mit Hilfe von Hormonen ließ er sich einen kleinen Bart wachsen und sammelt nun Fördergelder für eine Operation zur Geschlechtsumwandlung.

Wie war es möglich, dass dir die Armee die Einnahme von Hormonen gestattete?

"Ein bisschen Glück gehörte schon auch dazu. Der Arzt der Basis war dagegen, und jedes Mal, wenn ich um die Hormone bat, entgegnete der medizinische Offizier: 'Die Armee kümmert sich darum, Kriege zu gewinnen und nicht um kosmetische Operationen.' Ein halbes Jahr lang bekam ich immer diese Antwort Ich versuchte es ihm zu erklären, dass es sich hierbei nicht um eine kosmetische Operation handle und dass es mir sehr wichtig sei, aber es half nichts. Am Ende beschaffte ich mir einen Termin in der medizinischen Abteilung der Tel haSchomer Basis (der zentralen Basis bei Tel Aviv), um die Hormonspritzen zu erhalten. Am Vorabend des Termins versuchte ich noch ein letztes Mal mein Glück in der Praxis meiner Basis. Es war Nacht und der diensthabende Arzt war ein Reserveoffizier. Ich sagte zu ihm, dass mir die schriftliche Genehmigung für Hormonspritzen verloren gegangen sei und dass ich eine neue brauche. Er kannte meine Geschichte nicht und gab mir ohne zu zögern die Genehmigung. Auch bat ich ihn, nicht 'Spritzen' zu schreiben, sondern 'Fortsetzung der Behandlung', und das klappte."

Wie hast du dich nach der ersten Spritze gefühlt?

"Wie im Himmel. Die Spritzen werden am Hinterteil gespritzt, und da ich mich schämte, die Hose auszuziehen, bat ich die Krankenschwester, das Licht auszumachen. Nach der Spritze lag ich dort und begann gleichzeitig zu lachen und zu weinen. Erst nach einer halben Stunde beruhigte ich mich, stand auf und verließ das Zimmer. Das alles geschah zehn Tage nach meinem 20. Geburtstag, und das war das schönste Geschenk, was ich jemals erhalten habe.
Besonders witzig war es, als ich zur Krankenschwester kam, um die Hormone gespritzt zu bekommen, für die ich ein Rezept in Tel haSchomer bekommen habe. Sie schaute in das Rezept und meinte: 'Der Arzt hat sich geirrt.' Es stellte sich heraus, dass der Arzt dachte, ich sei ein Mann, der zu einer Frau werden wollte und verschrieb mir Hormone für Frauen. Ich ging wieder zu ihm zurück und sagte: 'Danke für das Kompliment, aber was ich von Ihnen brauche, ist Testosteron.' Nach fünf Monaten begann die Behandlung Früchte zu tragen, hier und da begann der Bart zu wachsen, ich rasierte mich oft, und der Bart wuchs und wuchs. Das war sehr aufregend für mich, das waren die Veränderungen, auf die ich mein ganzes Leben lang gewartet habe."

Wie reagierten deine Eltern auf diese Veränderungen?

 "Es fällt ihnen immer noch sehr schwer, dies zu akzeptieren. Mein Vater, wenn er mich so mit dem Bart sieht, ignoriert er mich und redet nicht mehr mit mir. Wenn meine Mutter mich sieht, bekommt sie Tränen in den Augen. Aber was soll's, ich konnte ja mein Leben nicht für sie aufgeben. Einmal, als ich bei ihnen war, nahm mich mein Vater zur Seite kurz bevor ich gehen wollte und versuchte mit mir im Treppenhaus ein Gespräch über Autos zu führen. Allein dadurch, dass er versuchte, ein Gespräch zwischen uns beiden zu initiieren, war ich perplex. Ich verstand überhaupt nicht, was mit ihm los war."

Interessieren sie sich für die Veränderungen, die in dir vorgehen?

"Nein. Als ob schon immer alles beim Alten geblieben ist. Meine Mutter, zum Beispiel, fühlt sich nicht in der Lage, mich in der männlichen Umgangsform anzusprechen. Sie spricht mich immer noch in den weiblichen Form an. Ich versuche ihr dann meistens so zu antworten, dass aus dem Gesagten nicht ersichtlich ist, um welches Geschlecht es sich dabei dreht. Das ist eine Methode, die ich im Laufe der Jahre entwickelt habe. Ich kann mich mit Menschen ohne jeglichen geschlechtsspezifischen Satzbau unterhalten, so dass der Gesprächspartner nicht herausfinden kann, ob er sich mit einem Mann oder einer Frau unterhält. Das Gespräch erhält dadurch hin und wieder einen etwas künstlich verzerrten Charakter, aber das war für mich ein Weg, mich mit meinem Leben, so wie es gewesen ist, auseinander zu setzen.

Was wird der nächste Schritt sein? Eine Operation zur Geschlechtsumwandlung?

"Um die ganzen Operationen zur Geschlechtsumwandlung durchzuführen, muss man einen Kredit bei der Bank aufnehmen. Ich habe bei vielen Ärzten wegen Entfernung der Brüste nachgefragt und bin auf einen Arzt mit gutem Ruf gestoßen. Ich konnte mich von seiner Arbeit überzeugen, war positiv beeindruckt von den Ergebnissen, auf den Fotos waren keine Narben zu erkennen und er war verhältnismäßig billig; er verlangt 23.000 NIS (ca. 4.700 €) für eine Operation. Es gibt andere, die verlangen wesentlich mehr. Ich hoffe, ich bekomme das Geld irgendwann einmal zusammen."

Zögerst du nicht angesichts dieser einmaligen Entscheidung, von der es keinen Weg zurück gibt?

"Schon immer habe ich dafür gekämpft, ein Mann werden zu können. Niemals wollte ich zum Anfang zurückkehren."

In diesen Tagen bereitet Aizik mit Hilfe von Nora Grinberg von der AGUDAH, dem landesweiten Verband für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgenders und Rechtsanwälten, die dem Verband angehören, den Gang vors Gericht vor, um ein Urteil zu erzielen, in dem das Gericht das Innenministerium anweist, die Angabe des Geschlechts in Aiziks Personalausweis zu verändern. Auf die Frage des "warum" sagt Aizik: "Ich mache das, damit ich einfach in der Lage bin, weiter zu leben. Niemals bin ich eine Frau gewesen. Ich sehe mich selbst als Mann, die Gesellschaft von heute akzeptiert mich als Mann, und nur der Personalausweis, in dem 'weiblich' geschrieben steht, verdirbt mir das Leben. Ich habe Ausweise und Dokumente, v.a. von der Armee, in der Hand, in denen ich als Mann adressiert werde. Ich habe sogar medizinische Dokumente von dieser Art. Vor einiger Zeit bin ich krank gewesen. Man schickte mich in die Notaufnahme, dort wurden auf meine Akte Aufkleber geklebt, auf denen bei der Geschlechtsangabe 'weiblich' stand. Doch etwas außergewöhnliches passierte. Nach der Untersuchung schrieb der Arzt den gesamten Bericht über mich in der männlichen Umgangsform."

Der derzeit größte Erfolg in Aiziks Anerkennungskampf lässt sich darin verzeichnen, dass er es schaffte wie jeder andere Mann auch, drei Jahre in der Armee zu dienen. "Eigentlich hätte ich bereits nach einem Jahr und neun Monaten aus der Armee entlassen werden sollen. Daraufhin fuhr ich viele Male zur Zentralkommandantur, um mit Offizieren in hohen Dienstgraden zu sprechen und schaffte es, sie von meinem Anliegen zu überzeugen. Einen Monat vor meiner Entlassung bekam ich ihre Zusage und verpflichtete mich für ein zusätzliches Jahr des regulären Dienstes. Das hat mich sehr erfreut. Erst jetzt wird mir überhaupt bewusst, welchen Sieg ich errungen habe, welche Revolution ich ausgelöst habe."

Wie hast du sie von deinem Anliegen überzeugen können?

"Ich habe ihnen gesagt, dass ich ein Mann bin und daran gibt es nichts zu rütteln. Außerdem brachte ich ihnen Empfehlungsschreiben über meine Auszeichnung von den Offizieren meiner Stammbasis. Ich ließ ihnen keine Wahl. Wenn sie mir die drei Jahre nicht gewährt hätten, wäre ich nicht zur Rückgabe der Armeeausrüstung erschienen."

Wie verhielt man sich Dir gegenüber in der neuen Militärbasis?

"Ein Großteil hat das Interview gelesen, ein Teil hat die Reportage im Fernsehen gesehen, aber die meisten wussten immer noch nicht so recht, in welche Schublade sie mich einordnen konnten. Jeder dachte etwas anderes, dass ich eine Lesbe sei, dass ich ein Schwuler sei. Genau in dieser Zeit begann der Bart zu wachsen. Es gab welche, die sagten: 'Das kann keine Frau sein. Er hat einen Bart, das kann doch nicht sein.' Ich erinnere mich, dass ich mit einer Wache hielt, sie schaute mich an, auf meinen Bart und fragte 'Wie kann das sein?' Ich antwortete ihr 'Es gibt geheimnisvolle Dinge; wir werden sie nicht verstehen, wir werden sie nicht wissen.' und sie war einfach sprachlos. Ich genoss es den Mysteriösen zu spielen.

Es gab viele Neugierige, die fragten, wie man von einer Frau zu einem Mann wird, wie ich mir einen Bart habe wachsen lassen, und ich antwortete ihnen: 'Es gibt eben geheimnisvolle Phänomene.' Und das machte sie nur noch neugieriger. Viele fragten mich auch, ob ich eine Geschlechtsumwandlungsoperation gemacht habe. Den besseren Freunden unter ihnen, die es wissen wollten, erklärte ich alles detailgetreu, wo man aufschneidet, wo man zunäht und wo man die Rohre verlegt. Ganz andere wiederum fragten mich wegen Geschlechtsumwandlungsoperationen, um zu sticheln, um zu verspotten. Ich gab acht, mich nicht allzu sehr darüber aufzuregen.

Die außergewöhnlichste Episode hatte ich mit dem stellvertretenden General, dem obersten Offizier der Basis. Eines Tages kam ich bei ihm vor Gericht, weil ich ohne Genehmigung auf einer Entlassungsparty eines Soldaten gefilmt hatte. Ich trat in sein Büro ein, und er hieß mich einzutreten und bot mir an, zu sitzen. Ich war erst einmal sprachlos. Ich setzte mich, und wir begannen, uns miteinander zu unterhalten. Das war das erste Mal, das ich mit ihm geredet habe. Er interessierte sich für mein Befinden und erzählte, dass während eines Fluges ins Ausland 'die Grünen' ausgestrahlt worden ist; als ich auf dem Bildschirm erschienen bin, stand er auf und rief 'Das ist einer meiner Soldaten!' Ich musste lachen. Bis heute kann ich kaum fassen, dass ich mit diesem stellvertretenden General zusammengesessen bin; zwischen ihm und einfachen Soldaten herrscht schließlich ein äußerst großer Abstand."

Gab es auch unangenehme Reaktionen während deines Dienstes?

Da gab es ein paar vom Sicherheitsdienst, die es genossen, mich aufzuziehen, aber ich schenkte ihnen keine Aufmerksamkeit.

Viele Male sehnte ich mich nichtsdestotrotz nach meiner alten Basis, wo ich meine Grundausbildung absolviert hatte. Dort schätzten mich die anderen Soldatinnen. In der für mich neuen Marinebasis in Elat war das allgemeine Klima weit schlechter, und meine Stimmung verbitterte sich. Ich fand dort keine Freunde. Ich sorgte dafür, nicht allzu sehr unter Menschen zu sein, und am Feierabend eilte ich nach Hause. Ich zählte jeden Tag und jede Stunde bis zur Entlassung. So sehr fühlte ich mich dort nicht wohl."

Die Bemühungen um die Anerkennung deiner männlichen Identität von Seiten der offiziellen Behörden beschäftigen Dich momentan mehr als die Suche nach Liebe?

"Ich habe niemanden, und ich suche auch nicht. Ich lasse die Zeit ihren Teil zukommen. Ich bin aus der Armee entlassen, ich fühle einen großen Druck in meinem Kopf. Ich glaube daran, dass das Leben mich dahin führen wird, wohin man gelangen muss. Momentan möchte ich nicht unbedingt jemanden oder eine Frau kennen lernen. Das ist momentan nicht das Wichtigste in meinem Leben. Ich denke, es muss alles zu seiner Zeit kommen."

Mit wem gehst du aus? Mit heterosexuellen Frauen? Mit Lesben? Mit Männern?

"Ich gehe nicht mit Männern aus, obwohl ich schon hin und wieder auf Gay-Parties gehe. Ich gehe nur mit heterosexuellen Frauen aus, als Mann."

Erzählst du diesen Frauen über die Veränderungen, die du durchgemacht hast?

"Nein, denn ich bin ja noch nie eine Frau gewesen. Es gibt nichts zu erzählen. Ich gehe als Mann mit einer jungen Frau aus, das ist alles. Einmal bin ich – als Mann – mit einer Frau ausgegangen, wir hatten ein Verhältnis zueinander wie Mann und Frau, und sie geht immer noch davon aus, dass ich ein Mann bin, es sei denn sie hat die Reportage im Fernsehen gesehen oder in der Zeitung gelesen. Vor kurzem erschien in derselben Zeitung ein Artikel über einen angeblichen Kriminalfall, in dem ein anderer Transgender, Chen Alkobi, verwickelt sein soll. Ich war empört darüber, dass sie darin schrieben, er habe sich als Mann ausgegeben. Ich schrieb ihnen daraufhin einen Leserbrief, den sie aber nicht veröffentlichten. Was soll das heißen 'sich als Mann ausgegeben'? Er ist ein Mann. Auch ich gehe als Mann mit Frauen aus. Verstelle ich mich dabei etwa? Ich bin ein Mann der sich zu Frauen hingezogen fühlt. Mein Verhältnis zu einer Frau ist ein Gewöhnliches, wie jedes Verhältnis zwischen Mann und Frau, d..h. zusammen ausgehen, sitzen und reden, alles genau gleich wie bei anderen auch."

Was ist mit Sex?

"Ich habe nicht so viel Sex."

Fürchtest Du, dass Geschlechtsverkehr dich ausliefern könnte?

"Für mich ist Sex nicht das Allerwichtigste. Arm in Arm am Strand zu sitzen, das ist für mich besser als Sex. Damit will ich nicht behaupten, dass man keinen Sex braucht, aber meine Verhältnisse basieren nicht ausschließlich darauf."

Denkst du nicht, dass du es den Frauen schuldig bist, mit denen du ausgehst, ihnen mitzuteilen, dass du als Frau geboren worden bist?

"Es gibt da nichts zu wissen. Ich lebe heute mein Leben als Mann in jeder Beziehung. Ich mag es nicht, in der Vergangenheit zu wühlen."

Mit wie vielen Frauen bist du ausgegangen?

"Wirklich ernst war es mit vier Frauen. Vor der Armee habe ich ein wenig bei McDonalds gearbeitet und begann mit einer der Angestellten auszugehen. Jeden Abend nach der Schicht sind wir irgendwo hin gegangen, haben miteinander gesprochen, uns geküsst. Es vergingen zwei Monate, und sie zweifelte an gar nichts. Sie wusste, dass sie mit einem Mann ausgeht. Sie ist mit Haut und Haaren heterosexuell. Nach zwei Monaten kam nach Elat der Film 'Boys don't Cry', und ich lud sie zu diesem Film ein. Ich versuchte ihr Andeutungen über den Film zu machen, aber sie verstand sie nicht. Im Laufe der folgenden Tage sprach ich weiterhin über diesen Film. Nach einigen Tagen streichelte sie mich auf ungewöhnliche Art und Weise. Ich fühlte, dass sie versuchte, etwas herauszufinden. Am selben Abend erzählte ich es ihr. Sie sagte, dass es ihr nichts ausmache und dass sie mich liebe und nachdem ich es ihr erzählt hatte, gingen wir miteinander ins Bett. Danach war ich derjenige, der sich entfernte. Ich war verschreckt. Sie verfiel in eine ernste Krise, ging in psychologische Behandlung. Sie hatte kein leichtes Jahr."

Warum habt ihr euch voneinander getrennt?

"Ich halte es nicht lange in einer Beziehung aus. Wenn es ernst wird, bin ich nicht in der Lage, es weiter zu führen. In einem anderen Fall war ich mit einer einen Monat zusammen. Am Anfang verliebte ich mich in sie, aber sie wollte nicht. Und danach drehte sich das Rad in die umgekehrte Richtung. Bis heute ist sie in mich verliebt. Ich kann sie anrufen, und schon kommt sie an. Als wir genau einen Monat zusammen waren, brachte sie Blumen und Schokolade, um zu feiern, aber ich erschrak und flüchtete."

Schrecken dich also romantische Bindungen ab?

"Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine wirklich seltsame Begegnung. Da gab es eine Frau, mit der ich zusammen gelernt habe und in die ich mich verliebt habe. In der Lernanstalt wusste man mich damals nicht so recht einzuordnen. Ein Teil dachte, ich sei eine Lesbe, ein anderer, ich sei schwul. Man hängte mir alles mögliche an. Sie wollte nichts mit mir zu tun haben, weil sie in einer primitiven Familie aufgewachsen ist. So sehr ich ihr auch versicherte, ich sei ein Mann, es half nichts. Nach der Ausbildung verloren wir den Kontakt, aber ich nahm ihn erneut telefonisch auf. In unseren Gesprächen machte ich aus mir einen Schwulen. Auch nachdem die Reportagen im Fernsehen und in der Zeitung erschienen, erhielt ich die Illusion aufrecht, indem ich ihr erzählte, dass man den Medien Geschichten erzählen müsse, um erfolgreich bei ihnen anzukommen, und schließlich sei das nur ein Alibi für meine wahre Geschichte. Jedes Mal, wenn sie darum bat, dass wir uns treffen sollten, verschob ich das Treffen. Irgendwann auf einer nächtlichen Fahrt nach Tel Aviv treffe ich sie plötzlich zufällig zum ersten Mal nach vier Jahren. Danach sprachen wir ununterbrochen auf der restlichen Fahrt nach Tel Aviv."

Erkannte sie Dich wieder?

"Ja, aber sie hatte Schwierigkeiten damit. Sie sagte, dass ich mich sehr stark verändert habe. Sie fühlt sich äußerst zu mir hingezogen und hat sich in mich verliebt aber denkt, ich sei schwul. Sie sagte, es sei schade, dass ich schwul sei. Sie zweifelt gar nicht daran, nicht im Geringsten denkt sie, ich sei kein Mann. Für sie bin ich ein Mann. Ein Mann, aber schwul. Irgendwann trafen wir uns noch einmal in Tel Aviv. Sie versuchte mich im wahrsten Sinne zu verführen. Ich sagte zu ihr: 'Schätzchen, ich habe dir doch gesagt, dass ich schwul bin.' Warum? – Ich ziehe es vor, kein Verhältnis einzugehen, ziehe es vor, es niemandem erzählen zu müssen. Wahrscheinlich gibt es für alles einen Grund."

Fühlst du dich einsam?

"Ja, ich habe mich dazu entschlossen, vieles alleine zu machen, weil ich mir selbst am besten trauen kann. Ich brauche meine Ruhe. Aber früher fühlte ich mich noch viel einsamer. Ich war mir sicher, dass wenn jemand neben mir im Bus versuchen würde, ein Gespräch mit mir zu führen, ich mich taub stellen würde, um nur nicht sprechen zu müssen. Das einzige, was ein bisschen Farbe in mein Leben brachte, war meine Basketball-Mannschaft in Elat. Ich bewunderte die jungen Frauen, die dort spielten. Im Alter von fünfzehn oder sechzehn Jahren sah ich sie auf dem Feld spielen und verliebte mich in sie alle. Langsam lernte ich jede einzelne von ihnen kennen. Was ihr Lieblingsessen ist, ihre Hobbies. Sogar die Personalausweis-Nummer von jeder einzelnen von ihnen kannte ich auswendig. Diese Gruppe füllte in mir das Loch der fehlenden Familie und der fehlenden Freunde. Zu meinem Leidwesen löste sich die Gruppe irgendwann auf, und ich war wieder einsam. Ich blieb nur noch mit Avivit, der Sponsorin der Gruppe, in Kontakt. Sie ist eine einmalige Frau. Sie ist die einzige, der ich auch intime Angelegenheiten erzählen kann."

Gehst Du manchmal aus auf Parties?

"Hin und wieder; nichts Aufregendes. Ich gehe in verschiedene Diskos, auch Schwulendiskos. Ich mag die Parties dort. In einer gewissen Art und Weise fühle ich mich mit ihnen verbunden. Mein Bruder macht manchmal mit mir Spaß, klopft mir auf den Hintern und sagt 'Zweifellos, das ist das Hinterteil eines Schwulen.' Daraufhin entgegne ich ihm dann '…wenn schon, dann das Hinterteil einer Schwulen.'"

Bist du zufrieden mit dem Weg, den du zurückgelegt hast? Hast du nichts zu bereuen?

"Im Alter von neun Jahren schickte man mich zum Psychologen. Sie dachten, sie könnten mich auf diesem Wege 'heilen'. Als ich das Alter von 18 Jahren erreicht hatte, unterschrieb ich ein Formular zur Aufhebung der Schweigepflicht, um meine Akte von diesem Psychologen an mich nehmen zu können. Können Sie sich vorstellen, was seine Diagnose war? Verwirrung der sexuellen Identität. Unsinn, Verwirrung. Ich bin schon immer ein Mann gewesen".

Gespräch mit Nora Grinberg von der Agudah:
Eine Frage der Identität
 

"Tals Absicht ist es, vom Gericht eine Anweisung an das Innenministerium zu erhalten, die Geschlechtsangabe in seinem Personalausweis zu verändern.", erklärt Nora Grinberg vom Israelischen Verband der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgenders.

Auf ziviler Ebene ist das größte Problem für nicht operierte Transsexuelle – wie Tal Aizik – die Nicht-Anerkennung ihrer geschlechtlichen Identität durch die Behörden. "Die Änderung der Geschlechtsangabe im Personalausweis ist heute nur bei Personen möglich, die eine Operation zur Änderung des Geschlechts vollzogen haben; aber die meisten Transsexuellen, die in der sexuellen Identität leben, in die sie sich zugehörig fühlen, machen keine Operationen durch," so Nora Grinberg vom Israelischen Verband der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgenders, die selbst eine Geschlechtsumwandlungsoperation hinter sich hat.
"Das Problem ist in der Regel drastischer bei Transsexuellen, die in ihrer Vergangenheit Frauen gewesen sind, von denen nur ein geringer Prozentsatz Operationen am Geschlechtsteil machen lassen. Um die Geschlechtsangabe im Personalausweis verändern zu können, fordert das Innenministerium eine Bescheinigung von einer nach dem Gesetz kompetenten Person, und in der Praxis sind das die Ärzte. In diesem Fall ist auch das Gericht Kompetenzträger, und weil sich Tal in seinen Bürgerrechten benachteiligt sieht, bittet er das Gericht um eine Anweisung an das Innenministerium, die Geschlechtsangabe in seinem Personalausweis zu verändern, obwohl er keine Operation am Geschlechtsteil vollzogen hat".

Von der Angabe des Geschlechts in Aiziks Personalausweis hängen viele Dienste, Vergütungen und Rechte ab. Außerdem wird jedes Mal, wenn er seinen Personalausweis vorzeigen muss, sein Geheimnis fremden, unbeteiligten Menschen preisgegeben.

Nora Grinberg "Die Geschichte von Tal zeigt die beeindruckende Kraft, die Transsexuelle in ihrem Streben nach einem Leben in ihrer gewünschten sexuellen Identität aufrecht erhält. Es ist diese Kraft, die es diesen Menschen ermöglicht, Zurückweisung und Boykott, Feindseeligkeit, Hohn und Diskriminierung jeglicher Art standzuhalten, sämtliche Behandlungen zu überstehen, jeden Schmerz auszuhalten, um irgendwann einmal so leben zu können wie es das Gefühl diktiert."

Transgender und der Arbeitsmarkt



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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Transgender und der Arbeitsmarkt

Leider ist es gegenwärtig so, das die Bundesregierung sich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um die Belange von Transgender geht. Weder die SPD-Fraktion noch die Fraktion der Grünen haben sich bislang in ausreichender Form dieser Thematik angenommen. Als einzige Bundestagsfraktion hat sich bis heute die PDS-Bundestagsfraktion dieser Thematik, mit ihrer genderpolitischen Sprecherin Christina Schenk angenommen, die auch schon dazu mehrere "Kleine Anfragen" an die Bundesregierung gestellt hat und im Spätherbst eine "Große Anfrage" zur Transsexualität stellen wird.

So richtig ich diese "Anfragen" finde, so muss ich doch feststellen, dass der wichtige Bereich "Transgender und Arbeitsmarkt" bis dato auch in diesen Anfragen nicht vorkommt, obwohl es eine relativ hohe Zahl von Transgendern gibt, die von Arbeitslosigkeit betroffen oder zumindest bedroht sind. In diesem Zu-sammenhang möchte ich hier kurz anmerken, das es meines Erachtens zu die-sem Thema keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Untersuchungen gibt. So kann nur angenommen wer-den, das sich die Ursachen für Arbeitslosigkeit u.a. auf Unverständnis und Unsicherheit beim Arbeitgeber beziehen, wenn sich eine Person als Transgender "geoutet" hat bzw. auf soziale und kulturelle Diskrepanzen.

Wie dem auch sei! Fakt ist jedenfalls, das es relativ häufig vor kommt, das transidentische Menschen, trotz hoher Qualifikationen, ihren Arbeitsplatz verlieren. In dieser Situation verhalten sich Transgender nicht anderes als andere Menschen, die plötzlich ihren Arbeitsplatz verlieren. Sie sind zunächst einmal geschockt und stehen der neuen Situation relativ hilflos gegenüber. Sie werden - zusätzlich zur ihrer Transidentität - mit Problemen konfrontiert, auf die sie nicht ausreichend vorbereitet sind.

Für viele Transgender bedeutet die betriebliche Ausgliederung ein Bruch in ihrer beruflichen Entwicklung, die durchaus zu einem langfristigen Bruch in der Arbeitsbiographie führen kann. Auf Grund immer noch vorhandener gesellschaftlicher Diskriminierung und nicht (ausreichend) vorhandenen gesetzlichen Regelungen, haben meines Erachtens Transgender-Personen weitaus geringere Chancen aus der Arbeitslosigkeit heraus zu kommen bzw. bei der Wie-dereingliederung in den (regulären) Arbeitsmarkt. Es gibt also bis heute noch keine konkreten Rahmenbedingungen und praktischen Ansatzpunkte innerhalb der Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigungsförderung, die sich an die jeweiligen individuellen Interessenlagen von Trans-gender ausrichten.

Die Arbeitsmarktpolitik mit dem Förderansatz nach dem Sozialgesetzgegungsbuch III (SGB) - Arbeitsförderung hat zwar Beschäftigungsmöglichkeiten für viele Menschen in unterschiedlichen Situationen mit indivi-duellen Möglichkeiten und Wünschen und mit verschiedenen Benachteiligungen eröffnet. Die Belange von Transgender werden dort aber bis heute nicht berücksichtigt. Funktion der Ar-beitsmarktpolitik sollte es aber auch sein, gesellschaftlichen Randgruppen mit schlech-ten Arbeitsmarktchancen (z.B. Transgender) rechtzeitig eine Förderung zu gewähren bzw. Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie dauerhaft in das Beschäftigungssystem integriert bzw. reintegriert werden.

Nach meiner Ansicht ist es deshalb erforderlich, daß sich die Arbeitsmarktpolitik nicht nur weiterentwickelt, sondern sich auch für die Belange von Transgender-Personen öffnet. Folgende Punkte sollte deshalb Berücksichtigung finden:

- Einführung von Arbeitsmarkt- bzw. Förderprogramme für arbeitslose bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohte Transgender auf Bundes und Landesebene
- Bereitstellung finanzieller Mittel für Beschäftigungshilfen für langzeitarbeitslose Transgender
- Recht auf Weiter- und Fortbildung sowie Umschulung von Transgendern (entsprechende Ergänzung innerhalb des SBG III – Arbeitsförderungsgesetz)
- Einführung einer Quotenregelung bei zu besetzenden Arbeitsplätzen bzw. Stellen
- Schaffung finanzielle Anreize für Weiterbildungsträger und Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften, wenn diese Transgender qualifizieren und beschäftigen
- Einführung steuerlicher Anreize für Unternehmen, wenn diese die Transgender einstellen
- Geldbußen für Unternehmen, wenn sie nicht mindestens X Prozent Transgender einstellen (analog Behindertenförderung)
- Recht auf Rückkehr von transsexuellen Personen an ihren Arbeitsplatz nach der "Anpassung" (Aufnahme ins SGB III – Arbeitsförderung)
- Erhöhung der Transgendererwerbsquote durch Arbeitszeitflexibilisierung
- Einführung von Existenzgründungsprogramme für Transgender
- Einführung einer Ausbildungspflicht von Unternehmen für jugendliche Transgender
- Weiterentwicklung des "Gender-Mainstream-Ansatzes" zur Aktivierung aller Potentiale zur Herstellung von Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt für Transgender


Der Hilferuf: So bleibt nur der Aufruf um Hilfe in dieser Form, es wird gebeten eine Spende an das aufgeführte Konto zu Spenden.
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„Wenn man den Geist nicht so verändern kann, dass er zum
Körper passt, dann sollten wir uns vielleicht dazu
entschließen,
den Körper so zu verändern, dass er dem Geist entspricht.“





Die Frage des Tages!



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Die Frage des Tages!

Nur eine einzige Einteilung der Menschen in zwei Gruppen hat sich über alle Kulturen, Völker und historische Epochen als stabil erwiesen: die in Frauen und Männer. Doch selbst hier begegnen uns immer wieder Personen, die die klaren Grenzen verwischen, die zwei Geschlechter in sich zu tragen scheinen.

 „Ist es ein Junge oder ein Mädchen?" So lautet sinngemäß die erste Frage, die frischgebackene Eltern nach der Geburt an Arzt und Krankenschwestern richten. Doch selbst da, wo die Frage aufgrund eindeutiger körperlicher Indizien eindeutig beantwortet wird, kann sich später herausstellen, daß das Mädchen sich beharrlich weigert, Kleider zu tragen und mit Puppen zu spielen. Der Junge hat dagegen nichts lieber, als sich in Mädchenkleidern vor dem Spiegel zu drehen und in das Schminkköfferchen seiner Mutter zu greifen. Mit dem falschen Gehirn geboren, neurotisch oder lediglich Lust an Verkleidung und Schauspielerei?
Homosexualität und Transsexualität weisen viele Gemeinsamkeiten, insbesondere die sexuelle Orientierung auf Angehörige des eigenen Geschlechts, weswegen sie oft verwechselt werden. Schwule Männer und lesbische Frauen fühlen sich aber stets als das, was sie von ihrem Äußeren her sind: als Männer bzw. Frauen.
Transsexualität bedeutet dagegen, daß das eigene Empfinden der Geschlechtszuschreibung der Umwelt nicht entspricht. Der Mann fühlt sich als Frau, die Frau fühlt sich als Mann. Deswegen sind sie nur für die Umwelt homosexuell. Sie selbst empfinden heterosexuell: der Mann mit weiblicher Identität interessiert sich als Frau für Männer. Und umgekehrt.

Für Medizin und Psychologie stellt Transsexualität immer noch ein Rätsel dar. Folgende Theorien über die Gründe für den Geschlechtswechsel werden diskutiert:

Gendefekt: Irgendein Gen, das die Übereinstimmung von körperlichem und psychischem Geschlecht regelt, ist entweder defekt oder es wirkt aufgrund eines Fehlers bei der Zellteilung in den ersten Schwangerschaftswochen das Gen für das andere Geschlecht.

Vorgeburtlicher Streß. Zu einem Zeitpunkt, da sich das Geschlecht des Embryos entwickelt, war die Mutter einem Streß ausgesetzt – psychischer Mißhandlung, Angst, Mißerfolgen oder biologischen Einwirkungen (Drogen, Alkohol, Nikotin) – dadurch wurde ein wichtiger Entwicklungsschritt bei der eindeutigen Geschlechtsfestlegung ausgelassen.

Angeborene Bisexualität: Diese Theorie geht von der Vorstellung aus, daß das menschliche Geschlecht prinzipiell nicht eindeutig festgelegt ist, sondern erst die Kultur uns in bestimmte Geschlechtsrollen zwingt. Von Simone de Beauvoir stammt der Satz: On ne naît pas femme: on le devient. (deutsch: Man wird als Frau nicht geboren, sondern wird es.) Danach wären Transsexuelle diejenigen, die sich die angeborene Zweideutigkeit erhalten. Diese Theorie wird heute kaum noch vertreten. Nicht nur stehen ihr zu viele biologische Fakten entgegen, auch die meisten Transsexuellen lehnen sie ab. Sie empfinden sich nicht unentschieden, sondern meist eindeutiger als Frau bzw. Mann als die übrigen. Ihr Problem liegt auf einer anderen Ebene: ihre körperliche Ausstattung stimmt mit dem seelischen Selbstverständnis nicht überein.
Erziehungseffekte: Der Vater hat sich eigentlich einen Jungen gewünscht und erzieht deshalb seine Tochter „männlich". Umgekehrt werden Söhne von besitzergreifenden Müttern überbehütet und verzärtelt, vor allem wenn der Vater abwesend ist. Dadurch entwickeln vor allem sensible Jungen eine weibliche Identität.
Kultureller Protest: Nach dieser Theorie entscheiden sich einige Frauen bewußt für eine männliche Identität, um der Diskriminierung ihres Geschlechts zu entgehen. Ihr berühmtestes Vorbild ist Jeanne d’Arc. In der Literatur kommen immer wieder Frauen vor, die sich als Männer verkleiden, um etwas zu erreichen, was ihrem Geschlecht verboten ist. Denken wir nur an „Yentl" (Film mit Barbra Streisand), der Geschichte einer Jüdin, die sich als Mann ausgab, um eine Talmudschule besuchen zu können. Umgekehrt protestieren Männer gegen das Establishment und soldatische Tugenden, indem sie sich als Transvestiten geben, mit weiblichem Verhalten eine Gegenkultur etablieren. Daher die enge Verbindung von Transvestiten und Kunstszene.

Hartmut Bosinski von der Universität Kiel testete kürzlich alle Theorien an derselben Stichprobe weiblicher und männlicher „unbehandelter" Transsexueller. „Unbehandelt" meint, daß sich keiner von ihnen bisher Maßnahmen der Geschlechtsumwandlung unterzog. Dabei fand er als häufigsten Fall die Kopplung von angeborenem Streß mit Erziehungseffekten. Das heißt, trifft ein Kind mit uneindeutiger Geschlechtsidentität auf Umstände, die einen Wechsel des Geschlechts fördern (wie der Vater, der seine Tochter lieber als Sohn sehen möchte), so steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sich Transsexualität entwickelt. Aber es zeigte sich auch, daß es immer wieder Transsexuelle gibt, bei der sich überhaupt keine auslösende Ursache finden läßt.
Die meisten Faktoren haben nur einen statistischen Effekt, der nicht viel über den Einzelfall sagt. Ein Beispiel: Bei den Frau-zu-Mann-Transsexuellen fand Bosinski in 83 Prozent der Fälle einen erhöhten männlichen Hormonspiegel. Gut, aber warum wurden die übrigen 17 Prozent transsexuell? Und: Bei nicht Transsexuellen haben immerhin 33 Prozent der Frauen ebenfalls einen erhöhten männlichen Hormonspiegel. Warum haben sie kein Bedürfnis nach einem Wechsel ihrer Geschlechtsidentität?

Vielleicht liegt der Grund in der Erziehung? Tatsächlich entstammen überdurchschnittliche viele Transsexuelle vaterlosen Familien. Viele können sich erinnern, daß ihre Mutter ein Spielverhalten förderte, daß nicht ihrem biologischen Geschlecht entsprach. Für die Frau-zu-Mann-Transsexuellen bedeutete die erste Regel seelisch eine Katastrophe. Aber auch hier handelt es sich nur um Indizien. Viel mehr, die solche Bedingungen in der Kindheit erlebten, wurden nicht transsexuell, während eine nicht unbeträchtliche Minderheit von Transsexuellen aus ganz „normalen" Elternhäusern stammt.
Wahrscheinlich gibt es keine eindeutige Ursache für den Geschlechtswechsel. Der Begriff Transexualität suggeriert, daß es sich um ein einheitliches Phänomen handelt. Aber in Wahrheit liegt nur eine äußerliche Ähnlichkeit vor, und die Gründe sind in jedem Fall anders. Um das zu verstehen, müssen wir uns nur anschauen, wie das Geschlecht des Individuums sich entwickelt.

Wir haben alle in der Schule gelernt, daß das Geschlecht genetisch festgelegt ist. Die weiblichen Eizellen tragen ausschließlich X-Chromosomen, während zwei Arten männlicher Samenzellen vorkommen, eine Hälfte trägt X-Chromosomen, die andere Hälfte Y-Chromosomen. Nach der Berfruchtung liegt entweder eine XX-Zygote („Zygote" heißt das Verschmelzungsprodukt von Ei- und Samenzelle) vor – daraus wird ein Mädchen – oder eine XY-Zygote – ein zukünftiger Junge – vor.

Wäre damit über das Geschlecht des Kindes entschieden, käme Transsexualität nicht vor. In Wirklichkeit ist der Prozeß viel komplizierter. Über das Geschlecht wird nicht nur einmal, sondern mindestens viermal in zeitlichen Abständen entschieden. Wir haben nicht nur ein (männliches oder weibliches) Geschlecht, sondern vier:
Das genetische Geschlecht: XX (weiblich) oder XY (männlich).
Das hormonelle Geschlecht: die Erbanlagen auf dem XX- bzw. XY-Chromosom sorgen zunächst nur für die Hormone, also Botenstoffe, die im Körper kreisen und die eigentliche Geschlechtsentwicklung einleiten. Fehlen männliche, also Y-Geninformationen, entstehen automatisch weibliche Hormone. Das weibliche Geschlecht ist also immer primär. Ein Junge entwickelt sich nur, wenn zu den weiblichen männliche Informationen hinzukommen. Tritt bei der Ablesung des Y-Anteils im Geschlechtschromosom ein Fehler auf, entwickelt sich wegen rein weiblicher Hormone ein Mädchen, trotz der XY-Genanlage.

Das körperliche Geschlecht: die Hormone steuern die Entwicklung der weiblichen oder männlichen Geschlechtsorgane, aber auch der entsprechenden Zentren im Gehirn. Dadurch empfinden wir später so, wie wir äußerlich gebaut sind. Tritt hier ein Fehler in der vorgeburtlichen Entwicklung auf – etwa durch Streß der Mutter – können verschiedene Abweichungen auftreten. Die männlichen Geschlechtsorgane eines XY-Kindes entwickeln sich nur teilweise. Bei der Geburt hat das Kind dann einen kleinen Penis, aber auch Schamlippen. Oder die körperliche Entwicklung ist männlich, aber das Gehirn empfindet „weiblich". Das wäre eine mögliche Ursache für Transsexuelität, aber auch für Homosexualität. Der Unterschied liegt dann in der Frage, ob nur die sexuelle Orientierung (Homosexualität) oder auch die sexuelle Identität (Transsexualität) von der Abweichung betroffen ist.

Das psychosoziale Geschlecht: Der Grundstock wird mit der vorgeburtlichen Gehirnentwicklung gelegt. Entscheidend für das Endergebnis ist aber die Erziehung. Welche Rollenmuster aus der Umgebung verbindet das Kind mit seiner angeborenen Geschlechtsidentität? Hier hat die Umwelt einen großen Einfluß. Ist das Gehirn aber durch Einwirkung der „falschen" Hormone vor der Geburt auf eine andere Identität geprägt als sein Körperbau vermuten läßt, wählt das Kind auch spontan und gegen den Widerstand der Eltern das Spielzeug, die Kleidung und typische Verhaltensweisen des anderen Geschlechts.

Wird bei allen vier Etappen der Entwicklung das genetische Geschlecht bestätigt, wird sich das Kind klar als Mann oder Frau verstehen. Wird aber mal das eine und mal das andere Geschlecht „gewählt", ist eine Form der Transsexualität das Ergebnis. Die Person fühlt sich innerlich zerrissen und von der Umwelt gedrängt, die Geschlechtsidentität zu wählen, die seinem körperlichen Äußeren entspricht. Häufig – aber nicht immer! – ist das psychosoziale Geschlecht stärker. Das Resultat: der oder die Betroffene entscheidet sich für eine Geschlechts-umwandlung, also für eine Anpassung des körperlichen an das psychische Geschlecht. Trotz der Komplikationen und zum Teil schweren Nebenwirkungen, die eine solche heikle Operation mit sich bringt.

Dienstag, 28. August 2012

Willst Du wirklich den Geschlechtswechsel?


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Geschrieben von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Willst Du wirklich den Geschlechtswechsel?

Für TV, TS und alle, die weibliche Kleidung lieben, die Erklärung folgenden Überlegungen nicht so sehr für Transsexuelle gedacht sind, die ihren eigenen Weg schon gefunden haben, sondern eher für diejenigen, die noch relativ wenig über Transsexualismus wissen und doch den dringenden Wunsch nach einem Geschlechtswechsel verspüren.

Dieser Blog Spot erhält immer wieder E-Mail s´ und telefonische Anfragen von Männern, die sehr verzweifelt sind und fragen, wie sie zu Frauen werden können, wo sie z. B. Hormone erhalten können. Einige der Fragenden haben offensichtlich wenig Ahnung davon, was das alles bedeutet und manche kaum Erfahrung beim Tragen von Frauenkleidern.

Die E-Mail zeigen eindeutig, dass viele darüber unsicher sind, wofür sie sich entscheiden sollen oder über Entscheidungen unglücklich sind, die sie bisher getroffen haben.

Für manche ist offenbar auch die Trennlinie zwischen einem TV (Transvestit) und einem TS (Transsexueller) recht undeutlich.

Im Laufe der Jahre habe ich auch gut Informierte getroffen, die sich als TS verstanden, bei denen ich aber den Eindruck hatte, sie wären am Ende glücklicher, hätten sie sich als TV verstehen können. Viel Unwissenheit besteht darüber, was unter Transsexualität eigentlich zu verstehen sei.

Könnten die meisten »TS« auch »TV« bleiben?

Ich bin fest davon überzeugt, dass ein großer Teil der Männer, die wünschen als Frau zu leben, letztlich glücklicher sein würden, täten sie dies als TVs. Warum sollte man nicht Freude daran haben, sich immer dann als Frau anziehen zu können, wenn man sich dies wünscht? Oder vielleicht auch für längere Zeit als Frau zu leben, ohne sich einem Traum zu unterwerfen, von dem man weiß, man kann ihn nie realisieren.

Um diesen Traum zu realisieren, gehört mit Bestimmtheit mehr als nur ein oberflächliches Denken, könnte es sein oder könnte es nicht sein! Denn haltet euch vor Augen, das hier ist kein Spiel!

Die innere Überzeugung muss stimmig sein, auf dem Weg der Geschlechtsidendität-Findung gibt es Hilfe, denn der Weg der Selbstfindung kann sehr Anstrengend sein, ohne über die Gesellschaftlichen Problematiken zu denken, welche sich beim Endschluss auf tun!

Ist es denn wirklich nötig, sich einen kleinen Klumpen Fleisch zwischen den Beinen entfernen zu lassen, um seine Phantasie völlig ausleben zu können? Was könnte denn ein TS erleben, was sie nicht als TV erleben könnte? Aber als ein TV würden sie nicht alle Brücken hinter sich abbrechen. Sie könnten immer noch einen Rückweg antreten, falls die Realität des Frauenlebens im Alltag nicht ihren Phantasien entspricht. Als TV können sie wählen, aber als TS haben sie nach der Operation keine Wahl mehr. Vielleicht wird ihre Begeisterung dafür verschwinden, wenn sie nun jeden Tag als Frau leben müssen. Was bisher Spaß war, wird nun zur Routine!

Daher möchte ich jeden potentiellen TS dazu ermuntern, überaus sorgfältig und in langsamen Schritten alle Argumente für und gegen die Operation zu überdenken. Ich bin froh, dass ich es getan habe. Denn meine Geschlechtsidentität ist Weiblich, jedoch zu dieser Erkenntnis zu gelangen brauchte ich fast 40 Jahre.
Was jedoch unveränderbar anhaftet, ist diese Erziehung aber auch die Prägung welche ich erfahren musste auf oder in diesem langen Weg der Selbstfindung immer und immer wieder mich zum Nachdenken anregte! Denn eine typische männliche Erziehung unterscheidet sich gewaltig von dieser Weiblichen mehr noch die Prägung! Mimik und Gestik wie unterschiedliche Verhaltensmuster liegen vor, alleine diese Dinge zu Verändern ist nicht einfach und allzu oft Bemerkt man das das eine oder andere Verhalten erlernt wurde im nach hinein!

Um es noch mal genau zu beschreiben eine Definition!

Transsexuelle sind Personen, welche stark überzeugt sind, eigentlich zum anderen Geschlecht zu gehören. Sie empfinden, als ob sie in den falschen Körper hineingeboren wurden. Darum möchten sie ihren Körper verändern lassen, um ihn so weit als möglich dem anderen Geschlecht anzupassen – sich also operieren zu lassen.

Transvestiten sind dagegen nur daran interessiert, die Kleidung des anderen Geschlechtes zu tragen. Sie wollen nicht unbedingt dem anderen Geschlecht zugehören, begnügen sich also mit ihrer biologischen Situation. Sie kleiden sich zum Vergnügen oder weil dies ihnen sexuelle Befriedigung bereitet.

Ich habe noch eine weitere, sicher etwas ungenaue Definition entwickelt. Sie besagt: Ein TV schafft sich mit Kleidern die Illusion seiner Weiblichkeit – weiß aber, dass es eine Illusion ist. Ein TS jedoch will die Illusion seiner Weiblichkeit zur Realität werden lassen.  
Gefangen im falschen Körper?

Wie kann eigentlich jemand genau wissen, wie ein Mensch des anderen Geschlechtes sich fühlt? Ich glaube eher, dass alle Menschen eine Mischung von weiblichen und männlichen Gefühlen und auch Eigenschaften sind. Allerdings sind wir von Kind auf so erzogen worden, die Eigenschaften zu entwickeln, die man in unserer gesellschaftlichen Umwelt als typisch weiblich-männlich versteht. Sich dementsprechend angepasst zu verhalten mag uns auch durch indirekten Druck beigebracht worden sein. Dieser kann von Eltern und Lehrern kommen oder auch durch Medien und die Mitmenschen vermittelt werden.

Wer nun Eigenschaften bei sich entdeckt, die eigentlich dem anderen Geschlecht zugeschrieben werden, spürt Unzufriedenheit, weil von ihm ja Anpassung verlangt wird, die sie nicht als eigentliche Natur empfinden.
Daraus entwickelt sich für manche die Überzeugung, eigentlich dem anderen Geschlecht zuzugehören, denn diesem werden ja Eigenschaften zugeordnet, die man in sich selbst erlebt.

Wenn Männer oder Frauen so fühlen, wie es beschrieben wurde und nun von anderen erfahren – die sich als Frauen bzw. Mann beschreiben, welche in einem Körper gefangen sind mit welchem Sie sich nicht identifizieren können – dann kommt es leichter zu wünschen, sich mit diesen Vorstellungen zu identifizieren.
Was aber mit Sicherheit nicht gleich bedeutet man ist Transidentisch bzw. Transsexuell!

Wenn man vielleicht dazu noch von Berichten über Operationen liest, welche das Geschlecht verändern, scheint dies der einzige Weg zu sein, um Antwort zu finden für die eigenen Probleme.
Tatsächlich aber sind die meisten Wesen in dieser Phase ihres Suchens ziemlich unwissend darüber, was es eigentlich bedeutet, ein Transsexueller zu sein.

Auch dafür dieser Blog (http://trans-weib.blogspot.de/) in welchen Ihr Unmengen von Informationen erhaltet, jedoch vergesst nie das Wichtigste, Jeder Mensch ist Einzigartig die Natur lässt keine Kopie zu, dieses was für den/die eine zutrifft muss nicht Unbedingt auf andere Zutreffen!

Sie haben einfach den Eindruck gewonnen: wenn sie nur diese Operation erfahren könnten, von der sie so viel gelesen haben, dann werden sich alle ihre Wünsche erfüllen und sie zu einer wunderschönen Frau werden bzw. Mann!

Was bedeutet »die Operation« wirklich?

Von Mann zur Frau:
Eine Operation, bei der tatsächlich das bisherige Geschlecht völlig ausgetauscht wird, gibt es in Wirklichkeit nicht. Auch heißt diese Operation nicht Geschlechtsumwandlung sondern Geschlechtsanpassung!  Worüber die Presse berichtet, ist eigentlich eine Geschlechts-Veränderungs-Operation. Dadurch wird der Körper so verändert, dass er dem anderen Geschlecht möglichst ähnlich wird. Mit der Hilfe von Hormonen und moderner Chirurgie ist es tatsächlich möglich, einer biologischen Frau sehr ähnlich zu werden. Dennoch: man kann nicht völlig zu einer Frau um operiert werden, sondern  man kann nur Angleichen, diese Behauptung beruht auf der Tatsache das keine Gebärmutter oder zB. Eierstöcke vorhanden sind unter anderem!

Nun wird von vielen TS gesagt, da sie sich bisher schon wie eine Frau fühlen, gelingt es durch Hormone und Operation, ihren Körper zu der Person zu machen, die sie bisher in ihrer Gefühlswelt bereits waren. Die Tatsache, dass sie natürlich nicht schwanger werden können und auch die monatlichen Regeln der Frau nicht erleben, sei zwar bedauerlich, störe sie aber nicht in der Überzeugung, sich nach der Operation als richtige Frau zu erfahren.

 Aber auch die Gesiechten über die Hormone sollte man nicht immer glauben!
Wird  ein Arzt zur Beratung aufgesucht verschreibt dieser vielleicht Hormone. Doch oftmals sind die Ergebnisse solcher Behandlung recht enttäuschend.
Sie können nämlich nicht einen durchschnittlichen Mann in den besten Jahren in eine hinreißende, kurvenreiche Schönheit verwandeln. Besonders bei älteren Männern haben Hormone für die Körpergestalt nur sehr geringe Wirkung.

Manchmal fördern sie die Bildung von Brüsten, aber viele TS sind damit unzufrieden und verlangen nach einer Brustimplantation.

Es stimmt: Hormone können den Körperhaarwuchs reduzieren, aber nicht den Bartwuchs beenden. Dafür ist dann eine Elektrolyse oder Epilation nötig. Oder aber auch eine Laserbehandlung welche jedoch meist nur auf dunkle Haare anspricht, dazu sehr Teuer sein kann!

Weibliche Hormone verändern auch nicht die männliche Stimme – allerdings lassen männliche Hormone eine weibliche Stimme tiefer klingen.
Nun meine lieben Leser das sind nur Umrisse von dem was es bedeutet einen Geschlechtswechsel an zustreben die Problematiken sind jedoch bei weitem größer, da Mann bzw. Frau auch von etwas Leben muss, somit als Frau oder als Mann man sich mit der Sozialen wie Gesellschaft in diesem Geschlecht behaupten muss!

Nehmen wir das Beispiel vor der Operation arbeitet der Mann als Dienstleister in der Gastronomie als Kellner, nun kommt dieser bzw. diese nach dem Geschlechtswechsel zurück zum Arbeitsplatz, ein hübscher Weiblicher Körper sehr zu vor kommend und fragt mit tiefer männlicher Stimmlage die Kunden was diese gerne haben möchten!

Schließt einfach mal die Augen und stellt es euch vor!
Tja mit Sicherheit auch Ihr habt es Bemerkt, dieses was zuvor eine rein persönliche Angelegenheit war, ist plötzlich Öffentlich!

Jeder hat das Anrecht auf die Erfüllung der Artikel 1 und 2 des Deutschen Grund Gesetz Buches, jedoch auch hat jeder Arbeitgeber das Recht, das seine Angestellten unauffällig Ihre Arbeit verrichten!
Mehr brauche ich dazu kaum zu schreiben oder………….?

Das größte Ziel eines Transsexuellen Wesens ob nun Mann zur Frau oder Frau zum Mann, ist eigentlich ganz Unauffällig in dieser Gesellschaft einzutauchen und einfach sein Leben als Geschlechtswechsler zu leben, jedoch die wenigsten schaffen diesen Spagat, denn diese Phantastische subjektive Selbstwahrnehmung kann gewaltig täuschen, und somit ist eine Problematik behoben jedoch eine weitaus größere ist entstanden, das Wissen ich gehöre einer Minderheit an obwohl ich gar nicht dazu gehören möchte!
Somit frage ich noch mal!

Willst Du wirklich den Geschlechtswechsel?

Mit freundlichen Grüßen
Nikita Noemi Rothenbächer


Montag, 27. August 2012

Was ist Überhaupt los in Deutschland mit der Thematik von Transgender und Transsexuellen aber auch Intersexuellen Wesen?


Was ist Überhaupt los in Deutschland mit der Thematik von Transgender und Transsexuellen aber auch Intersexuellen Wesen?

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Geschrieben von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

Bitte kopiert den Link (http://trans-weib.blogspot.de/)und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören! Wenn schon Wissenschaft Medizin wie auch Politik diese Ignorieren!

Nun meine lieben Leser, es ist nicht immer einfach als Angehörige einer Minderheit in Deutschland seinen Weg zu gehen, natürlich werden viele von euch jetzt denken na so viel Minderheiten gibt es ja wohl nicht in Deutschland!

Auch wenn es mir Leid tut, gibt es diese mit Sicherheit und davon auch nicht wenige!

In diesem Moment wo ich diesen Bericht für euch Verfasse und dieser Bericht in meinem Blog (http://trans-weib.blogspot.de/) danach Veröffentlichen werde, kann ich sagen von Anfang bis Dato wurde dieser Blog von 19.948 Lesern aufgerufen. Am 13.05.2012 beschloss Ich, nach langen Überlegungen ob dieses Sinnvoll wäre oder nicht, viele werden Denken nun in dieser kurzen Zeit fast 20.000 Aufrufe zu haben ist ein Erfolg, nun leider ist es dieses nicht!

Bei 245 unterschiedlichen Berichten aus und in der Welt dieser Minderheit von Trans-Gender über Transsexuelle, Transvestiten auch Intersexuelle Wesen kann es nie ein Genug geben!

Leider ist es gegenwärtig so, dass die Bundesregierung sich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um die Belange von Transgender geht. Weder die SPD-Fraktion noch die Fraktion der Grünen haben sich bislang in ausreichender Form dieser Thematik angenommen. Als einzige Bundestagsfraktion hat sich bis heute die PDS-Bundestagsfraktion dieser Thematik, mit ihrer genderpolitischen Sprecherin Christina Schenk angenommen, die auch schon dazu mehrere "Kleine Anfragen" an die Bundesregierung gestellt hat und im Spätherbst eine "Große Anfrage" zur Transsexualität stellen wird.

Es ist ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein, was diese Minderheit betrifft!


Gestern stellte ich einen Bericht mit dem Titel: Transgender Nicht Mann, nicht Frau in diesen http://trans-weib.blogspot.de/ dabei handelt es sich um eine Aktivistin wie Julia Ehrt (32 Jahre) diese für Verwirrung sorgt, weil Sie ist als Mann geboren, nennt sich Julia und will sich keinem Geschlecht zuordnen. In der Szene bezeichnen sich solche Menschen als Transmenschen. Für sie und andere, die sich im gängigen System der Zweigeschlechtlichkeit nicht wiederfinden!

Das deutsche Recht für Vornamen und Personenstand ist strikt. Um Alina statt Andreas zu heißen und von offizieller Seite als Frau wahrgenommen zu werden, muss man einen gerichtlichen Antrag stellen und zwei Gutachten von Medizinern einholen. Die Gutachter wiederum denken wie die meisten Menschen: Mann oder Frau. Transsexualität und andere Identitätsformen werden als Abweichungen vom Normalfall, als „Störungen“ gesehen. Besonders schlimm: Männer wie Frauen, die formell ihr Geschlecht ändern wollen, müssen sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen und nachweisen, dass sie steril sind. „Man will auf keinen Fall die Schlagzeile, „Schwangerer Mann“ lesen, sagt Julia Ehrt zynisch.

Nun liebe Leser auch Ich selbst Fordere immer und immer wieder, dass Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes, die die Menschenwürde und die körperliche Unversehrtheit beinhalten, auch für Transmenschen bzw. Transgender gelten.
Dabei wäre es wirklich kein Thema da andere diese Problematik schon gelöst haben, auch darüber gibt es ein Bericht ganz am Anfang von http://trans-weib.blogspot.de/ wenn nicht sogar der erste Bericht!

Argentiniens Präsidentin Kirchner zeigt, wie es gemacht wird

Diese Präsidentin Kirchner verschließt nicht die Augen vor einer Minderheit welche in Ihrem Land über Jahrzehnte total und Absolut unterdrückt wurde, nein Sie sieht den Wandel der Zeit, welche bedauerlicher weiße hier in Deutschland nicht gesehen wird!
Die Erklärung von Präsidentin Kirchner ist schlicht einfach und ehrlich, denn Sie hört die Stimme des Volkes und Erklärte: Feststellend, dass das durchschnittliche Alter bei denen transgender Menschen sterben in Argentinien 32 ist, argumentierte der Präsident, dass ein Teil davon war aufgrund der Belastung des Seins verdrängt und ignoriert und verweigert Rechte. Sie sagte, sie hoffe, dieses Gesetz würde alles ändern.

Aber wie so vieles in Deutschland haben wir die Nachrichten voll von fast Unwichtigen Informationen welche dazu dienen die Zeit zu füllen jedoch für diese gab es kein Platz in den Deutschen Nachrichten: Kurzmeldungen

DNI für Transgender: Cristina Kirchner hat am 2. Juli die Austeilung der ersten Ausweise (DNI) eingeweiht, die nach der Verabschiedung des "Gesetzes zur Geschlechtsidentität" ausgestellt wurden. Das Gesetz erlaubt es Transsexuellen, eine offizielle Gender-Identität anzunehmen, die nicht mit dem körperlichen Geschlecht übereinstimmen muss. Operationen oder Hormontherapien werden nicht mehr als Voraussetzung für Wechsel der Geschlechtsidentität verlangt. Das Gesetz war im Mai vom Kongress verabschiedet worden.

Aber nicht das sich nun meine Leser Verwundert erstaunen, wo möglich meinen mir liegt nur meine Minderheit am Herzen, nein das Stimmt nicht!

Viele welche mich kennen beteuern immer und immer wieder, selbst die Oben genannte Julia Ehrt betonte mehr mal s` diese Nikita Noemi Rothenbächer ist ein sehr Belesenes Wesen, doch was nutzt all diese Belesenheit wenn man nur in der Minderheit eine gewisse Zustimmung erhält?

Jedoch eine der Eklatantesten Minderheiten in Deutschland war und ist diese der Contergan Kinder!
 Der Contergan-Skandal war einer der aufsehenerregendsten Arzneimittelskandale in der Bundesrepublik Deutschland und wurde in den Jahren 1961 und 1962 aufgedeckt!

Das millionenfach verkaufte Beruhigungsmedikament Contergan, das den Wirkstoff Thalidomid enthielt, konnte bei der Einnahme in der frühen Schwangerschaft Schädigungen in der Wachstumsentwicklung der Föten hervorrufen. Contergan half unter anderem auch gegen die typische morgendliche Schwangerschaftsübelkeit in der frühen Schwangerschaftsphase und galt im Hinblick auf Nebenwirkungen als besonders sicher. Bis Ende der 1950er Jahre wurde es gezielt als rezeptfreies Beruhigungs- und Schlafmittel für Schwangere empfohlen. Es wurde vom 1. Oktober 1957 bis zum 27. November 1961 vertrieben und wurde aufgrund von möglichen Nebenwirkungen auf das Nervensystem ab dem 1. August 1961 rezeptpflichtig. In der Folge kam es zu einer Häufung von schweren Fehlbildungen (Dysmelien) oder gar dem Fehlen (Aplasien) von Gliedmaßen und Organen bei Neugeborenen. Dabei kamen weltweit etwa 5.000 - 10.000 geschädigte Kinder auf die Welt. Zudem kam es zu einer unbekannten Zahl von Totgeburten.
1958 wurden Fehlbildungen bei Neugeborenen erstmals im Bundestag diskutiert. Damals wurde ein möglicher Zusammenhang mit Kernwaffentests vermutet. Die Häufung wurde jedoch zunächst aufgrund der in Westdeutschland nach der NS-Vergangenheit gelockerten Meldepflichten, mangelnder Koordination der staatlichen Stellen und der Forschung und weiterer Probleme bei der statistischen Erfassung nicht ernstgenommen. Erst Ende 1961 wurde der Zusammenhang zwischen Contergan und den Fehlbildungen erkannt und das Medikament vom Hersteller, der Grünenthal GmbH in Stolberg vom Markt genommen. Westdeutschland richtete 1961 ein Gesundheitsministerium auf Bundesebene ein. Der Skandal hatte weltweite Auswirkungen auf den Umgang mit Arzneimittelzulassungen!

Was machte die deutsche Regierung es kam zu einer Einigung zwischen der Fama Lobby welche den Betroffen Kindern heute Erwachsene eine Rente zahlt welche nicht zum Leben doch zu viel zum Sterben ist!
Eine andere Minderheit sind diese welche heute „Hartz II“ angehören, ob gewollt oder Ungewollt, die Medien berichteten am Sonntag „Anwältin der Armen“ über die Bearbeitung der Anträge und wir als Publikum nehmen es wahr, jedoch es interessiert uns nicht weil wir nicht Betroffen sind! Jedoch jeder von uns kann ein Betroffener werden, schon mal darüber Nachgedacht?

Meine lieben Leser so wie ich über diese Dinge schreibe in der Hoffnung das jeder diese auch Versteht, kann ich nur an euch die Bitte richten, Minderheiten werden erst keine Minderheiten mehr sein, wenn diese Gesellschaft sich mit diesen Beschäftigt.

Minderheiten entstehen durch Unwissenheit, Ignoranz und Gleichgültigkeit vor allem aber Respektlosigkeit gegenüber dieser Minderheit egal welche es sein könnte!
Ich als Aktivistin für meine Minderheit, wäre heil Froh wenn ich mich selbst nicht mehr als Aktivistin bezeichnen würden müsste!

Aber auch sehe ich meine Arbeit nur mit der Unterstützung von jedem einzelnen von euch Fruchtbar! So mit Bekämpft mit mir zusammen diese Zustände hier in Deutschland, denn wir sind das Volk und das Volk verleiht die Macht, aber auch weil jeder Betroffene einer Minderheit ein Teil vom Volk ist!


Helft mir und verbreitet den Link:

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Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit
Nikita Noemi Rothenbächer

Zwischen Mann und Frau


Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Ein besonders Dankeschön an Cathrin Ramelow, welche ich vor vielen Jahren kennen lernen durfte und ständigen Kontakt per Mail hatte. Wünsche Ihr das Sie Ihren schweren und Steinigen-weg durch hält, denn auch mit jedem Stein welcher uns in den Weg geworfen wird, kann man wenn man alle Sammelt eine Existenz erbauen!  


Zwischen Mann und Frau
Transgeschlechtliche sind für Psychotherapeuten eine besondere Herausforderung. Doch nur wenige sind für das Thema ausgebildet. Eine Berlinerin, die nach einer Operation und einer Namensänderung heute offiziell eine Frau ist, erzählt.
Endlich war alles so, wie es sein sollte: „Ich hatte zum ersten Mal einen richtigen Job und war endlich eine Frau. Ich dachte, jetzt kann das Leben losgehen“, sagt Cathrin Ramelow. Mitte 30 war sie damals. Doch dann saß sie plötzlich im Wartezimmer ihrer Ärztin und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. „Ich hatte gleich zwei Nervenzusammenbrüche“, sagt sie heute, mehr als ein Jahrzehnt später. Die Ärztin riet ihr zu einem stationären Aufenthalt und einer anschließenden ambulanten psychologischen Psychotherapie. Die dauerte drei Jahre. Sie lernte dabei unter anderem, ihren eigenen Gefühlen nicht länger zu misstrauen. Schließlich hatten die sie mehr als drei Jahrzehnte ständig in Verwirrung gestürzt.

So lange hatte sie im Spiegel den Körper eines Jungen und später eines Mannes gesehen und gewusst, dass irgendetwas nicht stimmte.

Cathrin Ramelow ist transgeschlechtlich und nach einer Operation und einer Namensänderung heute offiziell eine Frau. Viele kennen eher den Begriff "transsexuell", aber der wird von vielen inzwischen als abwertend und veraltet empfunden. Vor allem, weil eng mit dem schwierigen Verhältnis zwischen der Medizin und jenen Menschen verknüpft ist. „Transgeschlechtlichkeit gilt rein diagnostisch immer noch als schwere Persönlichkeitsstörung. Ich bin aber der Meinung, dass es eigentlich ein Persönlichkeitsmerkmal ist“, sagt die Therapeutin Mari Günther, die sich unter anderem auf die Beratung solcher Patienten spezialisiert hat und auch bei der Schwulenberatung Berlin „Betreuung von queer lebenden und transidenten Menschen und ihren Angehörigen“ anbietet. Mari Günther bietet auch Fortbildungen für Psychologen an, zum Umgang mit allen Menschen, die sich nicht eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordnen lassen. Also Transgeschlechtlichen, Intersexuellen – die mit Merkmalen beider Geschlechter auf die Welt kommen – und Transidenten, die im anderen Geschlecht leben, ohne sich operieren zu lassen und ohne Hormone zu nehmen. „Sie alle kommen häufiger als andere mit Therapeuten in Kontakt, schon deshalb, weil jeder, der seinen Vornamen und operativ die Geschlechtsteile verändern möchte, nachweisen muss, dass sich dieser Wunsch nicht durch eine Psychotherapie aus der Welt räumen lässt“, sagt Mari Günther. „Zwangstherapie“ nennt sie das. „Viele sitzen sie nur wegen des Gutachtens ab.“ Oft würden sie sich nicht richtig öffnen, sondern nur das erzählen, was ihrer Meinung nach zu einem eindeutigen Gutachten führt. Dabei haben Transgeschlechtliche häufiger tatsächlich eine Therapie nötig, etwa wegen Depressionen: „Durch die Diskriminierungserfahrung können alle denkbaren psychischen Störungen entstehen“, sagt Mari Günther.

Auch Cathrin Ramelow hat viel Furchtbares erlebt. „Am Anfang bin ich ständig in der Öffentlichkeit beleidigt worden. Scheißtranse war da noch das Freundlichste.“ Ihre drei engsten Freunde ließen sie fallen. Und einmal habe sie eine Gruppe Jugendlicher bei einem Spaziergang angegriffen und versucht, ihre Kleider in Brand zu setzen. „Zum Glück trug ich nur Baumwolle, die nicht so leicht brannte, aber es blieb ein Trauma.“ Das arbeitete sie in der Therapie auf. Ihre Therapeutin brachte ihr etwa bei, dass sie sich einen bestimmten sicheren Ort vorstellen kann, den nur sie kennt. Das hilft ihr noch heute. Auch wenn die Beleidigungen nachgelassen haben. „Das liegt wohl auch daran, dass ich selbstbewusster herumlaufe, seit es mir besser geht.“

Sie hatte sich eigens eine Therapeutin gesucht, die mit Patientinnen wie ihr Erfahrung hat. Aber immer mehr Transgeschlechtliche würden seit einiger Zeit auch zu Psychotherapeuten gehen, die nicht auf das Thema spezialisiert seien, sagt die Psychologin Susanna Ganarin. Sie berät bei Profamilia unter anderem Trans-Paare, bei denen einer oder beide sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen. Gerade hat Profamilia eine Weiterbildung für den Umgang mit ihnen organisiert. „Das ist eine ganz andere Herausforderung“, sagt Ganarins Kollege Andreas Goosses. „Da spielt immer auch die eigene Einstellung mit hinein. Schließlich sind wir alle in einer betont zweigeschlechtlichen Gesellschaft erzogen worden.“ Doch das könnte sich bald ändern. Gerade hat der Ethikrat gefordert, dass es offiziell ein drittes Geschlecht geben sollte. Das würde die Gesellschaft offener machen. Darauf hofft auch Cathrin Ramelow. Ihr Wunsch: Einmal im Leben normal zu sein. „Aber das ist mir nicht gegeben.“


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„Wenn man den Geist nicht so verändern kann, dass er zum
Körper passt, dann sollten wir uns vielleicht dazu
entschließen,
den Körper so zu verändern, dass er dem Geist entspricht.“


Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...