Mittwoch, 5. Dezember 2012

Wenn wir über Transsexualität sprechen, sprechen wir erst einmal nicht von Geschlechtsrollen.


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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Wenn wir über Transsexualität sprechen, sprechen wir erst einmal nicht von Geschlechtsrollen.

Wenn wir von Transsexualität sprechen, sprechen wir nicht von Geschlechtsumwandlungen. Wenn wir von Transsexualität sprechen, sprechen wir von Menschen, die zu den Menschen gehören, die mit einer geschlechtlichen Besonderheit geboren werden –  nämlich von Mädchen, die mit Penis und Hoden und mit xy-Chromosomensatz geboren werden und von Jungs, die mit Vagina und mit xx-Chromosomensatz auf die Welt kommen.

Unser Wissen über geschlechtliche Variationen sagt uns, dass transsexuelle Menschen in der Natur existieren. Daraus schließen wir, dass die Selbstaussage transsexueller Menschen über ihr Geschlecht wahr ist. Wir schließen außerdem daraus, dass kein Mensch auf dieser Welt das Recht dazu hat diese Wahrheit an zu zweifeln, oder transsexuelle Menschen per Gesetz oder medizinischer Definition als biologisch nicht-existent oder widernatürlich zu definieren.

Trotzdem sieht die Realität bei transsexuellen Menschen heute noch anders aus - ihr Wissen über ihr Geschlecht, das sich durch Aussagen wie "Ich bin ein Mädchen" oder "Ich bin ein Junge" ausdrückt, wird immer noch als psychische Störung betrachtet und als ebensolche der Öffentlichkeit verkauft.
Es wird von so genannten „Geschlechtsumwandlungen“ erzählt und behauptet, dass z.B. ein transsexuelles Mädchen vom „geschlechtsidentitätsgestörten Jungen“ per Operation (und Änderung von Rollenstereotypen) zum „Mädchen wird“, anstatt ihr eigentliches ursprüngliches Geschlecht anzuerkennen.

Transsexuelle Menschen sind Menschen, die im falschen Körper geboren wurden.

Dies wurde bereits durch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Dennoch gelten transsexuelle Menschen rechtlich und medizinisch nach wie vor als psychisch gestört und sind Opfer von Vorurteilen und religiös-extremistischen Vorstellungen.
1995 konnten Forscher zum ersten Mal nachweisen, dass transsexuelle Frauen tatsächlich Frauen sind, weil sie ein anatomisch weibliches Gehirn haben. Weitere Hirnforschungen konnten zeigen, dass die Gehirne transsexueller Frauen nicht nur anatomisch weiblich waren, sondern auch wie weibliche Gehirne funktionierten.

Die wissenschaftliche Geschlechterforschung ist sich inzwischen sicher, dass das  Wissen um das eigene Geschlecht vor der Geburt festgelegt wird und nach der Geburt nicht mehr veränderbar ist, weshalb Transsexualität nicht therapierbar ist.

Wir fordern die WHO auf, Transsexualismus aus dem F-Teil des ICD zu entfernen um klar zu stellen, dass transsexuelle Menschen nicht länger zwangspathologisiert und für psychisch gestört erklärt werden dürfen.
Die WHO sollte die internationalen Psychologen- und Psychiaterverbände darauf hinweisen, dass eine Zwangspathologisierung transsexueller Menschen gegen Menschenrechte verstößt.

Die WHO sollte insbesondere die APA, die American Psychiatrists Association, auffordern, den Begriff „„Geschlechtsidentitätsstörung“ oder „Genderdysphorie“ aus dem DSM ersatzlos zu streichen und die Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Menschen nicht länger zu betreiben. Zudem sollte die WHO darauf hinweisen, dass Transsexualität primär nichts mit Geschlechtsrollen zu tun hat, sondern per se existent ist.

Jedoch sagt die Wissenschaft die Medizin und deren Ärzte!

"Transsexualität ist die schwerste Form der Geschlechtsidentitätsstörungen. Der Ursprung des Transsexualismus ist noch immer ungeklärt und Gegenstand teils heftiger Kontroversen innerhalb der medizinischen Fakultäten. Nichts desto trotz besteht Einigkeit darüber, dass es sich hier um ein gravierendes Störungsbild mit Krankheitswert handelt.

Psychotherapeutische Behandlungsversuche zur Rückführung der Geschlechtsidentität auf das Geburtsgeschlecht scheitern regelmäßig, so dass bei gesicherter Diagnose die operative und hormonelle Geschlechtsumwandlung letztlich die einzige Maßnahme darstellt, um den Patienten ein ausgeglichenes Leben in Selbstidentifikation zu ermöglichen."

Nach "J. Bancroft" ist die sexuelle Identität ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen und persönlichen Identität und des Selbstbildes, die deshalb stabil sein muß, um das Wohlbefinden eines Menschen sicher zu stellen. Er sieht es daher als sehr belastend an, wenn man nicht weiß welche Art von Mensch man eigentlich ist.

Noch belastender wird die Situation jedoch, wenn man begriffen hat, dass Körper und Geist nicht miteinander harmonieren.

Da diese Belastungen ein krankheitswerter Zustand sind, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den International Classifikations of Diseases ICD 10, Transsexualität unter der Kennung F 64 als behandlungswerte Krankheit eingestuft. (F 64.0 =.Erkennen der Störung in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter, F 64.2 =Störung bereits im Kindesalter erkannt.)

Transsexualität, (intensiver Wunsch und die Überzeugung dem anderen Geschlecht anzugehören.)
Das Wort vermittelt den Eindruck als handle es sich dabei um eine sexuelle Spielart. Es läßt im unbedarften Mitmenschen die Vorstellung aufkommen, der/die Betroffene fände mit der "Lust auf das andere Geschlecht" eine sexuelle Alternative, lebe damit eine "Perversion" aus.

Diese Betrachtungsweise ist jedoch zu oberflächlich, vermittelt ein vollkommen falsches Bild und führt zu den allgemein bekannten Missverständnissen.

Als Transsexualität wird die Diskrepanz zwischen biologischem (physischem) Geschlecht und dem subjektiv empfundenen psychischen Geschlecht bezeichnet.

Eine biologische Frau empfindet wie ein Mann = transsexueller Mann (FzM) und ein biologischer Mann empfindet wie eine Frau = transsexuelle Frau (MzF), und beide wollen entsprechend ihrer Empfindung leben, angenommen, akzeptiert und respektiert werden und natürlich auch entsprechend aussehen. Sie wünschen sich einen ihrem Empfinden gemäß gestalteten Körper und möglichst auch die entsprechende Physiognomie des psychischen Geschlechts.

Dazu gehört für eine transsexuelle Frau (MzF) nicht nur Busen und Vagina oder für den transsexuellen Mann (FzM) die flache, möglichst behaarte Brust, der Bart und unter Umständen ein Penis. Es gehört ebenso auch die entsprechend feminine oder maskuline Kleidung dazu, also das Tragen der Kleidung des Wunschgeschlechtes.

Trotz vielfacher (leider oft zu reisserischer und verzerrender) Aufklärung durch die Medien in der heutigen Zeit bestehen immer noch viele Irrtümer und falsche Annahmen, die es gilt auszuräumen, da sie die wahren Gründe für das Verhalten der Transsexuellen (TS) verschleiern.
Um das Wesen der Transsexualität (TS) deutlich zu machen, muß erklärt werden was TS nicht ist:

TS ist kein Fetischismus!

Für einen Fetischisten führen Gegenstände, Objekte oder einzelne Körperteile zu sexuellen Impulsen und Phantasien. Was dabei als Fetisch dient ist individuell stark unterschiedlich. Es können Haare, Füße, Reizwäschestücke, Schuhe, Gummi, Leder, Lack oder die komplette gegengeschlechtliche Kleidung usw. sein.
TS ist kein Transvestitismus (TV)!

Transsexuelle Menschen tragen die Kleidung ihres Wunschgeschlechtes nicht, um sich einen erotischen "Kick" zu verschaffen, wie es die Mehrzahl der Transvestiten tut. Auch nicht um damit Aufmerksamkeit zu erregen oder eine Show zu machen wie es in der künstlerischen Form, der Travestie der Fall ist. Sie tragen die Kleidung ihres Wunschgeschlechtes wie jede/r Angehörige des entsprechenden biologischen Geschlechtes auch.

TS ist keine Travestie! Travestie ist eine besondere, künstlerische Form der Personenimitation. In der weitaus überwiegenden Mehrzahl werden von homosexuellen Männern weibliche Showstars imitiert. Travestie ist in den allermeisten Fällen noch nicht einmal mit TV konform, denn die meisten "Damenimitatoren" sind froh, wenn sie nach der Vorstellung den "Fummel" wieder ausziehen können.

TS ist keine Spielart der Homosexualität!

Die Betroffenen sind weder Schwule noch Lesben, die mit der Transsexualität ihre Neigung zur Homosexualität verschleiern wollen. (Auch nicht dürfen, dies ist ein Ausschlussgrund) Liebt eine transsexuelle Frau einen Mann, dann ist sie nicht schwul sondern heterosexuell, oder im umgekehrten Fall; liebt ein transsexueller Mann eine Frau, dann ist er nicht lesbisch.

Heute ist zum Glück allgemein bekannt: Liebe ist eine Sache des Kopfes und der Kopf steuert den Körper. Doch gibt es auch unter TS homosexuelle Beziehungen. Liebt eine transsexuelle Frau eine Frau, dann kann man durchaus von einer lesbischen Beziehung reden, oder von einer schwulen Beziehung, wenn ein transsexueller Mann einen Mann liebt.

Zugegeben, das klingt vielleicht etwas verwirrend, erscheint jedoch plausible, wenn man das psychische Geschlecht der betroffenen TS berücksichtigt. Auch Bi-Sexualität ist wie bei sogenannten "Normalen" eine Variante der sexuellen Wünsche.

Ist Transsexualität gesellschaftsschädigend?

Nein! Nur ein in sich zufriedener Mensch kann seine volle Arbeitsleistung erbringen. Deshalb sind die Kosten für die Geschlechtsangleichung kein unnötig verschwendetes Geld, sondern Investition in die Arbeitskraft eines Gesellschaftsmitgliedes wie bei jeder anderen Krankheit auch. Das Recht auf körperliche und geistige Gesundheit muss Transsexuellen wie allen anderen Menschen auch zugestanden werden.

TS ist keine erotische Spielerei!

Die operative Angleichung an das ersehnte Geschlecht ist letztlich ein schmerzvoller und langwieriger Prozess, den wohl niemand aus lauter Spaß an der Freud auf sich nehmen wird. Sie ist einmalig und läßt sich weder rückgängig machen, noch beliebig oft wiederholen. Alle Transsexuellen hätten es viel lieber, wenn ihr Körper von vornherein ihrem Empfinden entspräche und eine angleichende Operation nicht erforderlich wäre.

Niemand ist freiwillig transsexuell und die Betroffenen legen meist einen langen, schmerzvollen Weg der Selbsterforschung und -erkenntnis zurück, bis sie sich schließlich gefunden haben und ihrer Seele zu ihrem Recht verhelfen. Viele leben aber in Selbstverleugnung, bis zu einem häufig vorzeitigen, freiwilligen Ende.

Ist Transsexualität ist eine Perversion?

Nein! Ein/e Transsexuelle/r will das Geschlecht nicht angleichen um hierdurch höheren Lustgewinn zu erzielen. Nicht selten haben Transsexuelle vor ihrer Geschlechtsangleichung kaum oder keinerlei zwischenmenschlich-geschlechtlichen Beziehungen und nehmen solche erst nach der Angleichung auf.

TS ist keine Geisteskrankheit!

Transsexuelle sind weder wahnsinnig noch verrückt. Die Diagnose der Transsexualität ist weder mit Schizophrenie noch mit Paranoia verbunden. Diese werden ganz im Gegenteil durch die Differenzialdiagnose ausgeschlossen. Was jedoch nicht ausschließt, dass sich Betroffene im Stadium ihrer Selbstfindung manchmal wie schizophren empfinden. (Es war, als liefe ich ständig neben mir selbst her.)

Ist TS eine Krankheit?

Sie ist auf jeden Fall ein Zustand der Krankheitswert besitzt. Eine Heilung im Sinne von auskurieren gibt es nicht, weder durch psychologische oder psychiatrische Therapien, noch durch Anti-TS-Pillen oder Gehirnchirurgie. Der einzige Weg zur "Heilung" ist das offene Leben in der gewünschten Geschlechtsrolle und die Angleichung an das Wunschgeschlecht.

Dies erfordert jedoch vorab eine tiefgehende Aufarbeitung des bisherigen Lebens unter psychologischer Begleitung, um eine positivere Einstellung zu gewinnen und frühere Fehler in der neuen Rolle nicht zu wiederholen. Des weiteren werden Hormonbehandlungen und aufwendige Operationen erforderlich, die heute glücklicherweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Ansonsten ist die Transsexualität ebenso wenig krankhaft wie Homosexualität oder Heterosexualität. Aber auf Grund der bestehenden Gesetzeslage sind die Betroffenen gezwungen die Pathologisierung hinzunehmen. Transsexualität ist weder ansteckend noch übertragbar oder vererblich und über mögliche Ursachen spekulieren nicht nur die Experten. Von pränatalen, biologischen Faktoren über psychische Ursachen, bis hin zu sozialen Einflüssen werden alle Möglichkeiten diskutiert.

Transsexualität ist keine Intersexualität!

Bei Transsexualität besteht der eindeutige Unterschied zwischen körperlichem und geistigem Geschlecht. Bei Intersexualität ist das Geschlecht nicht eindeutig bestimmbar. Hermaphroditismus, Zwittertum. Bei einem von rund 2000 neugeborenen Kindern läßt sich das Geschlecht nicht eindeutig bestimmen. Es gibt sehr viele unterschiedliche Ausprägungen, die auf hormonellen oder chromosomalen Ursachen und Abweichungen beruhen können. Da Eltern und auch Mediziner eine Zweigeschlechtlichkeit meist nicht akzeptieren können oder wollen, wird leider allzu oft von Geburt an in die körperliche und emotionale Integrität eingegriffen, um das Kind als eindeutig männlich oder weiblich aufwachsen zu lassen, ohne die psychische, geschlechtliche Entwicklung des Kindes abzuwarten.

Nicht selten haben daher intersexuelle Menschen in der Folge die gleichen Probleme wie die Transsexuellen, können sich auf Grund der Intersexualität dann jedoch nicht immer auf das TSG und die Standards berufen. Jedoch ist Intersexualität nicht automatisch ein Ausschlussgrund für Transsexualität.

TS keine Änderung des Geschlechts

sondern eine Angleichung des Körpers an den psychischen Zustand der Betroffenen. Was für die Umwelt wie ein Wechsel von einem zum anderen Geschlecht erscheint, da die psychische Verfassung der Betroffenen nicht richtig eingeschätzt wird, hat für die TS eine viel tiefer gehende Bedeutung. Die Transformation bedeutet nicht den Wechsel zum anderen Geschlecht, sondern die Vervollkommnung des "Ich" fast im Sinne einer Metamorphose.

TS ist keine Modeerscheinung

Wenn sich auch in den letzten Jahren in immer weiter steigenden Zahlen Transsexuelle zu ihrem seelischen Empfinden bekennen und aus ihrer Isolation heraustreten, kann doch von einer Modeerscheinung nicht die Rede sein. Transsexualität lässt sich nicht als zukunftsweisender Trend vermarkten und die Selbsthilfegruppen haben nicht vor, wie eine Sekte um Mitglieder zu werben. Das Angebot der Selbsthilfegruppen zur Hilfe soll auch nur als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden werden.

TS betrifft Frauen und Männer

Bedingt durch das auffälligere Auftreten transsexueller Frauen (MzF) schien es zunächst, als betreffe das Problem TS vorwiegend biologische Männer. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Inzwischen musste die Wissenschaft erkennen, dass es annähernd gleich viele transsexuelle Männer (FzM) wie transsexuelle Frauen (MzF) gibt.

TS ist gar nicht so selten

Die immer weiter fortschreitende Aufklärung der modernen Zeit und das damit allgemein gestiegene Selbstbewußtsein hat vielen Betroffenen die Furcht vor der Öffentlichkeit genommen.
Waren es Mitte der Fünfziger Jahre noch wenige hundert Fälle, so stiegen die Zahlen auf einige Zehntausend bis Ende des vergangenen Jahrhunderts an. Alleine für die Bundesrepublik wird die Häufigkeit vom Verfasser auf 0,3-0,4 %o geschätzt und unter Berücksichtigung einer nicht unwesentlichen Dunkelziffer gar bis über 1 %o.
TS gibt es überall

Es ist nicht zu beweisen, dass es TS nur in Großstädten gibt. So wie sich dieses Problem in allen Bevölkerungsschichten offenbart, so zeigt es sich auch in allen Regionen. Egal ob in der Großstadt, Kleinstadt oder auf dem Land. Da aber das Leben in der Großstadt anonymer ist und dort scheinbar ein toleranteres Klima herrscht, fühlen sich viele TS in diese Wohngebiete gezogen und treten dort auch offener auf.
TS ist nicht auf das Rotlichtmilieu beschränkt

Manche haben immer noch die Vorstellung, solche "merkwürdigen Vögel" gäbe es nur in den Vergnügungsvierteln. Leider verbindet dieses Vorurteil die wahre Transsexualität zum Unmut vieler Betroffener zu Unrecht mit der Prostitution. Sicher läßt sich nicht bestreiten, dass viele TS aus finanziellen Nöten gezwungen werden sich auf diese Weise den Lebensunterhalt zu sichern.

Ignoranz und Intoleranz der Gesellschaft sind aber oft genug die Triebfeder für das Abgleiten in die Subkultur da es immer noch nicht selten ist, dass viele Betroffene nach ihrem Coming-out den Arbeitsplatz und damit den ausreichenden Broterwerb verlieren. So nähren Vorurteile und Ignoranz Intoleranz und Ablehnung.


Diskriminierungsabbau durch Aufklärung.

Es sollte Aufgabe aller Betroffenen sein, immer weiter Aufklärungsarbeit zu leisten. Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte während und nach des Angleichungsprozesses immer wieder die Notwendigkeit der getroffenen Entscheidung und der daraus resultierenden Maßnahmen zu erläutern. Fehler, die die Umwelt begeht werden nicht deshalb zur Wahrheit weil sie ständig wiederholt werden. Aber sie verletzen die Betroffenen tief und reissen immer wieder die Wunden auf, die dann nur schlecht heilen wollen.
Spannungen bauen sich auf, die zu seelischen Verstimmungen bis hin zu tiefen Depressionen führen können. Die Betroffenen müssen sich die physische Angleichung an ihre Psyche immer noch hart erkämpfen, bis sie in ihrem sozialen Umfeld die entsprechende Anerkennung finden. Erst wenn die Reaktionen des sozialen Umfeldes sich den Erwartungen der Betroffenen annähern, können sich die seelischen Verspannungen lösen und die Wunden heilen.


Erklärung der wissenschaftlichen Terminologie

Wenn es auch für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist; die Betroffenen haben bereits immer in dem von ihnen angestrebten Geschlecht gelebt. Das biologische Geschlecht, die äußere Identität wird zwar geändert. Die innere Identität aber bleibt erhalten. Die äußere Form des Körpers wird deshalb umgestaltet, damit er die innere Identität nach außen repräsentieren kann. Somit verändert sich für die Umwelt die äußere Identität, doch es erscheint ihr die Phase der Angleichung nur als Wechsel der geschlechtlichen Identität, also als Transsexualität. Aber es wird in Wahrheit der psychischen Identität lediglich die physische Identität hinzugefügt. Es ist also nur ein körperliches Hinüberwechseln in die richtige Identität.

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Donnerstag, 29. November 2012

Geschichte von einer Transsexuellen im Jahr 1976



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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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Geschichte von einer Transsexuellen im Jahr 1976
Wie mit dem Fuchs

Der TV-Auftritt einer Transsexuellen legt Versäumnisse des Gesetzgebers bloß: Wer operativ zur Frau gewandelt wurde, bleibt rechtlich ein Mann.

Der Fernseh-Plauderer Hansjürgen Rosenbauer bewunderte ihren "Mut, heute Abend hierher zu kommen". Die Zuschauer im Studio verziehen durch Applaus, daß sie nach eigenem Bekunden "aus Drang zur Perfektion noch eine Brustoperation machen" ließ. Vor den Bildschirmen regte sich, am Samstag vorletzter Woche, vielerorts Mitgefühl, kam Verständnis auf für die Ärztin Gernot Sandy Kim Hoffmann, 29, die ein Arzt gewesen war.

Talk-Meister Rosenbauer war, am Tag danach, von ihr "schockiert und enttäuscht". Die "Abendzeitung" hängte ihr einen "Skandal um Nackt-Photos" an. Zweifel waren mit einem Male da an der Lauterkeit der transsexuellen Ärztin aus St. Wendel.

Den Stimmungswandel hatte ein Oben-ohne-Bild bewirkt, das Boulevard-Blätter nach der Gesprächsrunde veröffentlichten. Die Frankfurter "Abendpost-Nachtausgabe" fand: "Eine attraktive Frau." Und "Bild am Sonntag" schrieb: "So sahen Sie Gernot gestern abend nicht im Fernsehen."

TV-Auftritt und Bild-Ausschnitt weisen gleichermaßen auf die Rolle hin, in die rund 3000 Transsexuelle in der Bundesrepublik gedrängt sind, auf deren Probleme auch, denen sich Behörden wie Gesetzesmacher weitgehend verschließen. Gernot Hoffmann, die Gerda Hoffmann genannt werden möchte: "Wir werden immer wieder mißverstanden."

Auch die Wertung der inkriminierten Photos und der Weg, wie sie zum Abdruck kamen, zeugen von mangelndem Verständnis. Ein gewisser Hang zur Schaustellung. das haben Sexualforscher längst erkannt, ist allen Transsexuellen eigen. "Sie wollen sich selbst und ihrer Umwelt", so erläutert der Hamburger Sexualpsychologe Wilhelm Schoof, "ihr neugewonnenes Geschlecht vor Augen führen."

Und dem Photoreporter, dem die Ärztin den Brustschuß gewährte, "bin ich voll ins Messer gelaufen", wie sie später erkannte. Sie bemüht ein Gleichnis. "Das war wie mit dem Fuchs, der dem Raben die Beute aus dem Schnabel entlockte: Du kannst doch gar nicht singen, beweis mir es doch."

Nur den Sexualwissenschaftlern sind die Transsexuellen keinen Beweis mehr schuldig. Die Forscher kennen das Phänomen der, wie sich der Hamburger Sexualmediziner Eberhard Schorsch ausdrückt, "Diskrepanz zwischen dem ursprünglich angelegten körperlichen und dem erlebten und gelebten Geschlecht", sie wissen von dem "Auseinanderklaffen der psychischen und physischen Geschlechtsidentität" -- der Transsexuelle fühlt anders, als er gebaut ist.

Der Transsexuelle hat nichts gemein mit Zwittern und Transvestiten. Er unterscheidet sich vom weiblich-passiv orientierten Homosexuellen. der Schmuck und Schminke nutzt, um leichter den gewünschten gleichgeschlechtlichen Partner zu finden; er verspürt einen verstärkten Drang nach äußerlicher Geschlechtsumwandlung, und nach Auffassung von Harry Benjamin, US-Sexforscher und Fachautor ("The Transsexual Phenomenon"), setzt dieser Wunsch schon "in frühester Kindheit" ein. Vergebens trachteten Psychiater und Psychologen bisher danach, das Seelenleben solch "geschlechtsgespaltener Persönlichkeiten" (Benjamin) entsprechend ihrer körperlichen Beschaffenheit auszurichten.

An den Urologischen Uni-Kliniken von Kiel und Gießen, Westdeutschlands bisher einzigen Plätzen, an denen Geschlechtsumwandlungen vorgenommen werden, wird zunächst einmal ein psychiatrisches und sexualwissenschaftliches Gutachten verlangt, ehe man sich zur Operation entschließt.

Der Gießener Urologie-Professor Carl-Friedrich Rothauge etwa machte die Erfahrung, daß Selbstmordversuche oder -androhungen bei den Aspiranten aufs andere Geschlecht "fast die Regel" seien. Motiv laut Rothauge, der auch Rosenbauers Talk-Show-Partnerin Gerda Hoffmann operierte: "Haß auf das eigene Geschlecht."

In solchen Fällen plädieren Rothauge und seine Kieler Kollegen für die Geschlechtsumwandlung: Nach einer "Ausschälung" des Penis wird dessen Haut als neue Vagina gleichsam nach innen gestülpt. Sodann werden die Schwellkörper, als die "besonders reizrezeptiven Teile des Penis" (Rothauge), "nach unten geschlagen" und zur "Unterpolsterung" der -- aus dem Hodensack gebildeten -- Schamlippen verwandt. Bei "technisch sauber ausgeführter Operation", so versichert der Urologe, blieben die Operierten auch nach der Geschlechtsumwandlung "orgasmusfähig".

Aber auch wenn die Geschlechtsumwandlung chirurgisch geglückt ist, sind die Probleme nicht gelöst -- in Geburtsregister und Reisepaß bleibt in der Bundesrepublik weiterhin das andere Geschlecht verzeichnet. Wer "Gerda" heißen möchte, heißt weiterhin "Gernot".

Das hat Folgen. In München etwa fragte eine Kellnerin beim Arbeitsamt vergeblich nach einem Job und erhielt auch keine Unterstützung. Ausgerichtet an einem Urteil des Landessozialgerichts Schleswig-Holstein, befanden die Beamten, eine Beschäftigung sei "weder zumutbar noch zulässig oder auch nur möglich", weil als Frauen nur solche Personen vermittelt werden könnten, "bei denen es sich tatsächlich um Frauen handelt" (SPIEGEL 30/1975).

Freilich urteilten Gerichte auch schon anders. Das Landgericht Münster erspähte schon im Jahre 1963 "eine echte Lücke" im Personenstandsgesetz und gab einem Korrekturantrag statt, "da Fälle dieser Art dank der Fortschritte in der Medizin, Biologie und Genetik erst in den letzten Jahren möglich und bekannt geworden sind".

Der Bundesgerichtshof nahm, neun Jahre später, den Schritt zurück und bremste mit einer Grundsatzentscheidung den Elan der Untergerichte: Der Antragsteller "Helge" dürfe trotz medizinischen Gutachtens und "einer genitalverändernden Operation" nicht als "Helga" ausgewiesen werden. Gleiches gelte für alle gleichgelagerten Fälle, solange nicht "auf Grund einer gesetzlichen Regelung" Raum für die formelle Personenstandsänderung geschaffen werde.

Der Auftrag an den Gesetzgeber blieb bislang unerfüllt. Zu ändern wäre das Personenstandsgesetz, das heute nur die Berichtigung offenkundiger Schreibfehler in den Geburtsbüchern zuläßt. Und Artikel 1 des Grundgesetzes -- die Unantastbarkeit der Menschenwürde -- spräche eher dafür, niemanden nur wegen eines Eintrags im Geburtenbuch zu zwingen, sein Leben weiterhin als Angehöriger eines Geschlechts zu führen, dem er seelisch und körperlich nicht mehr zugerechnet werden kann.

Schwer tun sich aber auch die Befürworter einer Novellierung bei der Frage. von welchem Zeitpunkt an eine formelle Korrektur der Personendaten wirksam sein sollte -- vom Tag der Geburt, der Operation oder erst der Eintragung in den Personenstandsbüchern, weil daraus wiederum neue Rechtsprobleme erwüchsen. wie etwa Rentenansprüche oder Ehefähigkeit. Im Bonner Innenministerium wird eine entsprechende Novellierung, so ein Sprecher letzte Woche, "noch geprüft".

Da sind andere Länder schneller. In Schweden etwa kann, selbst ohne operative Geschlechtsangleichung, eine Korrektur verlangen, "wer von Jugend an erlebt, daß er nicht dem Geschlecht angehört, das für ihn in den Personenstandsbüchern eingetragen worden ist, und wer seit längerer Zeit dementsprechend auftritt und somit auch in Zukunft erwarten läßt, daß er in dieser Geschlechtsrolle leben wird.

Die Schweiz, Österreich und England tragen in den einschlägigen Bestimmungen dem Problem Rechnung. Und "selbst in Spanien", so hat Ärztin Hoffmann ausgekundschaftet, "hätte ich keine Schwierigkeiten gehabt".

Probleme hat Frau Hoffmann auch, ihren Status bei den Standesorganisationen durchzusetzen. Niederlassen könnte sie sich, das erfuhr sie in ihrer Heimatstadt Frankfurt, wenn sie als "Arzt" firmiert, sich "Gernot" nennt und "in einem Anzug auftritt. Die Transsexuelle: "Man verlangt von mir quasi eine transvestitische Haltung."

Im Saarland, wo sie zur Zeit in einer Privatklinik arbeitet, müßte sie in einer Praxis nicht die Kleider wechseln, ein "G. Hoffmann" auf dem Arztschild würde keinen Anstoß erregen -- mehr freilich ginge auch hier nicht. Denn, so bedauert Horst Kremers von der Ärztekammer des Saarlandes, "auch wir stehen vor dieser juristischen Schranke".

Gernot oder Gerda?

Jetzt muß das Bundesverfassungsgericht über den Vornamen einer Frau entscheiden, die ein Mann war

Eine Fernseh-Talkshow im September vorigen Jahres machte sie bundesweit bekannt: Die 30jährige Ärztin aus dem Saarland, die sich selbstbewußt genug zeigte, ihr Problem und das von etwa 3000 Transsexuellen in die Öffentlichkeit zu tragen. 1947 hatte sie sich der komplizierten Operation einer Geschlechtsumwandlung (unterzogen, um einen unerträglichen emotionalen Zwiespalt zu beenden. Doch mußte sie feststellen: einen weiblichen Vornamen durfte sie nicht tragen. Keine Behörde sah sich in der Lage, ihr zu erlauben, sich anstatt Gernot Yvonne Gerda Hoffmann zu nennen. „Nach der Sommerpause“, so verlautet das Karlsruher Verfassungsgericht, wolle man sich mit ihrem Fall befassen.
Einziges Zugeständnis hessischer Behörden im Jahre 1974, als Frau Hoffmann noch dort lebte: An ihren Vornamen Gernot darf sie die „geschlechtsneutralen“ Namen Sandy Kim anhängen. Was das wohl nützen soll?

Sie ist weiterhin Demütigungen, bohrenden Fragen, beleidigenden Bemerkungen ausgesetzt. Da kommt sie in eine Polizeikontrolle, an eine Zollschranke – und was passiert? Sie, eine Frau, zeigt ihren Ausweis auf den Namen Gernot Sandy Kim Hoffmann vor, und der Beamte wittert den Fang seines Lebens. Das „Fahren Sie doch mal rechts ran“ ist sie schon gewohnt, die endlos langen Verhöre auch, denn wo anders als in der Terroristenszene, mutmaßen eifrige Beamte, gibt es denn sowas. Oder sie will einen Scheck einlösen. Oder sie sucht eine neue Arbeitsstelle: Immer wieder lange intime Erklärungen, die entnerven.

Gernot Gerda Hoffmann aber versuchte alles: Sie schrieb an Bonner Politiker und bat in ihrem Fall um Unterstützung. Man schrieb ihr zurück: 1974, 1975 und ließ sie in der Hoffnung, ein „alsbaldiger Abschluß“ entsprechender Neuregelungen stehe bevor. Sie stellte Anträge im Saarland – alle wurden abgelehnt. Die Korrespondenz mit Bundestagsabgeordneten geht weiter, denn schon 1972 und 1975 wurde das Thema in Fragestunden behandelt, 1976 ein entsprechender Antrag angenommen. Noch in diesem Jahr, hieß es neulich, will die Bundesregierung dem Bundestag einen Entwurf zur Änderung des Personenstandsgesetzes zuleiten.

Die Briefe, die die Ärztin in diesen drei Jahren an Politiker wie Behörden schrieb, die Gutachten, die sie sammelte, füllen einen Aktenordner, Da gibt es medizinische Gutachten über Transsexualität, die auf eine Laune der Natur im fünften Schwangerschaftsmonat zurückgeführt wird, Berichte über die Situation der Betroffenen minder erschreckend hohen Zahl von Selbstverstümmelungen der verhaßten Geschlechtsmerkmale, der Zahl der Selbstmorde. Da wird auch der Unterschied zu Transvestiten erklärt, die nur die Kleider des anderen Geschlechts tragen wollen, doch das scheinen manche Behörden ein bißchen zu verwechseln.

Denn in der Begründung der Ablehnung ihres weiblichen Vornamens werden immer wieder zwei Urteile zitiert: eines des Bundesverwaltungsgerichtes von 1968, das verlangt, ein Vorname könne nur geändert werden, wenn das Geschlecht im Geburtenregister geändert sei.
Das andere Urteil fällte der Bundesgerichtshof im September 1971: „Die Rechtsordnung ist in ihrer Gesamtheit von dem Grundsatz der geschlechtlichen Unwandelbarkeit des Menschen bestimmt.“ Allein eine gesetzliche Neuregelung könne hier Abhilfe schaffen.

Gegen dieses Urteil wurde Anfang 1972 Verfassungsbeschwerde eingelegt. Dazu soll die Bundesregierung Stellung nehmen, was bisher nicht geschah.

Viele warten jetzt auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes oder eine Änderung des Personenstandsgesetzes. Es warten:
  • der Landrat des Saar-Pfalz-Kreises, der um Änderung des Vornamens gebeten wurde,
  • das Amtsgericht der Stadt Frankfurt, das um Berichtigung des Geburtenregisters gebeten wurde, nachdem das Standesamt Frankfurt-Höchst dies abgelehnt hatte.
Der saarländische Landtag bestätigte einstimmig die Empfehlung des Petitionsausschusses, dem Antrag von Frau Hoffmann statt zugeben, und jetzt wartet auch der Innenminister auf eine Entscheidung.
Was im Fall Gerda Hoffmann hierzulande geschieht, ist zum Beispiel in Amerika undenkbar.
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Beim ersten Mal hab ich nicht reagiert. Beim zweiten Mal überlegte ich: Eigentlich wäre es nur richtig zu spenden. Und beim dritten oder vierten Mal habe ich mir dann gedacht: Nun spende halt endlich!
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Transgender Europe: Pressemitteilung: 14. November 2012



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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Transgender Europe: Pressemitteilung: 14. November 2012
Transgender Europes Trans Murder Monitoring-Projekt zeigt 265 Morde an Trans*-
Menschen in den letzten 12 Monaten

Insgesamt wurden seit Januar 2008 1083 Morde an Transmenschen 2008
berichtet

Der 14. internationale Transgender Day of Remembrance findet am 20. November 2012 statt:
Seit 1999 gibt es jeden November den Transgender Day of Remembrance (TDoR), wo sich der im
vergangenen Jahr ermordeten Transmenschen erinnert wird. Der TDoR fördert das öffentliche
Bewusstsein über Hassdelikte an Transmenschen, bietet Raum für öffentliche Trauer und würdigt
das Leben derjenigen Transmenschen, die ansonsten in Vergessenheit geraten würden. Damals
gab es den TDoR nur in den USA, mittlerweile gibt es ihn in vielen Teilen der Welt. Er fand in der
Vergangenheit in über 180 Städten in mehr als 20 Ländern in Nordamerika, Europa, Asien, Afrika
und Ozeanien statt.

Leider kommen dieses Jahr 265 Transmenschen zu der Liste derer, die erinnert, betrauert und
gewürdigt  werden,  wie  ein  Update  der  Resultate  des  Trans  Murder  Monitoring  Projekt  von
Transgender Europe offenbart.

Das Trans Murder Monitoring Project (TMM) begann im April 2009 und überwacht, sammelt und
analysiert systematisch Berichte von Morden an Transmenschen in der ganzen Welt. Updates der
vorläufigen Resultate, die im Juli 2009 erstmals veröffentlicht wurden, gibt es zwei bis drei Mal im
Jahr in Form von Tabellen, Karten und Namenslisten auf der Website des "Transrespect versus
Transphobia Worldwide"-Projekts:

http://www.transrespect-transphobia.org/en_US/tvt-project/tmm-results.htm

Jedes Jahr  im  November  veröffentlicht Transgender  Europe ein spezielles Update der TMMResultate für den internationalen Transgender Day of Remembrance, um Aktivist_innen weltweit
dabei  zu  unterstützen,  das  öffentliche  Bewusstsein  über  Hassdelikte  an  Transmenschen  zu
verstärken.

Das Update zum TDoR 2012 offenbart insgesamt 265 Fälle berichteter Morde an Transmenschen
vom 15. November 2011 bis zum 14. November 2012:

http://www.transrespect-transphobia.org/en_US/tvt-project/tmm-results/tdor2012.htm

Im Vergleich zu den TDoR-Updates der letzten Jahre (162 Berichte 2009, 179 Berichte 2010, 221
Berichte 2011) erleben wir eine signifikante Zunahme, was auf das extreme Level an Gewalt
hindeutet, dem viele Transmenschen weiterhin ausgesetzt sind. Diese Zunahme kann jedoch auch
in der stärkeren Kooperation und dem intensiveren Datenaustausch des TvT-Projekts mit Transund LSBT-Organisationen begründet sein, die Morde an LGBT- bzw. Transmenschen in lokalem
oder  nationalem  Kontext  dokumentieren,  wie  z.  B.  die  Grupo  Gay da  Bahia  (Brasilien),  das
Observatorio Ciudadano Trans (Cali, Kolumbien), Pembe Hayat (Türkei) oder TVMEX – Travestis
México (Mexiko).

Das Update zeigt Berichte ermordeter bzw. zu Tode gekommener Transmenschen in 29 Ländern in
den letzten 12 Monaten, wobei die Mehrzahl aus Brasilien (126), Mexiko (48) und den USA (15)
kommt, gefolgt von Venezuela (9), Honduras (8), Kolumbien (6), Uruguay (6) und Guatemala (5).
In Asien gab es die meisten berichteten Fälle in Indien (6), Pakistan (5) und den Philippinen (4),
und in Europa in der Türkei (5).

Wie in den vorigen Jahren gab es die meisten berichteten Fälle in Mittel- und Südamerika, die
insgesamt  80%  der  weltweit  berichteten  Tötungen  an  Transmenschen  seit  Januar  2008
ausmachen. 2008 gab es in Mittel- und Südamerika 94 Morde in 13 Ländern, 2009 gab es 165
Morde in 16 Ländern, 2010 gab es 181 Morde in 13 Ländern, 2011 gab es 208 Morde in 16
Ländern. 2012 gab es bisher 224 Morde in 19 mittel- und südamerikanischen Ländern. Auch die
stärkste Zunahme an Berichten findet sich dort, z. B. in Brasilien (2008: 57, 2009: 68, 2010: 99,
2011: 105, 2012: bisher 111) und Mexiko (2008: 4, 2009: 9, 2010: 14, 2011: 33, 2012: bisher 43). In
Asien gab es die meisten Berichte von den Philippinen (28), aus Indien (21) und Pakistan (19).
Was Europa betrifft, so zeigen die Daten weiterhin eine erhöhte Fallrate in der Türkei in den
vergangenen Jahren (2008: 4, 2009: 7, 2010: 7, 2011: 6, 2012: 5), was seit Januar 2008 eine
Gesamtzahl von 29 berichteten Fällen ergibt.

Insgesamt zeigen die vorläufigen Resultate 1083 Berichte ermordeter Transmenschen in 56
Ländern seit Januar 2008.

Das  neue  Ergebnisupdate  zeigt,  dass  in  den  letzten  58  Monaten  98  Tötungsdelikte  an
Transmenschen in Asien berichtet wurden (2008: 15, 2009: 17, 2010: 29, 2011: 24, 2012: bislang
13), 69 in Nordamerika (2008: Kanada: 1, USA: 18, 2009: USA: 13, 2010: USA: 9, 2011: USA: 16,
2012: Kanada: 1, USA: bislang 11), 64 in Europa (2008: 13, 2009: 19, 2010: 10, 2011: 14, 2012:
bisher 8) und 6 in Afrika (2008: 2, 2009: 1, 2011: 1, 2012: 2) sowie 4 in Ozeanien (2008: 3, 2009:
1).
Das TDoR-Update der vorläufigen Resultate zeigt auch, dass seit Januar 2008 von 64 Tötungen
an Transmenschen in 11 europäischen Ländern berichtet wurde (Albanien: 1, Deutschland: 2,
Frankreich:  2,  Großbritannien:  5,  Italien:  15,  Polen:  1,  Portugal:  1,  Russland:  2,  Serbien:  1,
Spanien:  5,  und  Türkei:  29).  In  Asien  wurden  seit  Januar  2008  insgesamt  99  Tötungen  an
Transmenschen in 14 Ländern berichtet (Afghanistan: 1, Aserbaidschan: 2, Bangladesch: 1, China:
6, Indien: 21, Indonesien: 4, Irak: 3, Iran 1, Malaysia: 6, Pakistan: 19, Philippinen: 28, Republik
Korea: 1, Singapur: 1 und Thailand: 4). In Afrika, wurden seit 2008 insgesamt 6 Tötungen berichtet
(Algerien: 1, Mauritius: 1, Südafrika: 3 and Uganda: 1) und in Ozeanien 4 (Australien: 1, Fidschi 1,
Neu-Kaledonien: 1 und Neuseeland: 1).

Wir wissen aber, dass selbst diese hohen Zahlen nur ein Bruchteil der tatsächlichen Zahlen
darstellen; die Wahrheit ist weit schlimmer.

Wir verzeichnen nur die berichteten Fälle, die durch Internetrecherchen gefunden werden konnten.
In den meisten Ländern existieren keine systematischen Daten über ermordete Transmenschen,
und es ist unmöglich, die Zahl der nicht berichteten Fälle zu schätzen. Ein weiteres Ergebnis
dieser  Updates  ist,  dass  Brasilien  zwar  besondere  Aufmerksamkeit  aufgrund  der  hohen
Mordzahlen bekommt, die Mordzahlen in anderen süd- und mittelamerikanischen Ländern wie
Kolumbien und Venezuela, speziell aber Honduras und Guatemala, angesichts der weit geringeren
Bevölkerungszahlen in jenen Ländern gleichauf oder sogar noch gravierender sind.

Während die Dokumentation von Tötungsdelikten an Transmenschen unentbehrlich ist, um das
schockierende Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen gegen Transmenschen auf der ganzen
Welt zu demonstrieren, besteht ebenfalls Bedarf an der gründlichen Erforschung verschiedener
anderer  Aspekte  in  Bezug  auf  die  Menschenrechtslage  von  Transmenschen.  Daher  hat
Transgender Europe das Trans Murder Monitoring-Projekt zum Forschungsprojekt "Transrespect
versus  Transphobia  Worldwide"  (TvT)  weiterentwickelt.  TvT ist  ein  vergleichendes,  beständig
fortlaufendes  qualitativ-quantitatives  Forschungsprojekt,  welches  einen  Überblick  über  die
Menschenrechtslage von Transmenschen in verschiedenen Teilen der Welt bietet und nützliche
Daten und Lobbywerkzeuge für internationale Institutionen, Menschenrechtsorganisationen, die
Transbewegung und die breite Öffentlichkeit entwickelt. Ein Forschungsteam von Transgender
Europe koordiniert das Projekt, das von den Open Society Foundations, der ARCUS-Stiftung und
teilweise von der Heinrich-Boell-Stiftung finanziert wird. Das TvT-Forschungsteam wird von einem
beratenden  Gremium  aus  über  20  internationalen  LSBT-,  Trans-  und
Menschenrechtsaktivist_innen und Akademiker_innen aus Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika,
Europa,  Nordamerika  und  Ozeanien  unterstützt.  Darüber  hinaus  arbeitet  das  Team  mit  17
Partnerorganisationen in diesen sechs Weltregionen zusammen.

Im  Dezember  2012  veröffentlicht  Transgender  Europes  TvT-Forschungsteam  gemeinsam  mit
seinen Partnern im globalen Süden und Osten einen umfassenden Forschungsbericht, in welchem
die TMM-Daten komparativ analysiert und kontextualisiert werden.



Wenn ich gefragt werde, ob mir http://trans-weib.blogspot.de/ 10 Euro wert ist, dann sage ich: Ja, klar!

Für mich ist http://trans-weib.blogspot.de/ ganz oft der erste Anlaufpunkt. Ich halte die Artikel für ausgewogen und oft deutlich besser als Informationen auf anderen Webseiten. Wenn ich mich über ein Thema informieren will und dabei auf einer Seite lande, die ich nicht kenne, dann weiß ich erst mal nicht, wie ich sie einschätzen soll. Ist diese Seite seriös? Soll ich ihr vertrauen? Bei http://trans-weib.blogspot.de/  habe ich diesen Vorbehalt nicht.

Ich habe da mittlerweile ein Grundvertrauen entwickelt.

Während der letzten Spendenkampagne habe ich natürlich den Spendenaufruf des http://trans-weib.blogspot.de/ Nikita Noemi Rothenbächer ein paar Mal gesehen:

Beim ersten Mal hab ich nicht reagiert. Beim zweiten Mal überlegte ich: Eigentlich wäre es nur richtig zu spenden. Und beim dritten oder vierten Mal habe ich mir dann gedacht: Nun spende halt endlich!
Weil mir http://trans-weib.blogspot.de/ viel wert ist, wollte ich etwas tun - und so ein kleiner Betrag tut mir nicht weh. Spenden ist eine einfache Art, sich für Freies Wissen zu engagieren.

Bei http://trans-weib.blogspot.de/ gibt es tausende Freiwillige, die sich ohne finanzielle Gegenleistung sehr viel Arbeit mit dem Einstellen und Bearbeiten von Artikeln machen. Dazu gibt es Leute, die sich organisatorisch darum kümmern, dass das Projekt läuft, und schließlich gibt es eine sehr große Anzahl von Leuten, die http://trans-weib.blogspot.de/ nutzen.

Im Vergleich zu Facebook, Google und Co., die mit Ihren Webseiten Geld verdienen, ist die Zahl dieser Helfer sehr klein. http://trans-weib.blogspot.de/ wird als öffentliches Gut angesehen, so wie die Straße, auf der ich fahre: Ich benutze sie, ohne weiter darüber nachzudenken. Doch selbst für staatlich finanzierte öffentliche Güter zahle ich Steuern.

Spenden Sie 10 €, 25 €, 100 € oder wie viel Sie aufwenden können, um http://trans-weib.blogspot.de/ zu unterstützen.

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Mittwoch, 28. November 2012

Denke es reicht mit diesem Gesellschaftlichen Zynismus



Copyright © 2011-2021 Nikita Noemi Rothenbächer- Alle Rechte vorbehalten!

Bearbeitet und Geschrieben von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

Bitte kopiert den Link und gebt diesen euren Verwandten, Freunde, Bekannten und Familie denn Information beugt vor, einer Minderheit anzugehören!

Denke es reicht mit diesem Gesellschaftlichen Zynismus
Es ist schlimm in der heutigen Zeit einer Minderheit anzugehören, wenn dazu dann noch ein Zynismus kommt, welcher Menschen verachtenden erscheint und keiner seinen Mund auf bekommt wie in den Fällen von vielen Transgendern!

Dabei wissen dann die meisten gar nicht was Zynismus bedeutet aber Kritisieren und Verspotten  diese Menschen welche auf Ihrer eigen Ebene das Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen.
Das Recht auf Persönliche-entfaltung wie das Recht auf Selbstbestimmung welche jedem Deutschen Staatsbürger gegeben ist durch das Grund Gesetz Buch!

In der heutigen Umgangssprache bezeichnet Zynismus sowie das abgeleitete Adjektiv zynisch vor allem eine Haltung, Denk- und Handlungsweise, die durch beißenden Spott geprägt ist und dabei in oft bewusster Absicht die Gefühle anderer Personen oder gesellschaftliche Konventionen missachtet.
Haltung zum Ausdruck bringend, die besonders in bestimmten Angelegenheiten, Situationen als konträr, paradox und als jemandes Gefühle missachtend und verletzend empfunden wird!

Wenn ich zurück schaue und dann sehe wie vielen Menschen der Blogspot:  http://trans-weib.blogspot.de/ nicht nur eine Fülle von Information und Wissenswerte übermittelt, sondern das Gefühl gibt, “ wow da ist eine Betroffene welche sich nicht einschüchtern lässt“ von diesen welche mit Spott und Zynismus über diese Minderheit von Transgendern sprechen und schreiben, nun dann ist ein Teil meiner Arbeit gut gemacht!

Wie bei vielen anderen Minderheiten, kann ich nur sagen, die meisten welche diese Minderheiten in Generellem verunglimpfen mit Worten oder in Schrift, sind genau diese welche im geringsten Wissen welchen Schaden sie mit Ihrem tun eigentlich anrichten, durch deren Unwissenheit über die Thematik was zB. Transgender betrifft!

Sich in Akzeptanz zu üben, also zu lernen, Dinge anzunehmen wie sie sind, ist etwas, wovon jeder Mensch profitieren kann. Dabei geht es nicht nur darum, dass Akzeptanz eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander ist, sondern auch, zu lernen, nicht mit Dingen zu hadern, die im Zweifelsfalle nicht zu ändern sind.
Letztendlich ist es das Fehlen von Akzeptanz, welches uns daran hindert, glücklich zu sein, zur Ruhe zu kommen und erfolgreiche Strategien zu entwickeln. Wer ständig gegen Unabänderlichkeiten aufbegehrt, hat keine Kapazität sich konstruktiven Lösungsmöglichkeiten zu widmen.

Dies gilt im Allgemeinen, wie auch im Spezifischen: Ein intoleranter Mensch, der andere Menschen nicht so sein lassen kann wie sie sind, ist ständig damit beschäftigt, sich über diese aufzuregen, anstatt die Bereitschaft aufzubringen, offen für deren Andersartigkeit zu sein, womöglich davon zu profitieren und Verständnis für die Standpunkte des anderen aufzubringen, auch, um sich davon inspirieren im besten Falle zu lassen.
Akzeptanz ist also nicht nur für den Menschen wertschöpfend, der sie erfährt, sondern auch für den, der sie ausübt.

Fehlende Akzeptanz raubt Energien

Um einige diese Energien zurück zu geben, wurde der Blog

http://trans-weib.blogspot.de/

gemacht, um über diesen mehr und ohne Probleme vieles Nachlesen zu können!

Ein Defizit des Vermögens, Dinge anzunehmen, wie sie sind, gestaltet das Leben also zum einen anstrengender, weil sich täglich Gelegenheiten und Situationen ergeben, über die man sich aufregen kann und denen man seinen Seelenfrieden opfert. Zum anderen beraubt sich der Mensch konstruktiver, neuer Erfahrungen, wenn er sich an dem festbeißt, was er ohnehin nicht ändern kann.

Wenn wir wollen, na dann ist Akzeptanz gar nicht so schwer, der Anfang dafür ist  http://trans-weib.blogspot.de/ ein Blog wie eine Zeitschrift stöbere in diesem Blog über das was Du nicht weist, wo möglich interessiert dich letzend viel mehr!

Wenn ich gefragt werde, ob mir http://trans-weib.blogspot.de/ 10 Euro wert ist, dann sage ich: Ja, klar!

Für mich ist http://trans-weib.blogspot.de/ ganz oft der erste Anlaufpunkt. Ich halte die Artikel für ausgewogen und oft deutlich besser als Informationen auf anderen Webseiten. Wenn ich mich über ein Thema informieren will und dabei auf einer Seite lande, die ich nicht kenne, dann weiß ich erst mal nicht, wie ich sie einschätzen soll. Ist diese Seite seriös? Soll ich ihr vertrauen? Bei http://trans-weib.blogspot.de/  habe ich diesen Vorbehalt nicht.

Ich habe da mittlerweile ein Grundvertrauen entwickelt.

Während der letzten Spendenkampagne habe ich natürlich den Spendenaufruf des http://trans-weib.blogspot.de/ Nikita Noemi Rothenbächer ein paar Mal gesehen:

Beim ersten Mal hab ich nicht reagiert. Beim zweiten Mal überlegte ich: Eigentlich wäre es nur richtig zu spenden. Und beim dritten oder vierten Mal habe ich mir dann gedacht: Nun spende halt endlich!
Weil mir http://trans-weib.blogspot.de/ viel wert ist, wollte ich etwas tun - und so ein kleiner Betrag tut mir nicht weh. Spenden ist eine einfache Art, sich für Freies Wissen zu engagieren.

Bei http://trans-weib.blogspot.de/ gibt es tausende Freiwillige, die sich ohne finanzielle Gegenleistung sehr viel Arbeit mit dem Einstellen und Bearbeiten von Artikeln machen. Dazu gibt es Leute, die sich organisatorisch darum kümmern, dass das Projekt läuft, und schließlich gibt es eine sehr große Anzahl von Leuten, die http://trans-weib.blogspot.de/ nutzen.

Im Vergleich zu Facebook, Google und Co., die mit Ihren Webseiten Geld verdienen, ist die Zahl dieser Helfer sehr klein. http://trans-weib.blogspot.de/ wird als öffentliches Gut angesehen, so wie die Straße, auf der ich fahre: Ich benutze sie, ohne weiter darüber nachzudenken. Doch selbst für staatlich finanzierte öffentliche Güter zahle ich Steuern.

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Dienstag, 27. November 2012

Wenn ich gefragt werde, ob mir http://trans-weib.blogspot.de/ 10 Euro wert ist, dann sage ich: Ja, klar!


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Freitag, 23. November 2012

In Deutschland leben mehr als zehntausend Menschen, die intersexuell sind. Viele von ihnen werden zwangstranssexualisiert

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Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2012

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In Deutschland leben mehr als zehntausend Menschen, die intersexuell sind. Viele von ihnen werden zwangstranssexualisiert

Offiziell leben ungefähr zehntausend Intersexuelle in der Bundesrepublik. Selbst die Regierung schätzt die Zahl höher. Denn etwa 350 Kinder mit uneindeutigem Geschlecht werden jedes Jahr in Deutschland geboren. Je jünger die Kinder sind, wenn sie von ihren Eltern und von Medizinern in ein Geschlecht gepresst werden, desto größer die Schäden. „Für Kinder sind Hormone nicht zugelassen. Intersexuellen Kindern verabreicht man sie trotzdem.“

Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit werde ignoriert, sage ich.

Wer macht sich – ein Beispiel – klar, was es für ein intersexuelles Kind bedeutet, wenn es eine „Neovagina“ bekommt, wenn es „penetrationsfähig gemacht wird“? Sie weiß es: „Die Neovagina muss bougiert werden, also geweitet.“ Wie? „Die Eltern müssen jeden Tag mit dem Finger in die Vagina gehen und ein Phantom einführen. Das Kind muss damit schlafen. Das ist Folter.“ Vielleicht sogar mehr. „Das mangelnde Mitgefühl für diese Menschen ist mir persönlich unverständlich.“ Neovagina, Bougierung, Gonadektomie, Transsexualisierung. Es sind Worte, es ist Wirklichkeit.


Zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland
Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung-was Intersexuelle Menschen betrifft:

Seit 1950 propagieren und praktizieren Endokrinologen, Kinderchirurgen und weitere
Mediziner kosmetische Genitaloperationen und andere medizinisch nicht notwendige Eingriffe
an Kleinkindern mit atypischen Genitalien – weil sie die Erfahrung machten, dass die Eltern
möglichst früh am leichtesten zu einer Zustimmung zu bewegen sind. 1955 lieferte ein
Sexologe nachträglich eine angeblich wissenschaftliche Begründung nach. Die angebliche
Wirksamkeit dieser Eingriffe konnten sie bis heute nie mit zufriedenstellender Evidenz
belegen.

Seit bald 20 Jahren klagen Überlebende die verheerenden Folgen dieser Praktiken öffentlich
an , darunter Verlust der sexuellen Empfindsamkeit, schmerzende Narben im Genitalbereich,
gesundheitliche Schäden infolge Kastration, Traumatisierung durch die aufgezwungenen
Behandlungen, und fordern ihre Beendigung. Seit 13 Jahren fordern auch kritische Mediziner,
dass solche Eingriffe nur noch im Rahmen kontrollierter Studien durchgeführt werden sollen,
solange weiterhin keine Evidenz vorliegt. Die Antwort der verantwortlichen Behandler darauf
bis heute: Ablenkungsmanöver, Ausreden, Spott und Hohn  – sicher im Wissen, dass sie
wegen der Verjährung juristisch kaum je belangt werden können.

Wir fordern ein gesetzliches Verbot aller kosmetischen Genitaloperationen und kosmetischen
Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit einer Aufhebung,
Aussetzung oder Verlängerung der Verjährung, wie diese auch bei weiblicher
Genitalverstümmelung und sexualisierter Gewalt an Kindern gefordert wird.

Eltern haben kein Recht, für ihre Kinder kosmetischen Genitaloperationen und kosmetischen
Hormonbehandlungen zuzustimmen. Solche Eingriffe verletzen das Recht auf körperliche
Unversehrtheit der Kinder und berühren ihre höchstpersönlichen Rechte.

Erlaubt bleiben sollen einzig medizinisch zwingend notwendige Eingriffe, das heißt Eingriffe,
deren Aufschiebung irreversible körperliche medizinische Beschwerden zur Folge hätte, zum
Beispiel chirurgische Eingriffe zur Behebung von Verschlüssen oder Behinderungen im
harnableitenden System und Hormonbehandlungen zum Beispiel bei Cortisolmangel oder zur
Aufschiebung vorzeitiger Pubertät.

Zu diskutieren wäre höchstens eine Einwilligung in kosmetische Eingriffe für Jugendliche ab
16 Jahren in Verbindung mit einer gerichtlichen Genehmigungspflicht, die dann bis zum
vollendeten 21. Lebensjahr verbindlich sein soll.

Erwachsene sollen freien Zugang auch zu kosmetischen Behandlungen haben, gegebenenfalls in
Verbindung mit einer gerichtlichen Genehmigung bis zum vollendeten 21. Lebensjahr.
Führt das Unterlassen medizinisch nicht notwendiger Eingriffe zu von der betroffenen Person
nicht gewünschten irreversiblen hormonellen Veränderungen (Virilisierung oder Feminisierung
infolge Pubertät), sind reversible pubertätsaufschiebende Maßnahmen zugänglich zu machen, bis
die betroffene Person gegebenenfalls selbst auch zu medizinisch nicht notwendigen Eingriffen
ihre Zustimmung geben kann.

Eltern und Betroffene sind vollumfänglich zu informieren. Die Aufbewahrungsfrist für
Krankenakten ist auf 75 Jahre zu verlängern.

Bisher werden Eltern zu 90 Prozent  ausschließlich von Endokrinologen und Kinderchirurgen
beraten und betreut. Werden überhaupt Psychologen und Sozialpädagogen hinzugezogen, so
spielen sie im „multiprofessionellen Team“ höchstens eine Nebenrolle. Wir fordern, dass
stattdessen spezialisierte Psychologen und Sozialpädagogen Ansprech- und Kontaktpersonen für
die Eltern sein sollen. Mediziner sollen nur für medizinisch notwendige Behandlungen
zugezogen werden. Für den berühmten „psychosozialen Notfall“ der Eltern braucht es kein
Skalpell am Kind, sondern psychologische und sozialpädagogische Betreuung für die Eltern, und
gegebenenfalls später auch für die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst.

 Lebensqualität Betroffener und gesellschaftliche Situation und Perspektiven

Seit bald 20 Jahren beklagen überlebende Betroffene öffentlich, dass die medizinisch nicht
notwendigen Eingriffe und das Verschweigen ihre Probleme weniger lösen als verschlimmern
oder gar erst verursachen und verurteilen sie als westliche Form der Genitalverstümmelung.
Eine Einschätzung, die von immer mehr Menschenrechtsorganisationen und FGM-Expertinnen
geteilt wird.
Trotzdem werden in deutschen Kinderkliniken nach Erhebungen der Behandler selbst immer
noch 90 Prozent  aller Kinder und Jugendlichen durchschnittlich mehrfach verstümmelt; die
Hälfte der Kinder und 20 Prozent der Jugendlichen  werden heute noch gar nicht oder nur
unzureichend aufgeklärt.

Dementsprechend muss als erstes ein Verbot aller kosmetischen Genitaloperationen und
kosmetischen Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen durchgesetzt werden sowie
das Recht auf vollumfängliche Aufklärung für alle Betroffenen.

Als zweites muss das Leid der Zwangsbehandelten soweit wie noch möglich gelindert und der
verursachte Schaden soweit wie möglich wieder gutgemacht werden:
- Viele Betroffene sind aufgrund der durch die Behandlung verursachten psychischen und
physischen Schäden erwerbsunfähig und fristen ein prekäres Dasein.
- Die meisten Zwangsbehandelten sind traumatisiert und benötigen eine Psychotherapie, die
sie aber nicht bezahlt bekommen.
- Viele Betroffene erhalten eine adäquate Hormonersatztherapie entsprechend den ihnen
entfernten Hormon produzierenden Organen oft nur auf Privatrezept.

Drittens braucht es eine gesellschaftliche Aufarbeitung und Aussöhnung:

- Entschädigung und Rehabilitation geschädigter Betroffener durch einen Hilfs- und
Entschädigungsfonds, alimentiert durch den Staat als politisch Verantwortlicher und die
konkret verantwortlichen ärztlichen Standesorganisationen.
- Einsetzung einer Wahrheitskommission: Das Unrecht der Medizinversuche muss
gesellschaftlich anerkannt, ein dunkles Kapitel der Medizingeschichte muss beendet und
öffentlich aufgearbeitet werden.

Viertens müssen erwachsene Zwangsbehandelte und künftig hoffentlich unversehrt
heranwachsende Betroffene vor Diskriminierungen geschützt und gestärkt werden:
- Die größte Diskriminierung, die zuerst behoben werden muss, ist, wie erwähnt, die
Verweigerung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Danach
bleiben jedoch noch weitere Diskriminierungen, die bekämpft werden müssen, zum Beispiel
auf dem Arbeitsmarkt, bei Versicherungsabschlüssen oder im Sport.

- Fragen des Personenstandsrechts sind für die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen klar
von zweitrangiger Bedeutung. Gemäß § 47 Personenstandsgesetz ist für Betroffene ein
gerichtlicher Antrag auf Berichtigung des Geschlechts möglich, auch wenn dies offensichtlich
noch nicht bei allen Amtsstellen genügend bekannt ist. Seit 1. Januar 2009 besteht gemäß § 7
Personenstandsverordnung für Betroffene neu keine verbindliche Frist mehr für den
Personenstandseintrag. Auf diesen bereits bestehenden Wegen ist behutsam fortzufahren.

Ein Drängen auf Abschaffung des Personenstandseintrages oder auf Einführung eines
zwangsweise Personenstandseintrages  „unbestimmt“ oder ähnlich ist kontra-produktiv:
Operationswillige Eltern wollen dann erst recht eindeutige Tatsachen schaffen und die
„Schande“ eines unbestimmten Eintrags vermeiden.

Radikale Personenstandsreformen, wie diese hauptsächlich von dritten Interessensgruppen
immer wieder im Namen der Betroffenen gefordert werden, sind zudem im Gegensatz zu
körperlicher Unversehrtheit politisch umstritten und kaum mehrheitsfähig. Betroffene
kritisieren solche politischen Vereinnahmungen schon lange [6]. Mittelfristig ist jedoch für
erwachsene Betroffene ein optionaler Eintrag „intersexuell“ oder „zwittrig“ durchaus
erstrebenswert.

- Nicht zeugungsfähigen Betroffenen werden Adoptionen verwehrt, nur weil sie intersexuell
sind, andere werden gezwungen, ihre Intersexualität zu verheimlichen. Der Zugang zur
Adoption muss auch für Betroffene ermöglicht und gegebenenfalls erleichtert werden.
Seit dem Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates vom 23. Juni 2010 wurden allein in
deutschen Kinderkliniken weit über 300 weitere Kinder irreversibel genitalverstümmelt.

Zahllose Betroffene setzen seit langem  große Hoffnung in den Deutschen Ethikrat. Möge die Anhörung
dazu führen, dass endlich entscheidende Schritte unternommen werden für ein Leben in
Unversehrtheit und Würde auch für Menschen mit atypischen körperlichen
Geschlechtsmerkmalen.



Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

Heute in den TV- Medien, die Massen - Vergewaltigung einer 15 jährigen Schülerin, angeblich "Gastarbeiter bzw. FLÜCHTLINGE auch Poliz...