Montag, 15. Dezember 2014

In keinem Land gibt es so viele Geschlechtsumwandlungen wie im Iran. Für viele Homosexuelle ist die Operation der einzige Weg, um Stigmatisierung und Strafen zu entgehen.

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2014

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Geschlechtsumwandlung oder Strafe
In keinem Land gibt es so viele Geschlechtsumwandlungen wie im Iran. Für viele Homosexuelle ist die Operation der einzige Weg, um Stigmatisierung und Strafen zu entgehen.
Ohne islamisches Kopftuch dürfen sie nicht antreten, Männer als Zuschauer im Stadion sind verboten, trotzdem gewinnt der Frauenfußball im Iran immer mehr Fans. 50.000 Sportlerinnen kicken Woche für Woche in den verschiedenen Ligen, die jetzt für Schlagzeilen sorgen. Einige der besten Athletinnen, darunter vier aus der Nationalmannschaft und drei aus der Ersten Liga, sind nämlich Männer – Spieler, bei denen die chirurgische Geschlechtsumwandlung zur Frau noch nicht abgeschlossen ist. Alle sieben wurden vorläufig suspendiert. "Wenn die Operation erfolgreich und das Problem gelöst ist, können sie wieder ins Team zurückkehren", beschwichtigte der Chefmediziner des Iranischen Fußballverbandes, Ahmad Haschemian.

Geschlechtsumwandlungen lassen sich nur in mehreren Etappen durchführen, die in der Regel zwei Jahre dauern. Seit Irans Staatsgründer Ayatollah Ruhollah Chomeini vor drei Jahrzehnten in einer Fatwa den chirurgischen Eingriff für vereinbar mit dem Islam erklärte, verzeichnet die Islamische Republik nach Thailand weltweit die meisten Geschlechtsumwandlungen. Wer sich in einem falschen Körper gefangen fühle, dürfe den Körper verändern lassen, um sein Leiden zu lindern, urteilte Chomeini. Fortan galt Transsexualität in der schiitischen Morallehre als heilbare Krankheit, ganz im Gegensatz zur Homosexualität. Sie wird nach wie vor verurteilt als Verbrechen und Gotteslästerung, die mit Auspeitschung oder dem Tod bestraft werden kann.

Geschlechtsumwandlung werde im Koran nicht erwähnt, darum sei sie keine Sünde, begründete ein Geistlicher in dem bekannten iranischen Dokumentarfilm Sein wie die anderen diese gespaltete Moral. "Man kann Getreide nehmen, es in Mehl und Brot verwandeln. Auch das ist eine Umwandlung. Oder man kann einen Baum fällen und daraus einen Tisch oder Stuhl machen", argumentierte der Theologe.

Trotzdem bleiben Geschlechtsoperationen in dem strengen schiitischen Gottesstaat ein heikles Thema, auch weil sie für schwule Paare praktisch der einzige Ausweg sind, sozialer Stigmatisierung und schweren Strafen zu entgehen sowie legal zu heiraten. Viele Schwule werden durch den gesellschaftlichen Druck zu Geschlechtsumwandlungen getrieben, obwohl sie keine Transsexuellen sind, beklagen Aktivisten. Für manche endet dieser seelische Gewaltakt später in Depression und Selbstmord.

Die Hälfte zahlt die staatliche Krankenkasse

Zwischen 5.000 und 8.000 Euro kostet eine Operation in der Islamischen Republik, die bei Gericht beantragt werden muss und deren Kosten zur Hälfte die staatliche Krankenkasse übernimmt. Wer allerdings einmal bei den Behörden als Transsexueller registriert ist, muss sich auch operieren lassen. Sonst drohen ihm Anklage und Bestrafung wegen schwuler oder lesbischer Sexualpraktiken.

Offiziell leben inzwischen etwa 20.000 Transsexuelle im Iran, die alle neue Pässe und neue Geburtsurkunden ausgestellt bekommen haben. Nach inoffiziellen Schätzungen jedoch liegt ihre Zahl wesentlich höher und beläuft sich eher auf 150.000. Entweder eine Geschlechtsumwandlung machen oder den Iran verlassen, habe ihm sein Therapeut geraten, berichtete ein junger schwuler Iraner, der sich daraufhin in die Türkei abgesetzt hat. Und so schätzen Fachleute, dass zwischen 40 und 50 Prozent aller Transsexuellen im Land in Wirklichkeit Homosexuelle sind.

Irans Fußballverband kündigte unterdessen an, die Frauenkader in Zukunft stärker zu kontrollieren. Sportärzte sollen ohne Vorankündigung bei Training oder Punktspielen auftauchen und stichprobenartig die Spielerinnen untersuchen. Zugleich wurden alle Vereine verpflichtet, vor einem Vertragsabschluss das Geschlecht ihrer neuen Spielerinnen zu überprüfen.


Die Doppelmoral auch im Islam

Gerade der strenge Revoltionsführer Chomeini hat den Transsexuellen, Shemales, ein Erlaubnis erteilt, so zu sein, wie sie sein wollen. Während vor 20 Jahren sie genauso wie Schwule hingerichtet und gefoltert wurden. Passt natürlich überhaupt nicht in die strenge islamische Moral, Frauen verschleiern, Ehebrecher steinigen, Dieben die Hand abhacken, Schwule umlegen, aber Umgebaute bunt und auffällig gewähren lassen - nur weil der Koran keine Gegenargumente kennt? Da leistet sich der erzkonservative und brutale Iran einen moralischen Luxus. Vielleicht gewisse Vorlieben bei den Entscheidern? Verdrängtes...?

Geschlechtsumwandlungen sind in Iran erlaubt, während auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Das Leben eines Transsexuellen ist in der islamischen Republik trotzdem nicht leicht!

"Was spricht aus Sicht des Koran gegen Transsexuelle?" Ajatollah Chomeini blätterte in der heiligen Schrift. Er durchforstete 114 Suren nach einer Antwort. Er fand keine. Im Gegenteil: Die Veränderung göttlicher Ordnung gehört zum Alltag der Menschen, lautete seine Erkenntnis.

Türkei: Erdogan plant Sondergefängnis für Homosexuelle

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Türkei: Erdogan plant Sondergefängnis für Homosexuelle
Die Regierung in Ankara spricht von "Schutz der Verurteilten": Inhaftierte Schwule, Lesben und Transsexuelle sollen in der Türkei künftig in einem speziellen Gefängnis untergebracht werden. Die Opposition ist empört.

Ankara - Die türkische Regierung von Premier Recep Tayyip Erdogan sorgt mit einem neuen Vorhaben für Aufsehen: Justizminister Bekir Bozdag hat bekanntgegeben, dass Ankara den Bau eines Sondergefängnisses plane, in dem ausschließlich Homosexuelle untergebracht werden sollen.

Ziel der Trennung sei der "Schutz der Verurteilten", sagte der Minister auf Anfrage eines Oppositionsabgeordneten. Fortan müsse jeder Gefangene bei Haftantritt seine sexuelle Orientierung angeben. Insassen, die bei Haftantritt erklären, homosexuell zu sein, sollen künftig in einem eigenen Knast eingesperrt werden.
Schon jetzt würden sie häufig in einem eigenen Trakt, getrennt von den anderen Gefangenen untergebracht, erklärte Bozdag.

"Der Plan stigmatisiert Menschen"

Der Abgeordnete Veli Agbaba, der die Anfrage stellte, kritisiert die Regierungspläne scharf: "Am wichtigsten ist, dass die aktuellen Haftbedingungen für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle verbessert werden und ihre Isolation innerhalb der Isolation aufgehoben wird", sagte der Parlamentarier.

Auch der türkische Aktivist Efe Songün, Direktor der Istanbuler Organisation Spod, bezeichnete den Plan als schlechte Idee. "Dies stigmatisiert Menschen und legitimiert Hassverbrechen und Diskriminierung", sagte er. Bisher würden Angreifer in den Gefängnissen kaum jemals bestraft. Oftmals seien Gefängnisbeamte an Übergriffen beteiligt.

Nach Angaben des Justizministeriums sitzen derzeit in der Türkei 79 Menschen hinter Gittern, die sich selbst als lesbisch, schwul, bi- oder transsexuell bezeichnen. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen, da die Abfrage der sexuellen Orientierung bislang nicht


Sonntag, 14. Dezember 2014

Homosexuelle haben im Iran die Wahl zwischen Geschlechtsumwandlung und Tod

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Homosexuelle haben im Iran die Wahl zwischen Geschlechtsumwandlung und Tod
Soheil ist ein iranischer Flüchtling. In Istanbul hat er ein neues Zuhause gefunden. Seine dunklen Haare sind zu einem kleinen Zopf gebunden, die goldenen Stecker in seinem Ohr haben die Form von Playboy-Bunnys. Während er seine Geschichte erzählt, muss er seine Haare immer wieder aus dem Gesicht schieben. Soheil ist ein Flüchtling, aber er hat sein Land nicht verlassen, weil Krieg herrscht oder die Nahrung knapp ist.
Im Iran wird Homosexualität mit dem Tod bestraft!

Soheil ist homosexuell. Im Iran darf er als schwuler Mann nicht leben. Sein Heimatland leugnet, dass es so etwas wie Homosexualität gibt. Trotzdem ist es eins von sieben Ländern auf der Welt, das Schwule und Lesben mit dem Tod bestraft. Denn sie gelten als krank.

Der Staat bietet jedoch eine "Lösung" an, die absurder und menschenverachtender nicht sein könnte: Wer sein Leben retten will, lässt eine Geschlechtsumwandlung durchführen.
Hunderte junge Iraner und Iranerinnen werden jedes Jahr zu diesem Schritt gezwungen, von der Regierung und von ihren eigenen Familien. So absurd es auch klingen mag, in kaum einem anderen Land auf der Welt werden so viele Geschlechtsumwandlungen durchgeführt. Nach offiziellen Angaben sind es 400 im Jahr, mehr als vier Mal so viel wie zum Beispiel in Großbritannien.

Die Dunkelziffer muss weitaus höher sein.

Iran zwingt Hunderte Personen pro Jahr zur Geschlechtsumwandlung

Dr. Ali Hamedani ist im Auftrag von BBC Persia in die Türkei gereist und hat homosexuelle Flüchtlinge wie Soheil getroffen. Seit 2006 versucht er, über die Zustände im Iran aufzuklären.

“Ich habe mit einem Arzt aus einem bekannten Krankenhaus gesprochen. Er wollte anonym bleiben, aber er sagte mir, dass er selbst bis zu 200 dieser Operationen durchführt. Jedes Jahr”, sagte Hamedani.
“Es ist furchtbar. Ich habe in all den Jahren keinen einzigen Transsexuellen getroffen, der glücklich mit der Operation war, glücklich mit der neuen Situation, glücklich mit dem neuen Körper.”

Das größte Problem ist die mangelnde Aufklärung. “Diese jungen Menschen, insbesondere diejenigen, die in Kleinstädten leben, haben keinerlei Zugang zu Informationen. Man sagt ihnen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, dass sie krank sind. Sie haben keine andere Wahl, als sich der Operation zu unterziehen.”
Soheil hatte mehr Glück als viele andere homosexuelle Iraner. Mithilfe von ein paar Freunden gelang ihm die Flucht vor der Geschlechtsumwandlung und seiner Familie, die ihm mit dem Tod drohte. Soheil konnte fliehen, weil er wusste, dass er in anderen Ländern ein freies Leben führen kann. Viele Iraner wissen das nicht.

Zu ihnen gehört die 37-jährige Marie. “Maries Geschichte hat mich am meisten berührt”, sagt Hamedani. “Sie erzählte mir von ihrer Jugend, als sie noch ein Junge war. Sie beschrieb sich als femininen Mann, mit hübschen, langen Locken. Alle sagten ihr, sie sei so mädchenhaft, sie sollte ein Mädchen sein. Also stimmte sie der Operation zu. Ich fragte sie, ob ihr bewusst sei, dass sie in anderen Ländern wie Kanada als homosexueller Mann leben könnte. Plötzlich brach sie in Tränen aus. Sie konnte nicht glauben, was ich ihr erzählt hatte. Sie konnte nicht glauben, dass es eine andere Option gegeben hätte”, erzählt Hamedani.
Homosexuelle haben im Iran niemanden, an den sie sich wenden können. Shabnam (Name geändert), eine Psychologin in einer staatlichen Klinik im Iran, weiß, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Doch das darf sie nicht sagen.

“Wir müssen ihnen sagen, dass sie krank sind und eine Behandlung brauchen”, sagt sie. “Wir verweisen Homosexuelle zuerst an Kleriker, die ihnen sagen, dass ihr Glaube zu schwach sei und sie ihre täglichen Gebete sprechen sollen. Wenn das nicht hilft, wird eine sexuelle Störung diagnostiziert, die mit einer Geschlechtsumwandlung behandelt wird.”
Der Prozess der Geschlechtsumwandlung dauert normalerweise Jahre und ist mit Medikamenten und psychologischer Betreuung verbunden. Im Iran wird der Prozess nicht nur stark beschleunigt, er wird sogar vom Staat finanziert.

“Der Staat verspricht legale Dokumente und vergibt Kredite an die Betroffenen”, sagt Shabnam.

Genau wie Soheil ist auch Marie inzwischen in die Türkei ausgewandert. Dort ist Homosexualität keine Straftat und Iraner brauchen kein Visa. Marie leidet unter der Geschlechtsumwandlung. Sie fühlt sich körperlich zerstört. Eine kurze Beziehung zu einem Mann ist in die Brüche gegangen. All die Hoffnungen, die sie in ein Leben als Frau gesetzt hat, erwiesen sich als falsch.

Dr. Hamedani hat bei den Arbeiten zu seiner BBC-Dokumentation viele unglückliche Transsexuelle getroffen, viele Geschichten von Menschen gehört, die gezwungen wurden, ihren Körper umwandeln zu lassen. Von staatlicher Seite hat sich in all den Jahren nichts geändert. Doch Hamedani erkennt den Wandel in der Gesellschaft.

“Die Gesellschaft ändert sich, insbesondere in den großen Städten. Die Menschen sind nicht frei, aber sie fangen an, offener über ihre Sexualität zu sprechen. Das ist dem Internet zu verdanken und anderen Dingen wie Satellitenfernsehen”, sagt Hamedani.

Es ist ein winziger Hoffnungsschimmer.

Quelltext:http://www.huffingtonpost.de/2014/11/08/homesexuelle-iran-geschlechtsumwandlung_n_6125450.html?utm_hp_ref=germany

Donnerstag, 6. November 2014

Transsexuelle leiden unter dem Gefühl, im falschen Körper zu sein. Manche leben damit jahrzehntelang. Bis es nicht mehr geht.

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                 In Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Transsexuelle leiden unter dem Gefühl, im falschen Körper zu sein. Manche leben damit jahrzehntelang. Bis es nicht mehr geht.

Transsexuelle Auf halber Strecke gewendet

Transsexuelle leiden unter dem Gefühl, im falschen Körper zu sein. Manche leben damit jahrzehntelang. Bis es nicht mehr geht.

Mann oder Frau oder...? Soziale Netzwerke wie Facebook bieten inzwischen mehr als 60 Optionen an, sich geschlechtlich zu definieren.
Die Versammlung des Karnevalsvereins war fast beendet, als sich Lars Nehrig meldete. „Ich möchte noch was sagen.“ Der Entschluss war spontan. Jetzt ist der richtige Moment, es zu tun, dachte er. Nehrig stand auf und ging, beäugt von 400 Mitgliedern, durch die Stuhlreihen nach vorne. Auf seinem Weg hatte er Zweifel, Herzklopfen. Wie sollte er am besten anfangen?
Nehrigs Eltern, Freunde und Familie wussten es schon. Doch das hier, das war etwas anderes, etwas viel Schwierigeres, es würde sein öffentliches Coming-Out werden. Bevor Gerüchte entstanden, wollte er den Menschen seine Situation erklären. Vorne an der Bühne drehte er sich zum Publikum, überblickte von dort den Saal. Nehrig hob an, stockte, dann sagte er schließlich allen, was mit ihm los ist: „Ich bin transsexuell.“ Von nun an werde er als Frau leben und nicht mehr Lars, sondern Lara heißen.

Die erste Krise mit 16 Jahren

Das war vor zehn Jahren. Wenn Lara Nehrig heute über Transsexualität redet, spricht sie immer wieder von „seinen Weg finden“. Das Bild beschreibt auch ihre Lebensgeschichte. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr hat Nehrig als Mann gelebt, war verheiratet, hatte zwei Kinder. Dabei habe sie schon vor der Pubertät gefühlt, dass etwas mit ihr nicht stimme. Sie habe das „Empfinden gehabt, im falschen Körper auf die Welt gekommen zu sein“. Mit 16 Jahren erlebte sie - damals noch als Lars - die erste große Krise. Nehrig brach die Lehre ab und floh aus dem Elternhaus.
Doch auf eigene Faust konnte sie sich nicht durchschlagen, dafür reichte das Geld nicht. Auch fand sie keine Ansprechpartner für ihr Anliegen. In den Siebzigern und Achtzigern war Transsexualität kein Thema. Akzeptanz gab es kaum, sagt Nehrig, am wenigsten in der kleinen Dorfgemeinschaft, in der sie aufgewachsen war.

Der falsche Körper ist noch sichtbar

Sie versuchte, ihr Unwohlsein zu verdrängen. Wenn andere Männer das „Mann-Sein“ zu Wege brächten, müsste sie das auch irgendwie schaffen, war ihr Gedanke. „Mann-Sein“, das hieß: heiraten, Kinder kriegen, hart arbeiten, die Familie versorgen, keine Rücksicht auf sich selbst nehmen. Die Jahre verbrachte sie mit dem Leiden unter der Verdrängung und dem Wunsch, endlich zu sich selbst zu stehen. In der Mitte des Lebens habe sie schließlich das Gefühl gehabt, jetzt sei eine der letzten Möglichkeiten gekommen, in ihrem gefühlten Geschlecht zu leben.
Nehrig wohnt mittlerweile in einer kleinen Stadt im Norden Frankfurts. Ihr Name wurde für diesen Artikel geändert, weil sie nicht identifiziert werden möchte. Ihre Vergangenheit im anderen Geschlecht ist auch zehn Jahre nach der Hormontherapie noch sichtbar. Zwar hat sie Brüste und lange blonde Haare, trägt Lippenstift und Make-up. Und wenn sie lacht, wirft sie den Kopf nach hinten. Doch ihre Schultern sind auffallend breit für eine Frau, Hände und Arme sind sehr kräftig.

Wie das Thema öffentlich wurde

Seit Nehrigs Jugend hat sich das Bild von Transsexuellen in der Gesellschaft gewandelt. „Transgender“ ist längst geläufig als Oberbegriff für nichteindeutige geschlechtliche Zuweisungen und für Menschen, die sich nicht über klassische Geschlechterrollen bestimmen wollen.
Das Internet, Menschenrechtsgruppen und Künstler aus der Popkultur haben das Thema in die Öffentlichkeit gebracht. Die Sängerin Laura Jane Grace, geboren als Tom Gabel, veröffentlichte 2013 mit ihrer Band „Against Me!“ das Album „Transgender Dysphoria Blues“. Laverne Cox aus der amerikanischen Fernsehserie „Orange Is the New Black“ wurde in diesem Jahr als erste bekennend transsexuelle Schauspielerin für den amerikanischen Fernsehpreis Emmy nominiert. Und Anfang September erst erweiterte Facebook die Möglichkeiten für deutsche Nutzer, Geschlechtsangaben zu machen, um 60 Optionen, darunter sind auch viele Wahlmöglichkeiten für Transsexuelle.

Umdenken in der Psychologie

Lara Nehrig bezeichnet sich als „transident“. Mit dem Begriff will sie verdeutlichen, dass es sich nicht um eine sexuelle Vorliebe handelt, sondern um eine Identitätsstörung. Transidentität ist definiert durch die dauerhafte Gewissheit, sich dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen, durch das Unbehagen mit den angeborenen körperlichen Merkmalen und den Wunsch, im anderen Geschlecht leben zu wollen.
In aktuellen Klassifikationssysteme von psychischen Krankheiten ist auch nicht mehr von „Transsexualität“, sondern von Geschlechtsdysphorie die Rede; die Bezeichnung rückt das Leiden der Betroffenen in den Vordergrund und nicht die Transidentität als Störungsbild, wie Sophinette Becker erklärt. Die Psychotherapeutin hat die sexualmedizinische Ambulanz der Frankfurter Uniklinik bis zu deren Schließung im Jahr 2011 geleitet. Ende der neunziger Jahre war sie an den Leitlinien für die „Standards der Begutachtung und Behandlung von Transsexuellen“ entscheidend beteiligt.

Wie die Behandlung aussieht

Wesentlich für die Behandlung ist laut Becker die Frage, ob jemand mit dem Leben im neuen Geschlecht dauerhaft glücklicher wird. Erforderlich sei eine „Stück für Stück erfolgende Diagnose“. Zum einen wegen der gravierenden Konsequenzen im Fall einer Fehldiagnose - nicht nur die Operationen, auch manche Folgen der Hormonbehandlung wie Stimmbruch und Behaarung sind unumkehrbar. Zum anderen aufgrund der Unterschiedlichkeit der Fälle. Becker hat Transidente betreut, die schon Jahre vor Therapiebeginn ein Leben in der anderen Geschlechterrolle führten, ohne dass sie Hormone genommen hätten. Andere wiederum täten sich schon mit dem Outing schwer und hätten anfangs noch starke Unsicherheiten und innere Konflikte.
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen sieht vor, dass Patienten mindestens ein Jahr lang in psychologische Behandlung gehen, bevor sie mit einer Hormonbehandlung beginnen dürfen. Bis zur Operation sollen mindestens eineinhalb Jahre vergehen. Außerdem müssen die Patienten einen Alltagstest absolvieren. Darin sollen sie das neue Leben im anderen Geschlecht erproben, sich also in der Freizeit und im Alltag als Mann oder Frau anziehen und so verhalten, obwohl der Körper noch unverändert ist.

„Pervers oder krank“

„Man fühlt sich in dem Moment verkleidet“, sagt Lara Nehrig. Wer das tue, müsse sich darüber im Klaren sein, dass man auffalle, auch beschimpft werde, dass die Nachbarn darüber redeten. Für sie war es eine besonders schwierige Zeit: „Den Weg gehen nur diejenigen, die wirklich einen hohen Leidensdruck haben.“ Hormontherapie und Geschlechtsumwandlung fühlten sich an „wie eine zweite Pubertät“. Das scheinen manche wörtlich zu nehmen. „Viele machen den Fehler und haben ein Frauenvorbild wie eine Zwanzigjährige“, sagt Nehrig. Eine Transidente, die damals in ihre Nachbarschaft gezogen ist, stand eines Morgens in Minirock und High Heels, geschminkt wie beim Travestie-Theater, vor ihrer Tür.
Sich in der neuen Rolle zurechtzufinden ist eine der letzten Hürden auf dem Weg in die selbstempfundene Normalität. Für viele ist es jedoch schon ein Problem, ganz am Anfang einen geeigneten Ansprechpartner zu finden. „Der durchschnittliche Psychotherapeut oder Psychiater hat in seiner Ausbildung über Transsexualität nichts gelernt“, sagt Psychotherapeutin Becker. Fachkräfte fänden sich im Rhein-Main-Gebiet selten.
Wer schnell Beratung und Hilfe sucht, findet im Internet Gleichgesinnte oder nutzt die Unterstützung lokaler Selbsthilfegruppen. In Frankfurt leitet Sozialpädagogin Gitta Schwerberger den Transgender Freundeskreis. Sie organisiert regelmäßig Treffen. Dort können sich die Mitglieder austauschen und Beratung suchen. Schwerberger sagt, der Freundeskreis gehöre oft zu den ersten Stellen, die das Anliegen ernst nähmen. Viele Transidente hätten Selbstzweifel und würden von ihrem Umfeld hören, sie seien pervers oder krank. Bei manchen führe das Leiden zum psychischen Zusammenbruch oder gar zur Selbstverstümmelung.

Probleme in der Berufswelt

Nehrig und sie kennen sich über das Internet. In Schwerbergers Gruppe sind die meisten Mitglieder Mann-zu-Frau-Transidente, die Mehrheit ist älter als 40 Jahre. Es gebe einen großen Unterschied zwischen den Altersgruppen, sagt Schwerberger. Viele Jüngere würden eher zu sich stehen, auch dank der Aufklärung in Internet und Öffentlichkeit über das Thema.
Ältere Transidente, die bisher vor einer Behandlung und einem Outing zurückgeschreckt sind, haben ganz andere Hürden zu überwinden. Viele gehen mit dem Bekenntnis zu ihrer Transidentität beruflich ein hohes Risiko ein. Nach Schwerbergers Worten kam mehr als die Hälfte ihrer Gruppenmitglieder kurz nach dem Outing in Schwierigkeiten. Manche kündigten freiwillig, andere wurden versetzt oder entlassen. Das hängt nach Schwerbergers Erfahrung stark von der Branche ab. Bei der Arbeit mit Kunden und in großen, sich seriös gebenden Unternehmen sei die Wahrscheinlichkeit, entlassen zu werden, höher als in kleineren Betrieben. Dort kenne sie positive Beispiele. Ein ehemals männlicher Lastwagenfahrer ist mittlerweile als Frau im selben Unternehmen tätig wie vor dem Coming-out und erhält von den Kollegen volle Unterstützung. Die Akzeptanz in der Berufswelt sei im Laufe der Jahre ohnehin gewachsen, sagt Schwerberger.

Lara hatte Glück

Ältere Transidente stehen vor allem privat vor einem Umbruch. „Stellen Sie sich vor“, gibt die Sozialpädagogin zu bedenken, „Sie sind die Frau, und Ihr Ehemann sitzt nach zehn bis fünfzehn Jahren Ehe vor Ihnen am Frühstückstisch und sagt, ,Schatz, ich muss dir was sagen: Ich bin transident. Das heißt, ich bin auch eine Frau, und ich muss das jetzt leben‘.“ Für viele Paare ist das ein Scheidungsgrund. Auch die Beziehung zu Eltern, Kindern, Verwandten und Freunden kann zerbrechen.

„Man hat natürlich auch eine Vergangenheit und sich ein gewisses Leben aufgebaut“, sagt Lara Nehrig. Sie selbst sieht sich als eine der wenigen Transidenten, die Glück gehabt haben mit dem Verlauf des Coming-outs. Ihre beiden Kinder und ihre Eltern akzeptierten sie in ihrer neuen Identität. Den Lebensunterhalt kann sie als selbständige IT-Fachkraft weiter bestreiten. Und auch die Trennung von ihrer Frau geschah nicht unmittelbar als Folge des Outings. Freunde habe sie nicht verloren, „eher Bekannte dazugewonnen, die das Thema interessiert hat“.

Auch ihr Outing im Karnevalsverein verlief günstig: Viele kamen nach der Sitzung zu ihr, stellten Fragen und plauderten am Tresen darüber, was nun anstehe. Transidente würden von der Gesellschaft allgemein aber nach wie vor nicht so toleriert, wie viele es sich wünschten, sagt Nehrig. Am Ende wollten sie alle ein normales Leben führen wie jeder andere auch. „Das Wesen eines Menschen ändert sich nicht dadurch, dass er seinen Körper dem anpasst, was er schon immer gefühlt hat.“


Transgender in Indien Weder er noch sie

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Transgender in Indien

Weder er noch sie!
In Indien gibt es mehrere Millionen Hijras, weibliche Seelen in männlichen Körpern. Auf den Straßen Delhis werden sie verachtet, verspottet, missbraucht. Seit kurzem sind sie offiziell als „drittes Geschlecht“ anerkannt. Ob sich dadurch viel ändert?

Transgender in Indien: Weder er noch sie


Sanjana reißt die Arme in die Luft. Sie klatscht in die Hände und dreht sich schwungvoll um die eigene Achse. Wild wirbeln die Enden ihres grünen Sari durch die stickige Luft des kleinen Zimmers. Es ist drückend heiß in Indiens Hauptstadt Delhi, doch das kann Sanjana in ihrer Freude nicht bremsen. „Neu geboren, ich bin wie neu geboren“, singt sie zu einer bekannten Melodie aus einem indischen Bollywoodfilm. „Komm tanzt mit mir und lasst uns feiern.“

Sanjana tanzt im Zeenat-Club im Osten Delhis. Zeenat bedeutet übersetzt Schönheit, Anmut. Doch das Gebäude ist eher unscheinbar, versteckt an einer schmalen, eng verwinkelten Seitengasse im Stadtteil Khajoori Khas. Am Eingang hängt lediglich ein kleines Schild. Man will nicht auffallen. „Die Nachbarschaft hat sich inzwischen an uns gewöhnt“, sagt Anjan Joshi, Leiter des Zeenat-Clubs. „Trotzdem müssen wir vorsichtig sein, es gibt zu viele Vorurteile gegen uns.“

Weibliche Seelen in männlichen Körpern

Drinnen sind die Wände rosa gestrichen, auf dem Boden sitzen Sanjanas Freundinnen, sie haben einen kleinen Kreis gebildet, trommeln und klatschen zur Musik. Sie alle sind Transgender, Hijras, wie sie in Indien genannt werden, weibliche Seelen in männlichen Körpern. Auf den Straßen Delhis werden sie verachtet, verspottet, oft auch missbraucht. Doch hier in der Obhut der Nichtregierungsorganisation Space (Society for Peoples’ Awareness, Care & Empowerment) fühlen sie sich sicher.

Hier werden sie in juristischen Fragen beraten, gesundheitlich untersucht und können vor allem ihrer Freude freien Lauf lassen: Vor wenigen Wochen hat der Oberste Gerichtshof in Delhi offiziell die Existenz eines „dritten Geschlechts“ in Indien anerkannt. „Es ist das Recht eines jeden Menschen, sein Geschlecht frei zu wählen“, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Zwei bis drei Millionen Hijras leben in Indien. Eine von ihnen ist Sanjana. Sie ist 28 Jahre alt und stammt aus dem indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Als sie vor 13 Jahren in die indische Hauptstadt kam, kannte sie niemanden. Keiner wollte etwas mit ihr zu tun haben, weil sie eine Hijra ist. Nun sitzt sie auf dem kleinen Sofa im Zeenat-Club und erzählt von ihrem bisherigen Leben - von einer Zeit, als sie noch Sanju hieß und der ersehnte Junge ihrer Eltern war.
Doch schon als kleiner Junge wollte sie nie mit den anderen Jungs aus der Nachbarschaft spielen, Cricket interessierte sie nicht, sondern Puppen. Statt dunkler Stoffhosen trug sie lieber farbenfrohe Saris, sie kochte zu Hause für die ganze Familie und kümmerte sich um den Haushalt. „Ich war anders, wusste lange Zeit aber nicht, was es war.“

Im Alter von 14 Jahren suchte sie das Gespräch mit ihren Eltern. Doch die reagierten mit Härte. Sie sei krank und müsse daher zu Hause bleiben. Sie nannten sie eine Schande für die Familie und verboten ihr, weiter zur Schule zu gehen. Zu Hause, so hofften die Eltern, käme ihr Kind sicherlich wieder zur Vernunft. Doch als Sanjana sagte, sie sei eigentlich eine Frau, jagten die Eltern sie aus dem Haus. Im Grunde hörte Sanjana in jenem Moment auf zu existieren.

Bislang hatten Hijras in Indien keinen Geschlechtsstatus und bekamen daher keine offiziellen Dokumente wie einen Führerschein oder Pass. Für einen solchen Ausweis hätten sie sich zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht entscheiden müssen. Wer sich nicht in eine der beiden Kategorien pressen lassen wollte, existierte für die indischen Behörden nicht.

Die Hijras umgibt ein Aberglaube


Sanjana verließ ihr Heimatdorf und kam nach Delhi, doch auch in der indischen Hauptstadt traf sie auf Vorurteile, auf Missachtung und Hass. „Die Leute grölen, sie schreien und pfeifen uns hinterher, wenn wir die Straße überqueren. Es ist wie ein Spießrutenlauf.“ Viele Krankenhäuser lehnen es ab, Transsexuelle zu behandeln. Sie dürfen kein Eigentum besitzen, nicht heiraten oder ihre Identität in ihrem Pass oder Führerschein vermerken. „Wir sind ganz normale Menschen. Und um hübsch zu sein, müssen wir auch mal in den Salon. Aber keiner bedient uns“, erzählt Sanjana. Eigentlich wollte die Achtundzwanzigjährige Sängerin werden oder Tänzerin in einem Bollywoodfilm.

Doch niemand wollte mit ihr zusammenarbeiten. Einmal hätte es dann doch beinahe geklappt. Sie hatte an einem Gesangswettbewerb teilgenommen und es in die nächste Runde geschafft. Doch als sie am nächsten Tag zum Vorsingen kam und sagte, sie sei weder männlich noch weiblich, wurde sie sofort weggeschickt.

Viele Inder machen sich lustig über die „geschlechtslosen“ Menschen, doch die meisten haben Angst vor den Hijras. Der Aberglaube, der die Hijras umgibt, ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits bezahlt man sie, um sich durch ihren Segen Pech und Unglück vom Leib zu halten. Hijras tauchen daher immer wieder unangemeldet bei Geburten und Hochzeitsfeiern auf, bei Firmengründungen und Einzügen in ein neues Zuhause.

Der soziale Abstieg begann im 19. Jahrhundert

Sie versprechen - gegen ein entsprechendes Entgelt - Unglück fernzuhalten. Doch andererseits wird ihnen deshalb auch eine Verbindung zur Hexerei nachgesagt. Und wehe, wenn der Geldbetrag bei einer Hochzeitsfeier aus Sicht der Hijras nicht angemessen ist. Dann heben sie schnell mal ihren Rock hoch, denn fromme Hindus sind überzeugt, dass der Anblick der kastrierten männlichen Genitalien sie mit einem Fluch belegt, der sieben Jahre anhält.

Das war nicht immer so. Früher waren Indiens Hijras angesehen und respektiert. Schon in den frühen Hindu-Schriften wie dem Ramayana und dem Mahabharata werden sie erwähnt. In Zeiten der Mogulherrscher wachten sie als Geschlechtslose meist über den Harem des jeweiligen Herrschers. Sie hatten einflussreiche Positionen inne und genossen Respekt. Ihre Geschlechtslosigkeit befreie sie von sexuellen Trieben, so die damals gängige Überzeugung, ihre Entscheidungen fielen darum rationaler aus. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Ihr sozialer Abstieg begann im 19. Jahrhundert als die britischen Kolonialherren die Transgendergemeinschaft als „Kriminelle“ deklarierten, die allesamt „süchtig nach schweren Verbrechen“ seien. Sie wurden verhaftet, weil sie Kleider des vermeintlich falschen Geschlechts trugen, weil sie in der Öffentlichkeit tanzten und musizierten.

„Eine Frage der Menschenrechte“

Schritt für Schritt wurden die Hijras an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Mittlerweile sind sie weitgehend aus dem indischen Alltag verschwunden. Von der Öffentlichkeit missachtet, von der Polizei oft misshandelt, verstecken sie sich meist in Parks und an Bahnhöfen. Viele von ihnen leben in bitterer Armut, sind aufs Betteln angewiesen oder verdingen sich als Prostituierte.

„Die Anerkennung von Transsexualität als drittes Geschlecht ist kein soziales oder mediales Thema, sondern vielmehr eine Frage der Menschenrechte“, sagte Richter Panicker Radhakrishnan nach dem Urteil. „Transsexuelle sind ebenso Bürger Indiens. Wir müssen ihnen die gleiche Rechte und Möglichkeiten zugestehen wie anderen auch, ungeachtet ihrer Kaste, Religion oder ihres Geschlechts.“

„Ich bin überglücklich“, sagt Anjan Joshi. Joshi ist schwul und erlebt täglich am eigenen Leib die Diskriminierung von Minderheiten. Auch deshalb hat er 2012 den Zeenat-Club mitgegründet, als Rückzugsgebiet für Lesben, Schwule und Transgender. Die Entscheidung des Obersten Gerichts sei ein sehr gutes Urteil für Indien, meint Joshi. Denn der Fortschritt einer Gesellschaft ist aus seiner Sicht eng verbunden mit den Rechten jedes Einzelnen.

Karuna Nundy sieht das ähnlich und erkennt in dem Urteil eine „wegweisende Entscheidung“ für die indische Gesellschaft. Aus Sicht der Richterin am Supreme Court in Delhi ist es ein Meilenstein in der Geschichte, dass in Indien das „dritte Geschlecht“ offiziell anerkannt wird. „Über Generationen hinweg wurden diese Menschen diskriminiert und kriminalisiert.“ Endlich habe diese Fehlentwicklung nun ein Ende.

Die Richter haben in ihrem Urteilsspruch klar definiert, wer mit der Bezeichnung „drittes Geschlecht“ gemeint ist: Alle, die in ein Geschlecht hineingeboren werden, später aber durch Operation, Kleidung oder Make-up die äußerlichen Merkmale des anderen Geschlechts angenommen haben oder die schlicht das Leben des anderen Geschlechts führen, gelten von nun an als „drittes Geschlecht“ - mit allen Rechten. Hijras sind von nun an berechtigt, sich an Schulen und Universitäten einzuschreiben.

Eine landesweite Aufklärungskampagne

Sie haben Anspruch auf die staatlichen Wohlfahrtsprogramme, sind Teil des Gesundheitssystems und dürfen auch an allen anderen Unterstützungsmaßnahmen der Regierung für „sozial und wirtschaftlich rückständige Minderheiten“ teilnehmen. Mit Hilfe fester Quoten sollen Hijras bei Anstellungen im öffentlichen Dienst und der Vergabe von Studienplätzen künftig sogar bevorzugt werden. Zudem soll sich das Gesundheitssystem mit ihren speziellen medizinischen Besonderheiten vertraut machen. Und eine landesweite Aufklärungskampagne soll das Stigma aus der Welt schaffen, das Hijras seit vielen Jahren umgibt.

Das alles sei wünschenswert, sagt Nundy. Doch weiß die Richterin um die Begrenztheit solcher Richtlinien. „Ein Gesetz kann lediglich ein erster Schritt sein“, meint die 38 Jahre alte Juristin. Bereits 2009 hatte die indische Regierung Transgender ein kleines Stück Anerkennung zugestanden. Damals wurde ihnen erlaubt, auf den Stimmzetteln neben „männlich“ und „weiblich“ auch das Feld „anderes“ anzukreuzen.

Gleichgeschlechtlicher Sex ist in Indien verboten
Doch bei den Parlamentswahlen, die bis Mitte Mai in mehreren Phasen abgehalten wurden, hatten sich von den rund drei Millionen Hijras in Indien lediglich 26.000 als „drittes Geschlecht“ registrieren lassen. Zudem weißt Nundy auf Mängel in der Entscheidung des Obersten Gerichts hin: Die Richter haben in ihrem Urteil explizit festgehalten, dass die neue Geschlechtskategorie nur für Hijras gelte, nicht aber für Schwule, Lesben oder Bisexuelle. In Indien ist dies eine wichtige Einschränkung.

Denn Paragraph 377 des indischen Strafgesetzbuches beschreibt homosexuelle Liebe als „Geschlechtsverkehr gegen die Ordnung der Natur“. Gleichgeschlechtlicher Sex ist in Indien daher verboten und kann mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Der Paragraph stammt aus der britischen Kolonialzeit, doch erst vor wenigen Monaten hat das Oberste Gericht in Delhi besagten Paragraph für rechtens erklärt. „Hier haben wir ein riesiges Problem, dass ebenfalls dringend gelöst werden muss“, sagt Nundy. Die Juristin hofft jedoch, dass von dem Hijra-Urteil eine positive Wirkung ausgehen könnte. „Aus meiner Sicht hat das aktuelle Urteil das Potential, den Paragraphen 377 zu zerstören.“

„Das wird nicht genügen“

Derweil ist Sanjanas beste Freundin Bebo in den Zeenat-Club gekommen. Sie beide haben eine ähnliche Geschichte erlebt, beide wurden wegen ihres Geschlechts von ihren Familien als Schande beschimpft und verstoßen. Seit sich Sanjana und Flora vor einigen Jahren in Delhi kennengelernt haben, sind sie wie ein Herz und eine Seele, bei fast allen Themen haben sie eine ähnliche Meinung. Doch wenn sie über das aktuelle Urteil und dessen Auswirkungen auf ihr eigenes Leben sprechen, blicken sie unterschiedlich in die Zukunft: Während Sanjana tanzend das Urteil des Obersten Gerichtshofs feiert, sitzt Flora nachdenklich auf einem Plastikstuhl in der Ecke. „Sanjana tanzt und tanzt. Doch das wird nicht genügen.“

Flora glaubt nicht, dass ein richterliches Urteil ausreicht, um die Situation der Hijras in Indien nachhaltig zu verändern. „Ein Richterspruch kann nicht das beenden, was wir täglich auf den Straßen Delhis erleben. Die Diskriminierung wird so schnell nicht vorbeigehen.“ Richter seien zwar mächtig und Gesetze sehr wichtig, doch gesellschaftliche Akzeptanz könne nicht verordnet werden, sie muss von den Menschen in der Gesellschaft kommen. „Solange uns die eigenen Eltern verstoßen, wie sollen uns da fremde Menschen akzeptieren?“


Transsexualität im Kindesalter

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Geschrieben und Bearbeitet von Nikita Noemi Rothenbächer 2014
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                   In Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Transsexualität im Kindesalter
Wer wollte das rosa Einhorn?
Der kleine Alexander wollte schon im Kindergarten lieber Alexandra sein. Nun wünscht sich die Elfjährige eine Hormonbehandlung. Das Jugendamt ist dagegen.

Mädchen- und Pferdebücher? Alex liest Harry Potter - ziemlich geschlechterneutral.  Bild: privat
"Hallo, ich bin Alex*." Das Mädchen, das lächelnd die Tür zu einer hübschen Altbauwohnung irgendwo in Berlin öffnet, hat lange blonde Haare, trägt enge Jeans und eine Bluse. Das soll ein Junge sein? Dieses liebliche elfjährige Wesen, das bereitwillig sein rosa Zimmer präsentiert, mit den weißen Möbeln und dem rosa Einhorn auf dem Bett?
Nein, nichts weist auf einen Jungen hin. Und doch ist Alex Geschlecht zum Kampffeld geworden. Alex ist transsexuell. Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen. Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie. Das Jugendamt möchte es einweisen.
Seit wann sie denn denke, dass sie ein Mädchen ist? Alex sieht einem in die Augen und fragt zurück: "Seit wann wussten Sie denn, dass Sie ein Mädchen sind? Schon immer!" Für Alex ist die Lage klar. Als sie noch kurze Haare hatte, steckte sie sich einen Haarreif darauf, an dem zwei Wollzöpfe befestigt waren. Ihre Mutter, Anna Kaminski*, hatte damit kein Problem.
Nach dem Kindergarten habe Alexander das Geschlecht offiziell gewechselt und sei als Alexandra in die Grundschule gegangen. Sie wurde so akzeptiert, beteuern Mutter und Kind. Alex sei ein normales, fröhliches Mädchen.

Ein fröhliches Mädchen

Aber das finden nicht alle gut. Der Vater sprach das Kind weiterhin als Alexander an. Er zog seinem Sohn Jungensachen an, und wenn Alex weinte und sich wehrte, dann, so erzählt es die Mutter, wurde er grob.
Versucht man Alexander das Jungenleben schmackhaft zu machen, oder lässt man Alexandra als Mädchen weiterleben? Über diesen Konflikt haben sich die Eltern getrennt. Die Gesundheitsfürsorge für Alex haben sie dem Jugendamt übertragen. Der Vater kämpft mit aller Kraft gegen das Verhalten des Kindes an. Die Mutter möchte Alex den Willen lassen.
Aber nun kommt Alex in die Pubertät. Ihr Körper entwickelt sich zu dem eines Mannes. Ein Mann will sie nicht werden. Lieber sterben. Alex möchte mit Östrogenen behandelt werden, damit sie sich weiblich entwickelt. Das will der Vater verhindern. Er belagert das Jugendamt, schreibt 170 Seiten über seine angeblich gestörte Frau, die dem Kind nur einrede, ein Mädchen sein zu wollen. All dies erzählt seine Frau, der Vater selbst reagiert nicht auf Anfragen.

Was er nicht schreibt, was aber seine Exfrau erzählt, ist, dass auch in seiner Herkunftsfamilie schon einmal Transsexualität vorkam. Sie wurde, wie damals üblich, versteckt und unterdrückt. Dem Sohn wolle er so etwas "ersparen", meint Anna Kaminski. Deshalb kämpfe er so verzweifelt und stelle doch damit erst eine Situation her, die sein Kind extrem belaste.

Wie umgehen mit transsexuellen Kindern? Nicht nur Alex Eltern sind gespalten, auch die Fachwelt ist uneins. Kinder, die sich ins andere Geschlecht wünschen, sind gar nicht so selten. In der Pubertät verschwindet oftmals der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören. Stattdessen bildet sich oft eine homosexuelle Identität.

Darauf weist etwa Klaus Beier hin, Sexualmediziner an der Berliner Charité. "Wenn wir Kriterien hätten, die uns sicher sagen könnten, dass eine Geschlechtsidentitätsproblematik im Kindesalter später in eine Transsexualität übergeht, wäre die Gabe von pubertätsblockierenden Medikamenten verantwortbar", sagt Mediziner Beier. "Diese Kriterien haben wir aber nicht, sodass stets der denkbare Fall zugrunde gelegt werden muss, dass sich das Unbehagen im biologischen Geschlecht im Laufe der weiteren Entwicklung verlieren könnte."

Gegen die Natur?

Es gebe nämlich zum Beispiel auch eine von den Eltern induzierte Störung der Geschlechtsidentität, wenn etwa die Mutter selbst eine gestörte Beziehung zu Männern habe und ihren Sohn in die weibliche Rolle dränge. Hat Alex Mutter, diese sehr normal und fröhlich wirkende Frau, das Zimmer rosa gestrichen und das Einhorn gekauft - gegen die Natur des Kindes? Schwer vorstellbar. Aber ihr Exmann ist davon überzeugt, dass die Mutter das Problem ist und das Kind ohne sie zum Jungen würde.
Es gibt auch andere Haltungen zur frühen Transsexualität als die von Klaus Beier. Eine niederländische Studie, für die die Entwicklung von Kindern mit einer sogenannten Geschlechtsidentitätsstörung verfolgt wurde, weist darauf hin, dass sich biologische Jungen, die besonders hartnäckig behaupteten, sie seien Mädchen, später auch zu Transsexuellen entwickelten. Die späteren Homosexuellen hatten eher geäußert, es sei ihr Wunsch, ein Mädchen zu sein. Aber leider seien sie Jungs. Die Niederländer trauen sich eine Unterscheidung zu und fangen in für sie eindeutigen Fällen schon in der Pubertät mit der Hormonbehandlung an.

Auch in der Schweiz traut man sich zu, Kinder in der Vorpubertät zu diagnostizieren und dann auch zu behandeln. "Ich würde das Kind eine Weile begleiten", so Professor Udo Rauchfleisch von der Universität Basel, ein anerkannter Experte und Gutachter für Transsexuelle. Mindestens ein halbes Jahr lang müsse er das Kind wöchentlich sehen - dann könne er eine Diagnose stellen. "Wenn es eine Transsexualität ist, dann würde man auch bald mit der Hormonbehandlung beginnen", so Rauchfleisch.
"Es ist natürlich eine ungeheure Erleichterung, wenn das Kind sich dann gemäß dem gewünschten Geschlecht entwickelt". Mit Östrogenen behandelte Kinder etwa würden keinen Stimmbruch bekommen und keine breiten Schultern, stattdessen einen Busen. Sie würden als Erwachsene wie eine Frau aussehen und nicht wie ein verkleideter Mann.

Alex wurde nie neutral begutachtet. Vor sechs Jahren sollte sie zu Tests in ein großes Berliner Krankenhaus: "Die haben mir erzählt, ich würde als Mädchen später unglücklich. Da wollte ich nicht mehr mitmachen," sagt sie.

Rollenklischees der Ärzte

Sie brach die Tests ab. Über die Rollenklischees der Ärzte wundert sie sich: "Die stellten mich vor ein Regal: links rosa Prinzessinnen, rechts Autos. Ich soll entscheiden, womit ich spielen will, das ist doch lächerlich. Ich habe dann ein Puzzle gemacht." An solchen Erzählungen merkt man erst, wie absurd es ist, dem Kind ein Rollenverhalten zuzuweisen, das anderswo geschlechterbewusste ErzieherInnen gerade zu relativieren versuchen.

Auch Alex spielt nicht pausenlos mit Puppen. Fußball aber auch nicht. Ihre Hobbys sind Breakdance, Schwimmen und Lesen. Und was liest sie? Mädchen- und Pferdebücher? Alex liest Harry Potter - ziemlich geschlechtsneutral.

Man möchte gern mit einer neutralen Instanz sprechen. Aber die Lehrerin lehnt ab, zu heikel sei der Fall. Im Jugendamt wird erst mal ermittelt. Ist die Mutter das Problem? Warum gibt es dann keine professionelle Einschätzung ihrer Psyche? Oder setzt nicht vielleicht der Vater die Institutionen unter Druck, die einfach keinen weiteren Ärger mit ihm riskieren möchten?
Der Chefarzt etwa sprach bei der abgebrochenen Untersuchung vor sechs Jahren lange mit dem Vater und dann eine Stunde lang mit der Mutter. Alex selbst bekam er gar nicht zu Gesicht. Dennoch stand die Diagnose: Die Mutter habe dem Kind die Transsexualität eingeredet. Anna Kaminski suchte eine Therapeutin auf. Hat sie eine psychische Störung, von der sie gar nichts ahnt? Die Therapeutin konnte nichts dergleichen feststellen.

Nie gründlich untersucht

Aber vor allem wurde Alex bis heute nicht gründlich untersucht. Schon gar nicht über längere Zeit, wie es Rauchfleisch für nötig hält. Dabei wäre ein Bericht oder ein fundiertes Gutachten nun so wichtig: Denn im Jugendamt, das jahrelang ruhig war, ist eine neue Pflegerin für Alex eingesetzt worden. Und die glaubt dem Vater und schafft Fakten: Das Kind sei suizidgefährdet und müsse in die geschlossene Psychiatrie. Hormone solle es keinesfalls bekommen.

Sondern die Pubertät erleben, in der Hoffnung, dass es danach doch als Mann leben wolle. Dazu solle es therapiert werden: Angebote für eine "männliche" Rollenentwicklung würden gemacht. Fußball und Autos. Die "weiblichen" Wünsche ignoriert. Später soll Alex in eine Pflegefamilie. Hauptsache, weg von der Mutter.
"Das ist absurd. Man nimmt doch ein Kind nicht aus der gewohnten Umgebung", sagt Professor Rauchfleisch. Und wenn man es nun quasi umerziehen wolle, dann würde sich das Kind eher verstellen - und todunglücklich: "Das hat nichts mit Therapie zu tun. Eine Therapie begleitet einen Menschen bei der Selbstfindung, sie redet einem nichts ein oder aus. Wenn das Kind wirklich transsexuell ist, dann fügt eine solche ,Therapie' dem Kind Schaden zu."

Doch obwohl es keinerlei Gutachten gibt, setzte das Jugendamt die Zwangseinweisung vor dem Amtsgericht durch. Anna Kaminski, völlig entsetzt von diesem Urteil, ging in die nächste Instanz, der Fall liegt nun beim Kammergericht. Aber das Jugendamt will die Einweisung jetzt. Per einstweilige Verfügung. Jeden Tag können sie nun vor der Tür stehen. Und ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen ohne ein einziges Gutachten in die Psychiatrie bringen.


Transsexualität in der UdSSR: die Geständnisse von bahnbrechenden Geschlechtsumwandlung

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                        In Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Transsexualität in der UdSSR: die Geständnisse von bahnbrechenden Geschlechtsumwandlung


Sowjet Chirurg, Autor des ersten Umwandlung in der Welt des Sex erfolgreich, spricht über seine berühmteste Rede. Unternehmen im Jahr 1968, wurde es geheim über 20 Jahre gehalten.

Im Jahr 1972, ein sowjetischer Arzt führt eine beispiellose Leistung, Durchführung zum ersten Mal in der Geschichte der Geschlechtsangleichungen Art weiblichen zu männlichen. Und sowjetischen Ideologie ist jedoch die Ursache, seinen Erfolg wurde geheim gehalten Jahre.
Im Winter 1968 kam eine elegante Frau mit braunen Haaren in das Büro des Chirurgen Viktor Kalnberz, Direktor des Instituts für Traumatologie und Orthopädie der Sowjetrepublik Lettland. "Ich weiß, dass Sie versuchen, mir meine Meinung zu ändern, aber es ist eine verlorene Sache. Ich bin davon überzeugt, dass die Natur einen Fehler gemacht, indem sie mir eine Frau. Und ich bitte Sie, diese Fehler zu korrigieren ", sagte sie.
Im November 1972 wurde die Patientin das Krankenhaus verlassen in ihrem neuen männlichen Körper und mit neuen Dokumenten. Es war der erste erfolgreiche Geschlechtsangleichungen Fall, nicht nur in der Sowjetunion, sondern für die ganze Welt: Die vier früheren Operationen haben in der Schaffung von Hermaphroditen geführt. Doch statt der Herrlichkeit war es der Entrüstung hat M.Kalnberz bekannt. Der Arzt fast seinen Job verloren und kaum vermieden Gefängnis. Die SRS war nicht der einzige Bereich, er Pionierarbeit geleistet.

Der Arzt hat eine solche Penisimplantat, das Hunderte von sowjetischen Menschen leiden an Impotenz geholfen hat, erfunden. Aber die meisten Ärzte sahen ein düsteres Bild von der Sexualwissenschaft, als "unwürdig" Wissenschaft. Wie für die Geschlechtsumwandlung, es ist absolut nicht in die Sowjetideologie entsprachen.
Nach M.Kalnberz, weiß er fast nichts über das Leben seiner Patienten nach der Operation, nicht einmal seinen neuen Namen. Vor dem Verfahren, genannt Inna. "Er hatte Angst vor Skandal. Deshalb, wenn mit neuen Papieren konfrontiert, fragte ich ihn mir nicht zu sagen den neuen Namen oder die Adresse. Ich weiß nicht einmal, seine Telefonnummer. Das einzige, was ich ihn fragte, war, mich von Zeit zu Zeit an um mir seinen Gesundheitszustand zu informieren. Das letzte Mal, als ich seine Stimme hörte, war es dort für mehr als fünf Jahre. Er war dann fast 70 Jahren ", sagt der Arzt.
Inna war etwas weniger als dreißig Jahre alt, als sie zum ersten Mal zu diesem Arzt ging. Ingenieur vielversprechende Talente und einzige Tochter ihrer Eltern, war es eine schöne und geliebte Frau.
Bedienung oder Selbstmord
Inna M.Kalnberz zuerst von Mail. Sie schrieb: "Seit meiner Kindheit, ganz sicher, ein Junge zu sein war ich. Ich Neigungen und rein männliche Wünsche, die ich nach und nach von der Gesellschaft isoliert und nahm mir die Möglichkeit, Kinder zu haben und eine Familie gründen ... Im Alter von 12, fühlte ich mich für erste Liebe, und es war Liebe für eine weibliche Person. Dieses Gefühl wurde mit brutaler Deutlichkeit, dass meine Situation war hoffnungslos (...) Ich habe keine und kann nicht jede Hoffnung, dass eines Tages jemand zu befreien mich von der Notwendigkeit, für immer in einer Maske leben, haben gezeigt, Kleidung, die mich krank machen, das Gefühl peinlich mich noch bei meinen Verwandten. Ich bin jetzt dreißig. (...) Und selbst wenn eines Tages ein Wunder hat mich Attraktion für Männer fühlen, ist es jetzt für mich unmöglich, mein Leben wieder aufzubauen, Lerngewohnheiten und Aktivitäten von Frauen, die ich fast nicht wissen. Anstatt etwas zu tun, ist es besser, Selbstmord zu begehen. "
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Zu diesem Zeitpunkt war bereits Inna drei Selbstmordversuche für eine Frau gemacht, vor allem wegen der unerwiderten Liebe. Viktor Kalnberz war ihre einzige Hoffnung: ein renommierter Arzt in der Zeit hat er mehrere Operationen durchgeführt Umwandlung, die Korrektur der Zwitter Sex und startete ein Hilfsprogramm für Männer, die ihre Geschlechtsorgane verloren haben aufgrund einer Verletzung.
Das Geheimnis des "neugeborenen Menschen"
Dennoch scheiterte Inna sofort zur Operation. "Ich sympathisierte mit ihr, aber ihr Schicksal hängt nicht allein von mir ab. Wir haben die Beratung Endokrinologe, Sexualforscher, Frauenarzt, Psychiater. Sie alle kamen zu dem Schluss, dass die übliche Behandlung konnte das Problem nicht lösen. Schließlich war es der Gesundheitsminister der Republik Lettland, um die Transaktion zu autorisieren. Er stimmte zu, weigerte sich aber, jede Art von Papier zu unterschreiben ", sagt M.Kalnberz.
Warten auf Genehmigung wurde der Chirurg versuchen, Informationen über sexuelle Umwandlung Operationen außerhalb der UdSSR durchgeführt zu sammeln. Er erfuhr, dass ausländische Fachkräfte durchgeführt vier Verfahren dieser Art (der letzte wurde in der Republik Tschechoslowakei statt), aber sie waren nicht wirklich abgeschlossen medizinischer Sicht: Patienten wirksam geworden Intersexuelle.
Der 17. September 1970 unterzog sich Inna die erste Operation. Modernen Chirurgie kann die Änderungen sofort zu beenden, aber zu der Zeit war es nicht möglich, und die Transformation der jungen Frau wurde in mehreren Stufen durchgeführt. Nach M.Kalnberz Er war sehr gestresst während der Behandlung, vor allem, weil er Angst, etwas von der Natur gegeben verändern sollte, sondern auch, weil es sehr schwierig war, um unerwünschte Aufmerksamkeit zu vermeiden.
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Von den ersten Verfahren, dem "neugeborenen Menschen" wollte seinen maskulinen Auftritt unterstreichen. "Er trug immer Hosen und nahm die Gewohnheit, zu der Garage, er hat sogar Freunde mit den Fahrern des Krankenhauses. Er liebte Fluchen, Rauchen und Trinken mit anderen Männern ", sagt M.Kalnberz.
Alle Verfahren werden im Jahr 1972 abgeschlossen ist, verlassen die Klinik Inna in Riga als Mensch. Er arbeitete sein ganzes Leben lang als Ingenieur und war zweimal verheiratet. Allerdings fuhr er fort, sein Geheimnis zu bewahren, auch seine Frauen: seine Narben zu erklären, erzählte er ihnen, dass er einen Unfall gehabt hatte.
Wie für M.Kalnberz er litt Verfolgung für seine Arbeit. Eine Sonderkommission wurde nach Riga geschickt, um den Arzt zu bewerten. M.Kalnberz könnte seine Karriere und auch seine Freiheit verloren haben, aber er schaffte es, die Beamten, dass der Betrieb war eigentlich zu überzeugen. Dann musste er nach Moskau für ein Publikum mit dem Minister für Gesundheitswesen der UdSSR zu gehen. Nach dem Treffen wurde er sich dafür, "verstümmelt" seinen Patienten gestellt. Die Operation ist für die Öffentlichkeit 20 Jahre später enthüllt.
M.Kalnberz hat seine Karriere bis zum Alter von 80 Jahren fortgesetzt. Neben Andrologie und sexuelle Umwandlung, nahm der Arzt Pflege von anderen Bereichen, so dass Dutzende von Interventionen beispiellose, aber der Fall von Inna bleibt seiner berühmtesten feat.
M.Kalnberz jedoch der Auffassung, dass die Menschen heute sind zu sorglos Einstellung zu Geschlechtsumwandlung. "Die gegenwärtige Situation, dieser Mangel an Kontrolle wirklich erschreckt mich: kaum gefühlt haben zum gleichen Geschlecht angezogen, die Menschen gehen zu einem Arzt, der bereit ist, für Geld zu machen ist. Aber es gibt immer noch Leute, die dieses Verfahren benötigen. Ich erkannte, fünf Operationen Geschlechtsumwandlung in meiner Karriere, und ich bin überzeugt, dass es wichtig für meine Patienten ", sagt er.

Das Menschliche

Und Sie wissen nicht, mit was Sie es zutun haben! Doch diese bekommen euch, ein Fakt!

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